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Frosch31

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Ein hartes Leben

Johannifeuer
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Ein Buch bei dem mir als erstes das Cover ins Auge gefallen ist - es verklärt zwar etwas den Blick auf die harte Wirklichkeit des Buches gefällt mir aber sehr.

Für mich war es der erste Roman den ich ...

Ein Buch bei dem mir als erstes das Cover ins Auge gefallen ist - es verklärt zwar etwas den Blick auf die harte Wirklichkeit des Buches gefällt mir aber sehr.

Für mich war es der erste Roman den ich von Susanne Betz gelesen habe. Auf den ersten Seiten ist auch gar nicht erkenntlich, dass es sich einen Band 2 handelt. Er kann also unabhängig von Band 1 (Heumahd) gelesen werden, man kommt problemlos in die Geschichte rein.

Die Charaktere, vor allem die Figur der Vroni und ihrer Schwiegermutter sind sehr gut ausgearbeitet und erzählen uns von einem harten, kräftezehrenden und entbehrungsreichen Leben "auf dem Berg"; aber auch von vielen kleinen Freuden . Am meisten hat mich aber die Figur der 13-jährigen Rosl beeindruckt die zur Gruppe der großen mongolischen Familie gehört - sprich an Trisomie 21 leidet aber trotz ihrer Behinderung sehr gut in die Familie integriert wird. Bei manchen Passagen hat man das Gefühl, diese Behinderung wurde zur damaligen Zeit teilweise sogar etwas mehr "akzeptiert" als heute - natürlich fehlen die heutigen Fördermöglichkeiten, doch wurde Rosl im Roman sehr in das alltägliche Familienleben einbezogen obwohl sie "nur" die Stieftochter von Vroni und ihres zweiten Mannes ist.

Alles in allem ein gut recherchierter, meiner Meinung nach authentischer, Roman der die Höhen und Tiefen des damaligen einfachen Lebens sehr gut mit starken Charakteren darstellt und uns vor Augen führt wie sehr sich unser Leben in den letzten 100 Jahren verändert hat

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Atmosphärische Zeitreise

Die Meerglas-Schwestern
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Schon das atmosphärische Cover hat mein Interesse geweckt dieses Buch zu lesen; auch wenn ich keine Serie mehr anfangen wollte. Der Klappentext hat dann aber doch das restliche Quentchen Zweifel ...

Schon das atmosphärische Cover hat mein Interesse geweckt dieses Buch zu lesen; auch wenn ich keine Serie mehr anfangen wollte. Der Klappentext hat dann aber doch das restliche Quentchen Zweifel ausgelöscht und ich wurde schwach.

"Die Meerglasschwestern - Die Töchter von Skara" ist der Auftakt einer kleineren Serie (geplant sind 4 Bände) und entführt uns -kurzzeitig im Epilog auf 3- auf 2 Zeitebenen ins britische Empire der Vorkriegszeit und nach Australien und Schottland der Gegenwart. Es ist der erste Roman den ich von der Autorin lese, aber bestimmt nicht der letzte. Sie hat auf rund 500 Seiten in einem sehr flüssigen, mitreißendem Schreibstil und wunderbar feingezeichneten Figuren einen atmosphärischen Auftaktroman geschrieben. Exotik von Fauna und Flora, Geheimnisse und Spannung mit einem Touch Mystik , menschliche Schicksale und Tragik aber auch viel historisch verbrieftes kommen hier nicht zu kurz und werden sehr bildhaft und detailreich (ohne ausufernd zu werden) erzählt.
Die Sprünge zwischen den Zeitebenen gelingen ihr sehr geschickt ohne dabei den Lesefluss zu unterbrechen.

Mir hat diese gefühlvolle Familiensaga sehr gut gefallen. Die Reise zu den anderen 3 Ringen/Steinen gestaltet sich hoffentlich genauso spannend und mitreißend mit ebensolchen unverhofften Wendungen wie hier in Band 1.
Ich habe mir auf alle Fälle schon mal den Januar 2027 für Band 2 im Kalender vorgemerkt und bin gespannt wie und welche kleineren Geheimnisse sowie das große Geheimnis aufgedeckt werden.
Für Liebhaber spannender und emotionaler Familiengeheimnisse eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Interessante Zeitreise

Der Wille der Gräfin
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Eine Buch(serie) die bestimmt polarisieren wird. Für die einen zu seicht und zu wenig Spannung, für die anderen ein Schwelgen in alten Zeiten; es kommt bestimmt auch auf das Alter der Leser an. Die etwas ...

Eine Buch(serie) die bestimmt polarisieren wird. Für die einen zu seicht und zu wenig Spannung, für die anderen ein Schwelgen in alten Zeiten; es kommt bestimmt auch auf das Alter der Leser an. Die etwas Älteren werden bei der Lektüre bestimmt an frühere "Adeligen-Groschen-Romane" und an Bücher von Hedwig C.-M. erinnert werden, die Jüngeren werden diesen Roman als schnelle und seichte Zwischenlektüre ohne Tiefgang einordnen wollen.

Ich (ich bin selbst so ein Mittelding zwischen den Zeiten) habe diesen Roman als sehr interessant und lebendig empfunden. Die Autorin, von der dies mein erster Roman ist, hat eine schöne fließende und glaubwürdige Geschichte vor dem inneren Auge auferstehen lassen - natürlich war viele Vorhersehbar, und es schreit geradezu nach Fortsetzung - aber der Schreibstil hat mir für die Geschichte überaus gut gefallen. Es war alles sehr gut recherchiert. Angefangen bei den verschiedenen Örtlichkeiten bis zum Aufbau und vor allem der Rangordnung innerhalb der Dienerschaft in Adeligen Häusern der damaligen Zeit. Eine äußerst interessante Zeitreise mit starken und gleichzeitig fein gezeichneten Charakteren die Lust auf eine Fortsetzung machen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Und doch eine Bücherfrau

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Auch Band 2 der Dilogie kommt mit einen ähnlich anmuteten und wunderschönen Cover daher - etwas romantisch und fast etwas kitschig in der Farbgebung, aber nur wer noch nie einen Sonnenauf-/Sonnenuntergang ...

Auch Band 2 der Dilogie kommt mit einen ähnlich anmuteten und wunderschönen Cover daher - etwas romantisch und fast etwas kitschig in der Farbgebung, aber nur wer noch nie einen Sonnenauf-/Sonnenuntergang an der Nordsee erlebt hat empfindet dies so. Fakt ist, dass sie genau so sind. Aber auch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sind, wie schon in Band 1, wieder sehr realistisch und zugleich sehnsuchtsvoll. Man spürt das Kennen und die Sehnsucht der Autorin zu dieser Region.

Im Gegensatz zu Band 1 habe ich hier zu den Protagonisten gleich einen viel tieferen Zugang gefunden - in Band 1 sind mir vor allem Anna März zu steif und unnahbar geradezu fremd geblieben. Hier war sie für mich viel herzlicher und zugänglicher.
Aber vor allem die Figur von Martje mit all ihren Ängsten, Unsicherheiten, ihren teils unlogischen Handlungen und depressiven Phasen wurde sehr überzeugend und authentisch dargestellt - auch wenn man denken mag, dass derartiges in dieser Zeit nicht (mehr) möglich war, wurde alles gut durchdacht dargestellt.

Natürlich ist es ein Wohlfühlroman und das Ende war vorhersehbar, aber bis dahin wurde ich mit einigen Überraschungen wieder sehr gut unterhalten. Der gesamte Schreibstil war wieder sehr flüssig.
Durch die schönen kurzen Kapitel konnte man sehr strukturiert von einer Zeitebene auf die andere wechseln was dem Buch unheimlich an Tiefe gegeben hat.

Ich denke schon, dass man diesen Band alleine für sich lesen wird können, doch würden dann ein paar Ungereimtheiten zurückbleiben.

Ich würde für diese Dilogie eine eindeutige Leseempfehlung abgeben und empfehle aber beide Bände nacheinander zu lesen um ein schönes und abgerundetes Bild von den Bücherfrauen vom Listland zu erhalten, denn schließlich hat sich ja auch Martje - zwar spät - zu einer von Ihnen entwickelt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Fortuna oder Sfortuna?

Villa Rivolta
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Villa Rivolta ist eine ruhige, fast schon poetische Geschichte über eine Kinderfreundschaft die die Jahrzehnte überdauert, über Seelenverwandtschaft aber auch über italienisches Lebensgefühl der Nachkriegszeit; ...

Villa Rivolta ist eine ruhige, fast schon poetische Geschichte über eine Kinderfreundschaft die die Jahrzehnte überdauert, über Seelenverwandtschaft aber auch über italienisches Lebensgefühl der Nachkriegszeit; incl. der Zerrissenheit des Landes. Vor allem ist es aber die Geschichte einer überaus starken Frau ihrer Zeit gepaart mit italienischer Leichtigkeit. Violeta, diese starke Frau, die als gleichmütig, sogar gleichgültig galt, obwohl sie es nicht ist - sie dachte nur am Anfang schon das Ende mit. Für mich der stärkste Satz dieses "Epos" welches unheimlich fein gezeichnet ist.



Die Geschichte von Violeta als sfortuna und Piero der scheinbar immer fortuna ist. Ein durchaus gesellschaftspolitischer Roman welcher soziale, kulturelle und wirtschaftliche Themen dieser Zeit aus italienischer Sicht aufzeigt: Mit tiefen Einblicken in die Firmengeschichte von Iso Rivolta die mir bis dahin gar nicht bekannt war - klar, man kennt eine Isetta, aber die Geschichte dazu? - Nein (bis zum lesen des Buches nicht).

Für mich seit langem eine überaus berührende Geschichte mit tiefen Einblicken aber leider mit einem etwas unerwarteten Ende. Trotzdem absolut lesenswert.

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