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Chrihart

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ausflippen? Sei du selbst!

Ausflippen.
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Unterhaltsamer Ratgeber für ein besseres Leben in den Wechseljahren

Die Farbgebung des Covers, Rosa und Neongelb, und der umwerfende Titel fallen sofort auf. Das Buch mit dem Titel Ausflippen von Nina ...

Unterhaltsamer Ratgeber für ein besseres Leben in den Wechseljahren

Die Farbgebung des Covers, Rosa und Neongelb, und der umwerfende Titel fallen sofort auf. Das Buch mit dem Titel Ausflippen von Nina Grygoriew, im Kneipp Verlag erschienen, ist ansprechend gestaltet. Die Einleitung ermöglicht einen guten Einstieg ins Thema und durch die persönlichen Erfahrungen der Autorin fühlt sich die Leserin sofort angesprochen und mitgenommen. Die sieben Säulen der Resilienz sind nicht nur Programm, sondern auch gleichzeitig die Überschriften der sieben Kapitel, die die Leserinnen durch die anstrengenden Jahre des Älterwerdens leiten sollen und durchs Buch. Akzeptanz heißt das erste Kapitel und erklärt neben den Zuständen und Symptomen vor allem die Hormone, die alles steuern oder auch nicht. Erstaunlich ist, dass die ellenlange Liste der Symptome den Wechseljahren zugeordnet werden kann. Der Text ist eine gelungene Mischung aus Informationen und Unterhaltung.

Sich selbst erkennen ist einer der Schlüssel im Umgang mit der Veränderung. Nicht alles Beschriebene trifft auf jede zu, ist aber trotzdem interessant. Erfahrungen von anderen in Form von Zitaten und Buchtipps sowie Übungen in rosa Infokästen runden die Kapitel ab. Als Leserin kann man viele Anregungen für den Alltag mitnehmen, z.B.: gut riechender Regen, Schokoladen-Toast, die Zuneigung eines Haustiers und, dass jemand im Job mitgelacht hat - viele kleine Freuden können die zuweilen getrübte Stimmung in den mittleren Jahren entscheidend verbessern und sogar zu mehr Erfüllung bzw. Lebenszufriedenheit führen. Über alles reden, wenn sich die Beziehungen verändern, wird hier als einer der wichtigsten Aspekte herausgehoben. Was will ich? Was kann ich? Was zählt? Nina Grygoriew stellt die Fragen, die im mittleren Alter oft nicht nur bei Frauen auftauchen. Klar ist vieles schon oft geschrieben worden, aber in diesem Ratgeber ist es gut auf den Punkt gebracht.

Die Autorin gibt wunderbare Tipps, wie mit gelingendem Zeitmanagement und Priorisierung die meist hohen Anforderungen trotz Belastung bewältigt werden können. Und Erholung braucht eben Raum für Mini-Pausen. Hier gibt es noch einiges dazuzulernen: Stress kann man tatsächlich einfach wegatmen und bei Mental Overload gibt es verschiedene Strategien, um immer noch effektvoll gute Entscheidungen zu treffen. Mit Hilfe von Wertelisten, Auswertungshilfen und weiteren Fragen nähert sich die Leserin den eigenen Werten an. Es gibt außerdem Übungen, um ins kalte Wasser springen zu üben, also Unsicherheit auszuhalten, mit der frau im mittleren Alter zu kämpfen hat. Nennt sich Ambiguitätstoleranz. Das Credo ist hier also in allen Kapiteln: mutig voran, das Alter ist dabei egal.

Das Schlusswort des Ratgebers, der sich thematisch nicht nur um die Wechseljahre, sondern auch um alles andere in den mittleren Jahren kümmert, nämlich um ein besseres Leben, ist gleichzeitig auch Fazit: Sei du selbst! Auch im fortgeschrittenen Alter oder gerade dann.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Ein neuer Held in der Kinderliteratur

Banditensommer
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Wenn man den Weg mit dem Helden gegangen ist, gibt einem das Zuversicht in diesen düsteren Zeiten und ein gutes Gefühl.

Der Prolog erzeugt sofort Spannung. Die Kapitel des Buchs „Banditensommer“ von Mirjam ...

Wenn man den Weg mit dem Helden gegangen ist, gibt einem das Zuversicht in diesen düsteren Zeiten und ein gutes Gefühl.

Der Prolog erzeugt sofort Spannung. Die Kapitel des Buchs „Banditensommer“ von Mirjam Raymond, im Ueberreuter Verlag erschienen, sind knackig kurz und gut zu lesen. Ich habe sehr gerne die Geschichte gelesen und bin wunderbar berührt und begeistert. Das Buch ist eine echte Entdeckung. Der Schreibstil ist ein Genuss und die Charaktere wachsen einem immer mehr ans Herz. Das erste Kapitel beginnt damit, dass Kroko, eigentlich Korbinian Kroll, mit seinem kleinen Bruder und dem Vater nach Kroatien in die Ferien fährt. Die kroatische Mama und der Vater haben sich zuvor getrennt und der große Bruder ist allein in ein Zeltlager gefahren. Wie das so ist, Kroko streitet sich immer mal mit dem Vater. Er fühlt sich von allen alleingelassen und verraten und kämpft zudem mit seinen Ängsten, vor allem vor Tieren.

Eigentlich will er sich versöhnen, will Frühstück besorgen und begegnet morgens einer Hundebande, die ihm die Tüte aus den Händen reißt. Der Vater glaubt ihm nicht. Nach einem großen Streit kommt die Geschichte ins Rollen, wie bei einem Dominospiel. Kroko will das Richtige tun, aber alles geht schief. Die Dinge verketten sich und plötzlich geraten Kroko und sein Bruder Luis auf ein Schiff und damit in die Fänge einer Gaunerbande, die die Hundebande fangen will. Warum bleibt noch im Ungewissen. Als Leser verfolgt man gespannt die atemlose Geschichte, leidet mit den beiden Kindern mit und ahnt, dass es noch dicker kommen wird. Eine unglaubliche Wendung: die beiden werden von Urlaubern zu blinden Passagieren.

Doch die Suche nach ihnen stockt und die Kinder können derweil ans Land entkommen, allerdings in einer ganz anderen Gegend. Auf der Polizeiwache bricht Chaos aus und die Missverständnisse reihen sich aneinander. Wie können sie das alles aufklären? Kroko ist überfordert. Was sollen sie essen? Wo sollen sie Unterschlupf finden? Ist das Geheimversteck, das sie dann doch noch finden, sicher? Man ist jetzt ganz in dem Geschehen und kann kaum das Buch zur Seite legen. Der Schiffsjunge hat etwas gesehen und das finden wiederum die Gauner auf dem Schiff heraus. Barba, der Hauptbösewicht, nimmt dem Matrosenjungen, der ohne Papiere für ihn gearbeitet hat, alles ab und jagt ihn davon. Nicht ohne ihn zu bedrohen, sollte er etwas verraten. Der Böse bekommt Oberwasser, denn er findet auch heraus, warum der Minister ausgerechnet das eine Rudel einfangen lassen will und kein anderes.

Die Brüder treffen auf das Mädchen Darija und nähern sich den Hunden an. Auch Kroko. Überraschende Wendungen beschleunigen den Puls der Leser. Die Kinder werden verraten und geraten in echte Gefahr. Man kann es kaum aushalten und möchte wissen, ob einem Mitglied des neu zusammengefundenen „Rudels“ etwas zustößt. Der Verräter bereut und versucht, seinen Fehler wieder gut zu machen und holt Hilfe. Aber die Gauner Barba und Jure sind längst am Ziel. Oder? Es passieren immer wieder Dinge, die die Hoffnung des Lesers wieder aufkeimen lassen. Werden Darija und Kroko auch in die Fänge geraten oder gelingt ihnen noch die Rettung von Luis und den Hunden? Kroko wächst über sich hinaus und bezwingt seine Ängste. Er beweist Mut. Aber wird das reichen? Die Ereignisse überstürzen sich und ein gelungener Showdown beginnt in dem verlassenen Schlachthof.

Fazit: Kein Krimiabenteuer ohne Auflösung und Happy End. Auch hier fügt sich alles nach einem erschütternden Finale. Ein neuer Held hat seinen Eingang in die Kinderliteratur gefunden. Kroko und sein Rudel gehen unter die Haut und ich kann es nur jedem ans Herz legen, die Geschichte zu lesen. Auch als Erwachsener. Es ist ein Buch, das Krimi und Abenteuer zugleich ist. Ja, es geht um Juwelen. Aber das ist nicht alles. Es handelt sich um eine Geschichte, die von echter Freundschaft, auch zu Tieren, erzählt. Und, dass es sich lohnt, darum zu kämpfen, dass alle in Freiheit leben können. Hier ist ein junger Held, der erst für andere seine Ängste bezwingt, um ihnen helfen zu können. Ein Held wie Richard Löwenherz, ganz bildlich gesprochen. Eben einer mit einem riesengroßen guten Herzen, denn nur bei ihm wirkt der Zauber...

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Die zauberhafte Marie lernt kochen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Kurzmeinung: Marie entdeckt ihr Talent fürs Kochen und die Magie. Ein Buch mit französischem Flair und einer mutigen, sympathischen Hauptfigur.

Man riecht förmlich die salzige Brise und fühlt den hügeligen ...

Kurzmeinung: Marie entdeckt ihr Talent fürs Kochen und die Magie. Ein Buch mit französischem Flair und einer mutigen, sympathischen Hauptfigur.

Man riecht förmlich die salzige Brise und fühlt den hügeligen Sandstrand unter der Picknickdecke, auf der unter anderem hauchdünne Macarons liegen. So der erste Eindruck vom Cover. In dem Kinderbuch „Die Schule am Meer“ von Claudia Schaumann, erschienen im Fischer Sauerländer Verlag, lernt der Leser die zauberhafte Marie kennen, die aber noch nicht weiß, dass sie zauberhaft ist und wie ihre Mutter und Oma zaubern kann. Sie zieht mit ihrer Familie ans Meer, nach Frankreich, wo ihre Mutter einen Job als Köchin angenommen hat.

Frankreich ist die Heimat der Oma. Während Maries Bruder und die kleine Schwester keinerlei Anlaufschwierigkeiten haben, sich einzugewöhnen, tut sich Marie schwer in der neuen Schule. Die Familie wohnt in der alten, zur Wohnung umgebauten Turnhalle, denn ihre Mutter kocht nun für alle Schüler der Schule, die auch Marie besucht. Als ihre Mutter noch etwas regeln muss und Oma für ein paar Tage die Schulküche vertritt, wird Marie in die Geheimnisse der Familie eingeweiht. Zaubern mit Zutaten, das ist das Talent, das Marie von den Frauen ihrer Familie vererbt bekommen hat.

Das Abenteuer nimmt Fahrt auf und als Leser kann man mit der Protagonistin gut mitfühlen. Denn der erste Kochzauber von Marie geht leider gründlich schief, aber Oma lobt sie dennoch für ihren Mut, es ausprobiert zu haben. Überraschenderweise gibt es auch positive Auswirkungen nach dem ersten Zauberversuch. Marie und ihre Mitschülerin Coco verabreden sich nach der Schule, womit Marie nie gerechnet hätte. Außerdem erfährt man, dass die Mutter Zauberei gar nicht gerne anwendet. Wie also wollen Oma und Marie es hinbekommen, dass das Buffet fürs Jubiläumsfest der Schule die drohende Langeweile während der Rede des Rektors verhindern kann? Denn der Rektor droht, wenn das Schulfest nicht gelingt, steht der Job der Schulköchin und somit der Umzug der Familie auf dem Spiel.

Besonders die Marktszene ist sehr gut gelungen und erhöht noch einmal die Spannung. Welcher Marktverkäufer ist denn nun ein magischer und verkauft Marie die magischen Zauberzutaten? Coco und Marie müssen, obwohl Marie vorher einkaufen war, abends alleine in den Wald, um ein bestimmtes Kraut zu finden. Das wird sehr spannend. Auf einmal ist Marie mittendrin in den Vorbereitungen für das Schulfest. Wird sie das alles schaffen? Wird der gemeinsame Kochzauber gelingen? Man fiebert mit ihr mit. Bis zum Schluss geben sie und ihre neue Freundin Coco alles, damit Marie und ihre Familie in der neuen Heimat bleiben können.

Fazit: Die Figuren sind einem sofort sympathisch. Mittels eingestreuter französischer Vokabeln und sinnlicher Beschreibungen der Strandlandschaft zaubert die Autorin eine tolle Atmosphäre ins Buch und erzählt die Geschichte eines schüchternen Mädchens, das über sich hinaus wächst. Der erste Band der Reihe „Maries Glücksküche“ überzeugt und lässt gespannt sein auf einen zweiten Band. Die Illustrationen von Nadine Jessler, mit lockerem Strich gezeichnet, geben den wunderbar leicht erzählten Kapiteln, um im Küchenjargon zu bleiben, noch die besondere Würze.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Von frechen Kerlen und anderen Nachtschwärmern in Berlin

Berliner Bohème
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Direkt zu Beginn des Buchs Berliner Bohème, im Bebra Verlag erschienen, wird der Leser in die Berliner Nächte der 1920er Jahre entführt. Die von der Journalistin Gabi Wuttke (Deutschlandfunk Kultur) zusammengestellten ...

Direkt zu Beginn des Buchs Berliner Bohème, im Bebra Verlag erschienen, wird der Leser in die Berliner Nächte der 1920er Jahre entführt. Die von der Journalistin Gabi Wuttke (Deutschlandfunk Kultur) zusammengestellten Texte des rasenden Reporters Egon Erwin Kisch lassen einen in das „Tanz auf dem Vulkan“-Gefühl der Weimarer Republik eintauchen. Kisch erzählt herrlich launig unter anderem über die wandernden Nachtklubs, die damals nach der gesetzlichen Sperrstunde um ein Uhr illegal in Wohnungen abgehalten wurden. Kisch schreibt: Tausende von Leuten sehen sich um diese Stunde aufs Pflaster gesetzt und müssen nach Hause gehen, obwohl sie dazu gar keine Lust haben.

Die Leser erfahren, dass Schlepper eingesetzt werden, die die Tanzwilligen gegen Geld zu den geheimen Treffen lotsen. Es herrscht eine Mischung aus Glamour, Verruchtheit und Absinth-Kultur. Man tanzt Swing, Charleston, Tango. Künstler, Intellektuelle und Dandys treffen sich, um zu debattieren und zu feiern. Kischs kurze eindrückliche Reportagen zeichnen sich durch Recherche vor Ort aus. Meist berichtet er über Alltagsabenteuer, aber auch über soziale Missstände. Er hat sich beim Schreiben Jack London und Émile Zola zum Vorbild genommen und Literaturgeschichte studiert. Zeitgenossen wie Alfred Döblin haben ihn als Schriftstellerkollegen geschätzt.

Der Autor malt mit Worten und gestaltet seine Texte erzählerisch. In dem Pappband mit Halbleinen und Prägung begleitet Kisch zum Beispiel eine Polizeistreife, hält sich in Cafés und Tanzdielen auf, wundert sich über exzentrische Mode, bei der sich Männer wie Frauen kleiden und Frauen wie Männer, liest die Inserate im Blatt der Heiratslustigen und beschreibt eine Fahrt mit der Untergrundbahn. Er sitzt in dem Sprechzimmer eines Nasenchirurgen, geht ins Theater, zum Sechstagerennen und zur Volkshochschule, besucht eine Vorlesung von Einstein und ein Leichenschauhaus.

Kisch gilt als einer der bedeutendsten Reporter in der Geschichte des Journalismus. Seine Texte wurden von den Nazis als Asphaltliteratur diffamiert und während der Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 und in der Folgezeit verbrannt. Er war gebürtiger Prager Jude und Kommunist und wurde im Februar 1933 aufgrund seiner politischen Haltung und Herkunft verhaftet und dann am 11. März 1933 nach Prag abgeschoben. Später lebte er in Paris, nahm am spanischen Bürgerkrieg teil und emigrierte in die USA und nach Mexiko, bevor er 1946 nach Prag zurückkehrte.

Fazit: Es lohnt sich in jedem Fall, das schön gestaltete Büchlein zu lesen. Wer Kisch kennenlernen will, dem ist die Textsammlung zu empfehlen, in dem auch Briefe an seine Freundin und Mutter enthalten sind. Wuttke ordnet die Texte in einem Nachwort ein. Aber auch Kennern ist der Schmuckband ans Herz zu legen.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Diego und das Geheimnis der Farben

Bunt
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Über eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.

Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich ...

Über eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.

Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich nur eine schwarze Umrisszeichnung mit lockerem Pinselstrich auf blauen Grund. Vermutlich ist die abgebildete Figur Diego, der bei Geräuschen und Stimmen Farben sieht, denn die Brillengläser sind mit Regenbogenfarben ausgemalt. Die Farben der Brille wiederholen sich in der Schrift des Buchtitels. Die Gestaltung gefällt mir gut. Die Illustration ist schlicht und passend. Ich wurde deshalb auf das Buch aufmerksam, um dann den Klappentext zu lesen.

Zur Story: Diego hört Geräusche anders als andere. Er sieht dabei Farben und nicht alle Bilder sind angenehm. Manchmal hilft ihm seine Besonderheit beim Malen. Niemand weiß davon, auch seine Eltern nicht. Die Ärztin hat seine Synästhesie nicht entdeckt. Als ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt, vertraut er sich diesem nach einiger Zeit an.

Sie sind sich sofort sympathisch und haben einiges gemeinsam, Ismael sieht allerdings weniger Farben statt mehr. Er ist farbenblind. Ismael ist ein Trennungskind und von Köln nach Hamburg gezogen. Seine Mutter kommt aus Äthiopien und sie sind nicht so gut situiert wie andere Familien in der Klasse. Ismael vermisst seinen Vater und den Basketballverein.

Schnell teilen sie ein Geheimnis und Diego soll für Ismael lügen. Das ist ihm eigentlich nicht recht, aber Diego kann Ismael kaum etwas abschlagen. Die Leser bekommen mit, wie zwei Außenseiter Freundschaft schließen. Einige Mitschüler lästern über sie und unterstellen, sie seien ein Liebespaar. Die Geschichte lässt sich gut lesen und man möchte wissen, wie es mit den beiden Hauptfiguren weitergeht.

Die Klassenfahrt steht an. Diego und Ismael müssen ihre Komfortzone verlassen. Ismael lässt aber auch nichts unversucht, die Regeln der Jugendherberge zu brechen, damit er nach Hause geschickt wird. Er will vor seinem Vater, der sich in Hamburg angekündigt hat, beim Basketball glänzen. Außerdem hofft er, dass er durch einen Scout eine Empfehlung für eine Sport-Elite-Schule bekommt. In seine Aktionen zieht er Diego mit rein. Aber Rohde, der Lehrer, denkt gar nicht daran, seine Schüler nach Hause zu schicken.

Und dann wird Diego auch noch maßlos enttäuscht. Ausgerechnet auf der Nachtwanderung geht er verloren... Mitfühlend folgt man der Geschichte um die noch fragile Freundschaft zwischen den beiden Schülern. Es ist fast rührend, dass beide merken, was sie bedeutet und, dass die anderen Mitschüler ebenfalls an ihrer Seite sind. Die kleinen Abenteuer der Klasse sind wunderbar authentisch. Man mag alle Figuren und mittlerweile auch den Lehrer Rohde.

Was weiter passiert, wird hier nicht verraten. Allerdings hat das Buch ein gutes Ende und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein. Ich finde, das Buch verlangt nach einer Fortsetzung. Denn die beiden, Diego und Ismael, sind ein klasse Team, von dem man gerne weiteres lesen möchte. Die Geschichte der beiden eignet sich für die 5./6. Klasse und wird auch noch älteren Lesern Spaß machen.

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