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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2021

Familiengeschichte gepaart mit Zeitgeschehen

Wellenflug
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Das Portraitfoto einer hübschen jungen Frau mit sehr ausdrucksstarken Augen ziert das Cover des Buches. Es bleibt allerdings offen, um welche der beiden Protagonistinnen es sich handelt. Die Autorin hat ...

Das Portraitfoto einer hübschen jungen Frau mit sehr ausdrucksstarken Augen ziert das Cover des Buches. Es bleibt allerdings offen, um welche der beiden Protagonistinnen es sich handelt. Die Autorin hat ihre eigene Familiengeschichte und über einhundert Jahre Zeitgeschehen zu einem äußert lesenswerten Roman zusammengefasst. Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt:
1864 - 1905 Da ist Anna, die Urgroßmutter der Autorin, eine junge Frau aus gutem Hause, die in die besseren Kreise einheiratet. Für ihre Kinder wünscht sie sich ebenso den Aufstieg in die höhere Gesellschaft. Der ältestes Sohn Heinrich rebelliert und bricht aus seinem goldenen Käfig aus.
1905 - 1957 Marie, die Großmutter der Autorin, kommt aus einer kinderreichen, aber armen Familie vom Land in die Stadt, um Geld zu verdienen. Sie verdingt sich als Garderobiere in einem Hotel. Dort lernt sie Heinrich kennen. Marie wird die starke Frau an seiner Seite und gemeinsam gehen sie durch alle Höhen und Tiefen des Lebens.

Die berührende, gut recherchierte Familienchronik der Autorin Constanze Neumann zog mich in den Bann. Man kann sich gut in die Rollen der Beteiligten hineindenken und leidet mit ihnen mit. Besonders tragisch und nachdenklich stimmte mich die Haltung der Schwiegermutter zu Marie. Auch was dem Paar widerfährt, hat mich alles andere als kalt gelassen. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte in einer guten Geschichte eingebettet. Auf jeden Fall lesenswert.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Interessante Geschichte, wenn auch nicht ganz mein Ding

These Ancient Flames 1: Awake
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Mei ist Leibwächterin für die Herrscher in ihrem Kanton. Als dieser angegriffen wird und die Welt droht, in einen großen Krieg hineingezogen zu werden, sucht sich nach Lösungen. Raven, der sie vor dem ...

Mei ist Leibwächterin für die Herrscher in ihrem Kanton. Als dieser angegriffen wird und die Welt droht, in einen großen Krieg hineingezogen zu werden, sucht sich nach Lösungen. Raven, der sie vor dem Angriff seines Kanton gewarnt hat, scheint wenig vertrauenswürdig, doch ist seine Hilfe, die einzige, die greifbar scheint. Zusammen gehen sie Geschichten und Beobachtungen nach, die darauf hinweisen, dass es immer noch Drachen gibt, die das Land mit Magie speisen könnten und fähig sind, den Krieg zu verhindern, so wie sie es früher getan haben. Doch die Suche ist gefährlich, denn Mei kann niemandem trauen.

Gelegentlich lese ich ganz gerne Fantasy. Hier freute ich mich auf eine tolle Drachengeschichte. Auch die Unsicherheiten, denen Mei unterliegt, haben mich neugierig gemacht. Der Einstieg fiel mir allerdings schwerer als gedacht, was einerseits am Aufbau der Welt, andererseits an den vielen Namen lag, die ich zu Beginn schwer auseinanderhalten konnte. Dabei fängt das Buch eigentlich relativ spannend mit einer Täuschung und einem Überfall an. Die Welt ist etwas schwer greifbar, da hier die alten Traditionen und die magische Seite der Auguren mit der normalen, technisierten Welt der Menschen in vermeintlichem Einklang lebt. Die Charaktere wirken eher wie aus einer früheren Zeit, benutzen Hieb- und Stichwaffen, dann jedoch telefonieren sie mit Smartphones und gehen auf hippe Partys. Das passte für mich so überhaupt nicht zusammen. Zudem scheinen die Menschen von den Konflikten unter den vier Auguren-Kantonen nicht viel mitzubekommen, was seltsam ist, wo sie doch in ein und derselben Welt leben. Das hat mich zusehends irritiert.

Die Geschichte zwischen Mei und Raven, deren Anziehung man schon sehr früh spürt, war für mich ok. Manchmal ging es mir ein bisschen zu sehr um das Körperliche, da wurde dann auch teilweise der Verstand ausgeschaltet. Einige Plottwists kamen so nicht sehr überraschend, doch wenigstens bewegte sich die Geschichte dann vorwärts. Bei der Suche wurde etwas Potential verschenkt, denn sie ist weniger rätselhaft, als gehofft. Das letzte Drittel hat mich hingegen dann doch sehr gepackt, denn endlich geschah das, worauf ich lange gewartet hatte. Der Mythos der Drachen kommt ins Spiel und das sorgt für viel mehr Spannung, die der Geschichte zeitweise fehlte. Ich denke, dieser Einstiegsband uferte an mancher Stelle etwas auf und hätte kürzer gefasst werden können. Der Cliffhanger sorgt aber für Neugier auf die weitere Handlung. 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Nett, aber etwas zu wenig von allem

The Second Death of Locke
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Vor vielen Jahren versank die sagenumwobene Insel Locke nach einem Verrat, was zur Folge hat, dass die Magie in allen Regionen immer schwächer wird. Ihre Könige und Herrscher suchen seitdem einen Erben, ...

Vor vielen Jahren versank die sagenumwobene Insel Locke nach einem Verrat, was zur Folge hat, dass die Magie in allen Regionen immer schwächer wird. Ihre Könige und Herrscher suchen seitdem einen Erben, der das Unglück von damals überlebt haben soll, zu allem bereit, um mehr Macht zu erhalten. Nun macht sich das Gerücht breit, dass eine solche Erbin gefunden wurde, was einem Reich übermäßig viel Einfluss gewähren würde. Soldat und Magier Kier und seine langjährige Quelle Grey sollen dies verhindern. Doch die beiden sind nicht nur magisch miteinander verbunden, sie tragen auch Gefühle füreinander und Geheimisse in sich, die drohen ans Licht zu kommen.

Optisch ist das Buch natürlich toll, das kann man nicht abstreiten. Auch der Klappentext klingt für mich nach magischem Abenteuer, Romantik, Liebe und Kampf. Vor allem die Geheimnisse haben mich magisch angezogen und ich hoffte auf knisternde Spannung und viel Gefühl. Leider muss ich jetzt sagen, dass es von allem irgendwie etwas zu wenig gibt. Den Anfang empfinde ich als richtig gut Man tastet sich langsam an das sehr gelungene, neuartige Magiesystem heran, bei dem es eine Quelle für die magische Energie gibt und der Partner diese magische Energie formt und im Kampf anwendet. Auch kann die Protagonistin Grey ihren Magier heilen, was sie allerdings selbst schwächt. Genial ausgedacht von der Autorin. Man spürt auch sofort, dass Kier und Grey nicht nur Freunde sind, doch dauert es sehr lange, bis es hier Fortschritte gibt, da beide nicht die offensten Herzen sind. Beide haben einen gemeinsamen Auftrag, der jedoch seltsam anmutet und mich schnell darauf gebracht hat, welches Geheimnis die beiden hüten. Da ist der Zauber dann so ziemlich raus, denn wenig später wird schon offen davon erzählt.

Was so lange gut gehütet wurde, ist plötzlich die Vermutung aller begleitender Nebencharaktere, was dazu führt, dass es auch offen ausgesprochen wird. Wirklich überraschend sind die Wendungen nicht. Auch wenn mir der episch wirkende Schreibstil gefällt, ist er doch manchmal etwas zäh und es fehlt bis auf wenige actionreiche Kämpfe an dauerhafter Spannung. Nicht nur die Handlung um den Auftrag von Grey und Kier, auch deren Liebesgeschichte plätschert langsam vor sich hin. Im weiteren Verlauf sind Entscheidungen zu treffen, die schwer anmuten, doch eine echte Zwickmühle sehe ich da nicht, nur wieder einige Probleme bei der Gesprächsführung. Das Ende erscheint mir viel zu einfach und bietet leider zu wenig Dramatik für meinen Geschmack. Da hätte man viel mehr draus machen können. 3 Sterne

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Schöne Szenen, aber seltsamer Text

Baby Nelson (unkaputtbar) 4: Disney: Winnie Puuh: Ein Tag im Garten
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Unkaputtbare Bücher sind vor allem für die ganz Kleinen eine sinnvolle Anschaffung. Die Seiten können weder reißen, noch durch Speichel oder umfallende Wasserbecher zerstört werden, sondern lassen sich ...

Unkaputtbare Bücher sind vor allem für die ganz Kleinen eine sinnvolle Anschaffung. Die Seiten können weder reißen, noch durch Speichel oder umfallende Wasserbecher zerstört werden, sondern lassen sich einfach wieder abwischen. So halten sie selbst bei häufigem Gebrauch nahezu ewig, denn auch die Bindung ist sehr stabil. Knicke lassen sich zwar nicht vermeiden, können aber wieder relativ leicht geglättet werden. Dieser vierte Band der Reihe Baby Nelson beinhaltet laut Titel eine Winnie Puuh Geschichte und handelt von einem Tag im Garten. Ein sehr schönes Thema für Kleinkinder, da sie hier erste Naturerfahrungen machen können. Im Buch finden sich dann auch tolle Szenen aus verschiedenen Gärten mit viel Natur, Grün, Gemüse usw. Allerdings macht der Text für mich nicht immer Sinn, denn Tigger pflanzt in einer Gießkanne etwas an und legt im Garten Steine ins Beet. Das soll vermutlich lustig sein, allerdings glaube ich nicht, dass Kleinkinder diesen Humor verstehen. Winnie Puuh selbst kommt nicht wirklich aktiv vor, das könnte für kleine Fans eine Enttäuschung sein. Ein Pluspunkt ist, dass es auf den Bildern sehr viel zu entdecken gibt, was man zusätzlich versprachlichen kann. So wird der Wortschatz erweitert. Kinder, die Winnie Puuh noch nicht kennen fragen sich vielleicht auch, warum I-aah immer so traurig guckt. Für mich nicht ganz so gelungen, wie andere Bände der Reihe. 3 Sterne

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Lässt mich kalt

Ende in Sicht
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Hella und Juli könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine ist eine in der Vergangenheit mehr oder weniger erfolgreiche Schlagersängerin, die ihren Zenit längst überschritten hat und nun mit 69 Jahren ...

Hella und Juli könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine ist eine in der Vergangenheit mehr oder weniger erfolgreiche Schlagersängerin, die ihren Zenit längst überschritten hat und nun mit 69 Jahren in der Schweiz Sterbehilfe bei Dignitas beantragt hat, um ihn Würde von dieser Welt abzutreten. Die andere ist ein Mädchen in der Blüte ihrer Jugend, jedoch gefrustet von der Welt und ihren Mitmenschen, ohne Aussicht auf Besserung, so dass sie sich von einer Autobahnbrücke stürzen möchte.

Juli fällt Hella sozusagen vor die Füße. Verwundert, noch am Leben zu sein, steigt sie zu Hella ins Auto. Was dann beginnt, könnten die letzten Stunden ihres Lebens sein.

Wow, was für eine nice Idee dachte ich mir, das muss ich lesen. Ich hörte es ging um Depression und da mich das Thema persönlich interessiert, hab ich begonnen zu lesen. Erwartet hatte ich ein schwarzhumoriges, aber tiefgehendes Buch, das die Krankheit Depression allen Menschen erklärt und vermittelt, dass es sich hier wirklich nicht nur um Gejammer aus Fadenscheinigen Gründen handelt, sondern sie etwas mit den Menschen macht, die darunter leiden. Bekommen habe ich zwei Protagonistinnen, die doch recht Ich-bezogen waren, sich aus der Not oder aus mangelnder Alternative mit der jeweils anderen zusammengetan haben. Dazu noch viele Schräge Entscheidungen, die teilweise so überzogen waren, dass sie überhaupt nicht lustig rüberkamen. Das eigentliche Thema verschwand in den nicht oft nachvollziehbaren Handlungsweisen. Depression verstehen? Welche Depression? Die kam so gut wie nicht vor. Dabei hatte ich mir gerade von einer Autorin, die selbst unter dieser schlimmen Krankheit gelitten hat, eine Art Vermittlung zwischen "normalem" und depressivem Menschen erwartet, eine Geschichte, die Verständnis schafft. Ja, ich bin echt enttäuscht, weil ich die grundlegende Idee super fand. Bei der Umsetzung kann ich allenfalls noch den oft recht guten Schreibstil als positiv bewerten.

"Von all den guten Gründen zu sterben, und von all den viel besseren, am Leben zu bleiben." habe ich nicht einen einzigen klar ausmachen können. Zu bedacht war das Buch darauf, witzig zu sein. Sorry, mehr als zwei Sterne sind von mir nicht drin.

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