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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2019

Eine geniale Vorgeschichte

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original
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In der Vorgeschichte Stranger Things - Suspicious Minds geht es um Terry, Alice, Gloria und Ken die als Testpersonen an einem Experiment am Hawkins National Laboratory teilnehmen.
Sie ahnen jedoch nicht, ...

In der Vorgeschichte Stranger Things - Suspicious Minds geht es um Terry, Alice, Gloria und Ken die als Testpersonen an einem Experiment am Hawkins National Laboratory teilnehmen.
Sie ahnen jedoch nicht, dass die Teilnahme lebensgefährlich ist und ein kleines Mädchen Namens 008 ihr Leben verändern wird...
Ein spannendes Katz und Maus Spiel zwischen Gut und Böse.
Lässt Dr. Brenner sie jemals wieder frei?

Was mir unheimlich gut gefallen hat, dass ich mich als junge Frau ohne Probleme in das Jahr 1969/1970 versetzt fühlte.
Spannend zu lesen wie Terry das Woodstock Festival oder die Landung von Neil Armstrong auf dem Mond beschreibt.
Solch wichtige Ereignisse sind unkompliziert beschrieben, so dass man sich auch als Teenager vorstellen kann, dass das es zu dem Zeitpunkt etwas Großes gewesen ist.
Um ehrlich zu sein habe ich vermutet, dass ich Schwierigkeiten beim Lesen bzw. Hinterkommen haben werde.
Die Handlung bezieht sich aber komplett auf das Experiment, so dass man zwar schon wichtige/ausschlaggebende Informationen über das Privatleben von den Freunden erfährt aber trotzdem voll und ganz die meiste Zeit beim Experiment ist.

Und obwohl ein Kapitel teilweise parallel von mehreren Personen in der Ich-Form geschrieben ist, ist dennoch so, dass man auf anhieb weiß wessen Ansicht beschrieben wird.
Kein Verheddern und keine Schwierigkeiten beim Auseinanderhalten um was oder wen es gerade geht.

Cover und Titel sind auf jeden Fall passend gewählt. Die Spannung hielt bis zum Schluss und ich bin mehr als gespannt wie es weiter geht. Sinn und Zweck einer typischen Vorgeschichte definitiv erfüllt. Lust auf mehr und vor allem wie es mit "011" weitergeht.

Das Ende lässt auf jeden Fall auf eine Fortsetzung schließen. Ich hatte bereits mehrmals überlegt ob ich die gleichnamige Serie auf Netflix schaue aber die Vorgeschichte ist so gut geschrieben, dass ich es definitiv machen werde!
Verstehe warum die Serie so erfolgreich ist.

Veröffentlicht am 31.03.2026

Schreibwettbewerb mit tödlichen Folgen

Missing Page - Tödliche Worte
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Die 17-jährige Toni reist nach Schottland, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines berühmten Autors teilzunehmen. In einem abgelegenen Herrenhaus versammelt sich eine Gruppe junger Talente doch schon ...

Die 17-jährige Toni reist nach Schottland, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines berühmten Autors teilzunehmen. In einem abgelegenen Herrenhaus versammelt sich eine Gruppe junger Talente doch schon bald wird klar, dass es nicht nur ums Schreiben geht: Der exzentrische Gastgeber kündigt an, sein Vermögen dem größten Talent zu vermachen. Während draußen ein Sturm tobt und das Haus von der Außenwelt abschneidet, passieren im Inneren immer seltsamere Dinge. Unheimliche Begegnungen, ein Einbruch und Tonis eigene Albträume lassen die Situation kippen bis schließlich Realität und Einbildung kaum noch zu trennen sind.

Der Einstieg ins Buch hat mich direkt gepackt: diese Mischung aus Schreibworkshop, Konkurrenzdruck und der düsteren, isolierten Atmosphäre funktioniert einfach richtig gut. Gerade das Setting in dem alten Herrenhaus inmitten des Sturms hat bei mir sofort Bilder im Kopf ausgelöst: schön unheimlich, ohne übertrieben zu wirken. Auch Toni als Protagonistin fand ich angenehm nahbar, besonders ihre Unsicherheiten und ihre Schlafproblematik geben der Geschichte eine zusätzliche spannende Ebene.

Was mir besonders gefallen hat, ist die unterschwellige Spannung, die sich langsam aufbaut. Es geht nicht sofort mit Action los, sondern eher mit einem konstanten Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“. Dadurch wirkt vieles realistischer und gleichzeitig intensiver. Die Dynamik zwischen den Teilnehmenden sorgt zusätzlich für kleine Konflikte und macht die Geschichte lebendig.

Zum Ende hin zieht das Tempo dann deutlich an und die Story bekommt nochmal eine richtig düstere Wendung, die das Ganze abrundet. Auch wenn ich mir an ein, zwei Stellen noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte, hat mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten.

Ein spannender Jugendthriller mit kreativer Idee, starker Atmosphäre und genau der richtigen Portion Mystery. Für mich definitiv ein fesselndes Leseerlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.02.2026

Zwischen Protest und Panik

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Im Mittelpunkt steht Cooper, 17, loyal, manchmal zu loyal. Als sein bester Freund Jason ihn überredet, während einer Black-Lives-Matter-Demonstration bei einem Einbruch mitzumachen, kippt ein ohnehin aufgeladenes ...

Im Mittelpunkt steht Cooper, 17, loyal, manchmal zu loyal. Als sein bester Freund Jason ihn überredet, während einer Black-Lives-Matter-Demonstration bei einem Einbruch mitzumachen, kippt ein ohnehin aufgeladenes Setting komplett. Schüsse fallen, ein Mensch stirbt und plötzlich sind Cooper und seine Freunde nicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort, sondern Gesichter in den Nachrichten. Vier Masken. Vier Verdächtige. Eine Zukunft, die innerhalb von Sekunden zerbröselt.

Was dieses Buch besonders macht, ist die Atmosphäre. Brooks schreibt direkt, nah dran, mit einer Energie, die den Puls hochhält. Man spürt die Hektik der Demonstration, die Angst nach den Schüssen, das lähmende Gefühl, wenn die öffentliche Meinung schneller urteilt als jedes Gericht. Die Frage „Was zählt mehr: Wahrheit oder Wahrnehmung?“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Cooper ist kein klassischer Held. Er trifft fragwürdige Entscheidungen, schwankt zwischen Schuldgefühl und Selbstschutz. Gerade das macht ihn glaubwürdig. Auch die Dynamik zwischen ihm und Monique, Jasons Schwester, bringt eine emotionale Tiefe hinein, ohne kitschig zu wirken. Ihre gemeinsame Suche nach dem wahren Täter sorgt für Tempo, aber auch für leise Momente, in denen es um Vertrauen, Verantwortung und Mut geht.

Thematisch bewegt sich das Buch nah an gesellschaftlichen Realitäten: Rassismus, Vorverurteilung, mediale Verzerrung. Dabei bleibt der Ton erstaunlich ausgewogen. Es wird nichts platt erklärt oder moralisch erhoben, stattdessen lässt Brooks die Ereignisse für sich sprechen. Das erzeugt Nachhall.

Manche Wendungen sind dramatisch zugespitzt, fast filmreif, doch genau das passt zur Intensität der Geschichte. Der Thriller-Aspekt funktioniert, die Bedrohung ist greifbar, und das Finale hält die Spannung konsequent oben. Es ist eine Geschichte über Loyalität, über Fehler, die sich nicht zurückspulen lassen, und über die Kraft, trotzdem für die Wahrheit einzustehen ... selbst wenn sie niemand hören will. Modern, relevant und definitiv diskussionswürdig.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 18.05.2025

Vom Feuer ins Verhängnis

Eine von uns
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„Eine von uns“ hat mich ziemlich schnell gepackt – und auch wenn nicht jede Passage vor Spannung knistert, war ich insgesamt richtig gut unterhalten.

Der Einstieg ist stark: Das Haus brennt, Gina steht ...

„Eine von uns“ hat mich ziemlich schnell gepackt – und auch wenn nicht jede Passage vor Spannung knistert, war ich insgesamt richtig gut unterhalten.

Der Einstieg ist stark: Das Haus brennt, Gina steht plötzlich mit ihrer Familie vor dem Nichts – da kommt das Angebot ihrer alten Freundin Annie gerade recht. Ein wunderschön renoviertes georgianisches Haus, weit weg vom Chaos – klingt zu gut, um wahr zu sein. Und genau dieses Gefühl bleibt: Irgendwas stimmt hier nicht. Und irgendwas stimmt mit jemandem nicht – allen voran mit Mary, der Haushälterin, die auf einmal vor der Tür steht.

Die Geschichte lebt von einer unterschwelligen Spannung. Immer wieder gibt’s kleine Hinweise, seltsame Begegnungen und düstere Erinnerungen, die Stück für Stück ein größeres Bild ergeben – allerdings ohne alles gleich preiszugeben. Das hat mir besonders gut gefallen: Dieses ständige „Was ist hier eigentlich los?“ hält einen bei der Stange.

Zugegeben, zwischendurch hätte die Geschichte ein kleines bisschen mehr Tempo vertragen können. Es gibt Passagen, die sich leicht ziehen – aber dann kommt wieder ein Twist, ein Rückblick oder ein Dialog, der alles auf den Kopf stellt, und man ist sofort wieder drin. Die Atmosphäre ist durchgehend gelungen – leicht unheimlich, geheimnisvoll und ein bisschen klaustrophobisch.

Fazit: „Eine von uns“ ist kein reißerischer Thriller mit Action an jeder Ecke – sondern eher ein schleichender, psychologischer Spannungsroman, der mit Atmosphäre, Wendungen und undurchsichtigen Figuren punktet. Ich vergebe sehr gerne 4,5 Sterne und empfehle das Buch allen, die gern miträtseln und sich langsam in eine dunkle Geschichte hineingleiten lassen wollen.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Geht ans Herz

Alle Farben von Licht
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Klappentext:

„Es sind Ferien und Rios Freunde haben viel vor, schließlich soll es ein unvergesslicher Sommer werden. Rio macht mit, aber spätestens, als er auf dem Fünfer im Schwimmbad eine Panikattacke ...

Klappentext:

„Es sind Ferien und Rios Freunde haben viel vor, schließlich soll es ein unvergesslicher Sommer werden. Rio macht mit, aber spätestens, als er auf dem Fünfer im Schwimmbad eine Panikattacke bekommt, ist klar, dass es nicht funktioniert. So sehr er sich auch abmüht: Er ist kaputt und der Sommer auch. Denn im letzten Juni ist Rios Zwillingsschwester Mavis gestorben. Ein tragischer Unfall, heißt es.

Doch dann findet Rio ihre alte Kamera und macht sich zusammen mit Dracula, dem Jungen aus dem Hinterhaus, auf die Reise quer durch die hitzekeuchende Stadt und folgt Mavis' fotografischen Spuren. Rio und Dracula, der eigentlich Franz heißt, gelangen an Orte, die niemand mehr auf dem Schirm hat: den verwilderten Park, den einsamen, brackigen See, das unheimliche Gruselkabinett. Die beiden lernen eine Mavis kennen, die ganz anders war, als Rio dachte und die Geheimnisse hatte, größer als das Tropical Island.

Während Rio und Franz an den schaurig-schönen Rändern ihrer bekannten Welt entlangbalancieren, werden sie Freunde. Richtig gute. Und Rio merkt, dass da mehr ist, dass er beginnt, sich in Franz zu verlieben. Aber: Darf Rio das? Darf er einen Sommer genießen, den Mavis nicht mehr erleben kann? Darf er, wenigstens zwischendurch mal, ganz heimlich, das warme Licht, die orangepinken Abende, das Herzhochhüpfen ganz wunderbar finden? Und: mag Franz ihn überhaupt auch? Also, so?“





Fazit:

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich zu Anfang meine Schwierigkeiten hatte, all die Charaktere (Freunde, Familie, Protagonisten, etc.) auseinanderzuhalten. Zumal Rios Eltern auch immer mit dem Vornamen erwähnt werden. Später ist der Fokus ganz klar bei Rio und Dracula. Die beiden Jungs habe ich auf Anhieb in mein Herz geschlossen. Sie beide haben sich nicht gesucht und dennoch gefunden. Die Annäherung, die Gespräche und der Umgang mit der Trauer hat mir unglaublich gut gefallen.


Grundsätzlich kommt man den Charakteren sehr nah, die Geschichte lebt von den greifbaren und nachvollziehbaren Momenten. 
Zu einem wirklich authentischen Jugendroman wird das Buch vor allem dadurch, weil der Schreibstil modern und erfrischend ist. Die Sprüche, der Slang und Humor waren voll mein Ding. 



Mentale Gesundheit, Trauerbewältigung, Mobbing, Freundschaft und Zusammenhalt spielen hier die größte Rolle. Den Zusammenfluss der einzelnen Themen fand ich sehr bereichernd und gut gewählt. Vor allem die Momente mit und zwischen Rio und Dracula. So ist dieses Buch voller Emotionen und Tiefe aber auch was fürs Herz. 


Die Triggerwarnung zu Anfang lässt die Interessenten selbst entscheiden ob sie es lesen können/möchten oder nicht. Ich hatte ein paar wunderbare, gefühlvolle Lesestunden und kann es Leser:innen empfehlen, die Interesse an Queeren Geschichten haben.

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