Spannend und fesselnd
Trügerisches La Rochelle"Trügerisches La Rochelle" ist der vierte Fall für Commissaire Chevalier. In diesem Fall geht es um einen Mord auf hoher See. Der Kommissar wird zu einem Installationsschiff für Windkraftwerke gerufen. ...
"Trügerisches La Rochelle" ist der vierte Fall für Commissaire Chevalier. In diesem Fall geht es um einen Mord auf hoher See. Der Kommissar wird zu einem Installationsschiff für Windkraftwerke gerufen. Dort gab es einen Unfall mit einem Toten. Wirklich ein Unfall? Nein, ganz und gar nicht. Schneller als allen lieb ist, wird klar, dass der Mann brutal ermordet und entsorgt wurde. Die möglichen Täter eingegrenzt, weil niemand das Schiff verlassen konnte. Doch alle schweigen, niemand möchte zu viel sagen. Als klar wird, dass der Tote überhaupt nicht beliebt war, ist die Eingrenzung plötzlich noch schwerer und der Kommissar wird vor eine große Aufgabe gestellt.
"Trügerisches La Rochelle" war mein erster Fall mit dem Kommissar Chevalier. Das heißt, die Vorgänger waren mir nicht bekannt. Und ich muss sagen, das habe ich am Anfang auch sehr gemerkt. Ich kam nicht so gut in das Buch rein. Natürlich sind die Fälle in sich abgeschlossen, aber die Personen kennt man viel besser, wenn man auch die Vorgänger gelesen hat. Und so wurde ich von jetzt auf gleich mit vielen Charakteren, die die unterschiedlichsten Funktionen und Verbindungen haben, konfrontiert. Da ist der Kommissar und die ermittelnden Beamten, da ist die Gerichtsmedizinerin und da sind die Partner der verschiedenen Charaktere. Teilweise privat befreundet. Um hinter diese Zusammenhänge zu kommen, habe ich eine ganze Weile gebraucht. Auch die Namen habe ich immer wieder durcheinander geworfen, bis ich mich dann irgendwann dran gewöhnt hatte.
Tatsächlich fiel mir der Einstieg aber nicht nur wegen der vielen Charaktere schwer, sondern weil die Beschreibungen des Schiffes und die Aufbauten der Windkrafträder einfach wahnsinnig detailliert und ausschweifend waren. Aber tatsächlich nicht so, dass ich es mir wirklich vorstellen konnte, wie genau es dort aussieht. Ich mag es, wenn beim Lesen Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Aber hier hat das leider gar nicht geklappt und ich hatte nicht nur eine Stelle, die ich zum Verständnis mehrfach gelesen habe. Mit der Zeit kam ich mit den technischen Beschreibungen immer besser zurecht, aber stellenweise fand ich sie trotzdem zu ausführlich.
Richtig spannend wurde es dann für mich auch erst, als der Kriminalfall in Schwung kommt. Nachdem die Spuren gesichert sind und klar wird, dass es sich um einen Mord handelt. Als durch Befragungen der verschiedensten Personen, immer mehr ans Licht kommt, was ich hier natürlich nicht weiter ausführen kann. Von Anfang an, habe ich spekuliert, wer der Täter sein könnte und das wird natürlich mehr, je mehr Informationen man hat. Krimis bei denen man direkt bei der Ermittlung dabei ist, mag ich daher sehr gerne.
Was ich ebenfalls richtig gerne mochte, ist die Art des Settings. Ich finde es immer spannend, wenn ein Kriminalfall quasi in einem abgeschlossenen Raum stattfindet. In einem Raum, aus dem der Täter nicht entkommen kann und man genau weiß, dass sich dieser noch in Reichweite befindet, man aber keine Ahnung hat, wer genau der Täter ist. Ob das ein eingeschneites Hotel ist, oder so wie hier ein Schiff von dem es kein Entkommen gibt. Das hat einfach immer einen ganz speziellen Flair und irgendwie auch einen Gruselfaktor, was ich sehr gerne mag.
Und natürlich ist die Umgebung trotz des Mordfalles sehr schön beschrieben und erzählt. Sodass man da auch fast Urlaub machen möchte. Natürlich nicht direkt bei den Windkraftanlagen. Aber so einen Wein am Strand, wie es der Kommissar mit seiner Frau macht, könnte ich mir durchaus auch vorstellen. Die Brandung, die Wellen, der Geruch nach Meer. Das wird wirklich schön beschrieben.
Tatsächlich kann ich als Fazit sagen, dass ich den Krimi wirklich sehr gerne gelesen habe. Er hat gut ausgearbeitete Protagonisten, die man eben erst kennenlernen muss, wenn einem die Vorgänger noch nicht bekannt sind, einen spannenden Handlungsort und natürlich einen spannenden Fall. Lediglich der für mich etwas schwierige Einstieg, sowie die Ausführungen, die mir manchmal einfach zu ausschweifenden waren, führen dazu, dass ich ein Stern abziehen muss. Ansonsten, aber ein toller Kriminalfall, dessen Vorgänger ich mir auf jeden Fall auch mal anschauen und auf die Wunschliste packen werde.