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Veröffentlicht am 03.04.2026

Realität und Mythos im Zusammenspiel

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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Ein Kriminalfall eingebettet in die Sagenwelt des Erzgebirges.
Eine junge Kriminalkommissarin ermittelt im Mordfall eines tschechischen Puppenspielers. Fast zeitgleich wurde auf böhmischer Seite das Skelett ...

Ein Kriminalfall eingebettet in die Sagenwelt des Erzgebirges.
Eine junge Kriminalkommissarin ermittelt im Mordfall eines tschechischen Puppenspielers. Fast zeitgleich wurde auf böhmischer Seite das Skelett eines Mannes gefunden, der dreißig Jahren zuvor spurlos verschwunden ist. Viele Orte aus dem Roman kenne ich und habe meinen eigenen Bezug dazu. Das entschuldigt dann auch ein bisschen die Entfernungen zwischen Prag, Chemnitz und Leipzig, die so mal eben fix abgefahren wurden.
Wir erfahren in diesem Roman so Einiges über Legenden und Mythen des oberen Erzgebirges. An dem Ort, an dem das Skelett gefunden wurde, spielen sich derart mystische Dinge ab, die unsere Kommissarin doch recht verwirren.
Alles hängt irgendwie zusammen. Als nach dem Krieg die Deutschen aus diesem Gebiet vertrieben wurden, haben viele ihre Wertgegenstände in den Wäldern versteckt in der Hoffnung, diese bald abholen zu können, wenn sich die Lage entspannt hätte, wozu es bekanntlich niemals gekommen ist. Fünfzig Jahre später hat es dann Schatzsucher auf den Plan gerufen. Das war der Ursprung des Falles mit dem Skelett. Doch was hat das mit dem Mord an dem Puppenspieler zu tun?
Für mich wirkt dieser Krimi nicht so ganz überzeugend. Erst am Ende baute sich dann eine gewisse Spannung auf, wie sie sich für guten einen Krimi gehört. Die Einbeziehung der Figuren aus der Sagenwelt in die Handlung wirkten dann tatsächlich real.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Redd deg selv lille hjetet

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Rette dich selbst, kleines Herz. Das ist der Titel des Buches im Original. Wer denkt sich nur immer solche sperrigen Titel für deutsche Übersetzungen aus? Klingt das Original zu kitschig?
Der deutsche ...

Rette dich selbst, kleines Herz. Das ist der Titel des Buches im Original. Wer denkt sich nur immer solche sperrigen Titel für deutsche Übersetzungen aus? Klingt das Original zu kitschig?
Der deutsche Titel hat mich zu der Annahme inspiriert, wie geht es weiter, wenn ein 65-jähriges Paar sich trennt. Stattdessen ist es eine grünliche Analyse darüber, was man fühlt, wenn man betrogen wird und was man fühlt, wenn man der Betrüger ist.
Erika und Jan sind zusammen, seit sie neunzehn sind. Ihre Beziehung war für die Ewigkeit zemen-tiert. Doch dann, vor 20 Jahren hatte Erika eine kurze Affäre. Jan hatte schon die Scheidungspapiere vorbereitet. Letztendlich wurde man sich nach einer Therapie einig, die Ehe fortzuführen und irgend-wann ist man zur Tagesordnung übergegangen. Vor etwa acht Jahren verlor Jan die Lust am Sex mit seiner Frau. Und nun ist es Jan, der eine Affäre mit einer fünfzehn Jahre jüngeren Frau hat. Anstelle sofort auszuziehen oder sich das Leben zu nehmen, will Erika auch dieses Mal ihre Ehe mittels einer Paartherapie wieder auf die Reihe bringen. In einem Zeitraum von etwa einem halben Jahr durch-leuchtet Erika ihr Innenleben bis ins Detail, wie sie sich den Sex ihren Mannes mit seiner Geliebten Marie in ihrem gemeinsamen Ehebett vorstellt, wie sie es sich vorstellt, ohne Jan zu leben. Oder eine Auszeit? Kann und will sie überhaupt noch aus den gewohnten Bahnen ausbrechen? Das Ende ist bringt keine Lösung, jedoch eine Reihe Denkansätze. Und mittlerweile finde ich auch beide Titel über-zeugend, den deutschen „Was ist in meinem Alter sonst noch üblich“ und auch „Rette dich selbst, kleines Herz“. Oder Omas Spruch, der auch irgendwo im Buch zu finden ist und den auch ich von meiner Mutter kenne: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Wie man sich selbst helfen kann, sein Herz retten kann, sollte man selbst herausfinden.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Eine Postsowjetische Betrachtungsweise

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Wir schreiben die Neunziger. Der kalte Krieg ist vorbei, der Eiserne Vorhang gefallen. Was geschieht mit den Agenten?
Jakob Dreiser ist mit nicht einmal 25 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Kariere, ein ...

Wir schreiben die Neunziger. Der kalte Krieg ist vorbei, der Eiserne Vorhang gefallen. Was geschieht mit den Agenten?
Jakob Dreiser ist mit nicht einmal 25 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Kariere, ein charismatischer gefeierter Poet. Er lässt sich von Dieter Germeshausen, einem älteren Doppelagenten anwerben und stürzt sich voll begeistert und übereifrig in die Aufgabe. Mit von der Partie eine Diplomatengattin und Dieters Geliebte Dominic, welche im Suff alles ausplaudert und die undurchsichtige Francesca.
Da wird eine Gartenparty in der russischen Botschaft in Rom beschrieben und Städte wie Almaty in Kasachstan oder Sankt Petersburg. Es werden groteske Situationen geschildert, die Jakob unaufgeregt meistert. Es ist ein Agententhriller, der so überhaupt nichts mit einem Agententhriller gemein hat. Eine gelungene Story.

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