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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Unausgereift

Starminster - Stadt in den Wolken
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Im Buch geht es um Astrid, die ihr Leben im Schuppen auf der Farm ihrer Mutter verbracht hat. Als sie einen Ausbruchsversuch startet, wird jemand aus Starminster, einer Stadt im Himmel, auf sie aufmerksam ...

Im Buch geht es um Astrid, die ihr Leben im Schuppen auf der Farm ihrer Mutter verbracht hat. Als sie einen Ausbruchsversuch startet, wird jemand aus Starminster, einer Stadt im Himmel, auf sie aufmerksam und rettet sie. In Starminster stellt sich heraus, dass Astrid eine Libra ist. Das bedeutet, dass sie in ihrer Pubertät Flügel bekommt. Sie muss sich jetzt an ihr neues Leben über den Wolken gewöhnen. Außerdem gibt es einige mysteriöse Vermisstenfälle, die scheinbar etwas mit den Librae zu tun haben.

Das Buch klang sehr zauberhaft und das Setting ist wirklich schön beschrieben. Leider ist das Ganze eher unausgereift. Die Geschichte ist leider insgesamt eher durchschnittlich. Die negativen und positiven Aspekte sind tatsächlich recht ausgeglichen.
Mir hat gefallen, wie Astrid zwar ein ängstliches Kind war, sie aber letztendlich ihre Furcht überwindet. Sie hat nicht plötzlich keine Angst mehr, sondern entscheidet sich aktiv trotz ihrer Bedenken, was ich schön finde.
Das Setting war sehr hübsch, aber es wirkte nicht super gut durchdacht. Von der Art und Weise, wie es geschrieben war, haben Unterrichtsstunden zum Beispiel nur ungefähr fünf Minuten gedauert. Der Fakt, dass wir auch im ganzen Buch vollkommen ignorieren, dass Astrids Mutter sie in den Schuppen eingesperrt hat, hat mich auch verwirrt.
Die Geschichte war nicht unterirdisch, aber sie war auch nicht besonders herausragend.

Ich würde das Buch für Kinder und Erwachsene empfehlen, die das Thema hochspannend finden, den anderen würde ich eher andere Bücher empfehlen.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Gut geschrieben nur nicht mein Fall

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Der Mann der Hauptcharakterin ist verstorben. Beim Ausräumen des gemeinsamen Hauses rechnet sie mit ihrer Beziehung ab. Wo hat ihr die Beziehung geholfen? Wo hat sie dadurch Einschränkungen erlebt? Und ...

Der Mann der Hauptcharakterin ist verstorben. Beim Ausräumen des gemeinsamen Hauses rechnet sie mit ihrer Beziehung ab. Wo hat ihr die Beziehung geholfen? Wo hat sie dadurch Einschränkungen erlebt? Und mit jedem Schatz und jedem bisschen Müll, die sie findet, legt sie mehr Erinnerungen frei.

Das Buch setzt sich sehr realistisch und ehrlich mit dem Thema Trauerarbeit auseinander. Es ist nicht alles brav in fünf Phasen unterteilt und dann fühlt man sich danach erleuchtet.
Die Hauptcharakterin muss ihr ganzes Leben noch einmal betrachten. Sie schaut sich an, wie sie trotz des progressiven und akademischen Haushalt, in dem sie lebt, den Hauptteil der Care-Arbeit übernehmen muss. Es wird klar, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann zwar von Faszination aber auch einer tiefen Missgunst bestimmt ist. Ihre Gefühle wurden über Jahrzehnte hin untergraben und ignoriert.
Die Gedanken, die im Buch festgehalten sind, sind sehr feministisch und durchaus interessant. Die Hauptcharakterin hat ein unfassbar faszinierendes Leben gelebt.
Dennoch war das Buch leider nicht ganz mein Fall. Zum einen gab es einige esoterische Aspekte, die zwar nicht gravierend waren, aber so gar nicht meinen Geschmack getroffen haben. Und dann war es leider so, dass sich dieses Buch für mich sehr gezogen hat. Das Buch umfasst nur knapp zweihundert Seiten, doch es hat sich angefühlt, als würde ich Ewigkeiten daran lesen.

Trotz interessanter Themen war mir das Buch zu repetitiv und langwierig. Ich kann es aber durchaus Menschen empfehlen, die gerade selbst auch Trauer durchleben. Vor allem wenn der betrauerte Mensch sehr ambivalent war.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Leider mittelmäßig

House of Rayne
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Salems Leben verändert sich von einem Moment auf den anderen. Vor kurzem noch mit Hochzeitstermin und plötzlich alleine Single auf dem Weg zu einem Cottage auf einer kleinen wilden Insel. Da kommt ihr ...

Salems Leben verändert sich von einem Moment auf den anderen. Vor kurzem noch mit Hochzeitstermin und plötzlich alleine Single auf dem Weg zu einem Cottage auf einer kleinen wilden Insel. Da kommt ihr die wunderschöne fremde Frau in einer Bar nur recht. Blöderweise stellt Salem nach ihrem kleinen Techtelmechtel fest, dass Rayne die Inhaberin des Cottage ist, wo sie sich eingemietet hat. Und als wäre das noch nicht genug, scheint die Insel von religiösen Fanatikern besiedelt zu sein. Als dann die ersten Morde geschehen, möchte Salem eigentlich nur weg. Aber die Fähren fahren für den Rest des Jahres nicht mehr.

Das Set-Up für die Story hat mir gut gefallen. Eine isolierte Insel, die von einer furchtbaren Kreatur heimgesucht wird, auf der eine Kirche voller religiöser Fanatiker lebt. Der Teil hat auch Spaß gemacht. Der Horroraspekt des Buches war zwar nichts ausgesprochen einzigartiges, war aber gut und spannend gemacht.
Leider war der erotische Teil meiner Meinung nach sehr unpassend. Wir haben immer wieder den Wechsel zwischen einem Kapitel Sex und einem Kapitel Horror und es war so erwartbar, dass ich planen konnte, welche Kapitel ich auf dem Weg zur Arbeit lesen konnte und welche lieber nicht. Die beiden Hauptcharaktere haben immer wieder Sex, nachdem sie dem furchtbaren Monster des Buches begegnet sind oder Leichen gesehen haben oder ähnliches und es hat sich einfach unpassend angefühlt.
Was schade war, weil die Sexszenen eigentlich sehr respektvoll waren. Sie waren sehr kinky, aber nie in irgendeiner Art und Weise übergriffig.

Das Buch hatte gute Horror- und gute Sexszenen, hat sie dann aber so unfassbar schlecht miteinander verwoben, dass ich das Buch leider nur mittelmäßig fand.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Eine einengende Prophezeiung

Nightblood Prince
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Die Kaiserin aller Kaiserinnen wird das Volk einen. Diese Prophezeiung wurde zu Feis Geburt ausgesprochen. Daraufhin wurde sie schon im Kindesalter mit dem Sohn des Kaisers verlobt. Das Leben im Palast ...

Die Kaiserin aller Kaiserinnen wird das Volk einen. Diese Prophezeiung wurde zu Feis Geburt ausgesprochen. Daraufhin wurde sie schon im Kindesalter mit dem Sohn des Kaisers verlobt. Das Leben im Palast und mit den Erwartungen ihrer Prophezeiung empfindet Fei als beengend und sie möchte sich daraus befreien. Dafür hat sie einen Plan, der jedoch etwas aus dem Ruder gerät, als Fei dem Prinzen eines verfeindeten Reiches das Leben rettet.

Das Buch hat mir anfangs ausgesprochen gut gefallen. Fei setzt sich für ihre Wünsche und höhere Ziele ein und steht dazu auch widrige Umstände durch. Sie setzt sich klar mit dem vorherrschenden Sexismus auseinander und vertritt eine anti-imperialistische Meinung, die sehr gut im Gegensatz zum laufenden Krieg steht.
Leider verliert sie im Laufe des Buches ihre gesamte Eigenständigkeit. Egal, was sie tut, Yexue oder Siwang wissen bereits davon. Ihre Handlungen sind hinfällig, weil sie fast keinen Einfluss haben und ihre Probleme immer wieder von jemand anderem gelöst werden. Auch ihre letzte große Handlung im Buch gelingt nicht wegen ihrer eigenen Fähigkeiten oder ihrem Geschick, sondern weil es jemand anders für sie macht.
Auch die Romanze funktioniert meiner Meinung nach nicht. Beide Typen sind irgendwie fragwürdig, was ich eigentlich ganz cool finde, weil Fei ihnen ganz klar sagt, dass sie beide eigentlich nicht gut genug für sie sind. Was mich jedoch wieder stört, ist, dass es bei einem von beiden einfach die große Liebe ist ohne vernünftigen Beziehungsaufbau. Generell haben sich beide Liebesbeziehungen sehr flach angefühlt, ohne besonders charmant zu sein.

Das Buch hat stark angefangen und dann aber auch stark nachgelassen, was wirklich überaus schade war.

Veröffentlicht am 09.09.2025

Highway to Hell

Katabasis
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Alice ist Studentin der Analytischen Magie in Cambridge. Sie war auf dem besten Weg, ihren Abschluss beim besten Magieprofessor der Gegenwart zu machen. Leider stirbt genau dieser Professor bei einem grauenvollen ...

Alice ist Studentin der Analytischen Magie in Cambridge. Sie war auf dem besten Weg, ihren Abschluss beim besten Magieprofessor der Gegenwart zu machen. Leider stirbt genau dieser Professor bei einem grauenvollen Unfall, der während eines magischen Experiments passiert. Ein Experiment, bei dem Alice die Sicherheit kontrollieren sollte. Zum Glück weiß niemand von ihrer Mitschuld und so macht sie sich auf den Weg in die Hölle, um ihren Professor zu retten. Wäre da nur nicht Peter Murdoch, mit dem Alice eine Vergangenheit hat und der sich in die Rettungsaktion einklinkt.

Ich habe schon mehrere Bücher von R. F. Kuang gelesen. Sie hat einen kunstvollen und ausdrucksstarken Schreibstil. Daher war “Katabasis” auch eines der Bücher, worauf ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut habe. Das Thema hat mich sehr angesprochen. Ein Trip in die Hölle aus akademischer Sicht mit vielen wissenschaftlichen und philosophischen Ansichten, das klang herrlich.
Das Buch selbst hat mich aber leider eher zwiegespalten zurückgelassen. Den Anfang fand ich herausragend. Das Magiesystem fand ich ebenso kreativ, einzigartig und faszinierend, wie das in “Babel”. Der Abstieg in die Hölle und die Rückblenden in Alice und Peters Vergangenheit sind gelungen und geben uns einen guten Einblick in ihre Ansichten, Persönlichkeiten, Beziehungen und Schwächen. Das Buch hat dabei einen klaren Fokus auf Elitismus und Sexismus in akademischen Zirkeln. Wir können sehen, was für toxische Verhältnisse in akademischen Kreisen herrschen, wo jeder den anderen ausnutzt und Menschen sich bis zur Erschöpfung abarbeiten nur um eine Mitautorenschaft oder ein Empfehlungsschreiben zu bekommen. Studierende und Lehrende werden für ihre körperlichen Bedürfnisse abgestraft und das Geistige wird über alle Maße erstrebt. Dieser Blick ist zynisch, wirkt aber leider auch gar nicht so unrealistisch. Auch den Sexismus der akademischen Welt können wir dank Alice hautnah erleben und es ist wirklich frustrierend.
Der Trip durch die Hölle hat sich teilweise ganz schön gezogen und gegen Ende haben sich einige Stellen vollkommen wirr und zusammenhangslos angefühlt. Das hat mir das Buch leider ganz schön versaut. So wurde aus einem guten Buch eine eher mittelmäßige Erfahrung.

Das Buch ist meiner Meinung nach nicht so gut geschrieben wie ihre anderen Bücher und auch wenn es nicht das schlechteste Buch ist, würde ich jedem, der etwas von R. F. Kuang lesen möchte, stattdessen “Babel” empfehlen.

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