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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein lustiges Theaterstück auf den Bühnen der Welt

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die ...

Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Doppelagent Dieter, Dichter Jakob sowie ihrer Bekannten Francesca. Ihre gemeinsame Reise beginnt in Rom und führt sie bis nach Kasachstan, sodass man so einige tolle Schauplätze kennenlernt.
Diese werden toll beschrieben, nicht zu ausführlich, aber so, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und sich mitten drin im Geschehen fühlt. Ich hatte öfters auch das Gefühl, der Autor war bereits persönlich an den Orten und konnte sie daher so passend beschreiben.
Auch der damalige Zeitgeist wird gekonnt eingefangen, während man auch noch einiges über diese Zeit lernen kann - eine Geschichtsstunde, die super unterhält statt zu langweilen!

Dies wird vor allem durch den Humor des Buches gewährleistet. Während dieser natürlich wie immer Geschmackssache ist, fand ich ihn überraschend großartig. Extrem skurrile Szenen und Charaktere, dazu immer wieder gelungene Wortwitze, fast wie in einem Comedy-Theaterstück. Immer wieder dachte ich beim Lesen "wir kommt man auf so eine Idee" und musste wirklich schmunzeln.
Auch die Charaktere sind wirklich einmalig und mir schon auch irgendwie ans Herz gewachsen, so verrückt sie auch sind.
Dazu kann man auch ganz gut mitspekulieren und eigene Theorien über sie aufstellen.
Nur hier liegt auch mein großer Kritikpunkt: Am Ende bleiben leider sehr viele Fragen offen. Anscheinend ist eine Fortsetzung geplant, jedoch hätte ich mir ein etwas runderes Ende für dieses Buch gewünscht, zumindest die Beantwortung einiger Kernfragen. Von daher muss ich leider einen Stern abziehen, auch wenn der Rest der Geschichte echt wirklich Spaß gemacht hat und sehr zu empfehlen ist!

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Das Spiel des Todes

Ruf der Leere
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Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - ...

Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - und dann taucht auch noch ein seltsamer alter Mann auf...
Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Opfer seines Klappentextes. Das was man anhand dessen erwartet, spielt in Wirklichkeit nur eine geringe Rolle und kommt auch erst in der zweiten Hälfte überhaupt vor. Für Psychothriller-Fans kann dies daher durchaus verwirrend sein.
Wenn man sich daran jedoch nicht stört, erwartet einen eine spannende Geschichte über menschliche Abgründe, Moral und Ethik, Manipulation sowie die Beziehungen und Gefühle der jungen Charaktere.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Partygäste, jedoch gehen wir auch immer wieder mal in die Vergangenheit zurück und erkunden das letzte halbe Jahr, um so zu verstehen, was die Hintergründe für alles sind.
Dies mag verwirrend klingen, ist allerdings doch recht einfach zu folgen, da Zeitangaben am Kapitelanfang vorhanden sind.
Manche Charaktere sind allerdings doch etwas sehr kurz dabei gekommen, sie waren mehr Beiwerk und hatten kaum Tiefe bzw. hat sich diese auf einen einzigen Aspekt beschränkt, der relevant für die Handlung war. Felix hingegen war ein aus meiner Sicht sehr interessanter Charakter und stand auch ziemlich im Fokus. Ich mochte ihn nicht wirklich, aber das war im Grunde auch nicht das Ziel das Geschichte.
Wenn man sich nicht zu sehr auf den Klappentext versteift und stattdessen anhand immer neuer Puzzlestücke die Geschichte und Gefühle einiger Charaktere zusammensetzen möchte, dann kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Aktuelles und wichtiges Thema spannend verpackt

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Was für uns meistens weit entfernt ist, ist für viele Menschen z.B. in den USA leider trauriger Alltag: (Polizei-)Gewalt und ständiger Rassismus.
In diesem Buch begleiten wir einige Schwarze Jugendliche, ...

Was für uns meistens weit entfernt ist, ist für viele Menschen z.B. in den USA leider trauriger Alltag: (Polizei-)Gewalt und ständiger Rassismus.
In diesem Buch begleiten wir einige Schwarze Jugendliche, die in eine schlimme Situation hineingeraten: Während Monique auf einer Black Lives Matter Demonstration friedlich ihre Meinung kundgibt, nutzt ihr großer Bruder Jason die Gelegenheit zum Plündern. Eher unfreiwillig mit dabei ist auch Cooper, der heimlich für Monique schwärmt. Als Jason kurz darauf wegen Mord verhaftet wird, liegt es an Cooper und Mo, den wahren Täter zu finden.

Besonders beeindruckt hat mich an der Geschichte die Authentizität: Der Autor ist selbst Schwarz und hat die Gedanken und Ängste der Menschen eindrucksvoll beschrieben. Es ist eine Sache, von der Situation mit genügend Abstand in den Nachrichten zu hören, aber eine ganz andere, die Gedanken eines Schwarzen Jungen zu lesen, der Angst hat, dass ein Polizist ihn wegen einer falschen Bewegung einfach erschießt.
Ein gesellschaftlich relevantes Thema wird einem hier in unterhaltsamer Form nähergebracht, denn gleichzeitig ist es auch ein spannender Jugendthriller. Man kann toll miträtseln, wer denn jetzt der wahre Mörder ist, mit vielen falschen Fährten und Überraschungen.
Auch ein bisschen Romance ist vorhanden, jedoch im angemessenen Maße und passend zu einem Jugendbuch.

Der Schreibstil ist recht schnörkellos und angenehm zu lesen, die Sprache hat sich für mich auch recht authentisch jugendlich angehört.
Cooper und Monique erzählen abwechselnd aus ihren Perspektiven, beide waren mir überwiegend sympathisch, sie erschienen reflektiert für ihr Alter, aber gleichzeitig auch noch unüberlegt in ihren Entscheidungen manchmal.
Das Erzähltempo war ebenfalls schön hoch, nur das Ende ging mir leider doch etwas zu schnell bzw. hätte ich mir dort noch etwas mehr gewünscht.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Momentaufnahmen eines Sommers

Schwarzer September
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Schwarzer September ist vermutlich ein Opfer seines doch eher misslungenen Klappentextes: Dort wird zwar von dem Sommerurlaub des zwölfjährigen Gigio und seiner Strandfreundin Astel berichtet, aber gleichzeitig ...

Schwarzer September ist vermutlich ein Opfer seines doch eher misslungenen Klappentextes: Dort wird zwar von dem Sommerurlaub des zwölfjährigen Gigio und seiner Strandfreundin Astel berichtet, aber gleichzeitig auch schon verraten, dass später ein Mord passieren wird.
Meine Erwartungen waren dementsprechend, dass wir vielleicht eine kurze Einführung bekommen, es danach schnell an den Strand geht und kurz darauf der Mord geschieht, der dann im Zentrum der Handlung steht - dem war jedoch nicht so, stattdessen wird es zwar immer wieder angedeutet, um Spannung aufzubauen, allerdings ja auch wiederum schon im Klappentext verraten.

Man muss daher mit anderen Erwartungen in dieses Buch starten: 50 Jahre später erzählt Gigio von seiner Kindheit und diesem Sommer, der Schreibstil ist daher zwischendurch erwachsen, aber der Sicht eines Jungen nachempfunden.
Auch berichtet er von sich selbst, dass er autistische Züge hat, was in Kombination mit seinem Alter zu vielen Endlossätzen führt, die quasi wie aufgeschriebene, sprunghafte Gedanken wirken und dabei auf alle möglichen Details fixiert sind.

Dieser Schreibstil ist wirklich Geschmackssache, einerseits wird die damalige Zeit und Italien durch die unzähligen Details sehr zum Leben erweckt und man kann sich alles super vorstellen, andererseits führt es doch auch manchmal zu einigen Längen. Für das Kind war es vermutlich extrem spannend, wer welchen Sportwettkampf gewonnen hat, für den heutigen (jüngeren) Leser ist es jedoch eher oft uninteressant. Nichtsdestotrotz hatte dieser Stil auch seinen ganz eigenen Charme, der mir doch überwiegend gut gefallen hat.
Wer eine spannende Erzählung über einen Kriminalfall erwartet, sollte vermutlich eher zu einem anderen Buch greifen. Für alle, die einfach ein wenig in das damalige Italien eintauchen und einem Jungen beim langsam erwachsen werden zuschauen möchten, ist dieses Buch aber durchaus zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Verborgen im Schnee

Eisnebel
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Zum ersten Mal die Familie des Verlobten treffen ist ja generell aufregend, aber wenn diese dazu noch extrem reich ist und das Treffen im abgelegenen Familienanwesen über zwei Wochen hinweg stattfindet ...

Zum ersten Mal die Familie des Verlobten treffen ist ja generell aufregend, aber wenn diese dazu noch extrem reich ist und das Treffen im abgelegenen Familienanwesen über zwei Wochen hinweg stattfindet - keine leichte Situation für Theo.
Während sie noch versucht, die Familienmitglieder von sich zu überzeugen, holt sie plötzlich mehr und mehr ihre Vergangenheit ein...

Zunächst ist der Schreibstil nicht außergewöhnlich, aber dafür doch sehr gut und flüssig zu lesen. Schnell hat man viele Kapitel weggelesen, die dazu auch eine angenehme Länge haben.
Die Atmosphäre wird ebenfalls passend getroffen, auch wenn hier schon alleine das Setting (abgelegenes Anwesen im Wald und Tiefschnee) viel zu beiträgt. In diesem Sinne ist es eine tolle Lektüre für kalte Wintertage.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, von Anfang an kommen immer mehr Fragen über Theos Vergangenheit hinzu, hierbei kann man gut miträtseln. Manche Antworten bekommt man schon in kleinen Häppchen zwischendurch, vieles wird erst am Ende aufgelöst.
Dies fand ich grundsätzlich gut, jedoch hatte die Geschichte doch auch einige Längen im Mittelteil, wo man vielleicht etwas hätte kürzen können.
Ebenso empfand ich manches als etwas sehr konstruiert.
Die Anzahl der Charaktere war aus meiner Sicht genau richtig, man konnte leicht den Überblick behalten, nur ein wenig mehr Tiefe in der Charakterisierung wäre manchmal nicht schlecht gewesen.
Insgesamt ein durchaus unterhaltsames und spannendes Buch, wenn auch mit kleinen Schwächen.

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