Profilbild von Booklove91

Booklove91

Lesejury Star
offline

Booklove91 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Booklove91 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2026

Darstellung von Trauer

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
0

Meine Meinung

Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen ...

Meine Meinung

Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester Darina verarbeitet Nola ihren Verlust, indem sie ein Buch schreibt. Als dieses verfilmt werden soll, muss sie erneut die Zustimmung ihrer Familie einholen. Dadurch werden alte Konflikte und unterschiedliche Sichtweisen auf die gemeinsame Vergangenheit sichtbar.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin keine "einfachen Antworten" gibt. Stattdessen zeigt sie, wie unterschiedlich Menschen denselben Verlust erleben und wie schwer es sein kann, Familie und die eigene Wahrheit miteinander zu vereinbaren. Nola wirkt mit ihren Zweifeln und Schuldgefühlen sehr authentisch, sodass ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte glaubwürdig ist.

Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, sodass man leicht in die Geschichte hineinfindet. Die Familienkonflikte wirken lebensnah und die nachdenkliche Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman.


Über die Autorin

Freya Bromley ist eine britische Autorin und Journalistin. In THE TIDAL YEAR setzte sie sich mit dem plötzlichen Tod ihres Bruders auseinander; das Memoir stand 2023 auf der Shortlist der Nero Book Awards. Sie schreibt über Liebe, Verlust und die heilende Kraft der Natur. Ihre Texte erschienen u.a. bei LONELY PLANET, FINANCIAL TIMES und NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELLER. Dies ist ihr Romandebüt.

Quelle: Verlag / vlb

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2026

Sammlung von Momentaufnahmen - Stories

Ein gutes Gespür
0

Meine Meinung

Ich mag Bücher, die kurze Geschichten beinhalten, es ist toll für Zwischendurch, wenn man auch mal keine Zeit hat ein ganzes Buch zu lesen, bei welchem man eine Zeit "dran bleiben" möchte. ...

Meine Meinung

Ich mag Bücher, die kurze Geschichten beinhalten, es ist toll für Zwischendurch, wenn man auch mal keine Zeit hat ein ganzes Buch zu lesen, bei welchem man eine Zeit "dran bleiben" möchte. Beim Lesen von "Ein gutes Gespür" hatte ich oft das Gefühl, dass Jess Gibson genau weiß, wie man eine Szene so anlegt, dass sie harmlos beginnt und dann plötzlich eine "Schieflage" bekommt. Besonders stark fand ich die Geschichten, in denen etwas Alltägliches langsam kippt. Die Episode mit dem verschwundenen Talisman, der später an einem völlig falschen Ort wieder auftaucht, hat mich beim Lesen richtig erwischt. Die Sprache ist kontrolliert, manchmal fast kühl.

Gibson ist sehr gut darin, soziale Dynamiken sichtbar zu machen.Manchmal beginnt eine Geschichte ganz ruhig, man ahnt überhaupt nicht, welche Entwicklung diese nimmt, wie z.B. Linear A oder Kissenschliff. Aber nicht jede Geschichte erreicht dieses Niveau, und manchmal hatte ich das Gefühl, mit der ein oder anderen Story nicht ganz so warm geworden zu sein oder zu früh endet.


Über die Autorin

Jess Gibson, geboren in Kanada, besuchte als Kind Schulen in England, Deutschland, den USA, Australien und Frankreich. Später studierte sie in Toronto und promovierte in Kunstgeschichte an der Yale University. Sie spricht fließend Französisch, Deutsch und Italienisch und lebt mit ihrer Familie in Brooklyn.

Quelle: Verlag / vlb



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2026

Doppelbuchung

Meeresdunkel
0

3,5 / 5 Sterne

Beim Lesen von "Meeresdunkel" hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass Till Raether eine starke, bedrückende Atmosphäre erschafft. Die abgelegene Finca, die Klippen, das aufziehende Unwetter ...

3,5 / 5 Sterne

Beim Lesen von "Meeresdunkel" hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass Till Raether eine starke, bedrückende Atmosphäre erschafft. Die abgelegene Finca, die Klippen, das aufziehende Unwetter und die merkwürdige Doppelbuchung erzeugen ein Gefühl von Unruhe, das mich durchaus gefesselt hat. Gleichzeitig wurde für mich aber immer deutlicher, dass der Roman sehr viel auf einmal hineinpackt: die Tretbootfahrt im Unwetter, der Sturm, der umgefallene Baum, die plötzliche Unmöglichkeit, das Gebäude zu verlassen, der Dachboden. Diese Häufung von Ereignissen wirkte auf mich teilweise too much.

Unglaubwürdig fand ich die Reaktionen der Sanitäter. Für mich passte ihr Verhalten nicht zu einer realistischen Notsituation und riss mich dadurch aus der Geschichte heraus.

Das Gefühl der Isolation, die Spannung zwischen den Familien und die unterschwellige Bedrohung sind stark umgesetzt. Im letzten Drittel zieht die Handlung spürbar an, und die Auflösung fand ich durchaus gelungen.

Insgesamt ist "Meeresdunkel" für mich ein atmosphärischer, aber stellenweise überfrachteter Spannungsroman. Die Grundidee hat mich überzeugt, doch die Vielzahl an dramatischen Elementen und sehr starken Zusammenhängen gebe Punktabzüge.

Trotzdem bleibt das Buch für mich interessant genug, um es als ungewöhnliche, düstere Urlaubsgeschichte einzuordnen.


Klappentext

Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag – in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.

Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.

Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.

Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben …


Über den Autor

Till Raether, geboren 1969 in Koblenz, arbeitet als freier Autor in Hamburg, u.a. für das SZ-Magazin. Er wuchs in Berlin auf, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Amerikanistik und Geschichte in Berlin und New Orleans und war stellvertretender Chefredakteur von Brigitte. Sein Sachbuch Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? stand 2021 wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Sein Kriminalroman Sturmkehre, Band 7 seiner Danowski-Reihe, wurde 2025 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet, bereits mit Treibland und Unter Wasser war er nominiert. Meeresdunkel ist sein erster Thriller. Till Raether ist verheiratet und hat zwei Kinder.

(Quelle rowohlt)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2026

Kettenreaktion

Die Lieferantin
0

Inhalt:
London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Ein Drogenhändler treibt tot in der Themse, ein Schutzgelderpresser verschwindet spurlos. Ellie Johnson weiß, dass auch sie in Gefahr ist – sie leitet ...

Inhalt:
London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Ein Drogenhändler treibt tot in der Themse, ein Schutzgelderpresser verschwindet spurlos. Ellie Johnson weiß, dass auch sie in Gefahr ist – sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert.
Die Sache hat nur einen Haken – die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Ellie beschließt zu kämpfen – ihre Gegner sind mächtig, und sie lauern an jeder Straßenecke.


Meine Meinung:
Der Schutzgeldeintreiber Gonzo, der für eine der bekanntesten Drogenbanden Londons arbeitet, verschwindet spurlos und dies löst eine Kettenreaktion aus. Die Boyce-Bande möchte dies aufklären und schreckt vor Gewalt nicht zurück. Dazu noch die unbekannte "Lieferantin" – niemand weiß wer dahinter steckt, jedoch verkauft sie zufriedenstellend Ware und das mit extrem kurzen Lieferzeiten – und dabei agiert sie in dem Territorium der bestehenden Drogenhändler Londons.

Wenn ich das Buch in einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen es geht um Drogen, Drohnen, Geld und Gewalt.

Die Idee der Drohnen und der Drogenauslieferungen war sehr interessant. Die Drohnen wurden aufwendig entwickelt und hatte die ein oder andere Funktion, welche anderen später zum Verhängnis wurden.

"Für den Fall, dass sie von ihrer route abkam, festgehalten wurde, über einen längeren Zeitraum den Kontakt zur Basis verlor oder sonst was Ungeplantes geschah, löschte sieihre Programmierung vollständig."

Der Einstieg ist sehr gelungen und man findet sofort Gefallen an dem Buch.

Ein solider Thriller – wobei ich diesen wohl weniger als solchen einstufen würde, da er zwar spannend war aber mich nicht permanent gefesselt sonder eher unterhalten hat.

Die kniffliegen Zusammenhänge und Wendungen haben mit dem Schluss wirklich eine tolle Abrundung des Buches gefunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2026

düsteres Romantasy‑Debüt

The Ordeals
0

Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "The Ordeals". Am meisten mochte ich die Atmosphäre, die dunkle, spannungsgeladene Welt konnte mich auch zu Beginn gleich in den Bann ziehen.

Sophia ...

Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "The Ordeals". Am meisten mochte ich die Atmosphäre, die dunkle, spannungsgeladene Welt konnte mich auch zu Beginn gleich in den Bann ziehen.

Sophia hat mich berührt: eine junge Illusionistin, die unter der Kontrolle ihres Onkels steht und deren Magie sie körperlich auslaugt. Ihr verzweifelter Wunsch, an Killmarth aufgenommen zu werden, um endlich frei zu sein, hat für mich die emotionale Wucht der Geschichte ausgemacht. Die brutalen Prüfungen wirkten dabei weniger wie Action, sondern eher wie psychologische Belastungstests, die mich beim Lesen richtig mitfiebern ließen.

Die Mischung aus Romantasy und Dark‑Academia‑Atmosphäre hat mich stark angesprochen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass manche Tropes (sehr) vorhersehbar sind und sich das Buch an einigen Stellen sehr vertraut /bekannt anfühlt.

Fazit-> "The Ordeals" ist für mich ein gutes atmosphärisch starkes und packendes Debüt - ich bin auf die Fortsetzung gespannt


Klappentext

Sophia ist seit ihrer Kindheit an ihren grausamen Onkel, den Sammler, gebunden, nachdem er einen Blutsbund von ihr gefordert hat. Als sie von Killmarth erfährt, einer Elite-Akademie für Magiebegabte außerhalb der Kontrolle des Sammlers, sieht sie darin ihre Chance, sich von ihm zu befreien. Aber um dort aufgenommen zu werden, muss sie in brutalen Prüfungen gegen andere Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten antreten. Nur die Mächtigsten werden diese »Ordeals« überleben. Sophia weiß, dass ihre Fähigkeiten als Illusionistin zu schwach sind und tut sich mit dem mächtigen (und unerträglich attraktiven) Botaniker, Alden Locke, zusammen. Um lebend herauszukommen, muss sie ihre Magie stärken und herausfinden, wer Rivale und wer Verbündeter ist. Denn jetzt muss sie nicht nur ihr Herz schützen, sondern auch ihr Leben. Ist Sophia in ihrer Eile, dem Sammler zu entkommen, direkt in eine tödliche Falle geflüchtet?

Über die Autorin

Rachel Greenlaw wuchs in Nord-Cornwall auf, umgeben von wilden Moorlandschaften. Sie studierte Englisch mit kreativem Schreiben an der Universität Falmouth, bevor sie auf eine Insel im Atlantik zog, wo sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere