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Veröffentlicht am 24.02.2026

ungeahnte Macht des Frühlings

Mathilde und Marie
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Das Cover erinnert an ein Aquarell von einem verträumten Bergdorf. Es ist stimmig zum Klappentext und strahlt sehr viel Ruhe aus. Diese Ruhe zieht sich durch das gesamte Buch. Denn völlig ohne Hektik mit ...

Das Cover erinnert an ein Aquarell von einem verträumten Bergdorf. Es ist stimmig zum Klappentext und strahlt sehr viel Ruhe aus. Diese Ruhe zieht sich durch das gesamte Buch. Denn völlig ohne Hektik mit einen besonderen Blick auf Natur, Menschen und deren Gefühle erzählt Torsten Woywod in Mathilde und Marie.

Im einem Zug lernt Marie Jonina kennen. Marie füllt sich ausgelaugt und möchte einfach nur raus aus Paris und ihrem Leben. Warum Jonina in Brüssel war bleibt lange ein Geheimnis. Allerdings finde ich es dennoch etwas merkwürdig einfach so einer völlig fremden Person aufgrund eines Gespräches während einer Zugfahrt einfach so zu folgen und dann auch noch bei ihr quasi zu wohnen. mit in ein völlig fremdes Ort fährt. Ich bin zwar sehr spontan, aber irgendwie ist dies für mich nicht greifbar.

Für mich ist das größte Mysterium, dass Marie einfach auf Grund eines Gespräches im Zug mit in ein völlig fremdes Ort fährt. Ich bin zwar sehr spontan, aber irgendwie ist dies für mich nicht greifbar.
Thomas der Bäcker wirkt wie ein weiterer Ruhepol und auf gewisser Weise der ‚Held‘ in Redu. Dann gibt es noch Annelise, der Hund des Dorfes. Es scheint als würde er niemanden so wirklich zu gehören, aber das gesamte Dorf kümmert sich um sie. Jonina, Thomas und der Hund Annelise passen wirklich perfekt in das kleine Dörfchen Redu mit seinen unzähligen Buchläden. Man könnte meinen, dass so viele Buchläden in einem kleinen Dorf nicht zurecht kommen, aber doch scheint dies wunderbar aufzugehen.
Inzwischen erfährt der Leser auch mehr über die mysteriöse und zurückgezogen lebende Mathilde. Welches schrecklich Geheimnis hatte ihr Mann Jaap, dass es ihr Leben so von Angst bestimmt ist?

Alles in allem ist Mathilde und Marie von Torsten Woywod ein unaufgeregtes Bild eines Dorfes dessen Fundament Bücher sind und geprägt vom Zusammenhalt der Menschen. Aber auch wunderschönes Bild von der ungeahnten Macht des Frühlings mit all seinen Geheimnissen und der Magie der Neuerschaffung.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

kämpferisch, brutal und doch voller Gefühle

To Cage a Wild Bird
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To Cage a Wild Bird von Brooke Fast ist vom Cover her wunderschön und doch verbergen auf den Seiten so viel Leid, Gefahr und Brutalität. Bleibt bei so viel Elend für Gefühle wie Mitgefühl, Freundschaft ...

To Cage a Wild Bird von Brooke Fast ist vom Cover her wunderschön und doch verbergen auf den Seiten so viel Leid, Gefahr und Brutalität. Bleibt bei so viel Elend für Gefühle wie Mitgefühl, Freundschaft oder sogar Liebe noch Platz? Kann mich diese Mischung aus Dystopie und Fantasy-Romance wirklich überzeugen? Denn Die Tribute von Panem kenne ich nur als Filme und kann da den Hype immer noch nicht verstehen. Powerless , aber meine Lieblingsreihe ist es dennoch nicht. Welch schräge Voraussetzung sich an To Cage a Wild Bird zu wagen. Aber ich kann nur bestätigen, es lohnt sich immer seine Komfortzone zu verlassen und Neues zu entdecken.

Brooke Fast schaffte es mich ihrem schnörkellosen klaren und fast eiskalten Schreibstil in die Geschichte von Raven, Vale und Kit im berüchtigten und gefürchteten Gefängnis Endlock gefangen zu nehmen. Zu Beginn war es für mich etwas holprig aufgrund der vielen Namen und Personen, aber als ich dies überwunden hatte wurde es zu einem Highlight. Ich bin teilweise atemlos durchs Buch geflogen.
Zwar ist die Geschichte nicht neu, allerdings gelungen umgesetzt. Denn das Setting eines brutalen Gefängnisses und der Jagd der reichen Oberschicht auf die Gefangenen birgt so viel.

Raven als kämpferische und brutalen wie auch als gefühlvoller Protagonistin ist einfach nur perfekt. Absolut nachvollziehbar, ich mag sie sehr und hoffe, dass Vale kein falsches Spiel mit ihr spielt.

Alles in allem hat mich To Cage a Wild Bird von Brooke Fast mitreißen können und irgendwie bin ich auch auf den zweiten Teil neugierig. Zwar kann ich auch die Stimmen, die sagen ‚ach, da ist nichts Neues in der Geschichte‘ und ‚ich hätte mir mehr Anderes und Neueres gewünscht‘, nachvollziehen. Allerdings für mich war es einfach genau richtig so wie es ist.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

spannende Fortsetzung

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine
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Irida und das Rätsel der Ruine von Markus Heitz ist die perfekte Fortsetzung des ersten Bandes Irida und die Stadt der Geheimnisse. Alte Geheimnisse werden gelüftet und neue tun sich auf. Wer von hätte ...

Irida und das Rätsel der Ruine von Markus Heitz ist die perfekte Fortsetzung des ersten Bandes Irida und die Stadt der Geheimnisse. Alte Geheimnisse werden gelüftet und neue tun sich auf. Wer von hätte es je ahnen können, dass Irida kein normales Mädchen sondern ein Troll-Mädchen ist! Sogar ein Troll-Wechselbalg. Oh ist wirklich genial und erklärt auch das Anders sein von Irida und ihren Freunden, die Furchtlosen. Auch die anderen Kreaturen sind perfekt und stimmig gewählt. Zusammen werden sie bestimmt zusammen Hohenburg vor grausamen Kreaturen schützen können.
Aber erst einmal gilt es das große Geheimnis der Weißen Dame in der Berg­höhle des Schlosses von Hohenburg und dem Über­gang zur Anders­welt zu klären. Und dann ist da ja auch noch Iridas Onkel Ardo. Wo ist er und was weiß er über all dies?
Welche Geheimnisse sind in Norwegen zu finden und wie kann all das helfen Hohenburg zu schützen?

Wir sind wieder in der Geschichte versunken und haben das Buch in Rekordzeit nahezu verschlungen. Wir hatten das Gefühl, wenn auch nur einen Moment Pause machen verpassen wir wichtige Details und die Beschreibung der Schlossruine war eine Mischung aus leichtem Grusel und Faszination. Es war jeder Windzug, jede Einzelheit und der Geruch der Jahrhunderte zu spüren.
Da sich immer noch Fragen auftun und noch nicht alles geklärt ist, hoffen wie sehr auf einen dritten Band und weitere Geheimnis rund um die Kreaturen, Menschen und der Geschichte Hohenburgs zu erfahren.

Kurz gesagt Markus Heitz hat uns wieder einmal mit seiner besonderen Gabe der Erschaffung fantastischer Welten, Kreaturen zum Leben zu erwecken und dem erzählen einer Fantasy-Geschichte in seinem Bann gezogen. Die Illustrationen von Max Meinzhold runden alles ab und geben einen ebenso fantastischen Blick auf die Geschichte und die besondere Freundschaft von Irida und die Furchtlosen frei.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

fesselndes chinesisches Light Novel

Till the End of the Moon 1
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Als ich sah, dass zu der chinesischen Drama Serie Till the End of the Moon endlich die Vorlage auf deutsch im Bramble Verlag erscheint, entlockte mir dies schon ein freudiges Quietschen. Als ich dann das ...

Als ich sah, dass zu der chinesischen Drama Serie Till the End of the Moon endlich die Vorlage auf deutsch im Bramble Verlag erscheint, entlockte mir dies schon ein freudiges Quietschen. Als ich dann das Buch in meinen Händen hielt gab es kein Zögern! Nachdem ich das Cover mit dem Dämonengott Tantai Jin darauf und dem zurückhaltenden, edlen Farbschnitt sah war ich gleich zum Lesen verführt!
Aber kann ein Buch bzw. eine Buchreihe das wiedergeben oder gar übertrumpfen was ich schon sah? Wie mag es sich anfühlen die Geschichte von Tantai Jin und Li Susu zu folgen? Werden dieselben Emotionen erweckt oder schafft es Teng Luo Wei Zhi während des Lesens noch neue Aspekte einzubringen? Wird mir auch das Buch diese eisige Schönheit von Tantai Jin zeigen? Wird mich auch die wärmende Anmut und die sanftmütige Entschlossenheit von Li Susu ebenso gefangen nehmen?

Mir schossen so viele Fragen durch den Kopf. Ja, man könnte sagen ich war etwas voreingenommen. Ich konnte mich dem Blick des Dämonengottes nicht widersetzen und folgte dem Drang endlich Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz von Teng Luo Wei Zhi zu lesen.

Schon mit den ersten Worten befand ich mich in einer mir bekannten Welt und war dort gefangen. Mir fiel es wirklich schwer das Buch aus der Hand zulegen, denn beim lesen entdeckte ich immer mehr neue Details und Fassetten an Tantai und Susu. Es fühlte sich an als würde ich nicht lesen sondern vielmehr sehen und fühlen was die Protagonisten sahen und empfanden. Zwar verfügt das Buch und die Geschichte über unzählige Protagonisten, welche zu Beginn des Buch vorgestellt werden. Allerdings hatte ich nie das Gefühl einer Überforderung durch die Anzahl oder der Verwirrtheit wer zu wem gehört oder wer welche Position inne hat. Jede einzelne Person hat ihren Platz und wird niemals ‚klein geredet. Ganz im Gegenteil, denn jede einzelne Person ist wichtig für die Geschehnisse. Dies und die Fähigkeit in einer schier endlosen Bildgewalt zu schreiben gelingt Teng Luo Wei Zhi so perfekt, dass es schon ein gewisses Suchtpotenzial hat das Buch zu lesen. Hier empfinde ich es beim Buch schon stärker als bei der Serie.



Darum geht es
In Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz begleiten wir den künftigen Dämonengott Tantai Jin. Was brachte ihn vor 500 Jahren dazu so grausam, kaltherzig und mächtig zu werden? Wurde er womöglich schon so geboren oder ist es nur eine Verkettung von Erfahrungen und Leiden? Li Susu wird von ihren Vater, dem Oberhaupt der Hengyang-Schule in der Zeit zurückgeschickt um Tantai schon in den Anfängen zu stoppen. Was Susu nicht ahnt, sie ‚landet‘ im Körper von Ye Xiwu der Ehefrau von Tantai. Ye Xiwu ist kaltherzig, arrogant und überheblich, das genaue Gegenteil von Susu.
Hier jetzt noch mehr zu erzählen würde in wilde Spoiler enden. Denn die folgenden Ereignisse sind so maßgeblich für den Verlauf so wichtig, spannend und entbehren nicht an Spannung.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

berührend schön

Onigiri
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Onigiri ist ein sehr berührendes Buch und mit so viel Gefühl geschrieben, dass es eigentlich mit einem Päckchen Taschentücher verkauft werden müsste. Die Autorin schreibt so authentisch und berührend, ...

Onigiri ist ein sehr berührendes Buch und mit so viel Gefühl geschrieben, dass es eigentlich mit einem Päckchen Taschentücher verkauft werden müsste. Die Autorin schreibt so authentisch und berührend, eigentlich möchte man am Ende des Buches Aki und ihre demenzkranke Mutter Keiko in den Arm nehmen und nie mehr los lassen.

Akis Großmutter, die in Japan lebte ist verstorben und sie beschließt mit ihrer Mutter noch einmal in deren Heimat zu reisen. Es ist eine Reise voller Gefühle. Denn so eine lange Reise ist so schon nicht einfach und weißt auch teils amüsante Episoden auf. Dennoch ist aber auch eine Reise in das Leben von Keiko. Ich kam nach Deutschland in ein für sie völlig fremdes Land mit einer fremden Kultur, heiratete bekam zwei Kinder und wurde geschieden. Mit ihren deutschen Schwiegereltern kam sie nie wirklich zurecht und auch ihr Ex-Mann war nicht wirklich für die Kinder da. Um so mutiger ist es, dass sie in Deutschland blieb. Die Reise in ihre Heimat ist für sie wie eine Zeitreise und mit vielen Erinnerungen behaftet die sie trotz ihrer Erkrankung noch fühlen kann.
Gleichzeitig ist es aber auch die Aufarbeitung einer Familie, ihrer Geschichte und dem Wunsch des Nichtvergessens

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