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Veröffentlicht am 24.06.2026

Klug, einfühlsam, witzig - Coming-of-Age-Story im Comicstil

How It All Ends
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"How it all ends" ist eine einfühlsame, aber auch freche und vor allem aus dem Leben gegriffene Story.

Emma Hunsinger erzählt von Tara, die ebenso wie zwei andere Schülerinnen eine Klasse überspringen ...

"How it all ends" ist eine einfühlsame, aber auch freche und vor allem aus dem Leben gegriffene Story.

Emma Hunsinger erzählt von Tara, die ebenso wie zwei andere Schülerinnen eine Klasse überspringen darf. So werden sie ein Jahr früher auf die High School versetzt.
Bereits im Vorfeld macht Tara sich viele Gedanken und Sorgen darüber, wie es ihr auf der High School ergehen wird. Hier gehört sie mit Abstand zu den jüngsten Schüler
innen. Das Verhalten der Schülerschaft auf der High School ist ein ganz anderes verglichen mit der Middle School.

Auf der High School geht es erwachsener zu. Jeder will cool sein und dazugehören. Mitschülerinnen daten sich und knutschen herum. Die Schülerinnen sind auf der Schwelle von der Kindheit zum Erwachsenwerden. Sie versuchen ihren Platz zu finden und sich dabei nicht selbst zu verlieren.
Dass das alles andere als einfach ist, merkt Tara spätestens an dem Zeitpunkt, als sie ihre neue Mitschülerin Libby kennenlernt und einfach gerne mit ihr befreundet sein möchte.
Mit Libby fühlt sich alles so herrlich leicht und normal an und vielleicht ist der Wechsel auf die High School letzten Endes doch nicht so schlimm wie zunächst befürchtet?

Die Geschichte der dreizehnjährigen Tara, die ein Jahr vorzeitig von der Middle auf die High School wechselt ist klug und nahbar erzählt mit einem ganz eigenen Comicstil, einer unverwechselbaren Bildsprache und einer sehr speziellen Farbgebung.
Es macht sehr viel Spaß Taras Schul- und Familienleben zu verfolgen. Auch, wenn die Geschichte in den USA und damit einem anderen Schulsystem spielt, erlebt man als (ehemalige) Schülerin sehr viele Aha-Momente.

Klug, einfühlsam, witzig und auf eine sehr eigene und unverwechselbare Art in Schrift und Bild erzählt, bietet "How it all ends" eine sehr empfehlenswerte Unterhaltung. Sogar, wenn die Schulzeit der lesenden Person bereits länger zurückliegt.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Äußerst spannend und leider nicht allzu fern von der Realität

Happy Head
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Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt ...

Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt von dem Gefühl, seine Eltern nicht stolz zu machen, nie genug zu sein, es keinem recht machen zu können.
Im Programm wirkt er wie ein Peoplepleaser. Dies lässt ihn zeitweise unsympathisch wirken, aber es ist sehr authentisch in Bezug auf seine Unsicherheit. Er ist ein junger Mensch mit Zweifeln und Ängsten, wirkt nahbar und bietet Identifikationspotential.
Auch das andere Personal des Buches ist interessant und facettenreich ausgearbeitet.

Insgesamt nehmen einhundert Jugendliche am ersten Camp von Happy Head teil. Vorrangig lernt man diejenigen der Jugendlichen besser kennen, die in einer Gruppe mit Seb eingeteilt sind.
Darunter der rebellische Finneas, zu dem Seb sich im Laufe der Geschichte immer mehr hingezogen fühlt. Außerdem Eleanor, die mehr über das Programm zu wissen scheint als die anderen teilnehmenden Jugendlichen.

Mich hat die Geschichte sehr gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist flüssig und modern, durch den Blickwinkel des Ich-Erzählers ist man mitten im Geschehen. Die Handlung ist durchgehend spannend und stellenweise brutal.
Ich habe lange Zeit nicht geahnt, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt und war überrascht über die Hintergründe einiger Figuren, die im Laufe der Zeit offengelegt werden.

Josh Silver schreibt spannend, zeitgemäß und jugendlich. Zudem hat er autobiografische Züge in seinen Roman einfließen lassen.
Nach seiner Schauspielausbildung und Auftritten im West End und am Broadway, entschloss er sich zu einem Berufswechsel und arbeitet nun als Krankenpfleger für psychische Gesundheit.
Wie sein Protagonist Seb ist Josh homosexuell und gibt der queeren Community mit seinem Roman Happy Head Sichtbarkeit.
Doch nicht nur diese Aspekte machen seinen Roman so nahbar und authentisch. Die Schilderungen sind leider gar nicht so realitätsfern und auch, dass ein ursprünglich positiver Gedanke eine negative Entwicklung nimmt, ist alles andere als undenkbar.

Happy Head endet mit einem Cliffhanger und ungelösten Fragen, welche hohe Erwartungen an den zweiten und abschließenden Band Dead Happy schüren.
Zum Glück soll dieser bereits im Herbst erscheinen.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein wichtiges Buch über das miteinander Reden und aufeinander Zugehen

Obacht!
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Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. ...

Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. Nur eine Bewohnerin, das kleine Mienchen, hat eine ganz andere Idee. Nur leider hört ihr keiner zu.
Stattdessen wird eine Decke über das Tier geworfen. Nun kann man es nicht mehr sehen, aber es versperrt immer noch den Weg.
Selbst eine Brücke oder eine Umgehungsstraße bringen bestenfalls kurzfristige Lösungen.
Am Ende nimmt Mienchen ihren ganzen Mut zusammen und setzt ihre Idee in die Tat um …

Kerstin Hau und Stella Dreis haben mit „Obacht!“ eine Geschichte erschaffen, die sich mit relativ wenig Text, sowie in Details und Farben reduzierten Illustrationen wichtigen Themen widmet, die uns bereits im Kindesalter betreffen.
Dabei ist die Handlung trotz ihres überschaubaren Rahmens spannend und lädt zum Mitfiebern ein. Die Namen und das Minenspiel der Figuren verleihen dem Geschehen aber auch Witz.

Das Buch eignet sich sowohl für Eltern als auch für Einrichtungen, um gemeinsam mit Kindern auf Fragen einzugehen und Lösungen zu finden.
– Wie kann ich mit Unbekanntem umgehen.
– Gemeinsame Lösungen können nur gefunden werden, indem man aufeinander zugeht und miteinander redet.
– Meinungen und Ideen aller sollten angehört werden.
– Ein Problem wirkt manchmal augenscheinlich größer und komplexer als es letzten Endes ist.
Selbst Vorurteile können anhand der Geschichte angesprochen – und entkräftet – werden, denn hätten die meisten Bewohner
innen der Stadt nicht vorschnell geurteilt, hätten sie sich viel Arbeit und Ärger sparen können.

„Obacht!“ ist ein spannendes, witziges, lehrreiches und wichtiges Buch bereits für kleinste Leser*innen, aber auch für die großen!

Für das Buch steht kostenloses pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung. Am Ende des Buches findet sich ein QR-Code zum Download.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Das Buch ist so wichtig und gleichermaßen schön wie traurig

Starfish
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Das Buch handelt von der elfjährigen Ellie, die aufgrund ihres Gewichts Mobbing und Bodyshaming erfahren muss.
Themen, die leider in Zeiten von Social Media eher Aufwind als einen Rückgang erleben. Deshalb ...

Das Buch handelt von der elfjährigen Ellie, die aufgrund ihres Gewichts Mobbing und Bodyshaming erfahren muss.
Themen, die leider in Zeiten von Social Media eher Aufwind als einen Rückgang erleben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich bereits Kinder- und Jugendbücher damit auseinandersetzen.

Rückhalt und Stärke erfährt Ellie in ihrem Umfeld fast ausschließlich durch ihre beste Freundin Viv. Wegen der Trennung ihrer Eltern muss diese jedoch in einen anderen Bundesstaat ziehen.
Zum Glück bleibt der Kontakt zu Viv auch über Distanz bestehen. In einer gleichaltrigen Nachbarin und deren Familie findet Ellie zudem neue Freunde. Außerdem bringt ein weiterer Kontakt positive Veränderungen und steigendes Selbstwertgefühl bei Ellie mit sich, obwohl sie diesem zunächst abweisend gegenübersteht.

Innerhalb Ellies Familie bestehen sehr unterschiedliche Verhältnisse.
Während ihr Vater Ellie so akzeptiert, wie sie ist und spürbar liebt, ist ihre Mutter wohl die schlimmste Mobberin der ganzen Geschichte. Deren Verhalten fand ich bösartiger, grausamer und ekelhafter als alles, was Ellie vergleichsweise durch ihre Klassenkamerad:innen erleiden muss.
Von Seiten ihres Bruders schlägt ihr regelrechter Hass entgegen. Ihre Schwester hingegen verbleibt zu Beginn noch etwas im Hintergrund im Vergleich zum Rest der Familie. Sie ist nicht so offen feindselig gegenüber ihrer jüngeren Schwester wie ihr Bruder Liam, steht ihr jedoch ebenso wenig zur Seite, sondern schließt sich im lieber den Hänseleien anderer an.

Das Verhalten der Mutter gegenüber Ellie lässt sich keinesfalls entschuldigen. Auch nicht aus gesundheitlicher Perspektive, denn natürlich bringt Übergewicht Risiken mit sich. Aber ihre Mutter ist weder fürsorglich noch stärkend, sondern verletzend und beleidigend, erniedrigt ihre Tochter oder stellt sie bloß.
So muss Ellie beispielsweise unzählige Diäten über sich ergehen lassen, bis hin zum Essensentzug. Sie erfährt Erpressung, als sie im Gegensatz zu ihren Geschwistern Hobbys nicht erlernen und ausführen darf. Zu Schulbeginn bekommt sie keine neue Kleidung, solange sie ihr Gewicht nicht reduziert.
In der Öffentlichkeit stärkt bloß der Vater ihr den Rücken, wohingegen die Mutter den Küchenschrank bis in die letzte Ecke mit Zeitungsartikeln über Diäten und Ernährungsratschlägen zupflastert.

Direkt zu Beginn fällt der außergewöhnliche Aufbau der Geschichte auf. Dieser hat zuweilen etwas Poetisches, aber auch Fragmentarisches an sich. Die Struktur und überschaubare Länge der Sätze, sowie generell kurz gehaltene Abschnitte und Kapitel, lesen sich sehr authentisch wie das Tagebuch eines Kindes. Im späteren Verlauf erfährt man, dass die Ich-Erzählerin Autorin oder Dichterin werden will, was dieser Struktur noch einen tieferen Sinn verleiht. Darüber hinaus macht dieser Erzählstil Ellie nahbarer, sodass sich sicher auch Leser:innen in sie hineinversetzen können, die entweder noch nie oder aber aus anderen Gründen, Mobbingerfahrungen sammeln mussten.
Auch das Cover birgt eine Aussage. Nur im Wasser findet Ellie einen Ort, wo sie ganz sie selbst sein kann. Hier darf sie sich groß machen. Hier fühlt sie sich sicher, grenzenlos und frei.

'Jedes Kind braucht einen Ort,
an den es sich zurückziehen kann,
wenn ihm das Leben zu viel wird.

Mein Ort ist der Pool.'

Ich habe "Starfish" in einem Rutsch gelesen. Das Buch ist so wichtig und gleichermaßen schön wie traurig.
Trotz des dem jungen Lesepublikum angepassten Umfangs gelingt Lisa Fipps eine ganz ausgezeichnete und tiefgehende Figurenzeichnung. Selbst Nebenfiguren agieren nicht blass oder austauschbar. Das Personal in ihrem Roman ist lebendig und dessen Gefühle nicht nur nachvollziehbar, sondern regelrecht spürbar.
Das Ende gibt Hoffnung. Es ist jedoch nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen", was ich sehr zu schätzen weiß, da dies dem Thema nicht gerecht werden würde.
Ein großes Learning aus dem Buch ist es, dass Ellie mitgeben wird, dass sie zwar zu sich stehen soll, aber nicht, indem sie andere Menschen schlecht behandelt, weil diese sie schlecht behandeln.
Man kann sich vorstellen, wie es mit Ellie, ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem Umfeld weitergeht, aber natürlich haben sich weder Vorurteile noch Mobber in Luft aufgelöst.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Sehr gelungene graphische Adaption der Warrior Cats Serie

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Mit "Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen" liegt der erste Band der Adaption in Form einer Graphic Novel der Warrior Cats Bände 1 und 2 vor.
Das Autorinnen-Duo Natalie Riess und Sara Goetter erzählt ...

Mit "Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen" liegt der erste Band der Adaption in Form einer Graphic Novel der Warrior Cats Bände 1 und 2 vor.
Das Autorinnen-Duo Natalie Riess und Sara Goetter erzählt darin die erste Hälfte von Erin Hunters Bestseller "In die Wildnis" nach, welcher den Auftakt einer inzwischen acht abgeschlossenen Staffeln umfassenden Reihe bildet.

Die Lesenden werden hier eingeführt in das Leben von Sammy, der sein Leben als Hauskatze aufgibt, um fortan als Clankatze in der Wildnis zu leben, wo er sich dem DonnerClan anschließt und den Namen Feuerpfote erhält.

Ich habe das Autorinnenteam Erin Hunter von jeher bewundert, wie vielseitig und gekonnt Themen aus der Menschenwelt in die Welt von wildlebenden Katzen adaptiert werden.

Themen wie Clankämpfe/Kriege sind leider immer aktuell und so sollte man nicht zu zart besaitet sein, wenn man in die Welt der Clankatzen eintauchen will. In den Geschichten wird viel gekämpft, selbst Morde geschehen.
Natalie Riess und Sara Goetter sparen diese Szenen natürlich nicht aus, denn sie bilden ein zentrales, Platz einnehmendes Thema in den Büchern der Reihe.

Neben dem Inhalt ist die haptische Umsetzung eine Erwähnung wert, denn das Buch ist von guter schwerer Qualität und wird zudem mit einer wunderschönen und großformatigen Charakterkarte von Feuerherz (vorher Feuerpfote, vorher Sammy) geliefert.
Sehr witzig ist außerdem die Vorstellung von Natalie Riess und Sara Goetter am Ende des Buches, wo sie sich selbst - ebenfalls in Form einer Graphic Novel - als Katzen präsentieren und davon erzählen, wie der Weg der Umsetzung der Romane der Warrior Cats zur vorliegenden Graphic Novel war.

"Die Prophezeiungen beginnen" ist ein großartiger und bildgewaltiger Auftakt der Warrior Cats als Graphic Novel. Sowie eine mehr als gelungene Ergänzung zum Auftaktband "In die Wildnis".
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass sowohl der Text als auch der Inhalt insgesamt im Vergleich zum Roman stark gekürzt sind. Deswegen sehe ich die Adaption vielmehr als Ergänzung denn als Ersatz für den zugrunde liegenden Roman an.

Ich bin schon sehr gespannt auf den Folgeband, der die Geschichte des Romans zu Ende erzählen wird. Die vorliegende Graphic Novel löst verständlicherweise nicht alle Fragen, die sich im Laufe der ersten Hälfte von "In die Wildnis" ergeben haben.

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