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Veröffentlicht am 10.03.2026

Nicolaus von Verdun

Der Schrein der Könige
9

Goldschmied Nicolaus verlässt nach einem schweren Schicksalsschlag mit seinen drei Kindern Louis, Anne und dem kleinen Bastien seine Heimat Verdun, um in Köln einen Schrein für die Gebeine der Heiligen ...

Goldschmied Nicolaus verlässt nach einem schweren Schicksalsschlag mit seinen drei Kindern Louis, Anne und dem kleinen Bastien seine Heimat Verdun, um in Köln einen Schrein für die Gebeine der Heiligen Drei Könige anzufertigen. Angekommen in Köln wird er jedoch nicht bereits freudig erwartet, sondern muss sich den Auftrag erkämpfen. Wichtig ist dabei die Figur des Jilles, ein Geistlicher, der dem Erzbischof direkt unterstellt ist.
Über den Erschaffer des Schreins ist nicht viel mehr als sein Name bekannt, so dass die Autorin hier freie Hand hatte und geschickt Fiktion und historische Fakten miteinander verbunden hat. So hat sie uns auch das alltägliche Leben in Köln an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert näher gebracht, aber auch die Politik des Reiches, Kreuzzüge und die Bedeutung von Reliquien. Und immer wieder auch die Goldschmiedearbeiten.
Lebendige Geschichte und ich habe nun Lust bekommen, mal wieder nach Köln zu fahren, um mir den Schrein - nun mit anderen Augen - anzusehen.
Lediglich am Ende haben sich meiner Meinung nach die Ereignisse überstürzt, hier hätte ich mir anderes gewünscht, aber insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich habe es gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 09.03.2026

Anfang der 1990er Jahre

Die Reise ans Ende der Geschichte
0

Die Welt ist im Umbruch, der Eiserne Vorhang ist gefallen, es gibt nicht mehr die jahrelange Trennung zwischen Ost und West. Und das ist natürlich nicht einfach für einen Doppelspion, denn der alte Feind ...

Die Welt ist im Umbruch, der Eiserne Vorhang ist gefallen, es gibt nicht mehr die jahrelange Trennung zwischen Ost und West. Und das ist natürlich nicht einfach für einen Doppelspion, denn der alte Feind ist jetzt kein Feind mehr, die Sowjet-Union existiert nicht mehr.
Dieter Germeshausen war nie sonderlich gut als Doppel-Spion, aber dennoch ist er wichtig, denn er ist im Besitz von brisanten Informationen. Gleich zu Beginn befinden wir uns in Kasachstan und Dieter wird vergiftet. Dann gibt es einen Zeitsprung zurück, wir befinden uns in Rom.
Das Buch ist hauptsächlich abwechselnd aus den Perspektiven von Dieter und dem jungen Dichter Jakob Dreiser geschrieben.
Jakob Dreiser freut sich, hinter die Mauern der Botschaft zu schauen, er hat in der Schule Russisch gelernt, ist recht erfolgreich als Dichter und wirkt ein wenig gelangweilt und braucht etwas mehr Pepp in seinem Leben. Und so wird er von Dieter als Spion angeworben.
Eine skurrile Geschichte entwickelt sich im Verlauf des Buches, mit ganz viel 90er Jahre Flair - Mode, Musik, Politik,... - und anfangs hatte ich ganz viele Fragen an das Buch. Ein Buch, das sich abhebt und anders ist, kein klassischer Spionageroman, aber mit vielen "Seitenhieben" auf diese Romane.

Veröffentlicht am 07.03.2026

Zurück in die Floating World

Der Junge aus dem Reich der Schatten (Floating World-Dilogie, Band 2)
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Ja, zurück, denn der erste Band endete so spannend und sollte unbedingt vorher gelesen werden, um die Geschichte zu verstehen.
Es gibt zwar ein paar gute Rückblicke, aber die sind meiner Meinung nach auch ...

Ja, zurück, denn der erste Band endete so spannend und sollte unbedingt vorher gelesen werden, um die Geschichte zu verstehen.
Es gibt zwar ein paar gute Rückblicke, aber die sind meiner Meinung nach auch nur dann zu verstehen, wenn man die Geschichte kennt und sind eher so Erinnerungshilfen.
Die Perspektiven sind die bekannten aus dem ersten Teil. Die Charaktere entwickeln sich gut weiter, es gibt einige emotionale Momente für Sunho und Ren und zu Jaeil erfährt man auch mehr.
Wieder eine schöne, an die koreanische Mythologie angelehnte Geschichte, über die ich langsam mehr erfahre.
Insgesamt gesehen ist dies für mich ein gelungener Abschluss der Dilogie und am Ende blieben keine offenen Fragen und ich habe die Protagonisten gerne begleitet.

Veröffentlicht am 07.03.2026

Identität

Real Americans
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Lily Chen arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem Medienunternehmen und trifft auf der Weihnachtsfeier auf Matthew, den Sohn eines superreichen Pharmaunternehmers, der ein ganzes Imperium an Firmen ...

Lily Chen arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem Medienunternehmen und trifft auf der Weihnachtsfeier auf Matthew, den Sohn eines superreichen Pharmaunternehmers, der ein ganzes Imperium an Firmen besitzt. Aber ist sie käuflich? Soll sie sich auf ihn einlassen?
Interessanterweise gibt es bereits eine Verbindung zur Familie von Matthew.
Der zweite Teil spielt Jahre später und wird aus Sicht von Nick, Lilys Sohn erzählt. Er ist bei seiner Mutter aufgewachsen, kennt seinen Vater nicht. Nick jobbt auf einer Austernfarm und die Auster auf dem Titelbild kommt immer wieder in dem Roman vor, auch wenn sie dann doch eher eine Nebenrolle spielt.
Lily ist in den USA geboren, ihre Eltern haben ihr kein Chinesisch beigebracht, Nick hat aus anderen Gründen keine Verbindung zu China - um es mal so kryptisch auszudrücken.
Der dritte Teil ist aus einer weiteren Perspektive geschrieben.
Es geht unter Anderem um Genetik, Heimat, Familie und auch ein klein wenig Mystik, die Geschichte (chinesischer) Einwanderer, die USA und so viel mehr.
Mir hat das Buch gut gefallen, die Familiengeschichte steht nicht im Zentrum und wird auch am Ende nicht konsequent zu Ende erzählt. Weitere Themen kann ich schlecht ohne Spoiler nennen.
Der Schreibstil gefiel mir gut und der Roman hat mir so einige Denkanstöße gegeben.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Charlie Hall ist wieder da

Thief of Night
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Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich "Book of Night", den ersten Teil der Reihe, gelesen habe, und ich hatte anfangs doch so einige Schwierigkeiten, bis ich wieder in dieser Welt "angekommen" war, ...

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich "Book of Night", den ersten Teil der Reihe, gelesen habe, und ich hatte anfangs doch so einige Schwierigkeiten, bis ich wieder in dieser Welt "angekommen" war, aber dann hat mir das Buch doch gefallen. Allerdings würde ich hier doch empfehlen - wenn möglich - die beiden Bände zeitnah nacheinander zu lesen, dann ist der Lesegenuss sicherlich größer.
Charlie Hall ist wieder da und die Probleme sind leider nicht aus der Welt geschafft worden und sie hat wieder ordentlich zu kämpfen. Eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, eine, der eben nicht alles so ganz nebenbei gelingt und eine, die nicht immer nur meine Sympathien hatte.
Und auch die Liebesgeschichte verläuft nicht klischeehaft. Aber mir haben die anderen Aspekte des Buches eh besser gefallen.
Der Schreibstil von Holly Black hat mir wieder gefallen und auch ihre ganz eigene Geschichte, die sicherlich nicht den Mainstream-Geschmack treffen wird.