Feinfühlige Geschichte über das Landleben
Im SchneeEs hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!
Als Schorsch stirbt, beginnt ...
Es hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!
Als Schorsch stirbt, beginnt für Max, seinen besten Freund, eine Phase der Erinnerung und der Rückblenden auf sein Leben in dem kleinen Dorf, in dem er noch heute lebt.
Die Dorfbewohner und -bewohnerinnen tauschen sich bei der Totenwache über das Leben von Schorsch aus, man erfährt aber durch Max Gedanken noch viel mehr über das Leben im Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner.
@tommiegoerz hat es allein schon sprachlich geschafft, mich von der Stadt ins Dorf zu holen. Ich bin selbst in einem Dorf aufgewachsen und kann mich super in die Geschichte einfühlen.
Tommie Goerz versinkt in seinem Roman nicht in Nostalgie, sondern schafft mit Max einen authentischen Dorfbewohner, der am Ende seines Lebens durchaus auch kritisch auf Vieles blickt, das im Dorf im Laufe der Jahre passiert ist, totgeschwiegen oder weggeprügelt wurde.
Ich hab die Lektüre sehr genossen und fühlte mich an einige verschrobene Charaktere, typische Gerüche und das Leben auf dem Hof erinnert.
Ich bin sehr froh, dass Tommie Goerz das Leben auf dem Land nicht ausschließlich verklärt und idyllisch darstellt, sondern bewusst auch auf die Schattenseiten einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft hinweist. Es gab immer wieder relevante Themen, die in dieser Dorfgemeinschaft nicht offen behandelt wurden, wodurch auch großes menschliches Leid entstand, das komplett ignoriert wurde.
Für mich als Ginger besonders bitter zu lesen:
„Ein Kind mit roten Haaren. […] Dieses Kind hatte keinen Namen, es durfte nie raus, niemand durfte es sehen, es war tagaus, tagein eingesperrt. […]Es wurde schlimmer gehalten als das Vieh.“