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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Downton in Dänemark

Schloss Egeskov
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"Schloss Egeskov" entführt die Leser*innen in das Dänemark des Jahres 1874 und bietet eine opulente Mischung aus Familiengeheimnissen, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Träumen. Im Zentrum ...

"Schloss Egeskov" entführt die Leser*innen in das Dänemark des Jahres 1874 und bietet eine opulente Mischung aus Familiengeheimnissen, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Träumen. Im Zentrum steht der junge Graf Frederik, der als Schlossherr vor einer großen Verantwortung steht: Er soll heiraten und die Zukunft seines Anwesens sichern. Doch die Last der Verpflichtungen lastet schwer auf seinen Schultern, und die Erwartungen der Familie sowie der Gesellschaft scheinen manchmal erdrückend.

Gleichzeitig zeichnet sich Jessies Geschichte ab, die jüngere Schwester des Grafen. Jessie ist ehrgeizig, neugierig und entschlossen, ihr eigenes Leben zu gestalten. Ihr Traum, nach Paris zu gehen und an der Sorbonne zu studieren, steht im krassen Gegensatz zu den starren Regeln und Erwartungen, die das Leben auf Schloss Egeskov diktiert. Dieser Konflikt zwischen Pflicht und Selbstverwirklichung bildet das emotionale Herzstück des Romans.

Die Handlung wird zusätzlich durch dramatische Wendungen geprägt: Ein tragischer Unfall erschüttert das Schloss und zwingt alle Bewohner – von den Dienstboten bis zur Herrschaft – dazu, sich Herausforderungen zu stellen, die ihre Loyalität, ihre Beziehungen und ihre persönlichen Grenzen auf die Probe stellen. Besonders hervorzuheben ist die atmosphärische Schilderung des historischen Settings. Die prunkvollen Räume, die detaillierten Beschreibungen von Kleidung und Festlichkeiten, aber auch die subtilen Hinweise auf gesellschaftliche Zwänge und Machtstrukturen lassen das Leben auf Schloss Egeskov lebendig werden.

"Schloss Egeskov" ist ein opulentes, dramatisches Familien- und Gesellschaftsdrama voller Spannung, emotionaler Tiefe und historischer Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Romance trifft Fantasy

The House Saphir
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Marissa Meyer entführt ihre Leser*innen in "The House Saphir" in ein Haus voller Geheimnisse, Schatten und unerklärlicher Phänomene. Mallory Fontaine, gewiefte Fremdenführerin und talentierte Zeichnerin, ...

Marissa Meyer entführt ihre Leser*innen in "The House Saphir" in ein Haus voller Geheimnisse, Schatten und unerklärlicher Phänomene. Mallory Fontaine, gewiefte Fremdenführerin und talentierte Zeichnerin, hat die außergewöhnliche Fähigkeit, mit Geistern zu kommunizieren – eine Gabe, die ihr Leben bald in ungeahnte Gefahr bringt. Was als harmlose Führung durch das berüchtigte Anwesen beginnt, entwickelt sich schnell zu einer spannenden und unheimlichen Reise in die düstere Vergangenheit des Hauses.

Die Autorin verwebt geschickt Spannung, Mystery und ein romantisches Element in einem modernen Retelling des Blaubart-Märchens. Die Figuren sind lebendig gezeichnet, insbesondere Mallory, deren Mut, Cleverness und Einfühlungsvermögen den Leser durch das unheimliche Setting tragen. Die Mischung aus Geistergeschichte, Geheimnissen und unterschwelliger Gefahr sorgt für ein atmosphärisches Leseerlebnis, das sowohl Fans von Gothic-Horror als auch von modernen Märchen anspricht.

Ein Highlight ist die Art, wie Meyer klassische Märchenelemente neu interpretiert und in die Handlung integriert, ohne dass die Geschichte vorhersehbar wird. Auch die Spannung zwischen Mallory und dem mysteriösen Fremden fügt der Geschichte eine zusätzliche Dimension hinzu.

"The House Saphir" ist ein fesselndes, geheimnisvolles Buch voller Atmosphäre, das geschickt klassische Märchenmotive mit moderner Spannung und einer Prise Romantik verbindet. Perfekt für alle, die düstere Geschichten mit cleveren Protagonistinnen lieben.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Es war einmal

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Mit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ...

Mit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ihre eigene Stimme zu verlieren.

Ava lebt mit ihrer kleinen Schwester Linn und ihrem Vater am Rand eines finsteren Waldes. Hunger, Kälte und Entbehrung prägen ihren Alltag. Als der Vater verschwindet, beginnt für die Mädchen eine beklemmende Odyssee – bis sie bei der geheimnisvollen Nebula Zuflucht finden. Doch die vermeintliche Rettung fühlt sich bald mehr wie ein Käfig an. Warum wird Linn von Nebula in ihrer Kammer eingeschlossen? Und was verbirgt sich hinter der fürsorglichen Fassade?

Besonders gelungen ist die Atmosphäre: Der Wald wirkt lebendig, bedrohlich und zugleich magisch. Man spürt die Kälte, hört das Knacken der Äste und teilt Avas wachsende Zweifel. Die Geschichte spielt gekonnt mit Märchenmotiven – Hexe, Wald, verlorene Kinder – und verleiht ihnen eine moderne, psychologisch dichte Note. Ava ist dabei keine passive Heldin, sondern ein starkes, mutiges Mädchen, das beginnt, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Sprachlich bleibt der Roman zugänglich, aber eindringlich, und die Übersetzung transportiert die düstere Stimmung überzeugend. Auch optisch ist das Buch mit seiner schimmernden Goldfolie ein kleines Highlight im Regal.

„Tochter des Nebelwaldes“ ist ein atmosphärischer Auftakt voller Geheimnisse, leiser Grausamkeit und märchenhafter Spannung – ideal für alle, die dunkle Fantasy mit starken jungen Figuren lieben.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein tolles Ende

Shinjuku 69 Heaven 2
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Mit „Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 findet die sinnliche Kurzreihe ihren intensiven Abschluss und vertieft die Beziehung zwischen Reporter Kutani und dem charismatischen Callboy Hiromu noch einmal spürbar.

Was ...

Mit „Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 findet die sinnliche Kurzreihe ihren intensiven Abschluss und vertieft die Beziehung zwischen Reporter Kutani und dem charismatischen Callboy Hiromu noch einmal spürbar.

Was im ersten Band als Recherche begann, ist längst zu einer persönlichen Reise geworden. Kutani wollte eigentlich nüchtern und distanziert über die Welt der männlichen Prostitution berichten – überzeugt davon, dass ihn Männer kaltlassen. Doch Hiromu hat diese Gewissheit gründlich erschüttert. In Band 2 steht vor allem Kutanis innere Zerrissenheit im Fokus: Zwischen beruflicher Distanz, Selbstzweifeln und wachsender Sehnsucht muss er sich fragen, ob er seine Gefühle weiter verdrängen kann.

Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv und spürbar aufgeladen. Mit einem Spice-Level von 4 von 5 Chilis richtet sich der Manga klar an ein erwachsenes Publikum, wobei die erotischen Szenen sinnlich und ästhetisch inszeniert sind. Dennoch geht es nicht nur um körperliche Anziehung – gerade Hiromus Mischung aus professioneller Routine und ehrlicher Verletzlichkeit verleiht der Geschichte emotionale Tiefe.

Zeichnerisch überzeugt der Band mit ausdrucksstarken Mimik-Details und einer atmosphärischen Darstellung des Neonlichts von Shinjuku. Die Panels transportieren sowohl Hitze als auch leise, nachdenkliche Momente, wodurch die Beziehung glaubwürdig wirkt.

„Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 ist ein gelungener Abschluss einer kurzen, aber intensiven Reihe über Identität, Begehren und die Frage, ob aus einer Begegnung im Schatten der Großstadt mehr werden kann. Für Fans erwachsener Boys-Love-Geschichten mit emotionalem Kern definitiv empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Es geht heiß weiter

Ambrosia 3
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Mit „Ambrosia 3“ setzt die prickelnde Yaoi-Reihe ihre Geschichte zwischen Lust, Machtspiel und echten Gefühlen konsequent fort. Im Mittelpunkt stehen erneut Ryusei – der unter seinem echten Namen Takahiro ...

Mit „Ambrosia 3“ setzt die prickelnde Yaoi-Reihe ihre Geschichte zwischen Lust, Machtspiel und echten Gefühlen konsequent fort. Im Mittelpunkt stehen erneut Ryusei – der unter seinem echten Namen Takahiro lebt und Reo, dessen Begegnung einst als provokantes Spiel begann.

Was als Herausforderung startete – ein erfahrener Callboy, der einem heterosexuellen Sexclub-Host die Lust auf Frauen „austreiben“ will – hat sich längst verkompliziert. In Band 3 rückt besonders die Vergangenheit der beiden in den Fokus. Der Rückblick verleiht ihrer Beziehung mehr Tiefe und zeigt, wie aus körperlicher Anziehung langsam emotionale Verstrickung wurde. Gerade Ryuseis innere Zerrissenheit ist dabei spannend: Er glaubt nicht an eine Zukunft mit einem Hetero, doch Reos Hartnäckigkeit und Charme bringen seine Überzeugungen ins Wanken.

Mit einem Spice-Level von 5 von 5 Chilis ist dieser Band deutlich und unzensiert – die erotischen Szenen nehmen viel Raum ein und sind intensiv inszeniert. Dennoch gelingt es der Geschichte, neben der körperlichen Ebene auch emotionale Konflikte und verletzliche Momente einzubauen. Es geht um Identität, Begehren und die Frage, wo moralische oder persönliche Grenzen verlaufen.

Zeichnerisch bleibt die Serie ihrem sinnlichen, detailreichen Stil treu: ausdrucksstarke Mimik, dynamische Panels und eine ästhetische Inszenierung der intimen Szenen.

„Ambrosia 3“ ist kein sanfter Boys-Love-Titel, sondern eine leidenschaftliche, explizite Fortsetzung für erfahrene Genre-Fans. Wer intensive Erotik mit emotionaler Spannung kombiniert lesen möchte, wird hier fündig – auch wenn die Handlung klar hinter der sinnlichen Komponente zurücktritt.

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