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Veröffentlicht am 16.04.2026

Vom iranischen Militär zum Verfolgten

Krieger Gottes
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Abdull soll in den Fußstapfen seines Großvaters treten, der ein einflussreicher Ayatollah ist. Schon als kleines Kind wird ein schmerzhaftes Initiationsritual an ihm vollzogen, ohne dass er vorher etwas ...

Abdull soll in den Fußstapfen seines Großvaters treten, der ein einflussreicher Ayatollah ist. Schon als kleines Kind wird ein schmerzhaftes Initiationsritual an ihm vollzogen, ohne dass er vorher etwas davon ahnt. Er wird dann auf eine Koranschule geschickt, in der die Schüler streng diszipliniert werden. Als Jugendlicher entscheidet er sich einen anderen Weg einzuschlagen. Er will Soldat werden. Trotz des Widerstands seiner Familie setzt Abdull sich durch.

Bereits mit 13 Jahren beginnt seine harte militärische Ausbildung. Bald dient der ausgezeichnete Krieger in einer geheimen Spezialeinheit. Mit dem Sturz des Schahs steht er jedoch plötzlich auf der Seite des Feindes.

Neben seiner militärischen Karriere spielt der Glaube eine große Rolle in seinem Leben. Er sehnt sich nach Allahs Wohlgefallen. Es müsste doch ganz einfach sein, überlegt er, Christen vom Islam zu überzeugen und damit bei Allah zu punkten. Zielstrebig verfolgt er seinen Plan.

Dieses spannende Buch erzählt die Geschichte eines iranischen Soldaten auf der Suche nach einem erfüllenden Glauben. Die Ereignisse liegen zwar Jahrzehnte zurück, doch die Geschichte ist höchst aktuell und hilft den jetzigen Irankonflikt besser zu verstehen und für die Menschen im Land zu beten.

Das Buch erklärt verständlich, was Muslime glauben und wie sich das vom Christentum unterscheidet. Es zeigt außerdem, wie gefährlich es für einen Christen in einem muslimischen Land sein kann. Das Ende ist etwas enttäuschend, da die Geschichte recht abrupt endet. Es wäre interessant gewesen, mehr aus Abdulls Leben zu erfahren.

Fazit: Ein bewegendes und herausforderndes Glaubenszeugnis aus dem Iran. Die Schilderungen militärischer Einsätze und einiger brutaler Szenen machen das Buch stellenweise schwer zu lesen. Dennoch lohnt sich dieser eindringliche Blick in ein geheimnisumgebenes Land. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 02.04.2026

Mutig einen neuen Weg gehen

Das Wagnis der Wäscherin
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Wäscherin in einem Gasthaus: Das scheint alles andere als eine lukrative Arbeitsstelle zu sein. Doch es ist genau das, was Sara will. Im Hinterhof der Wirtschaft kann sie in Ruhe ihre Arbeit machen. Dort ...

Wäscherin in einem Gasthaus: Das scheint alles andere als eine lukrative Arbeitsstelle zu sein. Doch es ist genau das, was Sara will. Im Hinterhof der Wirtschaft kann sie in Ruhe ihre Arbeit machen. Dort fühlt sie sich sicher vor den Menschen, denen sie nie mehr begegnen will.

Ein Mädchen aus der Nachbarschaft ist tagsüber im selben Gasthof. Zusammen mit den Töchtern der Wirtin soll Evie dort die Schulbank drücken. Sie ist zwar nicht gerne da, doch ihr verwitweter Vater scheut sich vor der Alternative, das junge Mädchen auf ein Internat zu schicken. Wann immer sie kann, schlüpft Evie aus dem ungeliebten Klassenzimmer, um bei Sara zu sein.

Dieser historische Roman spielt in Toronto im Jahr 1837. Die kanadische Stadt ist zu dieser Zeit noch klein und doch bestehen große Unterschiede zwischen Arm und Reich. Die Wohlhabenden in dieser britischen Kolonie sind zufrieden mit der Regierung, doch die Benachteiligten versprechen sich von einem unabhängigen Land mehr Chancengleichheit.

Im Hintergrund bewegt ebendieser Konflikt die Charaktere. Dazu schildert der Roman auf anschauliche Weise das Stadtleben in den Anfangsjahren Kanadas. Neben eindrücklichen Beschreibungen, ist die Geschichte auch sehr spannend, denn erst nach und nach wird klar, welche Geheimnisse die Charaktere mit sich tragen.

Sara, Evie und ihr Vater stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Sie sind sympathisch gezeichnet. Ihre Selbstzweifel und Sorgen werden ebenso deutlich wie ihr Mitgefühl für andere und ihre Bereitschaft für andere da zu sein.

Wie bei jeder spannenden Erzählung enthält die Geschichte natürlich auch Schurken. Dazu kommt jede Menge prickelnde Romantik. Die Liebesgeschichte ist einerseits etwas vorhersehbar, enthält aber auch unerwartete Wendungen. Der Glaube ist in der Erzählung präsent, bleibt aber im Hintergrund. Thematisiert wird vor allem die Frage, ob Gott trotz Leid und unerhörter Gebete vertrauenswürdig ist.

Fazit: Eine spannende und gefühlvolle romantische Erzählung, die einen kleinen Einblick in die Geschichte Kanadas bietet. Einmal angefangen, fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören, da die Charaktere schnell ans Herz wachsen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Frauen, die außergewöhnliche historische und romantische Romane lieben.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Befiehl du deine Wege

Du, meine Seele, singe
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Das Jahr 2026 gilt als Gedenkjahr Paul Gerhardts, der im Jahr 1676, also vor 350 Jahren, gestorben ist. Zahlreiche bekannte Lieder dieses deutschen Dichters sind in evangelischen wie auch in katholischen ...

Das Jahr 2026 gilt als Gedenkjahr Paul Gerhardts, der im Jahr 1676, also vor 350 Jahren, gestorben ist. Zahlreiche bekannte Lieder dieses deutschen Dichters sind in evangelischen wie auch in katholischen Gesangbüchern abgedruckt. Es ist erstaunlich, wie Worte, die vor Jahrhunderten in einer völlig anderen Zeit geschrieben wurden, noch immer das Herz berühren und die Seele zu Gott hinziehen.

Das Leben im 17. Jahrhundert ist hart und von vielen Entbehrungen geprägt: Der Dreißigjährige Krieg, die Pest und andere Seuchen sowie eine hohe Sterblichkeit machen das Leben schwer.

In dieser Zeit lebt und wirkt Paul Gerhardt. Nach einer kirchlichen Ausbildung arbeitet er als Lehrer und Geistlicher, und dichtet daneben hunderte von Liedern. Gewiss sind seine vertrauensvollen Worte von der Not gezeichnet, die auch er erleben muss.

Dieses Buch spurt seinen Lebensweg nach. Das Lesen wirkt wie ein Spaziergang durch ein Museum, das diesem interessanten Dichter gewidmet ist. Die Erzählung verweilt lange bei dem Ringen um das rechte Bekenntnis – reformiert oder lutherisch. Der Gewissenskonflikt Paul Gerhardts in dieser Frage wird sehr gut wiedergegeben.

Wer einen Roman erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, denn dieses Buch ist ein wissenschaftliches Werk, das auf zahlreiche Quellen beruht. Viele davon werden im Original zitiert, und wo es hilfreich ist, zusätzlich erklärt. Die Auswahl zeigt, welche Informationen damals wichtig genug waren, um dokumentiert zu werden. So erhalte ich beim Lesen einen interessanten und sehr guten Eindruck von dieser längst vergangenen Zeit. Besonders wertvoll finde ich die gehaltvollen Interpretationen der abgedruckten Lieder am Ende des Buches.

Fazit: Eine faszinierende Biografie über eine wichtige geistliche Persönlichkeit des 17. Jahrhunderts. Besonders empfehlenswert für Leser, die sich für evangelische Kirchengeschichte interessieren!

Veröffentlicht am 04.03.2026

Die neue Währung: Daten

Der Unsichtbare
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Der Firmenname Palantir ist in Deutschland vielleicht weniger bekannt, doch auch hier wird die Software dieses Unternehmens eingesetzt. Vor allem die Polizei mancher Bundesländer nutzt Palantir zur Analyse ...

Der Firmenname Palantir ist in Deutschland vielleicht weniger bekannt, doch auch hier wird die Software dieses Unternehmens eingesetzt. Vor allem die Polizei mancher Bundesländer nutzt Palantir zur Analyse großer Datenmengen.

Dieses interessante Buch erzählt die Geschichte dieser Firma von ihren unscheinbaren Anfängen bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung. Dabei ist es besonders spannend, dass der Autor den Firmengründer, Alex Karp, persönlich kennt und für dieses Buch viele Interviews mit ihm führt.

Gerade die Lebensläufe von Karp und seinem Mitgründer Peter Thiel sind faszinierend und teilweise überraschend. Die beiden Männer sind sehr unterschiedlich, sowohl was ihre Persönlichkeit betrifft als auch in ihren politischen Ansichten. Es ist aufschlussreich, ihre unterschiedlichen Entwicklungen mitzuverfolgen und zu sehen, wie sie sich ergänzen.

Die Entwicklung Palantirs wird weitgehend chronologisch erzählt. Dabei spielen weltpolitische Ereignisse eine große Rolle, zum Beispiel der 11. September 2001 oder die Covid-Pandemie. Das Buch zeigt anschaulich, wie Krisen das Wachstum des Unternehmens beschleunigen.

Dieses Buch ist gut lesbar und verständlich geschrieben. Ich hatte allerdings erwartet, dass die Problematik des Überwachungsstaates stärker im Mittelpunkt stehen würde. Dieses Thema wird zwar angesprochen, steht aber nicht im Mittelpunkt. Trotzdem ist das Buch definitiv lesenswert, vor allem, um besser zu verstehen, welche Macht Daten in unserer heutigen Zeit besitzen und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

Fazit: Ein aktuelles Buch über ein wichtiges Unternehmen unserer Zeit. Empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich für Zeitgeschehen und Technologie interessieren!

Veröffentlicht am 25.01.2026

Das Abenteuer zu dienen

Die Schattenkinder von Kirgistan
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Gerade erst achtzehn geworden und schon ist Jonathan Bühne allein unterwegs in ein fremdes Land. Sein Weg führt ihn nach Kirgistan, ein kleines Land in Zentralasien, das an China grenzt und in dem Russisch ...

Gerade erst achtzehn geworden und schon ist Jonathan Bühne allein unterwegs in ein fremdes Land. Sein Weg führt ihn nach Kirgistan, ein kleines Land in Zentralasien, das an China grenzt und in dem Russisch gesprochen wird. Seine Aufgabe dort: die Mitarbeit in einem Kinderheim, in dem vernachlässigte und traumatisierte Kinder und Jugendliche leben. Die Erfahrungen mit diesen Kindern, die teilweise fast genauso alt sind wie der Autor selbst, bringen ihn an seine Grenzen und lassen ihn über grundlegende theologische und philosophische Fragen nachdenken.

Dieses Buch ist weniger ein Bericht über Land und Leute in Kirgistan als vielmehr eine Sammlung tiefsinniger Gedanken über soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaftssinn, Nächstenliebe, Gottesferne und Versagen. In 21 Kapiteln berichtet der Autor von seinen Erlebnissen – oft im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, manchmal auch allein unterwegs in der Natur. Jedes Kapitel beginnt mit einem aussagekräftigen Schwarz-Weiß-Foto und einem passenden Zitat. Auf einen erzählerischen Teil folgt jeweils eine Reflexion über Gott und die Welt, in der der Autor auch Denker zitiert, die sich mit ähnlichen Themen auseinandergesetzt haben.

Mit diesem Buch möchte der Autor andere ermutigen, ihre Komfortzone zu verlassen und den Ärmsten zu dienen. Dabei verschweigt er nicht, dass diese herausfordernde und anstrengende Arbeit einen alles kosten kann. Dennoch kommt er zu dem Schluss, dass es sich lohnt, und schreibt: „Denn ich bin überzeugt, dass auch kleine, scheinbar unbedeutende Akte der Nächstenliebe unabsehbare Konsequenzen haben können.“

Sehr wohltuend ist der offene Blick des Autors auf seine eigene Unzulänglichkeit im Umgang mit diesen schwierigen Kindern, deren Not oft unaussprechlich ist. „Meine Zeit in Kirgistan war ein Versuch, die Dinge in mir zu konfrontieren, die dieser Schönheit widerstehen, die in ihrer Selbstbezogenheit nicht bereit sind, über die eigenen Bedürfnisse hinauszuschauen. … Ich durfte lernen, auf eine Weise zu lieben, die mir zuvor verschlossen war.“

Wunderschön sind auch die Berichte über Begegnungen mit Kirgisen in seinem Alltag. Gewünscht hätte ich mir stellenweise mehr Informationen über Land und Leute, doch das ist nicht der Fokus dieses Buches. Manche Gedanken wirken in ihrer Dichte anspruchsvoll – man muss sich beim Lesen konzentrieren – und immer wieder verwundert es, dass der Autor dieses Werkes noch so jung ist.

Fazit: Gedanken eines jungen Reisenden über Leben, Not, Zusammenhalt und den Schöpfer. Sehr empfehlenswert – besonders für junge Menschen, die ein Auslandsjahr erwägen, sowie für Leser, die sich für theologische Anthropologie und tiefgründige philosophische Überlegungen interessieren.