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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Nacht- und Nebelaktionen im Watt, Mord und Totschlag, und dazu ein Cold Case

Einsames Watt
3

Als Kommissar John Benthien zu einem Fall auf Amrum gerufen wird, fühlt er sich an seine ersten Jahre bei der Kriminalpolizei erinnert. Noch ist gar nicht sicher, ob Paula Lemmer, die Mitglied einer Forschergruppe ...

Als Kommissar John Benthien zu einem Fall auf Amrum gerufen wird, fühlt er sich an seine ersten Jahre bei der Kriminalpolizei erinnert. Noch ist gar nicht sicher, ob Paula Lemmer, die Mitglied einer Forschergruppe war, wirklich gewaltsam zu Tode kam, doch ein Mord ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Und so macht sich John mit seinem Team, unterstützt von seiner Exfrau Lilly Velasco, auf eine Spurensuche, die parallel auch immer weiter in die Vergangenheit führt.

Das Cover passt ausgesprochen gut zum Inhalt des spannenden Krimis, der sehr schnell dicht und undurchschaubar wird. Sehr detailreich und ausführlich wird beschrieben, wie aus einem Verdacht ein Fall wird, der immer neue Fragen aufwirft und zu weiteren Indizien führt, die weit in die Vergangenheit weisen. Während einige Teammitglieder mit persönlichen Befindlichkeiten zu kämpfen haben, enthüllt sich ein Netz aus mysteriösen Machenschaften und seltsamen Zusammenhängen, die aber durch akribische Spurensuche und Hartnäckigkeit letztendlich zur zufriedenstellenden Auflösung führen.
Der Krimi ist atmosphärisch und gut geschrieben, spannend und unterhaltsam, aber durch die Vielfalt der undurchsichtigen Fälle ist er für mich leider auch etwas langatmig und überladen.

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  • Handlung
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  • Charaktere
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  • Spannung
Veröffentlicht am 26.02.2026

Ein spannender, solider Krimi mit reichlich Humor und nordfriesischem Flair

Mordlicht
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Stürmisches, bedrohliches Wetter auf dem Cover lädt zu einer spannenden Lektüre ein. Denn in diesem Krimi ist nichts so, wie es zunächst scheint. Das Husumer Kripo-Team, zunächst eigentlich gar nicht zuständig, ...

Stürmisches, bedrohliches Wetter auf dem Cover lädt zu einer spannenden Lektüre ein. Denn in diesem Krimi ist nichts so, wie es zunächst scheint. Das Husumer Kripo-Team, zunächst eigentlich gar nicht zuständig, wird immer tiefer in seltsame Verwicklungen gezogen. Der unbekannte Mörder wird selbst zum Opfer und die Spurensuche erweist sich als äußerst schwierig.
Hannes Nygaard versteht es mit einem sehr lebendigen Schreibstil, seine Leserschaft zu fesseln. Sein ungewöhnliches Team besteht aus lauter illustren Gesellen, jeder ein Typ für sich, auch ein bisschen skurril, aber gemeinsam unschlagbar. Der Fall ist undurchsichtig, für mich undurchschaubar bis zum Ende, aber sehr real dargestellt und schlüssig in der Auflösung. Ich habe mich gegruselt, aber auch sehr amüsiert und fand auch das nordfriesische Flair sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Lebensweisheit und viel Natur, Maries Glück findet sich in Redu

Mathilde und Marie
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Marie ist erst sechsundzwanzig, hat früh ihre Mutter und bald darauf ihre Tante verloren und hadert mit ihrem stressigen und unerfüllten Leben in Paris. Als ihr eines Tages alles über den Kopf wächst, ...

Marie ist erst sechsundzwanzig, hat früh ihre Mutter und bald darauf ihre Tante verloren und hadert mit ihrem stressigen und unerfüllten Leben in Paris. Als ihr eines Tages alles über den Kopf wächst, setzt sie sich kurzentschlossen in einen Zug und sucht nach Abstand. Dort begegnet sie Jonina, die Maries Gefühle und Gedanken wie in einem offenen Buch lesen kann.
Torsten Woywod hat seinen warmherzigen Roman wohl in einem der schönsten Dörfer in der Wallonie angesiedelt. Von dichter, unversehrter Natur umgeben, kann man dort zur Ruhe kommen, Internet ist nur stundenweise verfügbar, die Menschen besinnen sich auf ihr Können und das Werk ihrer Hände. Und für Marie beginnt dort ein neues, völlig ungewohntes Leben.
Der Stil des Autors ist romantisch, liebenswert, gefühlvoll und ruhig, manchmal auch etwas pathetisch. Man lauscht sehr gerne der angenehmen Stimme von Sabine Arnhold, die es wunderbar versteht, zu fesseln und auch längere Passagen, wie Naturbeschreibungen, einnehmend vorzutragen. Ich mag diese wirklich bewegende Geschichte sehr gerne, habe mich aber doch gefragt, ob eine Pariserin tatsächlich nicht einmal eine Amsel kennt? Zu naiv, zu arglos und blauäugig kam mir Marie leider sehr oft vor, was den Charm der Geschichte aber nur zeitweise trübte, denn im Fortgang fühlt man die Liebe und Verbundenheit der Menschen und man wird mit einem wunderbaren Happyend belohnt.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Genialer Mix aus großen Gefühlen und mysteriösen Geheimnissen

Der Brieffreund aus Svealand
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Eine glückliche Ehe, ein kleiner Sohn, Ana könnte sich ihr Leben nicht schöner vorstellen! Und doch ziehen plötzlich Wolken auf, die trister nicht sein könnten, denn Oli, ihr geliebter Mann, zieht sich ...

Eine glückliche Ehe, ein kleiner Sohn, Ana könnte sich ihr Leben nicht schöner vorstellen! Und doch ziehen plötzlich Wolken auf, die trister nicht sein könnten, denn Oli, ihr geliebter Mann, zieht sich ohne ersichtlichen Grund plötzlich zurück, verlässt die Familie und gibt alles auf. Ohne eine Erklärung steht Ana auf einmal alleine da und sucht Kontakt zu ihrem Freund aus Kindertagen, der in Svealand zu Hause ist. Eine enge Brieffreundschaft entsteht, die aber bald ebenfalls sehr mysteriöse Züge annimmt.

Ein zauberhaftes, schwedisches Haus in winterlicher Szenerie, das wunderschöne Cover könnte gar nicht besser passen. Und doch finde ich, Frieda Lamberti hat einen Roman geschrieben, der nicht nur große Gefühle schildert, sondern wirklich kriminalistische, geheimnisvolle und ungemein mysteriöse Züge aufweist. Sie schreibt sehr real, eindringlich und lebendig, reißt mit detailreicher, lockerer Sprache mit und zieht in einen Bann, der nicht mehr loslässt. Das große Kopfkino springt an, nicht nur, wenn es um Anas Alltag geht, sondern insbesondere dann, wenn Reaktionen unerklärbar sind, Geschehnisse undurchsichtig und mysteriös werden. Man rätselt und fragt sich bis zum unerwarteten Ende, was tatsächlich passiert ist. Ich fand die Geschichte, die von Heidi Jürgens ausgezeichnet gelesen wird, zeitweise sehr spannend, dann wieder etwas konstruiert und hin und wieder minimal unglaubhaft. Insgesamt bietet sie sehr gute Unterhaltung, man kann mitfiebern und rätseln, eine gelungene Kombination!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Wein-Guide, Reiseführer und Historisches in einem spannenden Krimi vereint

Der Portwein-Erbe
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Nicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn ...

Nicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn als Nachfolger für sein Großunternehmen aufzubauen. Da kommt Nicolas der geheimnisvolle Brief eines portugiesischen Anwalts gerade recht. Denn sein verstorbener Onkel Friedrich vermacht ihm, allerdings mit ungewöhnlichen Auflagen, sein Weingut. Als Nicolas dort anreist, muss er feststellen, dass ihm Argwohn und Abneigung entgegenschlagen und nicht nur die Auflagen seltsam sind.

Das Cover zeigt einen Weinberg mit Haus im südländischen Flair und passt daher sehr gut zum Inhalt. Und wie erwartet, steht bei Paul Grotes Kriminalromanen nicht ausschließlich ein spannender Fall im Mittelpunkt. Vielmehr handelt es sich um einen mit Hingabe und Knowhow formulierten Wein-Guide, der auch sämtliche Aspekte des Portweins beleuchtet, und der zusätzlich mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und geschichtlichen Hintergründen punktet. Der Schreibstil des Autors ist einnehmend, sehr lebendig und manchmal etwas ausschweifend, sein Weinwissen ist überragend und seine Schilderungen sind so detailreich, dass sofort das Kopfkino anspringt und man sich einen guten Tropfen zur Lektüre wünscht. Dabei ist der Fall selbst spannend, Nicolas ist mutig, sympathisch und erscheint real, die Umstände der Weingutübernahme sind mehr als undurchsichtig und die latent vorhandene Bedrohung sorgt für reichlich mulmige Gefühle.
Eine gelungene Mischung aus Wein-Guide mit Hintergrundwissen, viel Spannung und angenehmer Atmosphäre, gekonnt gelesen von Sebastian Dunkelberg, der es bestens versteht, Stimmungen zu vermitteln!
(Hörbuchrezension)

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