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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Wo Worte zu Waffen werden

Die Totenklägerin
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Schon das Cover ist ein optisches Highlight. Der Engel fühlt sich rauer an als der übrige Buchdeckel, rau wie Stein. Er ist zur Seite gekippt, und nach der Lektüre fragt man sich unweigerlich, ist das ...

Schon das Cover ist ein optisches Highlight. Der Engel fühlt sich rauer an als der übrige Buchdeckel, rau wie Stein. Er ist zur Seite gekippt, und nach der Lektüre fragt man sich unweigerlich, ist das ein Engel oder vielleicht doch ein Racheengel.
Als ein solcher tritt die Totenrednerin Matilda Rizzo immer wieder auf. Wenn sie Unrecht wittert, spricht sie es offen aus, denn sie versteht sich als Anwältin der Toten.
Aus diesem Grund sucht das junge Mädchen Jackie ihre Hilfe. Durch ein geöffnetes Fenster hat sie aufgeschnappt, dass es beim Ableben von Oma Resi nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Matilda soll sich der Sache bitte annehmen.
Und das tut sie. Hartnäckig taucht sie immer tiefer in die Machenschaften des unsympathischen Besitzers der Glasbläserei ein, eines Mannes, der sich für unantastbar hält.
Gleichzeitig erfährt man mehr über Rizzos schreckliche Kindheit, aber auch andere Schicksale kommen ans Licht. Nach und nach fügt Matilda die einzelnen Hinweise zu einem klaren Bild zusammen und hält schließlich eine Trauerrede, die sich gewaschen hat und Oma Resi posthum Gerechtigkeit verschafft.
Dieser Roman ist kein klassischer Krimi, in puncto Spannung jedoch absolut ebenbürtig. Fast noch mehr als das Geheimnis um Oma Resi hat mich Matildas chaotische Kindheit an der Seite ihrer verblendeten Mutter fasziniert. Die Autorin versteht es zudem, die Atmosphäre rund um Passau lebendig einzufangen. Sie nimmt sich Zeit für eindringliche Beschreibungen von Stadt, Land, Natur und Menschen, ohne dabei auszuschweifen oder zu langweilen. Die kurzen Kapitel sorgen zusätzlich für ein hohes Lesetempo.
Matilda Rizzo hat als neue Figur im Bücherkosmos mehr als genug Kraft für weitere Fortsetzungen. Mich hat sie so beeindruckt, dass ich sie vorbehaltlos empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Fünf Sterne für Medra

On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)
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On Wings of Blood hat mich echt positiv überrascht, schon allein das Cover ist richtig schön und ein absoluter Hingucker, es passt perfekt zur Stimmung der Geschichte und macht sofort neugierig. In der ...

On Wings of Blood hat mich echt positiv überrascht, schon allein das Cover ist richtig schön und ein absoluter Hingucker, es passt perfekt zur Stimmung der Geschichte und macht sofort neugierig. In der Story wacht Medra unter Vampiren in einer ihr komplett fremden Welt auf, total verloren und ohne Plan was eigentlich los ist, und genau dieser Einstieg zieht einen direkt rein. Dass sie aussieht, wie eine Drachenreiterin wird unerwartet zu ihrer Rettung, und so landet sie schließlich auf der Bloodwing Academy zur Ausbildung, was der Geschichte nochmal eine ganz eigene Dynamik gibt.
Auf der Academy wird sie von fast allen angefeindet, misstrauisch beäugt und teilweise richtig mies behandelt, aber Medra bleibt unerschrocken, auch wenn sie manchmal trotzig und ein bisschen naiv wirkt. Gerade diese Mischung macht sie aber irgendwie sympathisch, weil sie nicht perfekt ist und trotzdem ihren Weg geht. Die Handlung ist durchgehend mitreißend, es passiert viel und es wird selten langweilig, man will einfach wissen wie sie sich in dieser gefährlichen Welt behauptet.
Der Schreibstil ist eher einfach gehalten und leicht zu lesen, was dafür sorgt, dass man schnell durch die Seiten kommt und gut in der Geschichte bleibt. Die spicy Szenen hätten für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen, sie fühlen sich stellenweise etwas unnötig an und nehmen ein wenig den Fokus von der eigentlichen Spannung. Trotzdem überwiegt für mich klar das Positive, spannende Idee, starke Grundstimmung und eine Hauptfigur die aneckt aber im Kopf bleibt, für mich insgesamt fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Hexenmagie und Wolfsrudel

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Das Cover ist wunderschön, aber für meinen Geschmack etwas zu allgemein gehalten. Ich bevorzuge es, wenn man auf einem Buch schon von außen erkennen kann, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Die ...

Das Cover ist wunderschön, aber für meinen Geschmack etwas zu allgemein gehalten. Ich bevorzuge es, wenn man auf einem Buch schon von außen erkennen kann, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Die Geschichte folgt Cordelia Levine, einer jungen Hexe, die in London bei ihrer Tante lebt. Sie muss ein sehr verstecktes Leben führen, doch von welcher Seite ihr Gefahr droht, das will die Tante ihr absolut nicht verraten.
Sie wird dann tatsächlich im Auftrag ihres ihr bislang unbekannten Vaters entführt. Auf seinem abgelegenen Anwesen erfährt Cordelia, dass sie aus einer besonderen Blutlinie stammt, die Hexenmagie und Werwolf Gene vereint. Diese einzigartige Herkunft macht sie zur Zielscheibe und gleichzeitig zu einer Schlüsselfigur im Machtgefüge des Rudels.

Besonders stark ist die ausgearbeitete Rudelpolitik mit klaren Hierarchien, Loyalitätskonflikten und alten Fehden. Die Spannungen zwischen den verschiedenen Werwolfsrudeln wirken glaubwürdig und sorgen konstant für Druck. Auch die Beziehung zwischen Cordelia und Bishop, ihrem Entführer, entwickelt sich nachvollziehbar von Misstrauen und Widerstand hin zu einer intensiven, emotional aufgeladenen Verbindung.

Cordelias Entwicklung steht im Mittelpunkt. Sie beginnt als junge Frau, die von ihrer eigenen Herkunft wenig weiß und sich eher anpasst. Sie wächst jedoch Schritt für Schritt in ihre Rolle hinein, stellt sich ihrem Vater, hinterfragt alte Regeln und lernt, ihre Kräfte bewusst einzusetzen.

Auch der Schreibstil von Kaylee Archer trägt viel zur Sogwirkung der Geschichte bei. Die Sprache ist klar und flüssig, ohne überladen zu wirken. Dialoge sind lebendig und transportieren die Spannung zwischen den Figuren glaubhaft. Besonders in emotionalen und konfliktreichen Szenen gelingt es der Autorin, Tempo und Intensität spürbar zu steigern, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Die Mischung aus Urban Fantasy, Familiengeheimnissen, Machtkämpfen und Romantik ist stimmig aufgebaut. Die Handlung bleibt durchgehend spannend und steuert konsequent auf ein kraftvolles Finale zu. Natürlich bleibt ein Cliffhanger zurück, aber dieses erste Buch ist in sich rund und abgeschlossen. Man klappt zufrieden den Buchdeckel nach der letzten Seite zu.

Für mich eine klare Empfehlung für alle, die starke Heldinnen, Werwolf Mythologie und eine intensive Liebesgeschichte mögen. Verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mordsspaß in der Seniorenresidenz

Betreutes Morden
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Die Serienmörderin Carol hat sich nach Jahrzehnten der Haft in einem luxuriösen Seniorenstift niedergelassen. Sie findet sich allmählich in ein normales Leben ein und genießt es, neue Bekanntschaften zu ...

Die Serienmörderin Carol hat sich nach Jahrzehnten der Haft in einem luxuriösen Seniorenstift niedergelassen. Sie findet sich allmählich in ein normales Leben ein und genießt es, neue Bekanntschaften zu schließen. Die Idylle ist jäh zu Ende, als ein Mord geschieht, ihre Vergangenheit bekannt wird, und sie somit zur Hauptverdächtigen Nummer 1 katapultiert. Sie muss den wahren Mörder um jeden Preis entlarven, wenn sie je wieder in der Altersresidenz ein normales Leben führen will.
Der Autor hat hier einen klassischen, englischen Kriminalroman verfasst. Traditionell findet die Auflösung dann in großer Runde statt und erstaunt nicht nur die dort Anwesenden, sondern natürlich auch den Leser. Sein Schreibstil ist flüssig, vor allem aber mit viel schwarzem Humor gewürzt. Typisch british eben. Obwohl Carol eine Verbrecherin war, wünscht man ihr viel Erfolg bei der Mördersuche und freut sich über die Freundschaften, die sie trotz allem schließen kann.
Ganz besonders möchte ich hinweisen auf die grandiose Leistung der Sprecherin der Hörbuchversion, Manon Straché.
Ihre Stimme passt zu einer Frau, die viel erlebt hat, und durch ihre Wandlungsfähigkeit wird jeder Charakter zum Leben erweckt. Selbst einfache Sätze liest sie ausdrucksstark. Ich bin begeistert.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Spannendes Teamwork

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten ist auch diesmal wieder ein echtes Highlight der Reihe. Das Cover hat hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zur Stimmung des Buches. Besonders gelungen ist erneut ...

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten ist auch diesmal wieder ein echtes Highlight der Reihe. Das Cover hat hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zur Stimmung des Buches. Besonders gelungen ist erneut die Teamarbeit zwischen Bernhard Krammer und seiner Tochter Alexa, diesseits und jenseits der Grenze. Diesmal spielt sich vieles in Alexas Zuständigkeitsbereich ab, ein Jahrhundertunwetter mit Toten und Vermissten hält alle in Atem, dazwischen erschüttern mehrere Tötungsdelikte die Region. Huber und Alexa arbeiten über ihre Belastungsgrenze hinaus, was man beim Lesen deutlich spüren kann. Krammer ist eigentlich auf der Suche nach einer Clique Jugendlicher auf Bergtour, doch auch dort spielen sich dramatische Szenen ab. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen spannend ineinander und sorgen durchgehend für Tempo. Wie gewohnt ist alles fesselnd geschrieben, der lockere Schreibstil macht das Buch leicht lesbar. Zudem erkennt man die Gegend aus Urlauben wieder, was der Geschichte zusätzlich Atmosphäre verleiht. Einziger Kritikpunkt sind einige offene Fragen rund um den Stalker, hier hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Trotzdem ist es wie jedes Jahr ein gutes Buch von Anna Schneider und für Fans der Reihe ein Muss.

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