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Veröffentlicht am 17.07.2022

Tee aus Japan

Der Duft der Kirschblüten
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Berlin, 1870: Clara Winterfeld betreibt mit ihren Eltern und Geschwistern ein Teehaus. Neu ist ein grüner Tee aus Japan, das sich allmählich auch der westlichen Welt öffnen will. Die japanische Kultur ...

Berlin, 1870: Clara Winterfeld betreibt mit ihren Eltern und Geschwistern ein Teehaus. Neu ist ein grüner Tee aus Japan, das sich allmählich auch der westlichen Welt öffnen will. Die japanische Kultur und der Japaner, der den Tee vorstellt, wecken Claras Gefühle. Doch Akeno reist wieder ab und Clara kann sich mit ihrem Wunsch, den grünen Tee im Teehaus anzubieten, nicht durchsetzen. Zu exotisch, zu anders.
Das Leben geht weiter. Faktisch ist Clara längst die Geschäftsführerin des Teehauses, doch man erwartet eine Heirat von ihr. Was wird sie tun?

Clara ist eine sympathische Heldin in einer Zeit, in der nur Männer Helden sind. Sie hat ihren eigenen Kopf, möchte aber auch nicht anecken. Es gibt keine Perspektivwechsel; wir lernen Clara und ihre Mitmenschen nur aus ihrer eigenen Sicht kennen. Das und der angenehme, flüssige Stil machen es ausgesprochen leicht zu lesen. Ein unkomplizierter Schmöker ohne allzu tiefe Konflikte. Es gibt eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

Durch Kriege ins Heute

Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen - Band 5
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Das Buch besteht aus einer deutschen und einer identischen chinesischen Hälfte. Es ist ein fünfter Band, dem eine Zusammenfassung der vorherigen vier Bände vorangestellt ist. Er umfasst die Jahre 1912 ...

Das Buch besteht aus einer deutschen und einer identischen chinesischen Hälfte. Es ist ein fünfter Band, dem eine Zusammenfassung der vorherigen vier Bände vorangestellt ist. Er umfasst die Jahre 1912 bis 1949 und endet mit der Gründung der VR China durch Mao Tse-Tung.

Die Zeichnungen sind angenehm anzuschauen und nicht überladen. Dass es nur Schwarz-Weiß ist, erleichtert das Verstehen und lenkt nicht ab. So kommen auch keine Emotionen auf, es werden Fakten vermittelt. Man erkennt die handelnden Personen immer wieder, sie sind mit wenigen Strichen treffend charakterisiert.

Chinesische Geschichte im Comic – größer könnten die Gegensätze kaum sein. Chinesische Geschichte und Kultur sind wenig bekannt in unserem Land, die stark vereinfachte Darstellung könnte helfen, einiges dazuzulernen. Ich war allerdings erschrocken, dass diese Zeit offenbar nur von Kriegen bestimmt war – Warlords, Revolution, Kriege gegen Japan, Bürgerkriege und dann gab es auch noch die beiden Weltkriege. Über chinesische Lebensweise, Philosophie und Kultur habe ich wenig gelernt aus diesem Buch. Gab es nichts Schönes in China?

Wer die Geschichte Chinas gründlicher studieren will, findet hier ein leicht verständliches Nachschlagewerk. Die zweisprachige Darstellung kann beim Erlernen der chinesischen Sprache und Schrift helfen. Ein unterhaltsamer Comic ist es nicht.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Übersinnlich

Die Geister von La Spezia
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Mit einer übersinnlichen Reise in die Erinnerungen der Autorin Mary Shelley soll das Geheimnis um den Tod ihres Ehemannes Percy aufgeklärt werden.
Die Idee, gezielt in die Erinnerungen eines Menschen zu ...

Mit einer übersinnlichen Reise in die Erinnerungen der Autorin Mary Shelley soll das Geheimnis um den Tod ihres Ehemannes Percy aufgeklärt werden.
Die Idee, gezielt in die Erinnerungen eines Menschen zu reisen, um etwas zu erfahren, ist spannend. Mit dieser Voraussetzung entsteht eine wilde Reise, auf der die Perspektiven wechseln wie die Menschen, in deren Erinnerung sich die Protagonistin gerade aufhält. Entsprechend unterschiedlich sehen die Dinge und die Menschen aus, und auch die Ereignisse sind nicht genau dieselben.
Eine Voraussetzung, um diese Geschichte zu verstehen ist, dass man sich mit den historischen Personen auskennt. Ein hilfreiches Namensverzeichnis gibt es nicht. Wie die Verwandtschaften und Beziehungen zusammen hängen, wird nicht erklärt sondern vorausgesetzt. Das machte mir das Lesen recht schwer.
Die Charaktere sind mir alle recht fremd geblieben. Die Sprünge zwischen verschiedenen Zeiten und Lebensphasen waren für mich kaum zu durchschauen und die Entwicklungen der Personen blieben unklar.
Der Stil ist flüssig zu lesen, die Atmosphäre geheimnisvoll und gespenstisch. Wer in die Literaturgeschichte und in die Zeit der Erschaffung von Frankensteins Monster eintauchen möchte, findet hier eine neue Version.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Sinnlich und poetisch

Melken
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Ellen ist lesbisch und hat in der Stadt Karriere gemacht. Nach einer Trennung besucht sie den Hof, auf dem sie aufgewachsen ist. Sie trifft einen Freund aus Kindertagen wieder.
Die Geschichte ist recht ...

Ellen ist lesbisch und hat in der Stadt Karriere gemacht. Nach einer Trennung besucht sie den Hof, auf dem sie aufgewachsen ist. Sie trifft einen Freund aus Kindertagen wieder.
Die Geschichte ist recht handlungsarm. Die Protagonistin schildert Erinnerungen an ihre Kindheit auf dem Milchhof. Durch die Naturbeschreibungen wirkt diese Kindheit geradezu idyllisch. Doch für ihre Eltern war es harte Arbeit, an jedem einzelnen Tag. Inzwischen wird der Hof längst nicht mehr bewirtschaftet, Fremde wohnen hier. Nicht nur die Kindheit der Protagonistin ist vorbei, die Lebensweise der kleinen Bauern ist es auch. Der Gegensatz zwischen dem Lebensgefühl in der Stadt und dem auf dem Land wird in der Protagonistin sehr deutlich. Die Fichtenwälder, durch die Ellen heimfährt, sind für die Bauerstocher ein Friedhof.
Der Stil ist poetisch und sehr sinnlich. Das ist schön zu lesen. Es ist ein leises Buch, von Empfindungen und Wahrnehmungen getragen, in dem nicht viel passiert. Weil es eher eine Betrachtung ist als ein Roman, vergebe ich nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Unterhaltsam

Das White Octopus Hotel
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Das White Octopus Hotel ist längst geschlossen und verfällt. Die Kunstgutachterin Eve Shaw ist mit diesem Hotel verbunden. Sie trägt ein Oktopus-Tattoo, das über ihren Körper zu wandern pflegt. Außerdem ...

Das White Octopus Hotel ist längst geschlossen und verfällt. Die Kunstgutachterin Eve Shaw ist mit diesem Hotel verbunden. Sie trägt ein Oktopus-Tattoo, das über ihren Körper zu wandern pflegt. Außerdem trägt sie eine schwere Schuld mit sich herum. Als sie das Hotel betritt, wird sie in die Vergangenheit versetzt. Kann sie sich auf diesem Weg von ihrer Schuld befreien?
Eve ist eine sympathische Heldin, die zu Beginn verletzlich und unsicher wirkt. Doch sie ist etablierte Gutachterin in einem Museum, und ihre Expertise ist gefragt. Sie wird mit Geheimnissen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet ist. Auch die zweite Hauptperson, ein Soldat aus den Schützengräben des ersten Weltkrieges, wirkt glaubhaft und lebendig.
Der Stil ist sehr ansprechend und bildhaft. Es entsteht eine mystische, gruselige Atmosphäre, voller Emotionalität und Spannung. Es ist nicht immer alles leicht zu verstehen, da die Zeitreisen auch Schleifen bilden. Da ist es hilfreich, dass beinahe jedes Kapitel mit den Namen der jeweiligen Hauptperson und der Zeit überschrieben ist, in der es spielt. Immer neue Rätsel sind zu lösen. Das Ende fand ich allerdings unbefriedigend. Nach so viel Verwirrung hätte es mir besser gefallen, wenn sich die einfache Wirklichkeit wieder eingestellt hätte.
Ich hätte Eve lieber in einem rein realistischen Setting weiter begleitet. Die Zeitreisen kamen mir doch ein bisschen konstruiert vor. Außer der Pracht des Luxushotels ist mir wenig in Erinnerung geblieben. Am besten gefielt mir der Kleiderschrank, der immer nur ein einziges Outfit enthielt: das Passende.

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