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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Zwischen Traum und Scheitern

Salto
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Es gibt sicher schönere Buchcover – aber selten eines, das so gut zum Inhalt passt.

Das Abitur ist die erste große Zäsur im Leben: Plötzlich soll man wissen, wer man ist und wohin man will. Genau an diesem ...

Es gibt sicher schönere Buchcover – aber selten eines, das so gut zum Inhalt passt.

Das Abitur ist die erste große Zäsur im Leben: Plötzlich soll man wissen, wer man ist und wohin man will. Genau an diesem Punkt steht Marko. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie, seine Mutter – Krankenschwester – ist früh verstorben. In seinem Kopf wird ihr Traum zu seinem eigenen: Er will Arzt werden. Trotz hervorragender Noten muss er zunächst in Budapest studieren.

Der Leser begleitet Marko durch Zweifel, Erwartungen und Rückschläge. Man erlebt die Intensität junger Gefühle – Hoffnung, Überforderung, Liebe und Verlust. Als erwachsener Leser ahnt man allerdings früh, dass Marko vielleicht nicht der geborene Arzt ist. Umso eindringlicher wirkt sein Ringen mit den Erwartungen an sich selbst.

Schwere Schicksalsschläge treffen sowohl Marko als auch seine Freundin Claire und stellen ihre Pläne und Hoffnungen immer wieder infrage.

Kurt Prödel erzählt diese Geschichte in einer sehr einfühlsamen, ruhigen Sprache. Der Roman entschleunigt, ist stellenweise bedrückend, aber nie hoffnungslos. Am Ende bleibt ein vorsichtiger Blick nach vorn – genau jener Moment, der im stilisierten Cover eingefangen scheint.

Ein Roman, der unter die Haut geht und lange nachhallt. Für mich ganz klar: fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine nicht ganz perfekte Vampirin

Magic Drowned in Blood
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Schon das Cover von Magic Drowned in Blood ist ein absoluter Hingucker, es ist wunderschön gestaltet, und wenn man genauer hinsieht, entdeckt man viele kleine Details und Elemente aus der Geschichte, die ...

Schon das Cover von Magic Drowned in Blood ist ein absoluter Hingucker, es ist wunderschön gestaltet, und wenn man genauer hinsieht, entdeckt man viele kleine Details und Elemente aus der Geschichte, die darin verarbeitet sind. Das hat mir richtig gut gefallen und passt perfekt zur düsteren Atmosphäre des Buches.
In die Story kommt man unglaublich schnell rein, ich war praktisch sofort drin und wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Handlung folgt Lark, die nach ihrer Wandlung auf einem Vampir-College gelandet ist. Doch sie ist nicht so perfekt wie die anderen und das lassen sie Lark auch spüren. Sie kompensiert das mit außerordentlichem Fleiß. Ihr Außenseiterstatus und das Mobbing machen ihr den Aufenthalt auf dieser Schule alles andere als leicht und sorgen dafür, dass man schnell mit ihr mitfühlt.
Durch eher dubiose Umstände landet sie schließlich in einem Wettbewerb, bei dem die beiden Gewinnerinnen drei Jahre lang die Geliebten der beiden Königssöhne werden sollen. Die Prüfungen sind brutal und teilweise wirklich lebensgefährlich. Trotzdem hat Lark kaum eine Möglichkeit auszusteigen, obwohl sie dieses Leben im goldenen Käfig eigentlich gar nicht anstrebt.
Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und zieht einen richtig durch die Geschichte, gleichzeitig ist er an einigen Stellen auch ziemlich spicy, was gut zur düsteren Vampir-Atmosphäre passt. Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist allerdings ein typisches Genre Klischee, einerseits wird Lark als starke und taffe Figur dargestellt, andererseits schmilzt sie teilweise allein beim Anblick eines durchtrainierten Männerkörpers dahin. Über solche Momente kann ich nicht immer ganz hinwegsehen, weil sie die Figur für mich etwas widersprüchlich machen.
Trotzdem hat mich das Buch insgesamt wirklich gepackt, Spannung, Intrigen, gefährliche Prüfungen und eine Protagonistin, mit der man mitfiebert, für Fans von düsterer Vampir Fantasy definitiv eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine bedeutsame Warnung

Das kalte Moor
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Das kalte Moor von Marklund ist der zweite Band einer Trilogie und für mich wieder eine klare fünf Sterne Leseempfehlung. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, es wirkt geheimnisvoll und passt sehr ...

Das kalte Moor von Marklund ist der zweite Band einer Trilogie und für mich wieder eine klare fünf Sterne Leseempfehlung. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, es wirkt geheimnisvoll und passt sehr gut zur düsteren Atmosphäre der Geschichte.

In diesem Band wird es deutlich persönlicher als im ersten Teil, vor allem für Polizeichef Wiking. Gleich zu Beginn erhält er eine niederschmetternde Krebsdiagnose, mit der er erst einmal umgehen muss. Trotzdem versucht er weiterzuarbeiten und sich nicht von der Krankheit bestimmen zu lassen. Parallel dazu tauchen neue rätselhafte Entwicklungen auf, die ihn sowohl beruflich als auch privat betreffen.

Besonders spannend ist die Situation um seinen Sohn Markus. Dieser wird anonym, aber sehr eindringlich davor gewarnt, eine bevorstehende Beförderung anzunehmen. Die Botschaft wirkt so persönlich und gezielt, dass schnell der Verdacht entsteht, sie könne nur von einer Person stammen, die eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte, nämlich von Wikings Ehefrau und Markus Mutter, die seit über zwanzig Jahren vermisst wird. Allein dieser Gedanke bringt viele alte Fragen wieder an die Oberfläche.

Während Wiking versucht herauszufinden, wer hinter der Warnung steckt, arbeitet er gleichzeitig an einem anderen Fall. Ein mysteriöser Waffendiebstahl sorgt für Unruhe und könnte weitreichendere Folgen haben, als zunächst angenommen. Wie man es von ihm kennt, kombiniert Wiking wieder ruhig, logisch und sehr präzise. Schritt für Schritt setzt er die einzelnen Puzzleteile zusammen.

Dabei wird er immer wieder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dinge, die lange ungeklärt geblieben sind, tauchen erneut auf und werfen ein neues Licht auf frühere Ereignisse. Nach und nach lösen sich einige der offenen Fragen, während gleichzeitig neue Zweifel entstehen.

Der Roman ist durchgehend sehr spannend geschrieben. Marklund erzählt wie immer in einem klaren, schnörkellosen Stil, der sich sehr flüssig lesen lässt und trotzdem eine starke Spannung aufbaut. Gerade diese ruhige, präzise Erzählweise passt hervorragend zu der eher düsteren und nachdenklichen Geschichte.

Das Ende ist diesmal vergleichsweise ruhig, wirkt aber wie ein bewusst gesetzter Übergang. Es deutet bereits an, dass im letzten Band der Trilogie noch einige wichtige Dinge ans Licht kommen werden. Für mich auf jeden Fall ein sehr gelungener zweiter Teil, der die Geschichte stark weiterentwickelt und neugierig auf das Finale macht.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Wo ist Isabelle

Schattenmädchen
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Schattenmädchen von Frida Skybäck ist ein spannender Kriminalroman, der mich vor allem durch die Geschichte und das Ermittlerduo überzeugt hat. Das Cover zeigt eine typisch schwedische Idylle, wirkt auf ...

Schattenmädchen von Frida Skybäck ist ein spannender Kriminalroman, der mich vor allem durch die Geschichte und das Ermittlerduo überzeugt hat. Das Cover zeigt eine typisch schwedische Idylle, wirkt auf mich allerdings eher nichtssagend und wird dem Inhalt nicht wirklich gerecht.
Umso schöner ist das Wiedersehen mit Frederika und Henry. Frederika ist impulsiv und geradlinig, manchmal unbequem, aber sehr authentisch. Henry ist reich, besonnen und intelligent, ein ruhiger Gegenpol. Beide tragen private Themen mit sich, Frederika hat Probleme in ihrer aktuellen Beziehung, Henry wird von seiner früheren Beziehung eingeholt. Das bleibt eher im Hintergrund, ist aber sehr interessant, besonders wenn man die Vorgänger kennt.
Im Mittelpunkt steht der Fall einer Studentin, die nach einer Party verschwindet. Ein reicher IT-Boss gerät schnell ins Visier der Ermittlungen, unter anderem wegen Blutspuren in seinem Appartement. Gleichzeitig gibt es Parallelen zu einem früheren Mord im Studentenmilieu und Hinweise auf eine möglicherweise frauenfeindliche und übergriffige Studentenverbindung.
Die Geschichte entwickelt sich spannend und dicht und endet mit einem überraschenden Schluss. Der Schreibstil ist auf jeder Seite mitreißend und die knackig kurzen Kapitel tragen zur Spannung bei. Für mich ein gelungener Krimi mit Tiefe und klarer Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Wo Worte zu Waffen werden

Die Totenklägerin
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Schon das Cover ist ein optisches Highlight. Der Engel fühlt sich rauer an als der übrige Buchdeckel, rau wie Stein. Er ist zur Seite gekippt, und nach der Lektüre fragt man sich unweigerlich, ist das ...

Schon das Cover ist ein optisches Highlight. Der Engel fühlt sich rauer an als der übrige Buchdeckel, rau wie Stein. Er ist zur Seite gekippt, und nach der Lektüre fragt man sich unweigerlich, ist das ein Engel oder vielleicht doch ein Racheengel.
Als ein solcher tritt die Totenrednerin Matilda Rizzo immer wieder auf. Wenn sie Unrecht wittert, spricht sie es offen aus, denn sie versteht sich als Anwältin der Toten.
Aus diesem Grund sucht das junge Mädchen Jackie ihre Hilfe. Durch ein geöffnetes Fenster hat sie aufgeschnappt, dass es beim Ableben von Oma Resi nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Matilda soll sich der Sache bitte annehmen.
Und das tut sie. Hartnäckig taucht sie immer tiefer in die Machenschaften des unsympathischen Besitzers der Glasbläserei ein, eines Mannes, der sich für unantastbar hält.
Gleichzeitig erfährt man mehr über Rizzos schreckliche Kindheit, aber auch andere Schicksale kommen ans Licht. Nach und nach fügt Matilda die einzelnen Hinweise zu einem klaren Bild zusammen und hält schließlich eine Trauerrede, die sich gewaschen hat und Oma Resi posthum Gerechtigkeit verschafft.
Dieser Roman ist kein klassischer Krimi, in puncto Spannung jedoch absolut ebenbürtig. Fast noch mehr als das Geheimnis um Oma Resi hat mich Matildas chaotische Kindheit an der Seite ihrer verblendeten Mutter fasziniert. Die Autorin versteht es zudem, die Atmosphäre rund um Passau lebendig einzufangen. Sie nimmt sich Zeit für eindringliche Beschreibungen von Stadt, Land, Natur und Menschen, ohne dabei auszuschweifen oder zu langweilen. Die kurzen Kapitel sorgen zusätzlich für ein hohes Lesetempo.
Matilda Rizzo hat als neue Figur im Bücherkosmos mehr als genug Kraft für weitere Fortsetzungen. Mich hat sie so beeindruckt, dass ich sie vorbehaltlos empfehlen kann.

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