Zwischen Hitze, Herz und Neubeginn – Warum dieses Buch wie eine ehrliche Freundin wirkt
Ich bin richtig, wie ich bin!Ich bin richtig, wie ich bin! begleitet durch eine Lebensphase, über die noch immer zu wenig offen gesprochen wird: die Wechseljahre. Das Buch zeigt eindrücklich, dass diese Zeit nicht nur von körperlichen ...
Ich bin richtig, wie ich bin! begleitet durch eine Lebensphase, über die noch immer zu wenig offen gesprochen wird: die Wechseljahre. Das Buch zeigt eindrücklich, dass diese Zeit nicht nur von körperlichen Veränderungen geprägt ist, sondern auch von Loslassen, Neuorientierung und innerem Wachstum.
Besonders berührt hat mich, wie ehrlich die Autorin die Begegnung mit der eigenen Vergänglichkeit beschreibt. Dieses Gefühl, nach Jahrzehnten des Funktionierens plötzlich innezuhalten, ist sehr treffend eingefangen. Gleichzeitig tut es gut zu lesen, dass es vielen Frauen ähnlich geht – das Buch wirkt dabei oft wie ein Gespräch mit einer guten Freundin.
Beim Thema Partnerschaft fand ich die unbequemen Fragen mutig. Für mich persönlich gilt: Wir sind nicht nur wegen Haus und Kindern zusammen. Wir haben uns schon davor geliebt. Natürlich verändert sich eine Beziehung nach 30 Jahren, wird ruhiger und anders. Aber wir haben vieles gemeinsam geschafft. Mit dem Alter wird man milder miteinander, hält zusammen und versteht sich auch dann, wenn es schwer war.
Sehr wiedergefunden habe ich mich in der Ambivalenz des Mutterseins. Oft hatte ich das Gefühl, alles allein stemmen zu müssen – auch wenn ich zum Glück Unterstützung durch die Großeltern hatte. Umso mehr bewegt mich heute unser eigenes Projekt: Wir bauen ein Mehrgenerationenhaus mit unseren Kindern, weil wir uns genau das früher so sehr gewünscht hätten. Für mich ist das ein starkes Weitergeben von Zusammenhalt.
Das Bild von der „Prinzessin zur Königin“ fand ich kraftvoll. Besonders der Abschnitt über das Nein-Sagen (S. 167) hat mir richtig gut getan – als würde eine Freundin direkt mit mir sprechen. Insgesamt nehme ich aus dem Buch mit, liebevoller mit mir selbst zu sein und Veränderungen als Chance zu sehen.
Ich bin zwar schon über diese Phase hinaus, hätte dieses Buch aber früher sehr gebraucht. Eigentlich sollte man es rechtzeitig lesen – auch, um mehr Verständnis für andere Frauen in dieser Lebensphase zu entwickeln. Manche Passagen sind durchaus schonungslos, etwa wenn es ums Loslassen der Kinder geht. Gerade bei Söhnen kann das manchmal besonders hart sein.
Mein Fazit: Ein ehrliches, stellenweise herausforderndes, aber sehr menschliches Buch über eine wichtige Lebensphase. Empfehlenswert für Frauen, die sich selbst besser verstehen wollen – und für alle, die Frauen in den Wechseljahren mit mehr Empathie begleiten möchten.