Darstellung von Trauer
Eigentlich wollte ich das nicht schreibenMeine Meinung
Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen ...
Meine Meinung
Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester Darina verarbeitet Nola ihren Verlust, indem sie ein Buch schreibt. Als dieses verfilmt werden soll, muss sie erneut die Zustimmung ihrer Familie einholen. Dadurch werden alte Konflikte und unterschiedliche Sichtweisen auf die gemeinsame Vergangenheit sichtbar.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin keine "einfachen Antworten" gibt. Stattdessen zeigt sie, wie unterschiedlich Menschen denselben Verlust erleben und wie schwer es sein kann, Familie und die eigene Wahrheit miteinander zu vereinbaren. Nola wirkt mit ihren Zweifeln und Schuldgefühlen sehr authentisch, sodass ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte glaubwürdig ist.
Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, sodass man leicht in die Geschichte hineinfindet. Die Familienkonflikte wirken lebensnah und die nachdenkliche Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman.
Über die Autorin
Freya Bromley ist eine britische Autorin und Journalistin. In THE TIDAL YEAR setzte sie sich mit dem plötzlichen Tod ihres Bruders auseinander; das Memoir stand 2023 auf der Shortlist der Nero Book Awards. Sie schreibt über Liebe, Verlust und die heilende Kraft der Natur. Ihre Texte erschienen u.a. bei LONELY PLANET, FINANCIAL TIMES und NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELLER. Dies ist ihr Romandebüt.
Quelle: Verlag / vlb