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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Langweilig

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Der Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ von Kristof Magnusson spielt in einer Zeit des Umbruchs: Anfang der 1990er-Jahre, als nach dem Ende des Kalten Krieges vieles möglich schien. Die Ausgangsidee ...

Der Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ von Kristof Magnusson spielt in einer Zeit des Umbruchs: Anfang der 1990er-Jahre, als nach dem Ende des Kalten Krieges vieles möglich schien. Die Ausgangsidee hat mich sofort angesprochen. Gerade die Kombination aus politischem Hintergrund, absurden Verwicklungen und eigenwilligen Charakteren verspricht viel.

Tatsächlich sind die Figuren auch interessant angelegt: ein etwas naiver Dichter, der unvermittelt in größere Zusammenhänge gerät, und ein Agent, der zwischen Vergangenheit und Neuanfang feststeckt. Auch der Ton ist stellenweise humorvoll und leicht ironisch. Trotzdem konnte mich der Roman insgesamt nicht überzeugen. Über weite Strecken habe ich die Handlung als überraschend ereignisarm empfunden. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte ihr eigenes Potenzial nicht ausschöpft. Gerade die eigentlich absurden oder komischen Elemente werden für meinen Geschmack nicht weit genug getrieben.

Das führte bei mir dazu, dass ich beim Lesen oft den Faden verloren habe – nicht, weil die Handlung besonders komplex wäre, sondern weil sie mich emotional nicht genug gebunden hat. Teilweise musste ich Seiten sogar noch einmal lesen, weil ich gedanklich abgeschweift bin. Schade!

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Wenig Romantik

Unter den Sternen von Paris
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„Unter den Sternen von Paris“ bietet auf den ersten Blick alles, was man sich von einem romantischen Wohlfühlroman wünschen würde: Die frisch geschiedene Sophia steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. ...

„Unter den Sternen von Paris“ bietet auf den ersten Blick alles, was man sich von einem romantischen Wohlfühlroman wünschen würde: Die frisch geschiedene Sophia steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie muss entscheiden, wie sie sich ihr zukünftiges Leben vorstellen soll - ob als rasende Reporterin in der ganzen Welt oder als Besitzerin einer kleinen Bar in Paris. Dazu kommen das hübsche Cover des Romans, die Magie von Paris, eine charmante Bar im Quartier Latin und eine Prise Familiengeheimnisse. Die Idee, Sophias Neuanfang mit der Entdeckung der Vergangenheit ihrer Großmutter zu verbinden, von der sie die Bar geerbt hat, hat definitiv Potenzial und die Kulisse hätte viele schöne Momente hergeben können.

Leider bleibt die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück: Die Dialoge wirkten oft hölzern und die Figuren konnten mich emotional kaum erreichen. Zwischen Sophia und ihrem love interest entstand kein echtes Knistern und keine glaubwürdige Dynamik. Auch die große Enthüllung am Ende des Romans zur Vergangenheit der Großmutter fühlte sich für mich wenig zeitgemäß und konstruiert an – ein dramatischer Effekt, der eher künstlich wirkte als tatsächlich zu berühren. Überrascht ist hier wohl nur, wer wirklich konservative Ansichten hat.

Trotz allem ließ doch der Roman schnell und leicht lesen, die Beschreibung der Renovierung, die wohl in keinem Wohlfühlroman fehlen darf, mochte ich. Insgesamt eine nette Lektüre für zwischendurch, vor allem für Fans von Paris-Romanen – für mich persönlich fehlte es aber an Authentizität und Tiefe.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Zu konstruiert

Das Ende vom Lied
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Der Roman „Das Ende vom Lied“ spielt im West-Berlin Ende der 60er Jahre, nicht bei den bekannten Bildern der Studentenbewegung, sondern bei den einfachen Jugendlichen auf der Straße. Im Mittelpunkt steht ...

Der Roman „Das Ende vom Lied“ spielt im West-Berlin Ende der 60er Jahre, nicht bei den bekannten Bildern der Studentenbewegung, sondern bei den einfachen Jugendlichen auf der Straße. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der mit seinen Eltern in die Belziger Straße zieht – in eine Welt, die von den Traumata des Krieges, von sozialer Härte und von der Gewalt der Straße geprägt ist. Während der Vater mit einer Prothese aus dem Krieg zurückgekehrt ist und die Mutter ihre eigenen Traumata aus Gewalterfahrungen mit sich trägt, muss der Erzähler früh lernen, sich allein zurechtzufinden. Besonders wichtig wird die Nähe zu Körschi, dem Anführer einer Jugendgruppe und erfolgreichen Boxer. Gleichzeitig verliebt sich der Erzähler in dessen Freundin Alina.

Der Roman möchte ein Bild einer Gesellschaft zeichnen, in der persönliche Traumata und politische Spannungen ineinandergreifen. Aus meiner Sicht gelingt dies jedoch leider nicht. Einige Passagen waren zwar sehr zugänglich und atmosphärisch, doch andere Kapitel fand ich deutlich anstrengender. Der Stil orientiert sich einerseits stark an der Wahrnehmung des jugendlichen Erzählers: sprunghaft, verträumt, oft abschweifend. Andererseits ist der Text sprachlich recht anspruchsvoll, es gibt immer wieder unerklärte Zeitsprünge und oft kleine Gedichte als Kommentare des Geschehens. Dadurch wirkt der Text stellenweise verworren, und es bleiben lange Zeit viele Fragen offen. Auch die kursiven Kapitel und Perspektivwechsel rund um einen Spionagehandlungsstrang waren für mich schwer einzuordnen. Gegen Ende wird deutlicher, auf welche politischen Hintergründe anspielt. Diese historische Dimension fand ich sehr spannend. Ohne entsprechendes Vorwissen hätte ich viele Hinweise allerdings kaum verstanden. Die Abschnitte rund um die Gewalt unter Jugendlichen empfand ich dagegen als langatmig und teilweise einfach als schwer auszuhalten.

So bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck. „Das Ende vom Lied“ greift interessante historische und gesellschaftliche Themen auf und enthält einige interessante Episoden. Gleichzeitig wirkt der Stil stellenweise sehr konstruiert, so, als ob vor allem für das Feuilleton geschrieben worden wäre.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Langweilig

Good Spirits
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Die Grundidee von Good Spirits fand ich großartig: eine moderne, romantische Variante von Dickens’ Weihnachtslied, erzählt aus der Perspektive eines Geistes der vergangenen Weihnacht und der Frau, die ...

Die Grundidee von Good Spirits fand ich großartig: eine moderne, romantische Variante von Dickens’ Weihnachtslied, erzählt aus der Perspektive eines Geistes der vergangenen Weihnacht und der Frau, die er heimsucht. Weil ich Dickens’ Original sehr mag, waren meine Erwartungen vielleicht auch entsprechend hoch. Leider konnte der Roman diese nicht erfüllen.

Nolan Callahan, Geist der vergangenen Weihnacht, und Harriet York, eine durch und durch pflichtbewusste, empathische junge Frau, sollen das Traumpaar im Zentrum des Romans spielen. Doch genau hier liegt für mich das größte Problem: Zwischen den beiden Protagonisten entsteht keinerlei glaubwürdige Chemie. Anziehung, Nähe und emotionale Verbindung wirken konstruiert statt organisch, sodass die Liebesgeschichte mich zu keinem Zeitpunkt wirklich erreicht hat.

Auch die Figurenkonstellation selbst empfand ich als sehr vorhersehbar und inzwischen ermüdend: der verschlossene, innerlich verletzte Mann mit harter Schale trifft auf die unsichere, chaotische, aber warmherzige junge Frau, die ihn „retten“ soll. Dieses Muster habe ich einfach zu oft gelesen, und hier wird es kaum variiert oder vertieft. Zwar entfaltet die Handlung stellenweise eine angenehme weihnachtliche Atmosphäre, und die Idee, die Vergangenheit der beiden Stück für Stück aufzudecken, hätte durchaus Potenzial gehabt. Doch weder die emotionalen Konflikte noch die romantische Entwicklung wirkten für mich überzeugend genug, um darüber hinwegzusehen. Wer klassische Weihnachtsromanzen mit vertrauten Rollenbildern mag, wird hier vielleicht fündig – mich konnte der Roman leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Langweilig

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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„Copenhagen Cinnamon“ bietet auf den ersten Blick alles, was man sich von einer herbstlichen Lektüre verspricht: ein gemütliches Coffee-Shop-Setting, Zimtduft, ein Hausboot und zwei junge Menschen mit ...

„Copenhagen Cinnamon“ bietet auf den ersten Blick alles, was man sich von einer herbstlichen Lektüre verspricht: ein gemütliches Coffee-Shop-Setting, Zimtduft, ein Hausboot und zwei junge Menschen mit eigenen Herausforderungen. Stefanie Neeb schafft eine warme Atmosphäre, in der man sich durchaus verlieren könnte – zumindest, wenn die Geschichte einen wirklich packt.

Für mich blieb der Roman jedoch über weite Strecken eher langwellig und inhaltlich dünn. Viele Szenen wirken austauschbar, als würden sie nur darauf warten, endlich zum eigentlichen Konflikt vorzudringen. Erst gegen Ende kommt etwas Dynamik auf, sodass man kurzzeitig das Gefühl bekommt, jetzt könnte es spannend werden. Schwierig fand ich auch die Rollenverteilung: Mads als gut aussehender, geheimnisvoller, innerlich verletzter Barista, Jonna als eigenwillige, aber unsichere Frau, die ihn irgendwie „rettet“, das ist mir zu sehr Schema F. Die Figuren bleiben damit vorhersehbar, und ihre Beziehung entwickelt sich entlang bekannter Tropes ohne eigene Akzente zu setzen.

Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, und leider hat auch das nicht zur Aufwertung beigetragen. Besonders störend fand ich, dass einige Kopenhagener Stadtviertel falsch ausgesprochen wurden – ein Detail, das man leicht hätte vermeiden können und das umso mehr irritiert, weil die Figuren im Roman gebürtige Dänen sind.

Insgesamt bleibt „Copenhagen Cinnamon“ für mich eine nett gedachte, aber wenig überzeugende Herbstromanze, die hinter ihrem Potential zurückbleibt.

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