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Veröffentlicht am 10.03.2026

Atmosphärische Märchen-Fantasy

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren ...

In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren Waldes leben. Das Leben ist hart und oft bestimmt vom Hunger. Als ihr Vater eines Tages verschwindet, sind die Mädchen plötzlich auf sich allein gestellt. Auf der Suche nach Schutz gelangen sie tief in den Wald zur geheimnisvollen Nebula, die mehrere Kinder bei sich aufgenommen hat. Sie sorgt scheinbar gut für alle – doch warum wird Linn von Ava getrennt? Und was verbirgt Nebula wirklich?
Schon zu Beginn hat mich die düstere Atmosphäre der Geschichte gepackt. Die Not der Familie und das Gefühl von Unsicherheit ziehen sich durch die ersten Kapitel und sorgen dafür, dass man sofort mit Ava mitfühlt. Die Geschichte erinnert an bekannte Märchenmotive – besonders an Hänsel und Gretel – entwickelt sich aber nach und nach in eine eigene Richtung. Gerade dieses Spiel mit vertrauten Elementen und neuen Ideen macht den Reiz der Handlung aus.
Besonders spannend ist die Figur der Nebula. Man weiß lange nicht, ob sie eine Beschützerin oder doch eine Gefahr für die Kinder ist. Dieses ständige Zweifeln sorgt für eine unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Auch Ava als Hauptfigur ist sehr gelungen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich weiter und muss lernen, mutiger zu sein und ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen.
Als Hörbuch funktioniert die Geschichte ebenfalls sehr gut. Sprecherin Marlene Rauch liest angenehm und schafft es, die märchenhafte, teilweise unheimliche Stimmung des Nebelwalds lebendig werden zu lassen. Besonders die geheimnisvollen Momente und die Begegnungen mit Nebula bekommen durch ihre ruhige, leicht mystische Erzählweise eine intensive Wirkung.
Insgesamt ist „Tochter des Nebelwalds“ ein atmosphärischer Auftakt einer Fantasyreihe für jüngere Hörerinnen und Hörer ab etwa zwölf Jahren, der aber auch Erwachsene gut unterhalten kann. Die Geschichte verbindet Märchenmotive mit einer spannenden, teilweise düsteren Handlung und stellt immer wieder die Frage, was eigentlich gut und was böse ist.
Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung – ich bin jedenfalls gespannt, wie es im nächsten Band der Eventyr-Saga weitergeht.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Wenn Erinnerungen lügen.

The Exes
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Das Hörbuch "The Exes – Nichts ist gefährlicher als das, was du vergessen wolltest" von Leodora Darlington wird gesprochen von Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause. Was zunächst wie die ...

Das Hörbuch "The Exes – Nichts ist gefährlicher als das, was du vergessen wolltest" von Leodora Darlington wird gesprochen von Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause. Was zunächst wie die Geschichte einer Frau auf der verzweifelten Suche nach der großen Liebe klingt, entpuppt sich schnell zu einem psychologischen Thriller, der mit Wahrnehmung, Erinnerung und Wahrheit spielt.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive, die zwischen den Schwestern und ein paar wenige Kapitel aus James Sicht wechselt. Genau dieses Stilmittel sorgt für eine ganz besondere Dynamik. Zunächst scheint alles klar. Es geht um Natalie und ihre verstorbenen Ex-Freunde. Drei Männer, drei Todesfälle – und immer war sie in der Nähe. Die Erzählweise legt bewusst eine Fährte, die logisch erscheint. Ich habe beim Hören automatisch Erwartungen aufgebaut. Doch genau in dem Moment, in dem sich ein scheinbar stimmiges Bild formt, kippt die Perspektive. Ein neuer Blickwinkel, eine andere Erinnerung, eine zusätzliche Information – und das zuvor so schlüssige Konstrukt bekommt Risse. Ich habe permanent spekuliert, Theorien aufgestellt und sie im nächsten Kapitel wieder verworfen.

Es geht nicht nur um Mord oder Schuld, sondern um Enttäuschung, um Selbstbilder und darum, wie weit man geht, wenn man glaubt, wieder alles zu verlieren, um weibliche Rache. Die Figuren sind vielschichtig und niemals eindeutig gut oder böse. Gerade Natalie bleibt bis zum Schluss schillernd – mal verletzlich, mal kontrolliert, mal erschreckend kalt.

Ein riesiger Pluspunkt des Hörbuchs sind die Sprecherinnen und Sprecher. Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause verleihen den wechselnden Perspektiven eine enorme Intensität. Jede Stimme hat ihre eigene Färbung, ihre eigene emotionale Tiefe. Besonders die Passagen, in denen Zweifel und unterschwellige Bedrohung mitschwingen, sind großartig interpretiert. Dadurch wirkt das Geschehen noch unmittelbarer, fast beklemmend nah.
Was mich am meisten fasziniert hat: Immer wenn ich dachte, ich hätte das Spiel durchschaut, kam eine Wendung, die alles in ein neues Licht rückte. Rückblicke, Andeutungen und kleine Details fügen sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild – und selbst dann bleibt ein Rest Unsicherheit. Genau dieses Gefühl macht für mich einen gelungenen Psychothriller aus.
Für ein Debüt ist das erstaunlich souverän geschrieben. Leodora Darlington beweist ein feines Gespür für Spannungsaufbau und psychologische Abgründe. „The Exes“ ist kein lauter Thriller, sondern einer, der sich langsam unter die Haut schiebt – und dort bleibt.

Für mich war dieses Hörbuch intensiv, verstörend und absolut fesselnd. Wer Geschichten liebt, in denen man niemandem ganz trauen kann – nicht einmal der Erzählerin selbst –, sollte hier unbedingt reinhören.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein neuer Fall für Fina Plank.

Böses Licht
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Mit „Böses Licht“, dem zweiten Band der Mordgruppe-Reihe, knüpft Ursula Poznanski an den erfolgreichen Auftakt an und schickt ihre Ermittlerin erneut in einen atmosphärisch dichten Wien-Krimi. Nach "Stille ...

Mit „Böses Licht“, dem zweiten Band der Mordgruppe-Reihe, knüpft Ursula Poznanski an den erfolgreichen Auftakt an und schickt ihre Ermittlerin erneut in einen atmosphärisch dichten Wien-Krimi. Nach "Stille blutet" war ich gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt – und wurde insgesamt gut unterhalten.
Der Mord am Wiener Burgtheater ist ein spektakulärer Einstieg: Während einer Aufführung von Shakespeares „Richard III.“ wird der Garderobier Ulrich Schreiber tot auf einem Thron sitzend ins Rampenlicht gefahren – zunächst kaum von der Theaterblut-Inszenierung zu unterscheiden. Diese makabre Szene setzt sofort ein starkes Bild und macht neugierig auf die Hintergründe. Dass es nicht bei diesem einen Opfer bleibt und das Ensemble wenig später zu den Salzburger Festspielen weiterzieht, sorgt zusätzlich für Bewegung im Plot.
Wie schon im ersten Band steht Kommissarin Fina Plank im Mittelpunkt – engagiert, ehrgeizig und in der männlich dominierten Mordgruppe nicht immer auf Rosen gebettet. Ihre Konflikte im Team und im Privaten nehmen erneut Raum ein. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Ermittlungsarbeit noch stärker im Fokus steht, denn gerade die klassischen Krimi-Elemente – Spuren, Motive, falsche Fährten – sind es, die mir hier am besten gefallen haben. Besonders in der zweiten Hälfte zieht das Tempo spürbar an, und die Auflösung ist durchdacht sowie nachvollziehbar konstruiert.
Spannend bleibt auch der übergeordnete Handlungsstrang rund um die anonyme, bedrohliche Stimme im Hintergrund. Zwar werden Fragen aufgeworfen, doch nicht alle beantwortet – das weckt Neugier auf den nächsten Band, ohne den aktuellen Fall unbefriedigend wirken zu lassen.
Ein großes Plus des Hörbuchs ist Sprecherin Julia Nachtmann. Mit ihrer klaren, nuancierten Stimme verleiht sie Fina Glaubwürdigkeit und fängt sowohl die Theateratmosphäre als auch die düsteren Untertöne gekonnt ein. Dialoge wirken lebendig, Emotionen authentisch, und selbst ruhigere Passagen behalten durch ihre Interpretation eine gewisse Spannung.
Insgesamt ist „Böses Licht“ ein solider, gut konstruierter Kriminalroman mit starker Kulisse und überzeugender Hörbuch-Umsetzung. Nicht jede Passage erreicht die Intensität des Auftakts, doch insbesondere das letzte Drittel und die stimmige Auflösung haben mich gepackt.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

In kürze tot - ein Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden.

Stille blutet
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Mit dem Hörbuch „Stille blutet“ eröffnet Ursula Poznanski eine neue Thriller/Krimi-Reihe rund um die Wiener Ermittlerin Fina Plank.
Julia Nachtmann verleiht dem Hörbuch eine sehr angenehme und zugleich ...

Mit dem Hörbuch „Stille blutet“ eröffnet Ursula Poznanski eine neue Thriller/Krimi-Reihe rund um die Wiener Ermittlerin Fina Plank.
Julia Nachtmann verleiht dem Hörbuch eine sehr angenehme und zugleich eindringliche Atmosphäre. Ihre Stimme passt hervorragend zur Protagonistin Fina: jung, engagiert, stellenweise unsicher, aber mit klarem moralischem Kompass. Besonders gelungen sind die feinen Nuancen – die Unsicherheit in Finas Gedanken, Tibors zunehmende Verzweiflung und die kühle Distanz einzelner Nebenfiguren werden stimmlich glaubwürdig transportiert.
Der Einstieg ist packend: Eine Nachrichtensprecherin kündigt vor laufender Kamera ihre eigene Ermordung an – und stirbt kurze Zeit später tatsächlich. Dieser starke Beginn zieht sofort in die Handlung hinein.
Im weiteren Verlauf wird das Tempo etwas ruhiger. Die Ermittlungen nehmen Raum ein, Verdachtsmomente werden diskutiert, verworfen und neu bewertet. Als Hörbuch funktioniert das dennoch gut, weil die Perspektivwechsel für Abwechslung sorgen. Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel halten die Spannung aufrecht, auch wenn der Mittelteil stellenweise etwas ausführlicher geraten ist und sich etwas zieht. Gegen Ende zieht das Tempo wieder an und führt zu einer überraschenden, wenn auch vergleichsweise nüchtern inszenierten Auflösung.
Kurz zum Inhalt: Den Anfang macht die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just, die während einer Livesendung ihren eigenen Tod ankündigt. Zwei Stunden später wird sie ermordet aufgefunden. Kurz darauf wiederholt sich das Muster bei einem Blogger. Unter dem Hashtag #inkürzetot verbreiten sich Spekulationen, Nachahmer und geschmacklose Memes rasend schnell im Netz. Der Verdacht fällt bald auf Nadines Ex-Freund Tibor Glaser, der sich durch eigene Nachforschungen immer tiefer in ein Netz aus Indizien verstrickt. Während die Öffentlichkeit ihn längst verurteilt hat, beginnt die junge Ermittlerin Fina Plank an der Eindeutigkeit der Beweislage zu zweifeln. ...
Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist klar, modern und dialogstark. Sie erzählt sachlich, ohne übertriebene Brutalität, und konzentriert sich stärker auf psychologische Spannung als auf blutige Details.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: vor allem aus Sicht von Fina Plank und Tibor Glaser. Ergänzt wird das Ganze durch die Kapitel einer anonymen Figur, die den Leser teilweise direkt anspricht. Diese Perspektive sorgt für zusätzliche Spannung und wirft Fragen auf, die über den eigentlichen Fall hinausgehen.
Fina Plank ist eine sympathische, aber noch unsichere Ermittlerin. Sie muss sich in einem von Männern dominierten Team behaupten, insbesondere gegen einen Kollegen, der sie immer wieder herabsetzt. Im Laufe der Handlung gewinnt sie zunehmend an Selbstvertrauen und beginnt, stärker auf ihre Intuition zu hören. Ihre Entwicklung ist glaubwürdig angelegt und bietet viel Potenzial für Folgebände.
Tibor Glaser hingegen ist als Hauptverdächtiger eine tragische Figur. Seine Verzweiflung ist spürbar, auch wenn man sein Verhalten nicht immer nachvollziehen kann. Gerade seine unüberlegten Handlungen treiben die Spannung voran, weil sie ihn immer tiefer in Schwierigkeiten bringen.
Die Nebenfiguren bleiben teilweise etwas klischeehaft, erfüllen aber ihre Funktion innerhalb der Geschichte.
Als Hörbuch hat mir „Stille blutet“ gut gefallen. Besonders die Sprecherleistung von Julia Nachtmann hebt die Geschichte noch einmal an und macht kleinere Längen im Mittelteil wett. Der Plot ist aktuell und regt zum Nachdenken an, auch wenn der Thriller-Anteil etwas zurückhaltender ausfällt, als man es vielleicht erwartet.
Die Auflösung kam für mich überraschend, wirkte jedoch etwas schnell abgehandelt. Dennoch überzeugt das Hörbuch durch seine Thematik, die interessante Ermittlerin und den gelungenen Auftaktcharakter.
Ich würde das Hörbuch vor allem Hörern empfehlen, die spannende Krimis mögen und Wert auf eine starke Sprecherleistung legen. Für eingefleischte Thrillerfans könnte es etwas zu ruhig sein – für alle anderen ist es ein gelungener, zeitgemäßer Reihenstart mit viel Potenzial nach oben.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Guter Start einer Cold-Case-Reihe.

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Das Hörbuch "Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Start einer neuen Cold-Case-Reihe des Bestsellerautors Arno Strobel. Der Thriller verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit psychologischer Spannung und ...

Das Hörbuch "Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Start einer neuen Cold-Case-Reihe des Bestsellerautors Arno Strobel. Der Thriller verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit psychologischer Spannung und greift dabei tief in die Abgründe menschlicher Erinnerungen und Wahrnehmungen. Als Auftaktband legt er den Grundstein für ein neues Ermittlerduo.
Der Sprecher Dietmar Wunder ist zweifellos ein erfahrener Hörbuchsprecher und Synchronprofi, bekannt unter anderem als deutsche Stimme von Daniel Craig. Seine Grundstimme ist angenehm, klar und gut verständlich. Allerdings hat mich persönlich seine Art, die Stimmen der verschiedenen Protagonisten nachzuahmen, nicht überzeugt. Die Versuche, einzelnen Figuren eigene Stimmfarben zu geben, wirkten auf mich sehr unnatürlich und gekünstelt. Entweder man beherrscht glaubhafte Stimmmodulation – oder man bleibt besser bei einer klaren, neutralen Lesart. Hier hätte ich mir weniger „Schauspiel“ und mehr Zurückhaltung gewünscht. Für mich gibt es daher einen Punkt Abzug in der Gesamtbewertung des Hörbuchs.
Der Einstieg ist – typisch für einen Serienauftakt – etwas ausführlicher. Strobel nimmt sich Zeit, die Figuren einzuführen, insbesondere die Medizinstudentin Luisa Menkhoff und den erst 28-jährigen Hauptkommissar Ramin Brunner, den jüngsten Hauptkommissar Münchens.
Anfangs wirkt das Tempo noch moderat, doch sobald die Ermittlungen Fahrt aufnehmen, entwickelt sich ein klarer Sog. Kurze Kapitel, Perspektivwechsel und gezielt eingesetzte Cliffhanger sorgen für Dynamik. Besonders im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an und mündet in einer starken, überraschenden Auflösung.
Wie in seinen bisherigen Psychothrillern setzt Arno Strobel auf einen klaren, schnörkellosen Stil. Die Sprache ist präzise, der Fokus liegt auf Spannung und psychologischer Tiefe.
Im Zentrum steht die Frage nach der Manipulierbarkeit der menschlichen Psyche und der Zuverlässigkeit von Erinnerungen. Wie sicher sind selbst scheinbar perfekte Gedächtnisleistungen? Und wie sehr kann uns unsere eigene Vergangenheit täuschen?
Strobel interessiert sich – wie so oft – für die dunklen Winkel der menschlichen Seele und die Angst, dass das Böse nie wirklich verschwindet.
Die Geschichte wird überwiegend in der Gegenwart erzählt, mit Rückblicken in Luisas Kindheit. Diese Rückblenden sorgen für zusätzliche Spannung und lassen Vergangenheit und Gegenwart immer stärker miteinander verschmelzen.
Durch Perspektivwechsel bleibt die Handlung abwechslungsreich, ohne unübersichtlich zu werden. Gerade die Wechsel zwischen Ermittlungsarbeit und Luisas innerer Anspannung tragen zur psychologischen Intensität bei.
Luisa ist eine interessante Protagonistin: intelligent, kontrolliert, geprägt von ihrer traumatischen Kindheit – und doch entschlossen, aktiv zu handeln. Ihr fotografisches Gedächtnis macht sie besonders, aber auch verletzlich.
Ramin Brunner wirkt trotz seines jungen Alters souverän, empathisch und ambitioniert. Seine Rolle als designierter Leiter der Cold-Case-Einheit bringt zusätzlichen Druck mit sich. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Luisa entwickelt sich glaubwürdig und bildet das Fundament der neuen Reihe.
Man merkt allerdings, dass dieser Band stark auf die Einführung der Figuren ausgelegt ist. Dadurch entstehen kleinere Längen, die jedoch für einen Serienstart nachvollziehbar sind.
Dies ist nicht mein erster Psychothriller von Arno Strobel und wird auch nicht mein letzter sein. Die Idee einer Cold-Case-Reihe finde ich sehr spannend, und der psychologische Ansatz ist gewohnt stark umgesetzt. Der Einstieg braucht etwas Geduld, doch die zweite Hälfte überzeugt mit Tempo, Wendungen und einer gelungenen Auflösung.
Beim Hörbuch selbst hat mich der Sprecher – insbesondere durch die unnatürlich wirkenden Stimmverstellungen – leider nicht vollständig abgeholt. Inhaltlich ist der Thriller jedoch absolut lesens- bzw. hörenswert.
Ein spannender, gut durchdachter Reihenauftakt mit interessanten Figuren und starkem Finale. Für Thriller-Fans – und besonders für Strobel-Leser – eine klare Empfehlung.

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