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Veröffentlicht am 23.02.2026

Eramor - Reich der dunklen Fae

Eramor - Reich der dunklen Fae
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„Eramor – Reich der dunklen Fae“ bildet den Auftakt einer neuen Fantasyreihe der selbstveröffentlichenden Autorin Anja Lehmann und entführt uns in ein glänzend schönes Reich hinter dem mysteriösen Eibentor. ...

„Eramor – Reich der dunklen Fae“ bildet den Auftakt einer neuen Fantasyreihe der selbstveröffentlichenden Autorin Anja Lehmann und entführt uns in ein glänzend schönes Reich hinter dem mysteriösen Eibentor. Doch der Schein trügt…
Seren ist ein Mensch in einer Welt, in der die Fae mit eiserner Hand regieren. Unsterbliche Wesen, die die Menschen, die vor so langer Zeit in ihr Reich eingedrungen sind, unterdrücken, sodass sie sogar hungern müssen. Zu ihrer Belustigung veranstalten sie tödliche Spiele mit dem Versprechen, die Familien der Spieler auf alle Zeiten zu verschonen – und der Gewinner hat sogar einen Wunsch frei. Als Serens beste Freundin Ellie im Wald ausgerechnet den jüngsten Fae-Prinzen verletzt, soll sie in das Reich der Fae verschleppt werden, um dort an den Spielen teilzunehmen. Doch Seren, die sich erhofft, etwas über den Verbleib ihres verschwundenen Großvaters zu erfahren, nimmt ihren Platz ein. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Elion, eben Prinz, der verletzt wurde, ihr zur Seite stehen würde?

Das Buch fällt mit seiner aufwändigen und liebevollen Gestaltung gleich ins Auge. Der gesamte Umschlag enthält golden folierte Details und der mehrfarbige Farbschnitt passt perfekt zum düsteren Design des Covers. Im gestalteten Vorsatz finden wir zunächst eine Karte, die uns unter anderem das Fae-Schloss Eramor und Serens Dorf Liverness zeigt. Eine Triggerwarnung dagegen fehlt, was vor allem bei Romantasy-Büchern heute eher ungewöhnlich ist. Mit Themen wie Folter, Body Horror, Gewalt in der Familie und Gehirnwäsche, könnte es jedoch durchaus angebracht sein, Leser vorzuwarnen. Bei der Vielzahl der Nebencharaktere, die gleich zu Beginn eingeführt werden, wäre auch ein Charakterregister zur Orientierung sicherlich von Vorteil gewesen.
Die Geschichte erleben wir durch die Augen der beiden Protagonisten Seren und Elion, dessen POVs auch immer mal wieder innerhalb eines Kapitels wechseln, was aber ausreichend angekündigt wird, sodass man dem Handlungsverlauf gut folgen kann. Hinsichtlich der Sprache werden auch Schimpfworte und vulgäre Ausdrücke wie „Bitch“ verwendet, die teilweise nicht so recht in das mittelalterliche Setting passen wollen.

Die Stärke des Buches liegt definitiv im Worldbuilding. Die Autorin hat hier eindeutig mit vielen, auch innovativen Aspekten gearbeitet, die viel Zündstoff für Folgebände liefern.  Seelenbunde zwischen den Fae bilden ein spannendes, romantisches Element, dass der aufkeimenden Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren etwas Besonderes gibt. Auch werden die Fae als Spezies ausführlich beschrieben. So erfahren wir beispielsweise, dass sie am Abend noch mächtiger sind oder dass sie ihre Gestalt nach Belieben verändern können, um Menschen zu täuschen, dabei allerdings niemals in der Lage sind, zu lügen. Ein weiterer Konflikt zeigt sich im Weltenriss am Dämmerbruch. Schattenwesen drohen, aus diesem hervorzukriechen, und beide Reiche – sowohl das der Fae als auch das der Menschen, zu vernichten.
Wir erfahren in diesem ersten Band vieles über die Geschichte von Eramor und auch über die königliche Familie, die noch so viele Geheimnisse birgt. Dabei bleiben die Figuren selbst leider etwas auf der Strecke. Zwar ist bereits einiges über die Charaktere bekannt, trotzdem gelingt es nicht so recht, sich in diese hineinzuversetzen und Sympathie zu ihnen aufzubauen. Das liegt möglicherweise auch daran, dass Seren auf ihrem Weg stark von der Hilfe anderer abhängig ist und nur wenige Herausforderungen im Alleingang meistert. Zeitweise fühlen sich Szenen außerdem doch sehr gehetzt an, sodass auch die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten eher plötzlich erblüht und damit etwas unglaubwürdig wirkt. Dennoch ist über die gesamte Handlung hinweg spürbar, dass die Welt von Eramor noch einige Überraschungen bereithält, die sicherlich in den Folgebänden Stück für Stück offenbart werden.

Alles in allem bildet „Eramor – Reich der dunklen Fae“ einen etwas überladenen Einstieg in eine neue Fantasysaga, der im Hinblick auf die Vielschichtigkeit der Figuren und der atmosphärischen Beschreibung der Geschehnisse leider noch zu wünschen übriglässt. Dabei zeigt das Buch dennoch deutlich die reichhaltige Fantasie der Autorin auf, die sicherlich noch mehr als genügend Stoff für mehrere Folgebände liefern wird. Ein zweiter Teil ist bereits in Arbeit und soll voraussichtlich noch im Sommer dieses Jahres erscheinen.

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