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Veröffentlicht am 13.03.2026

Über die Kraft, die aus der Herkunft kommt

Halber Stein
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"Halber Stein" ist das Romandebüt der vielfach ausgezeichneten deutschen Autorin Iris Wolff. Die Wurzeln der Autorin liegen selbst in Siebenbürgen, sie stammt aus einer deutschsprachigen "sächsischen" ...

"Halber Stein" ist das Romandebüt der vielfach ausgezeichneten deutschen Autorin Iris Wolff. Die Wurzeln der Autorin liegen selbst in Siebenbürgen, sie stammt aus einer deutschsprachigen "sächsischen" Familie in Rumänien und ist als Kind gemeinsam mit ihrer Familie nach Deutschland ausgewandert.

In diesem Roman erzählt sie von Friedesine, genannt "Sine", eine fiktive junge Frau, die ein ganz ähnliches Schicksal teilt, als Kind Siebenbürgen für Deutschland verlassen hat, dort nun ihr Studium beendet hat und anlässlich des Todes der geliebten Großmutter Agneta zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder für eine kurze Zeit die alte Heimat besucht. Sine selbst steht an einer Weiche in ihrem Leben, weiß nicht so recht, wohin mit sich beruflich und auch sonst.

Sine kommt in Siebenbürgen an und streift erst einmal herum. Sie begegnet Julian, einem alten Freund aus der Kindheit. Die beiden haben damals miteinander gespielt, nun sind sie in unterschiedlichen Ländern und Welten erwachsen geworden, begegnen einander wieder, nähern sich an, erkunden gemeinsam Sines alte Heimat, dabei entwickelt sich eine zarte, nur angedeutete Romanze zwischen ihnen.

Dieses Buch lebt nicht von großen, dramatischen Ereignissen. Es ist ein stilles, poetisches Buch mit eindringlicher, wunderschöner Sprache, das mich emotional tief mit der mir bisher unbekannten ländlichen Gegend Siebenbürgens verbunden hat, denn es ist voll von detaillierten Landschaftsbeschreibungen und Hintergrundinformationen über die Region:

"Ich blieb stehen. Das undurchdringliche Blaugrün eines Gletschersees lag vor uns. Die Berge umrundeten ihn im Halbkreis, eine einzelne Wolke hob sich fast senkrecht über der spiegelglatten Oberfläche in die Luft. Büschelweise lila Enzian und Silberdisteln, so weit das Auge reichte. Vereinzeltes Geröll lag übers Gras verstreut, das nicht wie in Michelsberg verdorrt und ausgebleicht die Erde bedeckte, sondern hellgrün leuchtete. Ich hatte mehr noch als unten in der transsilvanischen Ebene das Gefühl, der Herbst habe sich zwischen den Jahreszeiten verloren." (S. 181/182)

Dazu kommen die Erinnerungen an die verstorbene Großmutter und an die Zeit als Kind in der siebenbürgischen Heimat... so viele Erinnerungen sind mit dem alten Haus verknüpft, doch nun wohnt keiner mehr darin, Sines Vater und Onkel haben es geerbt, der eine möchte es behalten, der andere verkaufen.

Immer wieder eingewoben in das Buch sind auch historische Bezüge, wenn der passionierte Hobbyhistoriker Julian, der von einem Geschichtestudium träumt, von der Vergangenheit erzählt und dabei lebendig wird, welchen Herausforderungen die Vorfahren der Siebenbürger Sachsen ausgesetzt waren: "Mit welchem Gefühl baut man ein Dorf wieder auf, nachdem es niedergebrannt wurde? Wie schafft man es, sich wieder am selben Ort anzusiedeln, wenn eine ganze Dorfgeneration versklavt wurde? Nicht aufzugeben, obwohl man in diesem Gebiet so vielen Gefahren und Unwägbarkeiten ausgesetzt war?" (S. 45)

Dann geht es wieder um die etwas jüngere Vergangenheit, um die schwierigen Zeiten unter den Kommunisten, Verschleppung von Deutschsprachigen, aber auch Diskriminierung von ethnischen Rumänen durch diese. Später dann die vielen Deutschsprachigen, die gegangen sind, sobald sie konnten. Zurück bleiben verlassene Felder und geräumige Höfe, Spuren der einst so lebendigen Gemeinschaft in dieser Gegend, und die wenigen, die noch geblieben sind. Es gibt Begegnungen mit Menschen, die Agneta kannten, und oft auch Sine als Kind. Blicke zurück in die Vergangenheit, auf die Großmutter, auf die eigene Herkunft, das eigene Erbe.

Am Ende des Buches ist die Oma begraben und sonst im Außen nicht so viel passiert. Doch zurück bleibt das Gefühl, dass es vielleicht für Sine nun ein bisschen leichter werden kann, sich zu orientieren im Leben. Denn in diesen wenigen, aber tiefgründigen und bedeutungsvollen Tagen in Siebenbürgen hat sie sich wieder tiefer mit ihren Wurzeln und ihrer Herkunft verbunden und wird daraus vielleicht Kraft schöpfen können für den weiteren Weg, den sie nun geht.

Mich hat dieses Buch sehr berührt und mir viel Wissen, aber vor allem auch Gefühl für Siebenbürgen und die deutschsprachigen Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gegend vermittelt, ja, sogar Lust darauf gemacht, diese interessante Gegend zu besuchen und selbst zu erkunden. Es eignet sich insbesondere für Leserinnen und Leser, die bereit sind, sich auf ein ruhiges, poetisches und dafür umso tiefgründigeres Buch einzulassen, ohne besonders viel Spannung oder ein schnelles Voranschreiten der Handlung zu erwarten.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Humorvoll, tragisch, voller Weisheit und zu Tränen rührend - lesen!

Zugwind
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Auf dem Buchumschlag steht "Roman" und es geht im Buch um die fiktive jüdisch-ukrainische Ärztin Mira Zehmann, die seit einigen Jahren in Deutschland lebt und praktiziert. Doch unschwer lassen sich viele ...

Auf dem Buchumschlag steht "Roman" und es geht im Buch um die fiktive jüdisch-ukrainische Ärztin Mira Zehmann, die seit einigen Jahren in Deutschland lebt und praktiziert. Doch unschwer lassen sich viele Parallelen zwischen der Autorin und ihrer Romanheldin erkennen: auch die Autorin ist jüdisch-ukrainischer Abstammung, hat in der Ukraine Medizin studiert, in Deutschland Prüfungen abgelegt, um ihre Qualifikation anerkennen zu lassen und arbeitet nun als Hausärztin in Dresden.

Somit ist anzunehmen, dass so manches aus dem Buch autobiographisch inspiriert sein könnte oder das Buch zumindest einen autofiktionalen Einschlag hat. Verfasst hat Iryna Fingerova das Buch im Original zum Teil auf Ukrainisch und zum Teil auf Deutsch, diese Ausgabe hier ist natürlich ausschließlich Deutsch.

In vielen kleinen Episoden berichtet Mira Zehmann aus ihrem Leben in Deutschland, aus ihrer Arbeit als Hausärztin, Zeit mit ihrer Familie und einer gefährlichen Reise in ihre Heimatstadt Odesa. Sie ist eine unglaublich toughe, ehrgeizige und hart arbeitende junge Frau, hat es mit Ende 20 schon zur Hausärztin geschafft, und das in einem fremden Land und einer fremden Sprache, und eine kleine Tochter hat sie auch noch.

Mira ist noch vor dem Ukrainekrieg nach Deutschland ausgewandert, doch natürlich lässt sie der in der alten Heimat tobende Krieg ganz und gar nicht kalt und sie wird auch jeden Tag durch die Medien, durch ihre vielen russischen und ukrainischen Patientinnen und Patienten und durch zurück gebliebene Verwandte und Bekannte damit konfrontiert. Später kommt auch noch der Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und der darauffolgende Krieg als weitere Belastung hinzu.

Das Buch lebt davon, dass wir Mira durch ihren Alltag als Ärztin begleiten: es ist voll von Begegnungen mit Menschen in ihrer Arztpraxis, alles vor dem Hintergrund der Kriege. Ich habe mich Mira durch diese Alltagsbegegnungen sehr nahe gefühlt und war tief berührt von ihrer Resilienz, aber auch von ihren Emotionen: durch das Buch zieht sich die titelgebende Metapher des Zugwindes, der sich bei Mira eingenistet habe, seit der Krieg begonnen hat. Ein Frösteln, ein Wind, den sie in sich spürt, selbst wenn alle Fenster eigentlich dicht geschlossen sind und es eigentlich keinen Zugwind geben sollte:

"Es kam vor, dass sich mein Leben abrupt änderte, als würde ein Pflaster von der Wunde gerissen. Kurz und schmerzlos. Aber nie zuvor hatte sich ein Zugwind in mir eingenistet."

Die junge Autorin besitzt ein großes Talent für Sprache und ein Gefühl dafür, prägnant, treffend und berührend zu formulieren:

"Im Winter 2022 zogen Idealisten in den Tod. Schriftsteller, Ärzte, Journalisten, Ingenieure. Junge, leidenschaftliche, hingebungsvolle Menschen, die mit Geschichten darüber aufgewachsen sind, dass jeder Voldemort am Ende in Flammen aufgeht."

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von Lisa Hrdina. Mir hat die Modulation und Interpretation der Sprecherin sehr gut gefallen, sie wirkte auf mich sehr authentisch für dieses Buch und ich hatte den Eindruck, dass auch die ukrainischen, russischen und hebräischen Begriffe richtig ausgesprochen wurden. Ich kann es also auch in dieser Variante sehr empfehlen.

Insgesamt ist es ein sehr berührendes Buch, das einem die Kriege der letzten Jahre und die davon betroffenen Menschen noch einmal auf eine ganz neue, eindringliche Art und Weise näher bringt und dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche!

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Humorvolle, warmherzige Unterhaltung für entspannte Stunden

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene ist das Klischee einer kalten Karrierefrau, wie sie im Buche steht: ambitioniert, hart arbeitend und unempathisch hat sie es fast bis an die Spitze des Unternehmens geschafft. Ihre Erfolge werden ...

Marlene ist das Klischee einer kalten Karrierefrau, wie sie im Buche steht: ambitioniert, hart arbeitend und unempathisch hat sie es fast bis an die Spitze des Unternehmens geschafft. Ihre Erfolge werden respektiert, ihre scharfen Bemerkungen sind gefürchtet, für Sensibilitäten hat sie kein Verständnis. Doch genau das steht ihr nun im Wege: den angestrebten Höhepunkt ihrer Karriere, Vorstandsvorsitzende zu werden, kann sie nur erreichen, wenn sie sich auf Wunsch ihres scheidenden Chefs auf ein zweiwöchiges Achtsamkeitstraining einlässt und sich danach zeigt, dass sie bereit ist, an ihrer Persönlichkeit zu arbeiten. Denn wenn sich weiter ständig alle Mitarbeiter über sie beschweren, ist sie in der heutigen Zeit in so einer Position nicht tragbar.

Und so landet Marlene auf einem Schloss, das ein nach außen hin strahlender, aber innerlich ebenfalls mit seinen Herausforderungen kämpfender Coach gemietet hat und lässt sich erst einmal nur sehr unwillig auf die Coaching- und Gruppenangebote ein. Doch im Laufe der zwei Wochen wird es zu allen möglichen amüsanten Fügungen und Wandlungen kommen, die nicht nur bei Marlene einen tiefgehenden Wandlungsprozess auslösen werden.

Es handelt sich hier klar um ein Werk der humorvollen Unterhaltung. Als solches ist es aber bestens gelungen. Das Buch liest sich mit Leichtigkeit und Freude, ich bin nur über die Seiten hinweggeflogen beim Lesen und es hat mir ein paar sehr vergnügliche Lesestunden bereitet.

Die Geschichte ist voll von eigenwilligen, aber doch auf ihre Weise sympathischen Charakteren, die beim näheren Hinblicken alle das Herz an der rechten Stelle tragen: neben den beiden schon erwähnten gibt es etwa einen studierten Hausmeister, der sich in diese Position zurückgezogen hat und sich um seine sterbende Mutter kümmert, ein Teenager-Mädchen, das von zu Hause weggelaufen ist und nach liebevollen Erwachsenen sucht, ein Protestcamp gegen die Rodung eines Waldstücks und so einige wild gewordene Waldtiere.

Dabei regt das Buch bei aller Leichtigkeit aber auch zum Nachdenken darüber an, was im Leben wirklich wichtig ist, wie wir Sinn finden können und wie sich ein Ausgleich zwischen Verstand und Gefühlen finden lässt, nimmt dabei liebevoll die Achtsamkeits- und Coachingsszene auch etwas aufs Korn, ohne sie komplett zu verreißen.

Insgesamt hat mir das Buch nicht nur schöne Lesestunden beschert, sondern auch ein warmes Gefühl im Bauch beschert und ich habe es mit einem Lächeln zugeschlagen. Ich kann es allen empfehlen, die ein leichtfüßiges und dabei aber nicht banales, sehr unterhaltsames Buch für eine angenehme Zeit suchen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Sehr unterhaltsam und gleichzeitig wissenschaftlich fundiert

Resilienz – Zwischen Coach und Couch
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Dieses unterhaltsame und gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Sachbuch beginnt gleich mit einem persönlichen Bekenntnis des Autors: er möge keine Ratgeber. Denn diese würden einem immer nur das gleiche ...

Dieses unterhaltsame und gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Sachbuch beginnt gleich mit einem persönlichen Bekenntnis des Autors: er möge keine Ratgeber. Denn diese würden einem immer nur das gleiche über ein gesundes Leben erzählen: Allgemeinplätze, die jeder kenne, aber an die sich dann doch kaum jemand halten würde. Und so ist es sein Bestreben, ein unterhaltsames Buch zu verfassen, in dem man gleichzeitig wissenschaftlich fundiert und praxisnah viel Neues über Resilienz erfährt. Es ist ihm gelungen!

Als Klinische Psychologin kenne ich so einiges an Literatur in diesem Bereich. Dieses Buch kann ich wirklich empfehlen, denn es ist die perfekte Mischung aus interessanter Lektüre, bei der auch Fachpersonen noch so einiges Neues lernen können, Praxisnähe und Zugänglichkeit.

Zum Einstieg geht der Autor darauf ein, welche psychischen Erkrankungen es überhaupt gibt, wie diese diagnostiziert und eingeteilt werden, aber auch, wie stark diese jeweils durch Genetik, Epigenetik und Umweltfaktoren beeinflusst werden. Es wird deutlich, wie verbreitet psychische Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung sind und dass die allermeisten Menschen irgendwann in ihrem Leben selbst oder in ihrem nahen Umfeld mit diesem Thema konfrontiert werden. Aber auch, dass selbst eine Neigung zu einer psychischen Krankheit nicht ausschließt, dennoch insgesamt in vielen Bereichen ein glückliches Leben führen zu können, hierzu stellt der Autor ein sehr interessantes mehrdimensionales Modell vor.

Im Hauptteil des Buches geht es schließlich um die Faktoren der Resilienz, beginnend mit dem Ansatz der Positiven Psychologie (einschließlich der Kritik daran) über resilienzstärkende individuelle Charakter- und Signaturstärken (z.B. Fairness, Liebe, Humor,... hier gibt es auch einen Link zu einem kostenlosen Selbsttest im Internet) bis zum Sinnerleben, etwa dadurch, nicht nur ein glückliches Leben leben zu wollen, sondern etwa auch das Ziel zu haben, etwas beizutragen oder viele unterschiedliche Erfahrungen zu machen, um Weisheit zu erlangen. Auch das Leib-Seele-Problem und moderne Ansichten dazu, Stichwort Neurobiologie der Resilienz, sind Thema. Das Buch schließt mit vielen praktischen Tipps zum Thema psychisch gesund bleiben bzw. psychisch gesünder werden ab.

Es ist ein bestärkendes und positives Buch, das dabei unterstützt, sich selbst besser kennen zu lernen und zu überlegen, welche Faktoren man in sich trägt oder entwickeln möchte, um ein individuell gutes und möglichst gesundes Leben zu haben - aber auch voll mit Anregungen, andere Menschen dabei zu unterstützen. Eines der Bücher, die ich gerne dauerhaft in meinem Bücherregal als Begleiter haben möchte, um immer wieder mal nachzuschlagen.

Ich kann das Buch allen interessierten Fachkräften aus den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Medizin und Pflege wärmstens empfehlen. Aber auch gebildete Laien können mit diesem zugänglichen und interessant geschriebenen Buch sicher viel anfangen. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Großartiges, wertschätzendes, praxisbezogenes Buch mit vielen Übungen

Abnehmen durch Annehmen. Unbewusste Gefühle verstehen – körperlichen Ballast loswerden
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Bücher über das Abnehmen gibt es viele am Markt. Was macht dieses Buch besonders? Angezogen hat mich schon einmal der Titel "Abnehmen durch Annehmen" und dass es dabei nicht um Diät, Zwang oder Verzicht ...

Bücher über das Abnehmen gibt es viele am Markt. Was macht dieses Buch besonders? Angezogen hat mich schon einmal der Titel "Abnehmen durch Annehmen" und dass es dabei nicht um Diät, Zwang oder Verzicht gehen würde. Denn wie viele Menschen mit Herausforderungen im Bereich Gewicht habe ich schon vieles ausprobiert und auch die Erfahrung gemacht, dass rigide Diätregime für einen nachhaltigen Erfolg oft kontraproduktiv sind. Umso mehr angesprochen hat mich der psychologische Ansatz, der in diesem Buch vertreten wird.

Zuerst wird ausführlich, aber in gut verständlicher Sprache, erklärt, warum Stress - auch jener, der oft mit Abnehmversuchen verbunden ist - beim Abnehmen kontraproduktiv ist und es eine körperlich und psychisch entspannte Haltung braucht, um dem Körper zu signalisieren, nicht in Lebensgefahr zu sein und alles einbunkern zu müssen. Darauf aufbauend geht es viel um die psychologischen Faktoren emotionalen Essens. Es gibt wertvolle Hinweise und Checklisten, um beispielsweise zu üben, emotionalen Appetit von echtem Hunger unterscheiden zu lernen, und Übungen, um zu verstehen, welche Funktionen das eigene Übergewicht erfüllt, z.B. Schutz oder Unterdrückung von Gefühlen.

Im letzten Drittel des Buches gibt es ein praxisorientiertes 10-Tage-Programm mit vielen Übungen, um die eigenen Glaubenssätze und Muster zum Thema Übergewicht zu entdecken, zu transformieren und in eine entspanntere Haltung zum Thema Essen zu kommen, die hoffentlich auch das Abnehmen erleichtern kann. In diesem Teil gibt es zum Beispiel eine Einladung, einen Brief an sich selbst zu schreiben zum Thema, wie man sich fühlen möchte, wenn man abgenommen hat, was man nicht mehr erleben möchte und wovon man gerne mehr hätte, Achtsamkeitsübungen zum bewussten Beobachten, was man wirklich will, wenn man den Impuls zu essen verspürt, Körperübungen mit dem Ziel einer liebevolleren Betrachtungsweise des eigenen Körpers und vieles mehr. Die Übungen sind gut erklärt, sodass Menschen mit Erfahrung in Persönlichkeitsentwicklung diese auch selbst ohne professionelle Unterstützung gut durchführen können.

Am Ende des Buches geht es dann noch um den Umgang mit Saboteuren und Rückschlägen.

Zurück zu dem Thema, was dieses Buch besonders macht: die enorm liebevolle und wertschätzende Haltung, mit denen der Autor den Leserinnen und Lesern begegnet und die für sich gesehen schon ein schönes Rollenmodell für einen positiveren Umgang mit sich selbst ist. Das Buch fühlt sich wie eine herzliche Einladung dafür an, Frieden mit sich selbst und dem eigenen Körper zu machen, auf dieser Basis in die Entspannung zu finden, emotionales Essen loslassen zu können und dadurch abzunehmen. Ich kann es allen, die nach einem wertschätzenden psychologischen Ansatz zum Thema Abnehmen suchen, sehr ans Herz legen.

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