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Veröffentlicht am 30.05.2025

Nahbare Charaktere, die Fehler machen

The Rise of Daisy
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In „The Rise of Daisy“, der Debüt Roman von Stefanie Hepska begleiten wir Aurelie und Emil. Beide arbeiten in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Pflege. Aurelie fängt gerade dort an ...

In „The Rise of Daisy“, der Debüt Roman von Stefanie Hepska begleiten wir Aurelie und Emil. Beide arbeiten in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Pflege. Aurelie fängt gerade dort an und ist sehr glücklich mit ihrem neuen Job. Und eigentlich dachte sie, sie sei auch sehr glücklich in ihrer Beziehung...
Besagtes Heim und Setting des Romans ist übrigens die Oberlausitz, was ich super spannend fand.

Stefanies Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Schnell und klar und nicht zu verschnörkelt, so dass man nicht ständig Sätze mehrfach lesen muss.
Manche Wiederholungen fand ich dann allerdings etwas zu Häufig, zum Beispiel, wenn eine WhatsApp-Nachricht bereits für sich alleine sprechen könnte (weil abgedruckt für uns Leser), der Inhalt dann aber direkt nochmal mündlich von einer der Figuren wiedergegen wird. Auch manche Ausdrücke waren mir persönlich etwas zu Umgangssprachlich, aber das beides ist sicherlich Geschmackssache.
Was mich wirklich sehr kalt erwischt hat, war der erste Teil der Story an sich.
Aufgrund des Klappentextes und Covers, hätte ich niemals mit einer so intensiven, toxischen ersten Hälfte des Buches gerechnet. Ich hatte, ganz ehrlich, eine eher leichtere Geschichte erwartet über eine Frau die sich aus einer schwierigen Beziehung löst und sich neu verliebt.
Das hierbei schwere psychische Gewalt vorkommt, hat mich (trotz der Content Warnung) ziemlich mitgenommen. Ist auch einfach nicht mein bevorzugtes Genre (wie gesagt, durch Cover und Klappentext wäre ich nicht drauf gekommen).

Ich bin aber wirklich froh, dass ich weitergelesen habe. Aurelies Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, und ab der zweiten Hälfte konnte mich das Buch richtig mitnehmen. Es war schön zu sehen, dass die Figuren Zeit hatten, sich zu entwickeln – und nicht einfach nach dem Motto „zack, zusammen und Happy End“.

Hier und da gab es auch in der zweiten Hälfte Szenen die mich haben stutzen lassen, vor allem das Handeln von einigen Charakteren, aber das lässt sie auch irgendwie nur menschlicher wirken. Keiner ist hier der reine, strahlende Held/die Heldin in weißer Rüstung.
So haben die Figuren Ecken und Kanten und auch definitiv ihre Fehler und diese reflektieren sie (zum Teil) auch.
Ein bisschen mehr Bernie-Action hätte ich mir persönlich noch gewünscht. ;)
Besonders gut fand ich, dass das Thema Arbeit mit Menschen mit Behinderung mit im Fokus steht. Wie Stefanie selbst mal auf Instagram geschrieben hatte: Das kommt wirklich viel zu selten in Romanen vor.
Es war richtig schön soziale Arbeit im Buch wiederzufinden!
Alles in allem haben wir hier ein schönes Erstlingswerk einer Autorin, die mit Herzblut dabei ist und von der ich hoffe, dass sie noch den ein oder anderen Roman schreiben wird.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Spannende Idee, toller Schreibstil, für mich jedoch kaum ertragbare Protagonistin

Nightweaver
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Wichtig: Ich habe das Buch bei knapp 35% abgebrochen und werde nachfolgend erklären warum und es anhand des (knapp) ersten Drittels bewerten.

Schade, ich wollt es so sehr mögen. Der Grundgedanke mit Piraten, ...

Wichtig: Ich habe das Buch bei knapp 35% abgebrochen und werde nachfolgend erklären warum und es anhand des (knapp) ersten Drittels bewerten.

Schade, ich wollt es so sehr mögen. Der Grundgedanke mit Piraten, der Teaser "Fluch der Karibik" trifft "Downtown Abby" und in der Hörbuchversion die fantastische Stimme von Michaela Gaertner. Das alles spricht ja für einige spannungsgeladene Stunden.
Leider wollte der Funke bei mir einfach nicht überspringen. Und das lag absolut nicht am Schreibstil von R. M. Gray. Der ist wirklich bildhaft und spannend. Im Hörbuch verleiht Michaela Gaertner dem ganzen Leben und liest diese ungewöhnliche Fantasygeschichte spannungsgeladen und wunderbar betont ein.

Mein Problem war ein anderes: Ich wurde leider mit den Protagonisten nicht warm. So gar nicht. Will blieb für mich einfach nur blaß und uninteressant, wohingegen Aster mich mit ihrer, aus meiner Sicht, kindischen und extrem patehtischen "Ich bin aber Piratin!" Art in den Wahnsinn getrieben hat. Ständig jammert, meckert und beschwert sie sich in Gedanken (oder auch öffentlich) und immer wieder will sie ihrem verstorbenem Bruder Owen am liebsten in den Tod folgen. Ja, sie darf trauern. Das will ich ihr gar nicht absprechen. Aber auf mich wirkte Aster vor allem mit ihrem beharren darauf, dass sie Piraten sind, schlicht und ergreifend wie ein Kleinkind dass mit dem Fuß aufstampft weil es seinen Willen nicht bekommt. Auch warum sie dann plötzlich fliehen will, dann wieder nicht, dann fast wieder doch obwohl ihre gesamte Familie (ihre "Crew", wie sie nicht müde wird zu betonen) bei Will und seiner Familie zu Hause sitzt will nicht ganz in meinem Kopf.

Die Geschichte gestaltet sich durchaus spannend und ich würde gerne wissen was es denn nun mit all dem auf sich hat. Auch wer hier sein Unwesen treibt interessiert mich. Allerdings ertrage ich das ganze einfach nicht aus Asters Perspektive und mit Asters inneren Monologen.

Da das aber ganz sicher eine zutiefst persönliche Meinung ist und Aster für viele andere sicherlich eine fantastische und nachvollziehbare Protagonistin sein wird, vergebe ich aufgrund der ersten 35% 3 Sterne. Denn ich bin sicher, wenn ich mit Aster warm geworden wäre, wäre es ein richtig spannendes Buch geworden, bei dem ich keine toll vertonte Minute hätte missen wollen. So wird es aber ein DNF für mich.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Tiefgang fehlt, trotzdem hat es irgendwie Spaß gemacht

Royal Heist
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Es handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans ...

Es handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans Eleven“ mit Love Story werden würde. Der charmante Diebstahl zu Beginn wirkte nämlich sehr vielversprechend. Auch noch das erste Aufeinandertreffen von Darcy und den Prinzen war durchaus amüsant. Danach begann das Buch dann jedoch etwas vor sich hinzu plätschern und die richtig große Spannung wollte nicht aufkommen. Dennoch ertappte ich mich dabei, mich aufs nächste Mal lesen zu freuen, auch wenn ich wirklich nicht den Finger drauf legen kann woran es lag.

Denn im Laufe der Story muss man dann doch auch seine Logikloch-Detektoren ausschalten. Die blinken nämlich bei der ein oder anderen Begebenheit ziemlich rot. Auch der Zufall ist den Hauptfiguren wirklich mehr als einmal sehr, sehr hold. Aber was mich wirklich, wirklich aufgeregt hat: Der Motor von Darcy und ihrer Crew ist der Hass auf die Königsfamilie, weil die ihre Familie zerstört hat. Schön und gut. Aber dieser Hass ist absolut nicht zu rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass die Kinder der Queen damals selbst Kinder waren. Ich werde hier jetzt nicht ins Detail gehen, weil der ein oder andere das ja sicher selbst entdecken will, nur so viel: Für mich war das einfach nur total überzogen und kein glaubwürdiger Antrieb. Klaut nicht die Krone, geht lieber zur Therapie! Ehrlich!

Speaking of Characters: Die Charaktere blieben eher blaß. Natürlich bis auf Darcy und Tristan, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird.
Darcys Crewmitglieder waren wirklich alles andere als mehrdimensional. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Beteiligung gewünscht. Der einzige der etwas mehr Zeit im Buch bekam war Darcys Bruder, der sich allerdings als absoluter Unsympath entpuppte. Auch eine entsprechende Background Story warum gerade die beiden jetzt so absolut geniale Trickbetrüger wurden fehlt.
Ebenso erging es mir mit der Königsfamilie. Sie waren, bis auf den Protagonisten Tristan, nicht wirklich greifbar für mich als Figuren. Nette Staisten, damit es nicht so leer wirkt und die Hauptfiguren Reibungspunkte haben, mehr zum Großteil dann leider auch nicht. Schade, dabei wäre die Queen sicher sehr interessant gewesen. Aber vielleicht kommt das ja auch noch in einem der Folgebände.
Der Kronprinz hatte dann noch das Attribut „nicht ganz so sympathisch“ ab einem gewissen Punkt. Vielleicht fühlen sich Darcy und Tristan ja wegen ihrer nicht ganz immer so netten Brüder zueinander hingezogen...
Und trotzdem konnte ich nicht mich eines gewissen Sogs der Geschichte nicht entziehen. Ob ich die weiteren Bücher allerdings lesen werde bleibt fraglich, wobei ich mich nach dem Ende jetzt schon sehr frage, wie es wohl weitergeht.

Alles in allem ein solides Buch mit wenig Tiefgang bei dem man bei einigen Storyelementen und der Frage nach: „Würde das so klappen?“ und „Warum machen die denn jetzt das?“ einfach am besten beide Augen ganz fest zukneift.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Roman, der nicht laut, aber ehrlich berührt

Junge Frau mit Katze
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In Danliela Dröschers autofiktionalem Werk geht es um das Zusammenspiel von familiärer Prägung, Körper, Seele und den äußeren Umständen. Sensibel und einprägsam berichtet Dröscher dabei aus Sicht von Ela ...

In Danliela Dröschers autofiktionalem Werk geht es um das Zusammenspiel von familiärer Prägung, Körper, Seele und den äußeren Umständen. Sensibel und einprägsam berichtet Dröscher dabei aus Sicht von Ela wie es ist wenn der eigene Körper nicht mehr mitspielt, in Flammen zu stehen scheint und es (zunächst) keine Erklärung gibt.
Irgendwie entfaltete der Roman dabei eine gewisse Sogwirkung auf mich, auch wenn ich nicht recht den Finger auf das Element legen kann an dem es letztendlich lag, dass ich Seite um Seite gelesen habe und plötzlich viel mehr gelesen hatte als ich wollte.
Ja, der Schreibstil ist eindringlich, gar stellenweise poetisch und wird durch immer wieder eingestreute Wörterbuch Wörter wundervoll ergänzt.
Doch die Story gerät an der ein oder anderen Stelle ins Stocken, dennoch faszinierte mich Elas Suche nach sich selbst und den Ursachen ihres Leidens.
Für mich handelt es sich hier um keinen Roman der lange und intensiv in mir nachhallt, so wie manch anderer, aber auch keiner, der gar nichts in mir bewegt. Eher war es ein leises Anstupsen. Halt etwas dazwischen.
Die Geschichte brachte mich jedenfalls zum Nachdenken und Reflektieren über familiäre Muster und den Druck den sich jeder selber macht.
Ob sie einen allzu intensiven Eindruck hinterlässt liegt sicherlich an jedem einzelnen Leser/jeder einzelnen Leserin.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Rache deluxe, Tiefgang light

Hustle
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Irgendwie hatte ich mir mehr versprochen von Julia Bährs Roman Hustle. Das Cover ist stark, der Klappentext macht neugierig:
„Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich ...

Irgendwie hatte ich mir mehr versprochen von Julia Bährs Roman Hustle. Das Cover ist stark, der Klappentext macht neugierig:
„Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich für ein gutes Leben? Und wie viel Risiko ist sie bereit, dafür einzugehen?“

Ich hatte erwartet, dass die Story genau diesen Fragen nachgeht, dass das Risiko wirklich ausgeleuchtet wird und Leoni am Ende zu einem greifbaren Ergebnis kommt. Leider blieb das für mich eher oberflächlich.
Die Protagonistin Leoni ist zunächst eine reizvolle Figur mit spannenden Charakterzügen. Besonders die immer wieder eingestreuten naturwissenschaftlichen Themen fand ich interessant und eine tolle Abwechslung. Vor allem ihr Hobby, die Schleimpilze, hat mich fasziniert.
Ihre Clique und ihr bester Freund blieben für mich dagegen etwas blass, hier hätte ich mir mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht. Auch die Eltern waren für mich nicht ganz so ausgearbeitet (was nicht dramatisch ist bzw wäre, hätten sie nicht auch irgendwie einen gewissen Plot bekommen)
Leonis Nebenverdienst mit den Rachatkionen war zunächst spannend und witzig beschrieben. Und auch die Sozialkritik, die durch einige Gespräche unter den Figuren geäußert wurde ist super eingearbeitet. Allerdings bleibt diese für mich zu sehr an der Oberfläche hängen und wiederholt eher bekannte Plattitüden (etwa das Beispiel mit dem Hundefutter und den Babyglässchen). Teilweise fand ich die moralischen Aussagen sogar fragwürdig, wenn z. B. Diebstahl bei großen Konzernen quasi fast schon abgenickt wird. Auch bei den Racheaktionen und Geschäften der Clique hätte ich mir deutlich mehr Reflexion bzw Entwicklung gewünscht.
Viele angerissene Themen und Szenen wurden leider nicht konsequent weitergeführt, obwohl darin viel Potenzial steckte. (SPOILER: Leoni wird einmal fast erwischt, aber wirkliche Konsequenzen oder Entwicklung bleiben aus./Ihre Eltern sind nur am Streiten plötzlich nicht mehr, wie kommts?/Wer klaut im Museum und warum? SPOILER ENDE).
Insgesamt wirkt die Handlung dadurch etwas richtungslos, und das Ende bricht eher ab, ohne eine spürbare Spannungskurve aufzubauen.
Der Schreibstil selbst ist großartig: Flüssig, leicht, die Seiten fliegen nur so dahin. Lesen macht definitiv Spaß, aber inhaltlich hätte ich mir mehr Tiefe, Entwicklung und weniger lose Handlungsfäden gewünscht.
Alles in allem ein Roman, den man durchaus mal zwischendurch lesen kann, aber nicht unbedingt muss.

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