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Veröffentlicht am 09.03.2026

Märchenhafte Fantasy voller Geheimnisse

Jadewein 1: So golden wie Stroh
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Seit dem Tod ihres Vaters lebt Ayjana zurückgezogen am Waldrand und versucht um jeden Preis, ihre Magie zu verbergen. Doch das ändert sich, als die Königin schwer erkrankt und Ayjana auf Bitten des Prinzen ...

Seit dem Tod ihres Vaters lebt Ayjana zurückgezogen am Waldrand und versucht um jeden Preis, ihre Magie zu verbergen. Doch das ändert sich, als die Königin schwer erkrankt und Ayjana auf Bitten des Prinzen täglich eine heilende Tinktur ins Schloss bringen soll. Dort gerät sie nicht nur immer tiefer in die Intrigen des Hofes, sondern auch in die Nähe von Prinz Nicolas, der selbst mehr Geheimnisse zu verbergen scheint, als zunächst erkennbar ist.

Jadewein 1 – Ein Kuss, so kostbar wie gesponnenes Gold von Katelyn Erikson ist ein märchenhafter Fantasyroman, der die Geschichte von Rumpelstilzchen auf neue und romantische Weise interpretiert. Statt einer direkten Nacherzählung greift Erikson Elemente des Märchens, wie etwa die Bedeutung von Namen oder das Spinnen von Gold auf, und nutzt sie als Grundlage für eine eigene, märchenhafte Fantasygeschichte. Man erkennt immer wieder kleine Anspielungen auf das ursprüngliche Märchen, gleichzeitig entwickelt die Geschichte aber ihre ganz eigene Dynamik und wirkt dadurch sowohl vertraut als auch überraschend frisch.

Ayjana ist eine interessante Protagonistin, deren Misstrauen und vorsichtige Art gut nachvollziehbar sind. Nach dem Tod ihres Vaters lebt sie abgeschieden und ihre Entwicklung vom zurückhaltenden Mädchen hin zu jemandem, der sich den Gefahren des Hofes stellen muss, wirkt spannend und glaubwürdig. Auch Prinz Nicolas bleibt lange eine rätselhafte Figur. Seine Motive sind nicht immer leicht zu durchschauen, und man fragt sich als LeserIn immer wieder, auf wessen Seite er wirklich steht. Gerade diese Unsicherheit sorgt dafür, dass die Beziehung zwischen ihm und Ayjana sehr vorsichtig verläuft und von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildhaft. Besonders die märchenhafte Stimmung und die magische Atmosphäre der Welt werden sehr schön eingefangen. Man merkt, dass sich die Autorin Zeit nimmt, ihre Welt aufzubauen und die Figuren einzuführen. Dadurch entfaltet sich die Handlung eher ruhig, was zwar gut zur Geschichte passt, stellenweise aber auch das Tempo etwas verlangsamt. Einige Nebenfiguren hätten zudem noch etwas mehr Tiefe vertragen können.

Alles in allem ist Jadewein 1 eine stimmungsvolle Fantasygeschichte mit Slow-Burn-Romance und bekannten Märchenmotiven, die neugierig auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Spannender Reihenauftakt mit starken Protagonistinnen

Die Krone der Dunkelheit
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Magie ist im Königreich Thobria streng verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Seit ihr Zwillingsbruder vor Jahren entführt wurde, setzt sie alles daran, ihn zu finden. Schließlich verrät ...

Magie ist im Königreich Thobria streng verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Seit ihr Zwillingsbruder vor Jahren entführt wurde, setzt sie alles daran, ihn zu finden. Schließlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin macht sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken...

Die Krone der Dunkelheit entführt die Leserinnen und Leser in eine vielschichtige Welt, in der sich zwei sehr unterschiedliche Länder gegenüberstehen: das menschliche Königreich Thobria mit seinem strikten Magieverbot und das sagenumwobene Land Melidrian, das von gefährlichen magischen Wesen bewohnt ist. Politische Spannungen, alte Feindschaften und eine immer stärker werdende dunkle Bedrohung sorgen von Beginn an für eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Allerdings wirkt der Einstieg stellenweise etwas überladen, da viele neue Begriffe, Orte und Zusammenhänge in kurzer Zeit eingeführt werden.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei starke Protagonistinnen: Prinzessin Freya und die junge Kämpferin Ceylan. Freya ist entschlossen, mutig und bereit, sich gegen die Regeln ihres eigenen Reiches zu stellen, um ihren Bruder zu retten. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist interessant zu verfolgen, da sie zunehmend lernen muss, Verantwortung zu übernehmen und schwierige Entscheidungen zu treffen. Ceylan hingegen wird von Rache angetrieben: Nachdem ihr Dorf von den grausamen Elva zerstört wurde, will sie den Wächtern beitreten. Ihre impulsive und rebellische Art macht sie zu einer spannenden Figur, die jedoch auch immer wieder aneckt und in Schwierigkeiten gerät.

Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Figuren. Besonders gelungen ist dabei, dass beide Protagonistinnen sehr unterschiedliche Motivationen und Charakterzüge haben, was der Handlung zusätzliche Dynamik verleiht. Nebenfiguren wie der geheimnisvolle Wächter Larkin sorgen ebenfalls für interessante Momente und tragen dazu bei, dass sich die Welt lebendig und vielschichtig anfühlt.

Das Erzähltempo ist insgesamt eher ruhig, da viel Zeit in den Aufbau der Welt und der Figuren investiert wird. Dadurch entsteht zwar eine dichte Atmosphäre, an manchen Stellen hätte die Handlung jedoch etwas straffer sein können.

Insgesamt ist Die Krone der Dunkelheit ein spannender Auftakt einer Fantasy-Reihe, der vor allem durch seine starken weiblichen Hauptfiguren und die detaillierte Weltgestaltung besticht. Trotz kleinerer Längen bietet das Buch eine spannende Mischung aus Abenteuer, Magie und politischen Intrigen und macht definitiv Lust darauf, die Reihe weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Rückkehr nach Mediocris

Fabula Magicae 2: Das Erbe der Bücherwelt
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Mit „Fabula Magicae 2: Das Erbe der Bücherwelt“ kehrt man in die faszinierende Welt von Mediocris zurück. Nach den Ereignissen des ersten Bandes lebt Mia wieder in der Menschenwelt, doch die Gedanken an ...

Mit „Fabula Magicae 2: Das Erbe der Bücherwelt“ kehrt man in die faszinierende Welt von Mediocris zurück. Nach den Ereignissen des ersten Bandes lebt Mia wieder in der Menschenwelt, doch die Gedanken an die magische Bücherwelt und an Liam lassen sie nicht los. Entschlossen setzt sie alles daran, zu ihm zurückzukehren – denn nur gemeinsam haben sie eine Chance, die Welt zwischen den Buchseiten zu retten.

Mit Mediocris hat Aurelia L. Night eine atmosphärische Fantasywelt voller magischer Details und liebenswerter Figuren erschaffen. Im zweiten Band der Reihe lernt man diese Welt noch intensiver kennen und auch die Beziehung zwischen Mia und Liam wird weiter vertieft. Mia wirkt dabei entschlossener und reifer als zuvor. Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Sicherheit der realen Welt und ihrer Verantwortung gegenüber der magischen Welt. Dabei muss sie sich fragen, wie weit sie für Freundschaft, Liebe und den Schutz einer ganzen Welt zu gehen bereit ist. Liams Fluch prägt zunehmend seine Persönlichkeit und seine Entscheidungen, wodurch die Beziehung zwischen ihm und Mia noch stärker in den Mittelpunkt rückt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist das stellenweise nicht ganz ausgeglichene Erzähltempo. Manche Szenen wirken etwas in die Länge gezogen, während andere Ereignisse recht schnell abgehandelt werden. Dadurch erscheint der Spannungsaufbau gelegentlich etwas ungleichmäßig.

Insgesamt ist der zweite Band jedoch eine gelungene Fortsetzung mit viel Magie, Emotionen und einer spannenden Entwicklung, die neugierig darauf macht, wie es im nächsten Teil weitergeht. Ein fesselndes Leseerlebnis für Leserinnen und Leser, die Geschichten über magische Buchwelten lieben.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Magisches Abenteuer voller Geheimnisse und Gefahren

Die verborgene Geschichte
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Als Agentin der unsichtbaren Bibliothek ist es Irene Winters’ Aufgabe, die Balance zwischen Ordnung und Chaos in den unzähligen Parallelwelten zu bewahren. Als eine Welt aus ihrer eigenen Vergangenheit ...

Als Agentin der unsichtbaren Bibliothek ist es Irene Winters’ Aufgabe, die Balance zwischen Ordnung und Chaos in den unzähligen Parallelwelten zu bewahren. Als eine Welt aus ihrer eigenen Vergangenheit aus dem Gleichgewicht zu geraten droht, muss sie einen riskanten Handel eingehen: Sie soll ein Gemälde aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien stehlen, um im Gegenzug ein seltenes Buch aus dem Besitz des exzentrischen Sammlers Mr. Nemo zu erhalten. Doch dieser spielt ein gefährliches Spiel …

Die verborgene Geschichte ist der sechste Band der Reihe um die unsichtbare Bibliothek. Irene steht erneut vor einer scheinbar unmöglichen Aufgabe: Sie soll ein wertvolles Gemälde aus dem Kunsthistorischen Museum Wien entwenden und erhält dafür im Austausch ein rares Buch, das sich im Besitz eines mysteriösen Sammlers befindet. Doch nichts verläuft nach Plan und bald verstrickt sie sich in ein Netz aus Intrigen, Magie und Machtspielen.

Irene ist eine kluge und besonnene Heldin, die strategisch und moralisch nicht immer eindeutig handelt. Besonders ihre Fähigkeit, zwischen Drachen, Feen und Menschen diplomatisch zu vermitteln, sorgt für zahlreiche spannende Momente. Nebenfiguren wie der geheimnisvolle Sammler Mr. Nemo verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung, denn er verfolgt seine eigenen undurchsichtigen Ziele und seine wahren Motive bleiben lange im Dunkeln.

Cogmans Stil ist flüssig und angenehm zu lesen, mitunter dialogreich und mit einem leichten, ironischen Unterton. Die Handlung bleibt durchgehend spannend, auch wenn manche Wendungen vorhersehbar sind und einige Nebenfiguren mehr Charaktertiefe vertragen könnten. Doch wer die Reihe um Irene Winters bereits kennt, wird auch diesen Teil dank der abwechslungsreichen Geschichte und der liebgewonnen Charaktere gerne lesen.

Alles in allem ist Die verborgene Geschichte ein unterhaltsamer und spannender Band der Reihe, der literarische Schatzsuche und Parallelwelten-Fantasy zu einem magischen Abenteuer voller Geheimnisse, Gefahren und Intrigen vereint.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Spannender Auftakt mit einer faszinierenden Welt

Children of Blood and Bone
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Zélies Welt war einst voller Magie – bis zu der Nacht, in der der machthungrige König von Orïsha alle Magier töten ließ. Diese Blutnacht nahm Zélie ihre Mutter und raubte einem ganzen Volk die Hoffnung. ...

Zélies Welt war einst voller Magie – bis zu der Nacht, in der der machthungrige König von Orïsha alle Magier töten ließ. Diese Blutnacht nahm Zélie ihre Mutter und raubte einem ganzen Volk die Hoffnung. Doch Jahre später bekommt sie die Chance, die Magie nach Orïsha zurückzubringen. Dafür begibt sie sich auf eine gefährliche Mission und muss ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein – besonders dem Kronprinzen, der alles daran setzt, die Rückkehr der Magie zu verhindern.

Children of Blood and Bone entführt die Leserinnen und Leser in eine faszinierende Welt, die stark von westafrikanischer Mythologie inspiriert ist. Früher konnten Flammentänzer das Feuer beherrschen, Geistwandler Träume erschaffen und Seelenfänger über Leben und Tod wachen. Diese kulturellen Einflüsse verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre und heben sie von vielen klassischen Fantasywelten ab.

Im Mittelpunkt steht die junge Zélie, deren Mutter während der Blutnacht ermordet wurde. Ihre Wut, Trauer und Hoffnung sind spürbar und machen sie zu einer starken und glaubwürdigen Hauptfigur. Seit jener Nacht leben Menschen mit magischem Potenzial unterdrückt und in ständiger Angst, doch als sich für Zélie die Möglichkeit ergibt, die verlorene Magie zurückzubringen, beginnt eine gefährliche Reise durch Wüsten, Städte und spirituelle Welten. Besonders spannend sind dabei die verschiedenen Arten von Magie, die Götter und Rituale, die der Geschichte eine große Tiefe verleihen.

Neben dem spannenden Abenteuer greift das Buch auch ernste Themen wie Unterdrückung, Diskriminierung und Machtmissbrauch auf. Dadurch wirkt vor allem der Konflikt zwischen Magiern und Nichtmagiern emotional und teilweise erschreckend real.

Mitunter ist die Geschichte allerdings etwas überladen und schreitet sehr schnell voran. Viele Ereignisse passieren in kurzer Zeit, wodurch einige Entwicklungen oder Beziehungen etwas überstürzt erscheinen. Auch manche Nebenfiguren bleiben weniger ausgearbeitet, als es die komplexe Welt eigentlich verdient hätte.

Trotzdem ist Children of Blood and Bone ein spannender und emotionaler Auftakt einer Fantasytrilogie mit einer starken Heldin und einer außergewöhnlichen Welt. Für LeserInnen von Jugendfantasy sowie Geschichten über Rebellion, Identität und Hoffnung ist das Buch eine klare Empfehlung.

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