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Annafrieda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Rache tötet

Warum sie sterben musste
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Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken ...

Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken hinter gutbürgerlicher Fassade ein Geflecht aus Lügen, Korruption und Machenschaften auf. Das Ermittlerteam wird mit jahrelanem systematischen Missbrauch junger Mädchen konfrontiert, der bis in höchste Kreise reicht.
Am Ende wartet eine tolle Auflösung mit unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Es ist wirklich eine komplexe Story mit frischen Ideen und einem straff gezogenen Spannungsbogen, das hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mir gefielen besonders die sehr gegensätzlichen Figuren von den Ermittlern Beddenbrooks und Cinzia, sie machen Lust auf Mehr. Der Schreibstil ist toll, er hat mich fesselnd durch das Buch geführt.
Am Ende gab es mir zugegebenermaßen zu viel Infodump, es forderte viel Aufmerksamkeit, den ganzen unterschiedlichen Namen, Handlungen und Verflechtungen zu folgen. Das mag der sehr breit gefächerten Story geschuldet sein, für mich stoppte es zum Schluss hin ein bisschen den Lesefluss.
Das Buch hat mir aber im ganzen sehr gut gefallen, der Plot hebt sich angenehm ab. Die Autorin hat ein komplexes, düsteres Thema beleuchtet, das betroffen macht.

Unter anderem haben mich die Orte des Geschehens auf eine Reise an Orte mitgenommen, die ich kenne. Ich bin neugierig auf Beddenbrooks und Cinzias neuen Fall an der Nordsee.
Fazit: Ich kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, der einen ungewöhnlichen Plot zu schätzen weiß.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Suizid in der Kanzlei

Der unsichtbare Elefant
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Thomas Siebenmorgen, ein aufstrebender Anwalt einer großen Kanzlei, begeht auf seiner Arbeitsstelle Selbstmord. Man beauftragt Simon, einen internen Anwalt, und Viktor vom Kriseninterventionsstab mit der ...

Thomas Siebenmorgen, ein aufstrebender Anwalt einer großen Kanzlei, begeht auf seiner Arbeitsstelle Selbstmord. Man beauftragt Simon, einen internen Anwalt, und Viktor vom Kriseninterventionsstab mit der Untersuchung des Falls. Vorrangig, um die Kanzlei reinzuwaschen.

Es ist berührend, wie das Leben des Thomas Siebenmorgen, und damit sein Weg in die Depression, langsam aufgeschlüsselt wird. Auch die Beleuchtung des Falls durch verschiedene Augen ist sehr interessant, es wird deutlich, dass so manch einer mit unterschiedlichen familiären Traumata zu kämpfen hat. Das Klassentreffen war mir dann ein bisschen zu viel des Guten. Zu viele Geschichten, die von dem Hauptstrang abgelenkt haben und eher verwirrten. M. E. hätte es gereicht zu zeigen, welche Auswirkungen Siebenmorgens Suizid auch auf die Menschen hatte, die mit diesem Fall betraut worden waren.

Das Augenmerk in diesem Buch lag auf der Suche nach Gründen für Thomas Siebenmorgens Suizid und macht am Ende deutlich, daß wir alle ein Produkt unserer Vergangenheit sind und wie wichtig es ist, dieses zu erkennen. Denn nur dann haben wir die Chance, uns damit auseinander zu setzen und vielleicht sogar zu heilen. Und wenn nötig, Hilfe anzunehmen. Das ist etwas, was mir hier gefehlt hat. Die Auseinandersetzung der Personen in diesem Buch mit ihren eigenen Schatten, die nun im Raum stehen.

Die Bezüge zu Kunst (besonderes zu Joseph Beuys), Literatur und Musik sind passend, auch wenn ich einige nicht zuordnen kann.

Der Schluss war für mich nicht ganz vollendet und abrupt. Mir fehlt hier der Lösungsansatz. Daher würde ich mir eine Fortsetzung in diese Richtung sehr wünschen.
"Der unsichtbare Elefant" liefert uns am Ende keine endgültige Lösung, doch er macht eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig das Thema der transgenerationalen Traumata sein kann.
Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen, eine tolle Erzählsprache.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

In den Falten der Zeit

Das Buch der verlorenen Stunden
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Die 11jährige Jüdin Lizavet wird 1938 während der Reichskristallnacht von ihrem Vater, einem Uhrmacher, vor der Verfolgung der Nazis gerettet, indem er sie in einen Raum schubst, in dem Zeit eine andere ...

Die 11jährige Jüdin Lizavet wird 1938 während der Reichskristallnacht von ihrem Vater, einem Uhrmacher, vor der Verfolgung der Nazis gerettet, indem er sie in einen Raum schubst, in dem Zeit eine andere Dimension hat. Er ist gefüllt mit den Erinnerungen der Menschen, die hier in Büchern aufbewahrt werden. Die Zeithüter entscheiden, welche Erinnerungen bleiben, welche nicht. Lizavet lernt, in die verschiedenen Zeiten zu gelangen.
Am Anfang war es etwas verwirrend mit den Zeiten klarzukommen. Das hat sich aber schnell gegeben, da es der Autorin sehr gut gelungen ist, die verschiedenen Stränge miteinander zu verknüpfen. Es wurde sehr schnell klar, in welche Richtung es geht. Dass die Zeit von Agenten verschiedener Staaten genutzt wird.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Autorin hat wunderbare Beschreibungen gefunden, um die Welt zwischen den Zeiten auferstehen zu lassen. Doch zum Ende des Buches hin gelingt es ihr nicht mehr ganz die Faszination des ersten, doch eher fantastischen Teils, aufrecht zu halten. Von der Entwicklung der Protagonistin bin ich etwas enttäuscht. Natürlich möchte sie ihre Tochter retten, doch warum ist sie mit ihrer Begabung so hilflos? Ihre Handlungen und Entscheidungen entwickelten sich in eine Richtung die ich ihr nicht zugetraut hätte. Sie scheint auf der einen Seite so taff und bestimmt und auf der anderen hart und skrupellos zu sein. Das passte nicht zueinander. Und auch das Ende kam für mich zu schnell daher, ich hätte eine schlüssigere Auflösung bevorzugt.
Dennoch war der Spannungsbogen bis zum letzten Viertel gut gespannt, die oft poetischen Aussagen haben mir äußerst gut gefallen, ebenso wie der Schreibstil. Daher bin ich doch eher bei vier als bei drei Sternen.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Grauen I'm Alten Land

Der Bräutigam
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Auf einer Familienfeier im Alten Land erfahren die Schwestern Nora und Sofie von mehreren Entführungen, die mit dem Tod der entführten Frauen enden. Der Mörder wird als "der Bräutigam" bezeichnet, weil ...

Auf einer Familienfeier im Alten Land erfahren die Schwestern Nora und Sofie von mehreren Entführungen, die mit dem Tod der entführten Frauen enden. Der Mörder wird als "der Bräutigam" bezeichnet, weil jedes Mal nach der Entführung eine Heirats Annonce und später eine Todes Annonce in der Tageszeitung erschienen ist. Was alle zuerst eher als gruselige Geschichte empfanden, wird schnell zur Realität, als Sofie einfach so verschwand. Auch hier bewahrheitet sich die bekannte Vorgehensweise des "Bräutigam", schnell erscheint seine eeirats Annonce in der Zeitung und allen wird klar, es geht jetzt um Leben und Tod. Die Polizei sucht verzweifelt gegen die Uhr, aber auch Nora möchte so schnell wie möglich Sofie helfen und hegt einen riskanten Plan. Sie fordert den Entführer raus.

Dieser Thriller hat seinen Namen wirklich verdient. Er punktet mit jeder Menge Spannung und ungewöhnlichen Ideen. Das Tempo wächst langsam aber stetig. Das Grauen auch. Der Täter wird so durchgeknallt dargestellt, dass es seinem graut. Kann es wirklich solche Psychopathen geben? Die Medien bestätigen das täglich. Aber zurück zum Buch. Der Autor spielt mit der Erwartung der Leser und bedient das toll. Viele Versuche der beiden Frauen zu fliehen misslingen und es gibt immer wieder Wendungen, alles ist gut durchdacht. Das mit den Hunden war auch für mich schwer zu lesen, aber es passte. In der Mitte des Buches hatte ich einen kleinen Hänger, es wurde viel mit den Geschehnissen. Aber zum Ende hin fand ich den Twist gut und auch die Auflösung. Irgendwann spielten die Polizei Ermittlungen keine große Rolle mehr, vielleicht hätte man das noch weiter mit einflechten können.

Es ist kein Buch für zartbesaitete Gemüter. Aber für einen Thrillerfan unbedingt lesenswert. Mir gefiel auch das Setting im Alten Land gut mit den alten Traditionen und Gepflogenheiten. Wer würde da schon so was vermuten? Der Autor schreibt flüssig und ideenreich. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Drama an der Schlei

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Swea kehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit in ihre Heimat zurück, um das Haus ihres Onkels zu übernehmen, der wahrscheinlich Selbstmord beging. Sie wird hier mit ihren alten Erinnerungen konfrontiert, ...

Swea kehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit in ihre Heimat zurück, um das Haus ihres Onkels zu übernehmen, der wahrscheinlich Selbstmord beging. Sie wird hier mit ihren alten Erinnerungen konfrontiert, die sie über Jahre hinweg verdrängt hatte. Damals verschwand ihre Freundin Julia. Erst jetzt fand man Knochen, die man Julia zuordnen konnte. Böse Erinnerungen wecken den Verdacht, das sie ermordet wurde. Doch wer trägt Schuld an ihrem Tod, der wohl in ihrem Umfeld zu suchen ist? Swea macht sich auf die Suche, doch es gibt viele Verdächtige.

Mir hat die Story gut gefallen, insbesondere der Prolog, der eine düstere Spannung schafft. Der Schreibstil ist klasse. Die Autorin versteht es mit Worten zu zeichnen, manchmal fast poetisch. Das findet sich wieder im authentischen Lokalkolorit. Jedes Kapitel stellt einen Charakter dar, man erkennt das Verhältnis der Figuren zueinander und sie entwickeln sich stetig. Alle haben Geheimnisse und scheinen irgendwas zu verbergen. Auch die Zerrissenheit in Sweas Familie wird immer deutlicher.

Hervorzuheben ist das Cover, es ist toll gestaltet in der Farbgebung und passend. Es sind schon ganz schön viele Charaktere, die man erstmal kennen lernen muss. Leider sind einige Randfiguren nicht ganz rund für mich am Ende. Vielleicht hätte die eine oder andere verdächtige Spur weniger der Story nicht geschadet. Und auch die Genre-Einordnung ist nicht ganz stimmig. Für mich für einen Thriller nicht straff genug erzählt , hier liegt die Gewichtung mehr auf dem psychologischen Aufbau, und der ist toll umgesetzt. Alles in allem wirklich eine tolle Story mit den oben genannten kleinen Unstimmigkeiten. Empfehlenswert, ich würde gerne weitere Bücher der Autorin lesen, die einen guten eigenen Schreibstil hat.

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