Oberflächlich und Lückenhaft
Books & Coffee - An Wunder muss man glaubenEmilia will eigentlich Schauspielerin werden. Nach dem überraschen frühen Tod ihrer Serienfigur macht jedoch nicht nur ihr Freund mit ihr Schluss, sondern sie wird auch noch aus ihrem WG-Zimmer geschmissen. ...
Emilia will eigentlich Schauspielerin werden. Nach dem überraschen frühen Tod ihrer Serienfigur macht jedoch nicht nur ihr Freund mit ihr Schluss, sondern sie wird auch noch aus ihrem WG-Zimmer geschmissen. Überfordert und planlos zieht sie zurück zu ihren Eltern nach Nürnberg wo sie unter anderem auf Lucy trifft, die das Café Zuckerzeit übernommen hat. Ein Ort, der Emilia und ihrer verstorbenen Oma viel bedeutet hat und zu dessen Erfolg Emilia beitragen möchte.
Die Idee fand ich super schön und vom Klappentext her versprach die Geschichte ein richtiges Wohlfühlbuch zu werden. Leider konnte es mich jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich begeistern. Direkt im ersten Kapitel wird man mit haufenweise unsympathischen Charakteren konfrontiert. Ja, das ist eine wichtige Einleitung für die Geschichte, trotzdem ist es mir dann doch etwas schwer gefallen, interessiert und motiviert weiterzulesen.
Mit Emilia bin ich leider das ganze Buch über nicht wirklich warm geworden. Die Momente, in denen sie von der allgemeinen Situation überfordert war und nicht wusste, was sie machen soll, waren spannend und extrem nachvollziehbar. Insgesamt war sie für mich aber leider ein doch sehr flacher und wenig nachvollziehbarer Charakter. Anstatt zu überlegen, was sie machen möchte, springt sie von einem Mann zum nächsten. Freundschaften sind auf einmal da und irgendwie ist sie dann doch Expertin für alles. Außerdem wird gefühlt alle zwei Seiten erwähnt, dass sie wunderschön ist und dass sie darunter leidet, damit das bloß niemand vergisst. Dafür waren die meisten Nebencharaktere zu nett, dass ich sie schnell ins Herz geschlossen habe.
Auf dem ersten Seiten hatte ich meine Problemen mit dem Schreibstil, habe mich dann aber zum Glück relativ bald einfinden können. Allerdings hatte ich weiterhin mit der Entwicklung der Geschichte meine Probleme. Vieles wirkte doch sehr konstruiert und ich hatte bei manchen Entwicklungen das Gefühl, dass mir ein Kapitel fehlt. Vieles war für mich leider weder emotional, noch logisch nachvollziehbar. Egal ob familiäre Themen, der Buchclub, das Café oder Emilias anfänglicher Job im Secondhandshop, alles wird sehr oberflächlich behandelt und wie durch ein Wunder kollidiert natürlich nichts wirklich miteinander.
Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, weil die Idee sich wirklich gut angehört hat. Leider konnte es mich jedoch gar nicht abholen, sowohl der Geschichte selbst, als auch den Charakteren fehlte es an Tiefe und eine wirkliche (nachvollziehbare) Entwicklung gab es leider nicht. Auch bezüglich der Lovestory ist bei mir der Funke so gar nicht übergesprungen.