Brisantes Thema, aktuell und mit Tiefgang
Wo der Wind die Namen trägt
Mima1829vor 5 Minuten
"Wo der Wind die Namen trägt" von Anja Jonuleit ist im Bertelsmann Verlag erschienen und hat 380 Seiten , was das Nachwort mit beinhaltet.Es ist mein erstes Buch dieser Autorin ...
Mima1829vor 5 Minuten
"Wo der Wind die Namen trägt" von Anja Jonuleit ist im Bertelsmann Verlag erschienen und hat 380 Seiten , was das Nachwort mit beinhaltet.Es ist mein erstes Buch dieser Autorin und hat mich sehr gefesselt und auch erschüttert.
Das Cover, gefällt mir sehr gut, denn die Verpixelung des Mädchens und der Blume passt gut zu der Thematik.
Handlung: Das Buch wird in zwei Zeitebenen von Inge Sundermann erzählt. Einmal ist Sie 8 Jahre und es ist 1946, kurz nach dem Krieg und dann 2023, wo Sie eine Einladung zu einem Klassentreffen in die Lüneburger Heide bekommt, die Sie zuerst nicht annehmen will, weil Sie dort etwas schreckliches erlebt/getan? hat. Die zweite Person, die in dieser Geschichte mit Inge eine große Rolle spielt, ist Helga von Borke, die eine Chronik über die Zeit des Krieges für die Kreisbauernschaft schreiben soll und diese erfährt viele Dinge über die Menschen, über die Grausamkeiten in dieser Zeit. Diese "Tagebücher" sind letztendlich der Anlass, dass sich Inge doch auf diese Reise begibt und sich Ihrer Vergangenheit stellt.In Ihrer Kindheit war noch deutlich die Nazi Herrschaft zu spüren, in den Köpfen, den Äußerungen und Handlungen.In der idyllischen Lüneburger Heide sind viele Verbrechen hautnah bis zur Gegenwart spürbar, siehe BergenBelsen.
Meinung:Der Schreibstil, auch mit den verschiedenen Schrifttypen um die Peronen zu untersacheiden um die es geht, ist, obwohl das Thema erschütternd ist, leicht, flüssig und lebendig.Die Personen werden sehr detailliert beschrieben, Ihre Ängste, Gefühle und der geschichtliche Hintergrund sehr genau beleuchtet.Weil die Autorin so gut recherchiert hat, kann man sich gut in die Geschichte einfühlen, wie schrecklich sie auch gewesen sein mag, wie z. B. die "Celler Hasenjagd" wo geflohene Häftlinge wie Hasen auf dem Feld abgeschossen wurden.Die dunkle Seite des Krieges wird ungeschönt beschrieben und das die Täter dieser Zeit auch noch heute in Amt und Würden sind, wie Inges Mutter, die, obwohl Sie Kinder getötet hat, weiter im Krankenhaus in Celle arbeiten kann, unbehelligt und freigesprochen.
Fazit:Ein ganz tolles Buch und seit langem mal wieder eins, was für mich ein Lieblingsbuch geworden ist.Der historische Hintergrund ist authentisch, hat eine Tiefe und hat mich zutiefst erschüttert, denn, obwohl ich in dieser Gegend aufgewachsen bin und viele Orte persönlich kenne, kannte ich einiges nicht wirklich. Absolut sehr empfehlenswert!!!
Es gäbe noch viel mehr positives über dieses Buch zu sagen, aber ich denke, es sollte von ganz ganz vielen Menschen gelesen werden, damit die Zeit nicht vergessen wird.