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SofieWalden

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine Familie tut, was sie kann, im Outback Australiens

Ein weites Leben
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Die MacBrides betreiben eine abgelegene Schaffarm im australischen Hinterland. Es ist ein gutes Miteinander, dass sie als Familie leben, bis etwas passiert. Bei einem Autounfall kommen der Vater Phil und ...

Die MacBrides betreiben eine abgelegene Schaffarm im australischen Hinterland. Es ist ein gutes Miteinander, dass sie als Familie leben, bis etwas passiert. Bei einem Autounfall kommen der Vater Phil und einer der beiden Söhne ums Leben. Matthew, der ebenfalls im Wagen sitzt, überlebt schwerverletzt. Ein schwerer Schicksalsschlag, doch Dank Lorna, der Mutter des Jungen, gibt es ein Danach. Sie betreibt die Farm weiter, kann sich dabei auf verlässliche Leute stützen und auch Tochter Rosie und, soweit möglich, auch Matt, dessen Wiederherstellung eine lange Zeit in Anspruch nimmt, bringen sich ein, um 'ihr Zuhause' zu bewahren. Ihr Leben, irgendwann fühlt es sich wieder gut an. Aber Menschen entwickeln sich und Rosie bricht in späteren Jahren für einige Zeit aus der Gemeinschaft aus. Doch dann wird die Familie wieder wichtig. Eine schreckliche Entscheidung schafft Unaussprechliches, ein zweites Mal und trotzdem tut man einfach, was man tun muss, weitermachen.
Diese Geschichte ist ein Erlebnis, unglaublich in dem Empfinden, das sie seinen Lesern schenkt. Man ist so nahe dran, wenn diese Familie mit erhobenem Kopf, jedem neuem Schicksalsschlag zum Trotz, einfach weitermacht, weil es nun mal so funktioniert, das Leben. Man leidet mit, trauert mit und ist so unfassbar angetan von diesen Menschen, wenn sie sich, mit Mut und Würde, nicht unterkriegen lassen. Und drumherum das karge Hinterland Australiens, das sich mit seiner sandigen rauen Natur als Teil des Ganzen zeigt und uns tiefe Einblicke gibt in die Realität dieses Kontinents.
Ein ungeheuer kraftvolles Buch, das seinesgleichen sucht und noch lange nachklingt.

Veröffentlicht am 14.03.2026

Einsamkeit und dann dieses Erleben, Freunde und die Freude am Leben

Ein Hund namens Katze
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Ein Hund wird geboren, irgendwo in einem Wald. Er ist der Einzige des Wurfs, der es schafft. Der Vater ist schon längs weitergezogen und auch die Mutter bleibt nicht sehr lange an seiner Seite. Sie gibt ...

Ein Hund wird geboren, irgendwo in einem Wald. Er ist der Einzige des Wurfs, der es schafft. Der Vater ist schon längs weitergezogen und auch die Mutter bleibt nicht sehr lange an seiner Seite. Sie gibt ihm den Namen 'Katze' und eine wichtige Regel mit auf den Weg, nämlich immer unabhängig zu leben und niemandem zu trauen. Und so wandert Katze, geprägt von seiner Mutters Rat, scheu und ängstlich durch die Lande. Die Einsamkeit macht ihn sehr traurig. Aber als er schließlich an einem Ort auf Menschen trifft, zeigt er sich nicht. Denn die Angst davor, dass man ihm etwas Böses antun könnte ist groß und seine Mutter hat ihn gewarnt. Doch er wird immer trauriger und dann, dann liegt da ein Mensch direkt vor ihm und schläft. Es ist ein besonderer Mensch und er wird bald sein Mensch sein und einfach sein Freund. Und es kommt noch besser, denn ein Freund ist nur der Anfang.
Eine wunderschöne Geschichte aus dem hohen Norden und sie sagt mit so wenig Worten so viel. All diese Gefühle, die hier durch dieses fantastisch illustrierte Bilderbuch zu uns herüberwehen, die Einsamkeit, die so erdrückend ist und einfach nicht sein soll, weil Miteinander einfach das Schönste ist und die Sehnsucht, das Bedürfnis, genau das erleben zu dürfen, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Wärme, es rührt einen ungemein an, wie dies hier erzählt wird und bebildert, mit einem Stil, der die Gefühle von Hund Katze auf eine sehr besondere Art unglaublich gut mitträgt.
Ein Buch, ein Kleinod über unsere Gefühle und nicht nur für Kinder sondern auch oder vielleicht gerade für Erwachsene ein sehr sinniges Erlebnis.

Veröffentlicht am 12.03.2026

Eine strahlend bunte Einladung, mitten hinein in die Welt, die uns der Himmel zeigt

Astrologica
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Egal, von wo auf der Erde wir in den Himmel schauen, dort wartet eine magische Welt auf uns, mit all dem Leuchten, das sich zu ganzen Bildern zusammenfügt. Und die Geschichten, die diese Phänomene mit ...

Egal, von wo auf der Erde wir in den Himmel schauen, dort wartet eine magische Welt auf uns, mit all dem Leuchten, das sich zu ganzen Bildern zusammenfügt. Und die Geschichten, die diese Phänomene mit sich tragen, sie sind so spannend und variantenreich, umfassen sowohl wissenschaftliche Aspekte allerfrühester Zeiten wie auch die Mythologie der Götter, mit denen die Völker damals lebten.Und das diese Himmelskörper auch einen außerordentlichen Nutzen für die Menschen hatten und auch heute noch zu einem gewissen Teil haben, wenn sie sich daran orientierten, bei ihren gefährlichen Fahrten über die Weltmeere, das ist extrem faszinierend und zeigt uns auch, wie stark verbunden die Menschheit schon immer war mit 'dem großen Dach', das unsere Erde umgibt. Und wenn man auch heute mit all den Möglichkeiten, die die fortgeschrittene Wissenschaft, insbesondere mit ihren grandiosen Gerätschaften, hat, ganz weit vorzudringen in neue Welten, neue Galaxien, weit von unserem kleinen Heimatplaneten entfernt, gibt es da doch auch oder vor allem die Nähe
und man weiß, dass der Himmel in eine unendliche Weite führt, die alten Geschichten bringen uns die Nähe und Verbundenheit, wenn wir in der Stille der Nacht zu den Sternen hinauf zu sehen.
Und diese große Allumfassenheit, dieses Buch vermittelt seinen jungen Lesern und auch den Älteren ganz viel davon, in warmen bunten Bildern, so lebendig und die ganze Vielfalt ausdrückend, was zu diesem Thema alles dazu gehört.
'Astrologica' ist ein tolles Buch, das spannendes Wissen vermittelt, das das, was wir selbst am Himmel erleben können, mit Inhalt füllt und zeigt, das irgendwie alles miteinander verbunden ist.
Ein Erlebnis, nicht nur für Kinder. Hieran kann sich die ganze Familie erfreuen.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Leidenschaft, das Elixier einer zurückgelassenen Familie und ganz viel Kunst der Sprache

Die Enthusiasten
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Eine Familie und deren innige Leidenschaft für Bücher, für den Umgang mit Sprache, schräg und kunstvoll zugleich, von dieser Gruppe von Menschen wird hier erzählt, perspektivisch durch die Hauptfigur des ...

Eine Familie und deren innige Leidenschaft für Bücher, für den Umgang mit Sprache, schräg und kunstvoll zugleich, von dieser Gruppe von Menschen wird hier erzählt, perspektivisch durch die Hauptfigur des Ich-Erzählers Vince, der als Literaturdozent diese Leidenschaft auch beruflich in die Welt trägt. Seine Geschwister haben sich mit ihrem Enthusiasmus auf andere Pfade begeben, natürlich beide in eher extremer Weise. Die Schwester forscht über Schwarze Materie-Teilchen, der Bruder hat sich der Filmkunst verschrieben,. Ein gravierender Einschlag in das sehr innige Familiengefüge war einst das Verschwinden der Mutter, dem Mittelpunkt der Familie und dieser Verlust und das Geheimnis darum geistert noch heute durch ihre Reihen.
Vince, er ist ein leidenschaftlicher Anhänger des Schriftstellers Sterne und huldigt diesem mit Gleichgesinnten, am 250. Todestag, an dessen Grab. Dabei erfährt er von einem angeblich aufgetauchten 10. Buch des Autors und dieses in seinen Besitz zu bringen, dafür wäre ihm nichts zu teuer.
Und mit diesem Aufhänger beginnt es dann so richtig, raus aus den sanften Regularien seines Lebens, dieses, man kann schon sagen, Abenteuer, voller Dinge, die einfach passieren. Und darauf folgt und immer weiter, schräg und immer abstruser wird das Geschehen und manchmal ist es für den Leser gar nicht so leicht, nicht den Faden zu verlieren. Doch man hängt sich gerne richtig rein. Denn diese Geschichte mit ihrer bombastischen sprachlichen Finesse, der Kreativität, was das Wort, was Sprache doch so alles kann, sie ist diese Reise wert, an dessen Ende man dann mit einem richtig guten dem Ganzen sehr angemessenen Finale belohnt wird, das zeigt, dass der Autor auch bzgl. der Handlung doch noch 'die Kurve gekriegt' hat, um wieder in normale Sphären zurückzukehren. Normal genug, um sich, durchflutet von dem Sprachfeuerwerk und der literarischen Kunst dieses Buch, zufrieden zurückzulehnen und einen Mordsspaß gehabt zu haben.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Wie man ein Comic entstehen lassen kann, originell in Comic-Form

Der Comic-Club
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Vier Kinder finden sich in einem Comic-Club zusammen und erarbeiten, erleben, wie man ein Comic macht. Und dabei darf man durchaus individuell sein, jeder auf seine eigene Art. Es gibt kein Werten, kein ...

Vier Kinder finden sich in einem Comic-Club zusammen und erarbeiten, erleben, wie man ein Comic macht. Und dabei darf man durchaus individuell sein, jeder auf seine eigene Art. Es gibt kein Werten, kein gut oder schlecht, man macht, mit gewissen handwerklichen Grundstrukturen, einfach genau sein Ding. Und das ist nicht nur ein besonderes Erleben für die Clubmitglieder, denen hier durch dieses Genre eine ordentliche Portion Stolz, Glücksgefühle und wachsendes Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben wird. Auch die Leser können hier eine Menge lernen und auf eine leichte lockere Art Einblicke gewinnen, in diese besondere Form, Geschichten zu erzählen.
Diese Comic-Geschichte zu lesen macht richtig viel Spaß. Und der Gedanke, es einmal selbst zu versuchen, in seinem ganz eigenen Comic-Stil, der ist schon sehr reizvoll und überhaupt nicht mehr weit weg.
Also etwas Mut und los geht es.