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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Wer sind die eigentlichen Verräter?

In den Fängen der Verräter
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Der Finne Leo Koski lebt mit seiner kleinen Tochter in den USA. Nach den dramatischen Ereignissen in Finnland, die in den beiden Vorgängerbänden beschrieben werden, lebt er jetzt fast völlig abgeschottet ...


Der Finne Leo Koski lebt mit seiner kleinen Tochter in den USA. Nach den dramatischen Ereignissen in Finnland, die in den beiden Vorgängerbänden beschrieben werden, lebt er jetzt fast völlig abgeschottet und in einem rundum gesicherten Haus in Washington. Nur seiner kleinen Tochter gönnt er etwas Außenkontakt zu Freunden, doch auch diese werden von Koski streng überwacht.
Als Leo Koski vom CIA ins Weiße Haus berufen wird, folgt er nur widerwillig und eher gezwungenermaßen der Einladung. Der amerikanische Präsident hat angekündigt, die NATO zu verlassen, was für Finnland eine äußerst bedrohliche Situation darstellt, da es offenbar schon konkrete Angriffspläne der Russen gibt.
Als Leo Koskis Tochter entführt wird, erhöhen die Entführer den Druck auf ihn. Leo Koski soll nun Einfluss auf den amerikanischen Präsidenten Chester Tyler nehmen. Doch während des Gesprächs mit dem Präsidenten und in Anwesenheit der Journalistin Ashley Pegula bricht der Präsident Chester Tyler zusammen. Er wurde offenbar durch ein Nervengift vergiftet, das durch direkten Hautkontakt übertragen werden kann. Leo Koski und Ashley Pegula können aus dem Weißen Haus fliehen, machen sich dadurch aber besonders verdächtig. Doch Leo Koski muss seine Tochter retten….
Der Thriller ist von Beginn an sehr spannend und leider auch ziemlich aktuell. Die Beschreibung des amerikanischen Präsidenten in seiner impulsiven und teils vulgären Art, aber auch seine charismatische Ausstrahlung, der sich nur wenige entziehen können, wirkt sehr realitätsnah. Auch die Beschreibung des politischen Geschäfts, der eigentlichen Drahtzieher hinter dem Präsidenten, aber auch die Einflussnahme durch Russland, wirkt sehr authentisch.
Der Titel „In den Fängen der Verräter“ ist sehr gut gewählt. Da man sehr lange nicht weiß, wer die eigentlichen Verräter sind. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 08.05.2026

Hochspannend und authentisch

Die Stockholm-Protokolle
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Der Titel ,,Die Stockholm Protokolle“ klingt etwas sperrig und eher trocken. Doch das Buch ist alles andere als das.
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia, die einer spektakulären Geschichte ...


Der Titel ,,Die Stockholm Protokolle“ klingt etwas sperrig und eher trocken. Doch das Buch ist alles andere als das.
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia, die einer spektakulären Geschichte in Zusammenhang mit dem schwedischen Ministerpräsidenten auf der Spur war, wurde von ihrem Chef zurückgepfiffen und quasi kaltgestellt. Ihr Ehemann Alfred, der sich bisher mehr um die Familie und den Haushalt gekümmert hat, um Julia erfolgreich Karriere machen zu lassen, wird nun völlig überraschend zum Pressesprecher des schwedischen Ministerpräsidenten ernannt. Alfred, politisch unerfahren, fühlt sich geschmeichelt und will die Chance ergreifen, auch selbst Karriere zu machen. Für Julia jedoch ist völlig klar, dass mit der Ernennung ihres Mannes sie selbst endgültig zum Schweigen gebracht werden soll. Während Alfred sich ins Haifischbecken der Politik begibt und nach und nach Gefallen an den Ränkespielen findet, setzt Julia ihre Recherchen im Geheimen fort, ohne mit Alfred darüber zu sprechen. Doch schon sehr bald merkt sie, dass sie damit sich und sogar ihre Familie in Gefahr bringt.
Allmählich wird auch Alfred klar, dass der sehr erfolgreiche und charismatische Ministerpräsident eine ganz andere, dunkle und gefährliche Seite hat und dass sein Stab ihn um jeden Preis schützen will.
Als Julia sich Alfred endlich anvertraut und die beiden gemeinsam, jeder auf seine Weise und mit seinen Mitteln, recherchiert, wird es so richtig spannend, aber auch richtig gefährlich.
Ein toller Thriller, der sehr realistisch und aktuell wirkt. Das liegt sicherlich auch daran, dass die beiden Autoren vom Fach sind und ganz genau und authentisch beschreiben könne, wie Politik, Macht und Intrigen funktionieren.
Das Ende deutet an, dass es eine Fortsetzung geben könnte.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Unaufgeregt, trotzdem spannend

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Die schwedische Polizeimeisterin Gunni Hilding wird im Jahr 1989 überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen angefordert, um bei der Suche nach einem verschwundenen achtjährigen Jungen zu helfen. Gunni ...


Die schwedische Polizeimeisterin Gunni Hilding wird im Jahr 1989 überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen angefordert, um bei der Suche nach einem verschwundenen achtjährigen Jungen zu helfen. Gunni fühlt sich geschmeichelt, allerdings auch noch sehr unsicher, ob sie der Aufgabe wirklich gewachsen ist. Der Junge wird erschlagen im Wald aufgefunden, und es ergeben sich bald zahlreiche Verdächtige. Doch keinem von ihnen kann die Tat nachgewiesen werden. Obwohl Gunni Hilding merkt, dass die Ermittlungen teilweise etwas schlampig geführt werden, wagt sie es nicht, ihren Vorgesetzten zu widersprechen. Doch als sich fünf Jahre später ein ähnlicher Fall ereignet, fallen Gunni sofort die Parallelen auf. Sie versucht, neben den neuen Ermittlungen auch den alten Fall wieder aufzurollen.
Parallel zu den Fällen erfährt man immer wieder etwas über Gunnis eigene familiäre Situation, die sehr problembeladen ist. Da sie sich nicht mehr den Gesetzen der Zeugen Jehovas beugen wollte, wurde sie von ihren eigenen Eltern verstoßen. Nur zu ihrer Schwester Gerd hat sie hin und wieder heimlich Kontakt. Doch dann bemerkt Gunni, dass ihre Schwester genau mit dem Mann verheiratet werden soll, der zu ihrem Rauswurf aus der Gemeinschaft geführt hat.
Man merkt dem Krimi an, dass er in den 80er und 90er-Jahren spielt, da es noch keine Handys und andere, moderne Ermittlungsmethoden gibt.
Mattias Edvardsson erzählt unaufgeregt, was für manche Leser langweilig wirken mag. Mir gefallen sein Stil und seine Sprache. Die Handlung ist schlüssig, wirkt authentisch und trotz Unaufgeregtheit durchaus spannend. Man darf auf eine Fortsetzung gespannt sein.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Gelungener Reihenauftakt

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und ...

Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und einflussreichen Bruder Fabrizio kann sich Enzo Rossi auch fast alles erlauben.
Doch als ihn seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli gleich über zwei Leichen informiert, ist für Enzo Rossi das Faulenzerleben erst einmal vorbei. Vor allem, nachdem sich bei beiden Todesfällen ziemlich schnell herausstellt, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt. Als sich dann auch noch die ersten Hinweise verdichten, dass sein Bruder Fabrizio in die Fälle involviert ist, wird es für Enzo Rossi kompliziert. Zudem gibt es zwischen ihm und seiner Schwägerin Jackie, der Frau Fabrizios, ein brisantes Geheimnis, das Enzo unter allen Umständen auch geheim halten will.
Ein interessanter, durch Enzo Rossis teilweise lapidare Sicht auch sehr amüsanter Krimi, der durch die Verknüpfung von Familiengeschichte und Kriminalhandlung gut unterhält.
Gut, dass man am Ende weiß, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt!

Veröffentlicht am 23.02.2026

Klare Leseempfehlung

Fünf Fremde
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Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden ...

Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden Lehrer und Lehrerinnen, aber auch für die anderen Jugendlichen, ja selbst für die Inselbewohner ist dies ein einschneidendes Ereignis, das sie ihr Leben lang nicht losgelassen hat.
Im Jahr 2025 befinden sich fünf Passagiere auf der Fähre, die bei stürmischem Wetter die Insel anfährt. Doch fünf „Fremde“ sind sie eigentlich nicht, alle haben in irgendeiner Form mit den damaligen Ereignissen zu tun und kehren nun aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Nordseeinsel zurück.
Schon bei der Überfahrt geschehen merkwürdige Dinge. Nach und nach erfährt man mehr über die Figuren und wie sie in die damaligen Ereignisse involviert waren. Das ist überaus spannend, wozu die stürmische und teilweise durchaus gruselige Atmosphäre beiträgt.
Die Auflösung am Ende ist überraschend, aber schlüssig. Klare Leseempfehlung!