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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Das Erbe der Vorfahren

Die unsichtbare Hand
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Die Ghostwriterin Olivia ist finanziell am Ende, nachdem sie sich über einen anderen Autor, der ein frauenfeindliches Buch geschrieben hat, öffentlich negativ geäußert hat und an ihn einen hohen Betrag ...

Die Ghostwriterin Olivia ist finanziell am Ende, nachdem sie sich über einen anderen Autor, der ein frauenfeindliches Buch geschrieben hat, öffentlich negativ geäußert hat und an ihn einen hohen Betrag als Schadenersatz zahlen muss. Zwangsweise nimmt sie einen Auftrag Ihres Vaters an, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat. Sie soll seine Geschichte schreiben - die Geschichte vom Doppelmord an seinen beiden Geschwister vor 50 Jahren. Ihr Vater stand zeitlebens unter Tatverdacht und Olivia möchte nun die Wahrheit ans Licht bringen.

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen und wechselt zwischen 1975 und 2024. Außerdem wird es aus der Perspektive von Olivia, ihrem Vater und der getöteten Poppy erzählt, was es noch interessanter macht.

Es handelt sich um einen spannenden Thriller.
Julie Clark beschreibt aber auch die Zeit der Siebziger sehr anschaulich, den Kampf um Gleichberechtigung, wie sich Entscheidungen und das Leben von Großeltern und Eltern auf das eigene Leben auswirken und welchen Einfluss Ihre Erziehung auf unser Leben hat. Olivia kann durch das, was sie entdeckt, das Verhalten ihres Vaters besser verstehen, und findet zu sich selbst.

Man hinterfragt auch seine eigenen Erinnerungen, da die Autorin zeigt, dass man vermeintlichen Erinnerungen nicht immer trauen kann.
Die Hauptpersonen können am Schluss über die Täterschaft nur Vermutungen anstellen, der Leser erfährt dies jedoch und hat damit einen Wissensvorsprung.

Ich fand das Buch spannend und fesselnd aufgebaut und kann es auf jeden Fall empfehlen, auch wenn es für mich nicht an "Der Tausch" von Julie Clark heranreicht.

Veröffentlicht am 24.07.2025

„Verdrängt, vergessen, ignoriert“

Der Sommer am Ende der Welt
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So beginnt der Klappentext in Eva Völlers neustem Roman, den sie als Stimme für ihre Geschwister, die Verschickungskinder waren, geschrieben hat.

Millionen von Kindern waren in der Nachkriegszeit allein ...

So beginnt der Klappentext in Eva Völlers neustem Roman, den sie als Stimme für ihre Geschwister, die Verschickungskinder waren, geschrieben hat.

Millionen von Kindern waren in der Nachkriegszeit allein zu Kinderkuren geschickt worden. Eltern-Kind-Kuren gab es damals nicht. Viele von ihnen machten traumatische Erfahrungen, die bis in die Gegenwart Auswirkungen auf sie haben. Eva Völler stellt deshalb an den Anfang ihres Buches eine Triggerwarnung.

Die Journalistin Hanna möchte über dieses Thema einen Artikel schreiben und reist gemeinsam mit ihrer Tochter Hanna auf die Insel Borkum in ein Luxushotel, welches in den 60er Jahren ein Kinderkurheim war. Ihr Mutter hat dort als Verschickungskind Erfahrungen gemacht, die sie fast vollständig verdrängte. Nicht bei jedem kommen Hannas Recherchen gut an und sie fördert Dramatisches zu Tage.

Die Autorin bettet die sehr bedrückenden Erfahrungen der Kinder in eine bzw. mehrere Liebesgeschichte(n) ein, die sich in meinen Augen etwas zu schnell entwickeln und teilweise etwas sehr „blumig“ beschrieben wurden. Dennoch fand ich es gut, wie Eva Völler das Buch aufgebaut hat. Durch die Liebesgeschichte wird der bedrückende Part des Buches abgemildert.
Neben der Liebesgeschichte gibt es die Erzählungen einer als Kind Betroffenen und das Tagebuch einer Erzieherin, die aus verschiedenen Perspektiven die furchtbare Behandlung der Kinder schildern.

Das Buch ist äußerst spannend geschrieben, lässt sich flüssig lesen und es werden viele gesellschaftliche Themen aufgegriffen: wie geht man mit seinem pubertierenden Kind um, welche Freiheiten lässt man ihm, was passierte in vielen Kinderheimen, reagierten die Eltern nach der Rückkehr der Kinder überhaupt auf die traumatisierende Behandlung, der unethische Einsatz von Medikamenten, Gewichtszunahme versus Bewegung, Kinderkurheim als Goldgrube.
Die Autorin spricht auch Themen des dritten Reiches an wie z. B. das „Kinder-Kz“ Litzmannstadt und man bekommt Anregungen, sich mit verschiedenen Themen weiter auseinanderzusetzen.

Die Insel Borkum ist sehr wirklichkeitsgetreu beschrieben. Am 30.07.25 wird dort eine Erinnerungsstätte zur Anerkennung des Leids der ehemaligen Verschickungskinder eingeweiht.

„Der Sommer am Ende der Welt“ - ein Buch, das ich empfehlen kann und das mich sehr berührt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2026

Mal schnell ein bisschen achtsam

Einatmen. Ausatmen.
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„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene ...

„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene Buchholz, eine hochkompetente, aber empathielose Spitzenmanagerin, die um beruflich weiterzukommen ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach in einem Schloss absolvieren muss. Ohne Seminar kein Job als Vorstandsvorsitzende.
Ihr Gegenpol ist der Coach Alex Grow, dessen wirklicher Name gar nicht Grow ist und der sich bei seinem kometenhaften Aufstieg selbst verloren hat. Er befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und kann seine Akademie nur retten, wenn er mit dem Coaching von Marlene Erfolg hat.
Das klang in meinen Augen nach einem Buch mit spritzigen Dialogen. Ich hatte auch erwartet, dass der Autor den Gegensatz von Achtsamkeit und dem privilegierten Leben im Schloss auf die Schippe nimmt.
Es sind einige witzige und zum Teil skurrile Szenen zu finden, das Buch ließ sich prima lesen und war amüsant. Es regte zum Nachdenken an, auch wenn es sich eher um „Alltagspsychologie“ handelt.
Marlenes komplette Wandlung war für mich allerdings unglaubwürdig.
Auch wenn der Roman hinter meinen Erwartungen zurückblieb, fand ich ihn berührend und unterhaltsam. Schade, dass es keine halben Sterne gibt – ansonsten 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Für mich kein Highlight

The Woman in Suite 11
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Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in ...

Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz und sieht darin ihre Chance, ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.

Nach der Ankunft stellt sich heraus, dass noch weitere Personen eingeladen wurden, welche seinerzeit auf dem Schiff waren. Damit schafft Ruth Ware eine spannende Grundlage für das Buch, da man bereits ahnt, dass die Einladung keineswegs nur erfolgt ist, um das neue Luxushotel zu begutachten. Auch Carrie aus dem Vorgängerbuch taucht wieder auf.

Es ist keine Voraussetzung, „The Woman in Cabin 10“ gelesen zu haben, obwohl die Autorin häufig Bezug auf dieses nimmt. Wer es gelesen hat, fragt sich aber, wie Laura jetzt so grenzenlos naiv sein kann. Vielleicht hätte mir „The Woman in Suite 11“ besser gefallen, wenn ich das Vorgängerbuch nicht gekannt und niedrigere Erwartungen gehabt hätte.

Ruth Ware hat einen tollen Schreibstil und lässt sich gut lesen. Für einen richtig guten Thriller fehlte mir jedoch die durchgehende Spannung ihrer bisherigen Bücher. Auch waren Handlung und Charaktere sehr konstruiert und teilweise logisch nicht nachvollziehbar.

Für mich war es aufgrund meiner hohen Erwartungen kein Highlight und nicht das beste Buch der Autorin. Wer ihre anderen Bücher nicht kennt, dem gefällt es bestimmt.

Veröffentlicht am 03.01.2026

Spannender Anfang, leider stark nachlassend

Belladonnas
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Vom Anfang war ich begeistert. Die Story ist zwar an sich nichts Neues, hatte aber durchaus spannendes Potential durch die Übertragung des Plots in die Welt von Social Media. Außerdem ist der Schreibstil ...

Vom Anfang war ich begeistert. Die Story ist zwar an sich nichts Neues, hatte aber durchaus spannendes Potential durch die Übertragung des Plots in die Welt von Social Media. Außerdem ist der Schreibstil fesselnd.
Es geht um die Zwillinge Julie und Chloe, die in unterschiedlichen Familien aufwachsen. Julie bei ihrer Tante, ungeliebt und in bescheidenen Verhältnissen, Chloe in einer luxuriösen Umgebung. Während erstere kaum über die Runden kommt, lebt Chloe als bekannte Influencerin in der Welt der Schönen und Reichen. Als Chloe unter seltsamen Umständen stirbt, schlüpft Julie in ihre Rolle und lernt die Belladonnas kennen. Julie stellt schnell fest, dass nichts ist, wie es scheint.
Leider hielt das Buch für mich nicht, was der Einstieg versprach.
Gut fand ich, dass gesellschaftliche Probleme angesprochen wurden, dies in meinen Augen aber zu klischeehaft.
Die ersten zwei Dritteln waren noch spannend. Dann kam es zu einem Bruch und die Handlung wurde für mich so seltsam und „abgefahren“, dass ich überlegt habe, das Buch nicht mehr fertig zu lesen.
Schade um das verschenkte Potential.
Ein toller Anfang, ein tolles Cover, aber nach zwei Dritteln nicht mehr überzeugend.