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Veröffentlicht am 02.10.2024

Die Kunst des InnSæi

Die Kunst des InnSæi
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"Die Kunst des InnSæi" ist ein gut zugängliches und leicht verständliches Buch, das sich mit der inneren Reflexion und Achtsamkeit beschäftigt. Der Schreibstil ist flüssig und lädt dazu ein, sich mit den ...

"Die Kunst des InnSæi" ist ein gut zugängliches und leicht verständliches Buch, das sich mit der inneren Reflexion und Achtsamkeit beschäftigt. Der Schreibstil ist flüssig und lädt dazu ein, sich mit den vorgestellten Themen auseinanderzusetzen. Besonders für Einsteiger, die sich bisher noch nicht mit Achtsamkeit und Intuition beschäftigt haben, bietet das Buch eine solide Einführung.
Es enthält zahlreiche Übungen, die dabei helfen sollen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und sich auf die Atmung zu konzentrieren. Leider wiederholen sich diese Übungen im Wesentlichen. Für Leser ohne Vorkenntnisse mag das wertvoll sein, aber wer sich bereits intensiver mit Achtsamkeit beschäftigt hat, wird hier wenig Neues finden.
Während der Titel auf eine tiefere Auseinandersetzung mit der isländischen Philosophie des InnSæi hoffen lässt, bleibt das Buch in diesem Punkt recht oberflächlich. Eine ausführlichere Erörterung, was den isländischen Weg konkret ausmacht, hätte das Werk bereichert.
Insgesamt ist "Die Kunst des InnSæi" ein hilfreicher Einstieg für Neulinge, die sich den Grundlagen von Achtsamkeit und Intuition widmen möchten. Für fortgeschrittene Leser bietet es jedoch keine wirklich neuen Erkenntnisse, auch wenn der Begriff „InnSæi“ zunächst etwas anderes suggeriert.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Little Hollywood

Little Hollywood
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„Little Hollywood“ von Inga Hanka erzählt die Geschichte von Leo, die kurz nach dem Abi irgendwo zwischen Aufbruch und Stillstand festhängt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in eher schwierigen ...

„Little Hollywood“ von Inga Hanka erzählt die Geschichte von Leo, die kurz nach dem Abi irgendwo zwischen Aufbruch und Stillstand festhängt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in eher schwierigen Verhältnissen, der Vater kümmert sich nicht, Geld ist knapp. Eigentlich will sie raus aus der Kleinstadt und in Köln studieren, aber so richtig sicher ist sie sich nicht, ob sie das überhaupt schafft und ob sie ihre Familie einfach zurücklassen kann.

Die Handlung spielt über ein paar Monate im Sommer, in denen Leo versucht, ihr Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Dabei hängt sie viel mit Freundinnen und Mitschülern ab, geht feiern und verbringt viel Zeit in der Videothek, die dem Buch auch seinen Namen gibt. Besonders spannend wird es durch Jo, der dort arbeitet und mit dem sich langsam mehr entwickelt.

Was gut gelungen ist, ist die ruhige, eher realistische Entwicklung zwischen Leo und Jo. Das fühlt sich glaubwürdig an und nicht übertrieben. Auch die Unsicherheit nach dem Abi und dieses Gefühl von “eigentlich müsste ich jetzt mein Leben planen, aber habe keinen Plan” kommt ganz gut rüber.

Die Geschichte liest sich zwar ganz angenehm weg, aber so richtig hängen geblieben ist bei mir nicht viel. Klar, die ganzen Filme aus den 90ern sorgen schon für ein bisschen Atmosphäre, aber das allein reicht irgendwie nicht, um einen wirklich in diese Zeit reinzuziehen. Ich hätte mir einfach mehr typische Details gewünscht, die das Lebensgefühl damals stärker transportieren. Gerade Musik spielt ja in dem Alter eine riesige Rolle, und davon kommt hier meiner Meinung nach zu wenig vor. Auch so Dinge aus dem Alltag, die einen direkt zurückkatapultieren, hätten dem Ganzen gutgetan.

So bleibt es eher bei einer oberflächlichen Nostalgie, die zwar nett ist, aber nicht wirklich berührt. Ich hatte gehofft, mich mehr wiederzufinden oder zumindest dieses vertraute Gefühl von früher zu spüren, wenn man an die eigene Jugend denkt. Stattdessen bleibt es ein bisschen distanziert, fast so, als würde man nur von außen draufschauen, ohne wirklich einzutauchen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. ...

Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. Linn und Matze folgen der Einladung von Felix, dem wohlhabenden Jugendfreund Matzes, in einen luxuriösen Bungalow am Strand. Für Linn ist dieser Urlaub mehr als nur eine Auszeit. Danach soll ihr ein Embryo eingesetzt werden, sie möchte endlich schwanger werden. Dieser Wunsch durchzieht den gesamten Roman.
Von Beginn an liegt eine unterschwellige Unruhe in der Luft. Während sich Matze und Felix mit Crémant, Angelausflügen und alten Erinnerungen beschäftigen und dabei die sozialen Unterschiede zwischen ihnen zu überspielen versuchen, beobachten sich die beiden Frauen eher vorsichtig. Linn schwankt zwischen starkem Kinderwunsch und der Angst, keine gute Mutter sein zu können. In Eva, die sich geduldig und selbstverständlich um ihren Sohn und das Baby kümmert, erkennt sie sowohl ein Vorbild als auch eine Projektionsfläche für ihre eigenen Zweifel. Diese innere Zerrissenheit ist gut geschildert und macht Linn zu einer greifbaren Figur.
Der Roman lebt stark von dem, was unausgesprochen bleibt. Vieles geschieht zwischen den Zeilen, in Blicken, Gesten und kurzen Gesprächen. Die Dynamiken innerhalb der beiden Beziehungen werden nach und nach sichtbar. Man spürt, dass es unter der Oberfläche brodelt.
Insgesamt ist die Grundidee des Romans plausibel. Die Themen Kinderwunsch, Rollenbilder und soziale Unterschiede sind klug gewählt und bieten viel Stoff für Konflikte. Dennoch fiel mir das Lesen nicht immer leicht. Der Text wirkte stellenweise sperrig, sodass kein wirklich flüssiger Lesefluss entstehen wollte. Auch die Perspektivwechsel empfand ich teilweise als sehr abrupt, was mich wiederholt aus der Handlung gerissen hat.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Autorin viel Raum für Interpretation lässt. Die leisen Zwischentöne sind gelungen. Allerdings nimmt die Geschichte gegen Ende eine sehr abstruse Wendung, die für mich nicht ganz stimmig wirkte und das zuvor sorgfältig aufgebaute Spannungsgefüge etwas geschwächt hat.
Insgesamt ist „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ ein Roman mit einer interessanten Idee und feinem Gespür für zwischenmenschliche Spannungen, der jedoch Geduld erfordert und sich nicht nebenbei weglesen lässt. Wer sich auf die ruhige, teilweise sperrige Erzählweise einlässt, findet eine intensive Auseinandersetzung mit Nähe, Neid und der Frage, was es heißt, eine gute Mutter sein zu wollen.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Wer in diesem Bereich schon Vorwissen mitbringt, wird vieles wiedererkennen

Wintern
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Die Idee, den Winter neu zu betrachten und vielleicht sogar schätzen zu lernen, hat mich sofort angesprochen. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen.
Der größte Kritikpunkt ist ...

Die Idee, den Winter neu zu betrachten und vielleicht sogar schätzen zu lernen, hat mich sofort angesprochen. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen.
Der größte Kritikpunkt ist für mich ganz klar der Umfang. Die Grundgedanken sind interessant, werden aber sehr ausführlich und oft mehrfach erklärt. Viele Passagen wirken gestreckt, als hätte man dieselben Aussagen auch deutlich kürzer und prägnanter formulieren können. Dadurch zieht sich die Lektüre stellenweise und es fällt schwer, bis zum Ende dranzubleiben.
Inhaltlich richtet sich das Buch vor allem an Menschen, die sich bisher wenig mit positiver Psychologie oder mentaler Selbstfürsorge beschäftigt haben. Wer in diesem Bereich schon Vorwissen mitbringt, wird vieles wiedererkennen. Studien, Experimente und Beispiele sind zwar solide, aber selten überraschend. Auch die praktischen Wintertipps bleiben eher auf bekanntem Terrain. Dass Dinge wie Sauna, Kälte oder Rituale Körper und Psyche guttun können, wird sehr ausführlich erklärt, obwohl die Kernaussagen schnell klar sind.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Übersetzung recht sperrig wirkt und dem Text etwas die Leichtigkeit nimmt. Insgesamt hätte dem Buch eine kürzere, frischere Aufbereitung gutgetan. Mit weniger Wiederholungen, einer flüssigeren Sprache und vielleicht einer liebevolleren Gestaltung hätte es ein richtig schönes Winterbuch werden können.
Empfehlen würde ich „Wintern“ vor allem Menschen, die den Winter grundsätzlich ablehnen und sich bisher kaum mit Möglichkeiten beschäftigt haben, diese Jahreszeit bewusster zu erleben. Auch Leserinnen und Leser, die sich für Wintertraditionen aus verschiedenen Ländern oder psychologische Hintergründe interessieren, könnten hier fündig werden. Wer jedoch schon tiefer im Thema steckt, wird wahrscheinlich wenig Neues entdecken.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Wo wir uns treffen

Wo wir uns treffen
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Ein Roman über Familie, Verlust, Freundschaft und Neuanfänge... das klang für mich nach einer emotional tiefgehenden Geschichte. Doch leider konnte mich "Wo wir uns treffen" nicht so berühren, wie ich ...

Ein Roman über Familie, Verlust, Freundschaft und Neuanfänge... das klang für mich nach einer emotional tiefgehenden Geschichte. Doch leider konnte mich "Wo wir uns treffen" nicht so berühren, wie ich es mir erhofft hatte.

Der Roman will viel – gesellschaftliche Themen, familiäre Konflikte, innere Umbrüche – aber schafft es nicht, eines davon wirklich greifbar zu machen. Die Erzählstruktur mit häufigen Perspektivwechseln machte es mir schwer, in den Fluss zu kommen. Die Geschichte wirkt überfrachtet mit großen Themen, bleibt dabei aber erstaunlich an der Oberfläche. Viele Perspektivwechsel, sprunghafte Szenen und ein eher ruhiger Erzählton haben es mir schwer gemacht, wirklich in die Handlung einzutauchen.

Einige Momente waren schön und berührend, keine Frage. Aber insgesamt fühlte sich das Buch für mich nicht rund an. Viel Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft wurde. Die Handlung zieht sich teilweise, wirkt aber gleichzeitig gehetzt, so als wollte zu viel in zu kurzer Zeit erzählt werden. Ich hätte mir mehr Fokus, mehr Tiefe und einfach mehr Gefühl gewünscht. Ein Buch mit großem Potenzial und schönen Ansätzen, das bei mir aber leider nicht wirklich ankam. Für mich war’s einfach nicht der richtige Lesemoment.

Fazit: Stilvoll geschrieben, aber für meinen Geschmack zu ruhig, zu unklar, zu distanziert.

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