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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

Weißer Sommer - zwischen Liebe und Unabhängigkeit

Weißer Sommer
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Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist für mich ein gelungenes Debüt über zwei Junge Erwachsene, die sich lieben, aber deren Beziehung nicht mehr richtig in ihre Leben passt. Wir begleiten Alma und Théo, ...

Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist für mich ein gelungenes Debüt über zwei Junge Erwachsene, die sich lieben, aber deren Beziehung nicht mehr richtig in ihre Leben passt. Wir begleiten Alma und Théo, die sich im Sommerhaus der Familie in Frankreich treffen und eine Entscheidung über ihre Beziehung finden möchten. Bleiben sie zusammen oder werden sie sich trennen?
Die Geschichte ist in Verschiedenen Zeitsträngen erzählt. Die Gegenwart ist ihr Aufenthalt im Sommerhaus, der sich in verschiedene Tage gliedert. Die Vergangenheit (aus am verwendeten Tempus zu erkennen) erzählt Théos und Almas Beziehung vom ersten Kennenlernen bis zur Gegenwart. Der Leser erlebt immer mehr, wie sich Alma und Théo während ihres Studiums auseinanderleben. Auch die unterschiedlichen finanziellen Hintergründe der Beiden werden angesprochen. Diese Übergänge zwischen den Zeitsprüngen waren an einigen Stellen für mich nicht ganz “rund".
Auch konnte mich persönlich der Schreibstil nicht ganz überzeugen. Die Autorin verwendet eine sehr poetische Sprache, nur die unvollständigen Sätze und vielen Aufzählungen haben meinen Lesefluss eher gestört. Das ist aber eine ganz persönliche Wahrnehmung.
Insgesamt konnte mich die Geschichte der beiden Protagonisten emotional mitnehmen und ich habe mich an einigen Stellen auch wiedererkannt.
Eine gelungener Roman über erste Liebe in den 20ern.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein Nein - und seine Konsequenzen

Hazel sagt Nein
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“Hazel sagt Nein“ ist ein wichtiger literarischer Betrag zum Thema sexueller Missbrauch und Machtmissbrauch und ist besonders in Zeiten von MeToo und dem Epstein Skandal ein Titel, der von vielen gelesen ...

“Hazel sagt Nein“ ist ein wichtiger literarischer Betrag zum Thema sexueller Missbrauch und Machtmissbrauch und ist besonders in Zeiten von MeToo und dem Epstein Skandal ein Titel, der von vielen gelesen werden sollte.
Schon die Ausgangssituation ist so unangenehm realistisch, dass man direkt merkt, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Hazel sagt nein und genau dieses Nein zieht Konsequenzen nach sich, die viel größer sind, als man (und auch sie) es vielleicht erwarten würde.
Gerade die erste Hälfte des Buchs war für mich schwer auszuhalten, weil sie so nah an der Realität ist. Dieses Gefühl von Ohnmacht, von Ungerechtigkeit, von „eigentlich ist doch nichts passiert und trotzdem ist alles anders“ zieht sich durch viele Szenen. Ich war beim Lesen oft wütend und zugleich sprachlos, weil man so gut nachvollziehen kann, wie es Hazel und ihrer Familie geht.
Was ich besonders stark fand, ist der Fokus der Geschichte. Es geht hier nicht darum, dem Täter Raum zu geben oder ihn in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen bleibt die Perspektive bei Hazel und ihrer Familie. Gerade dieser Blick auf die unterschiedlichen Reaktionen innerhalb der Familie hat der Geschichte viel Tiefe gegeben. Man versteht, wie unterschiedlich Menschen mit so einer Situation umgehen und wie sehr es alle betrifft, auch wenn sie nicht direkt im Mittelpunkt stehen. An einigen Stellen haben mich aber die vielen POVs etwas von der Grundgeschichte abgelenkt, wodurch es sich manchmal etwas gezogen hat.
Ohne zu beschönigen, zeigt das Buch, dass es Wege gibt, sich wieder Handlungsspielraum zurückzuholen und wie wichtig es ist, für seine Grenzen einzustehen, auch wenn die Gesellschaft es einem nicht leicht macht.
Insgesamt ist das kein leichtes Buch, aber ein sehr wichtiges in der heutigen Zeit. Es regt zum Nachdenken an und ist definitiv eines, über das man sprechen möchte. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich auch gut für einen Buchclub eignet.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Paris Vibes, Mode, Love Triangle

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Les Bouttiers – Wir sind jetzt von Antonia Wesseling hat mir wirklich gut gefallen. Ich muss direkt dazu sagen, dass ich es sowohl gelesen als auch zum Teil als Hörbuch gehört habe und ich liebe einfach ...

Les Bouttiers – Wir sind jetzt von Antonia Wesseling hat mir wirklich gut gefallen. Ich muss direkt dazu sagen, dass ich es sowohl gelesen als auch zum Teil als Hörbuch gehört habe und ich liebe einfach Hannah Schepmanns Stimme für Elodie! Außerdem hat mir das Hörbuch sehr bei den doch nicht so wenigen französischen Begriffen geholfen.
Elodie konnte mich als Protagonistin sehr überzeugen. Ich mag ihre Entwicklung, ihre aufkeimende Passion für das Modeunternehmen der Familie und ihre Suche nach einer Aufgabe und einem Sinn für ihr weiteres Leben.
Ihre Beziehung zu den beiden Protagonisten - Adam und Gabriel - ist mir an einigen Stellen etwas zu sehr auf die körperliche Anziehung reduziert und erhoffe mir hier etwas mehr Emotion in Band 2. Nichtsdestotrotz finde ich die Umsetzung vin spicy Szenen von Antonia Wesseling wirklich gelungen und nicht unangenehm zu lesen.
Der Cliffhanger am Ende von Band 1 macht mich neugierig auf Band 2 und freue mich jetzt schon, die Geheimnisse der Familien Le Blanc und Bouttiers aufzudecken.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Tolle Umsetzung eines Klassikers als Graphic Novel

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Als Jugendliche habe ich die Warrior Cats Reihe geliebt und habe mich sehr gefreut, dass diese nun als Graphic Novel adaptiert wird. Es war einfach nur schön, in diese Welt zurückzukehren und Sammy, die ...

Als Jugendliche habe ich die Warrior Cats Reihe geliebt und habe mich sehr gefreut, dass diese nun als Graphic Novel adaptiert wird. Es war einfach nur schön, in diese Welt zurückzukehren und Sammy, die kleine Hauskatze, plötzlich in die Welt der Draußenkatzen gezogen wird und viele Kämpfe und Abendteuer erlebt.
Die Illustrationen gefallen mir sehr gut und lassen viele Erinnerungen an die Bücher aufleben. Die einzelnen Katzen sind mit vielen Details und Einzelheiten gezeichnet, sodass man diese gut auseinanderhalten kann. Da aber viele verschiedene Charaktere und Namen eingeführt werden, ist es manchmal schwierig, alle auseinanderzuhalten.
Diese Graphic Novel ist perfekt für alle, die wieder in die Welt der Warrior Cats eintauchen und in Nostalgie schwelgen wollen, oder für diejenigen, die Sammy und den Katzenclan neu kennenlernen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Interessanter Auftakt mit tollem Magiesystem

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Verlorenes Herz von Vanessa Lee hat mich als Reihenauftakt wirklich positiv überrascht. Vor allem durch seine Atmosphäre und das ungewöhnliche Magiekonzept, das ich in dieser Art vorher noch nie gelesen ...

Verlorenes Herz von Vanessa Lee hat mich als Reihenauftakt wirklich positiv überrascht. Vor allem durch seine Atmosphäre und das ungewöhnliche Magiekonzept, das ich in dieser Art vorher noch nie gelesen habe. Die Geschichte fühlt sich von Beginn an eher düster und beklemmend, und genau das hat mich sehr schnell hineingezogen.
Im Mittelpunkt steht Nhika, die mit einer Fähigkeit lebt, die zugleich ihre größte Stärke und ihre größte Gefahr ist. Die Idee, Körper allein durch Berührung manipulieren zu können, wird hier nicht romantisiert, sondern konsequent als etwas Bedrohliches und moralisch verwerfliches dargestellt. Nhika ist keine perfekte Heldin sondern hatte für mich schon fast morally grey Aspekte, was sie sehr greifbar und glaubwürdig.
Das Worldbuilding konnte mich auch überzeugen und unterstreicht die Atmosphäre im Buch. Der technokratische Stadtstaat Theumas wirkt kalt, kontrollierend und gnadenlos, was ein starker Kontrast zu Nhikas Herkunft und dem Glauben an ihre Gabe darstellt. Die Mischung aus Fantasy, medizinischen Elementen und dem spannenden Krimiplot funktioniert für mich gut. Besonders die Mordermittlungen haben der Geschichte einen klaren Spannungsbogen gegeben und dafür gesorgt, dass man immer weiter lesen möchte.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut lesbar. Im Mittelteil hatte die Handlung für mich ein paar Längen, wo einige Szenen straffer hätten erzählt werden können. Auch manche Nebenfiguren blieben für mich eher blass, was vermutlich dem Aufbau eines ersten Bandes geschuldet ist. Die Dynamik zwischen Nhika und Ven Kochin ist interessant, bleibt aber noch zurückhaltend, was ich hier weder als klaren Plus- noch Minuspunkt empfunden habe. So bleibt noch Spannung für den nächsten Band.
Das Ende zieht das Tempo noch einmal deutlich an und hinterlässt genau die richtige Art von Cliffhanger. Es werden neue Fragen aufgeworfen, Gefahren deutlicher gemacht und man merkt , dass hier auf einen Folgeband hingearbeitet wird.
Insgesamt gefällt mir die Geschichte gut und würde es weiterempfehlen.

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