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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2024

Sehr berührend

Eismusik
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Angela Lunds historischer Roman "Eismusik" entführt seine Leser in die faszinierende Welt der späten 19. Jahrhunderts, wo der renommierte Polarforscher Fridtjof Nansen und die talentierte Sängerin Eva ...

Angela Lunds historischer Roman "Eismusik" entführt seine Leser in die faszinierende Welt der späten 19. Jahrhunderts, wo der renommierte Polarforscher Fridtjof Nansen und die talentierte Sängerin Eva Sars aufeinandertreffen. Ihre ungewöhnliche Liebe wird vor dem Hintergrund der eisigen Arktis und der atemberaubenden Kulisse Norwegens beleuchtet.

Das Buch erzählt die bewegende Geschichte zweier Menschen, deren Träume sich zu einem zeitlosen Drama verweben. Fridtjof Nansen, ein Draufgänger und Forscherdrang, begegnet der emanzipierten Professorentochter Eva Sars. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege sehen sie im anderen eine Seelenverwandtschaft, eine Verbindung ihrer Träume. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als Fridtjof sich auf eine Expedition in die Arktis begibt, um seinen Forscherdrang zu stillen und den Nordpol zu erreichen.

Angela Lund gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre der eisigen Landschaften und die Schwierigkeiten der historischen arktischen Seefahrt einzufangen. Die detaillierten Beschreibungen lassen den Leser die Kälte förmlich spüren und nehmen ihn mit auf diese gefährliche Reise. Man erlebt die Herausforderungen, die Dunkelheit und die Ängste der Forscher hautnah mit, während sie sich durch das eisige Terrain kämpfen.

Neben der packenden Darstellung der Expeditionen wird auch die Perspektive von Eva Sars-Nansen beleuchtet. Während sie auf Fridtjofs Rückkehr wartet, versucht sie, zwischen Hoffnung und Verzweiflung ihr eigenes Leben weiterzuführen. Diese emotionale Zerrissenheit spiegelt die Stärke und den Mut einer Frau wider, die ihre eigenen Träume verfolgt, während sie gleichzeitig ihre Liebe unterstützt.

Besonders beeindruckend ist die Akribie der Recherche, die sich in jedem Abschnitt des Buches widerspiegelt. Die Autorin führt den Leser nicht nur durch die Geschichte dieser außergewöhnlichen Liebe, sondern auch durch die historischen Ereignisse und die Entwicklung der Natur.

"Eismusik" zeigt die faszinierende Liebe zweier Menschen, die trotz unterschiedlicher Träume und Herausforderungen an ihrer Beziehung festhalten. Es ist eine Geschichte von Entdeckung, Opferbereitschaft und der unwiderstehlichen Anziehungskraft zweier Seelen inmitten einer Zeit des Wandels und der Abenteuerlust.

Insgesamt ist Angela Lunds "Eismusik" ein fesselnder historischer Roman, der nicht nur die eindrucksvolle Liebesgeschichte zweier legendärer Persönlichkeiten erzählt, sondern auch tiefgehende Einblicke in eine Ära des Entdeckens und der menschlichen Stärke gewährt. Es ist eine Lektüre, die sowohl fasziniert als auch berührt und den Leser in eine Welt entführt, die von Leidenschaft, Entbehrung und bedingungsloser Liebe geprägt ist.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Über den Mut und die Chance, das eigene Schicksal neu zu schreiben

Zweimal Karma und zurück
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„Zweimal Karma und Zurück“ ist ein Roman, der mich auf eine unerwartet unterhaltsame und anregende Reise mitgenommen hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, Anne und Cathy, die sich in Indien bei einem ...

„Zweimal Karma und Zurück“ ist ein Roman, der mich auf eine unerwartet unterhaltsame und anregende Reise mitgenommen hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, Anne und Cathy, die sich in Indien bei einem Palmblatt-Reading begegnen. Was dort vorhergesagt wird, wirkt zunächst wie ein Schatten über ihrem Leben – und wird gleichzeitig zum Auslöser für eine Reise, die für eine deutliche Horizonterweiterung sorgt.

Besonders spannend fand ich die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Anne klammert sich an das, was schon lange nicht mehr gut für sie ist. Cathy hingegen zeigt mehr Mut und versucht bewusst, ihr Leben in eine neue Richtung zu lenken. Gerade diese Gegensätze machen die Dynamik zwischen den beiden so interessant. Man begleitet sie dabei, wie sie alles daran setzen, ihr Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken. Dabei treffen sie auf Menschen, die ihnen dabei helfen, auf den neuen Lebenswegen Fuß zu fassen.

Mich hat vor allem die Botschaft des Buches berührt: wir dürfen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen - egal, was die Vergangenheit hervorgebracht hat. Die Mischung aus spirituellen Gedanken, Selbstreflexion und den sehr menschlichen Momenten macht das Buch absolut lesenswert - auch für jene, die spirituellen Themen noch distanziert gegenüber stehen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein stiller Blick hinter die Kulissen

Letzter Akt
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„Letzter Akt“ von Andreas Schäfer ist ein nachdenklicher Roman, der sich Zeit für seine Figuren nimmt. Schon das Cover – ein abstraktes Gemälde – passt richtig gut zum Inhalt des Buches und zur künstlerischen ...

„Letzter Akt“ von Andreas Schäfer ist ein nachdenklicher Roman, der sich Zeit für seine Figuren nimmt. Schon das Cover – ein abstraktes Gemälde – passt richtig gut zum Inhalt des Buches und zur künstlerischen Atmosphäre der Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Dora, eine Schauspielerin Anfang vierzig, die nach vielen Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere lernt sie in einer Bar den Maler Victor kennen. In ihrer Begegnung sieht Dora auch eine Möglichkeit, sich ein Stück weit vor ihrem eigenen Leben zu verstecken: vor der ständig anrufenden Mutter aus Frankfurt, der ehrgeizigen Agentin und einem unangenehmen Kollegen.

Der Roman ist in drei Akte gegliedert und entfaltet seine Geschichte eher leise. Besonders gelungen fand ich die emotionale Tiefe der Figuren. Nach und nach erfahren wir mehr über Doras Jugend in den 1980er-Jahren – eine Zeit voller verdrängter Erinnerungen und alter Wunden. Victors Porträt von ihr wird dabei zu einer Art Spiegel ihrer Seele und verbindet Kunst und Vergangenheit auf spannende Weise.

Allerdings ist das Tempo sehr ruhig. Gerade im Mittelteil musste ich mich manchmal etwas motivieren weiterzulesen, weil wenig Handlung passiert. Gegen Ende gewinnt die Geschichte aber wieder an Intensität, und die Rückblicke wirken plötzlich wie ein starker Schnitt im Leben der Protagonistin.

Insgesamt ein sensibler Roman über Schuld, Erinnerung und ein Künstlerleben zwischen Erfolg, Selbstzweifeln und Befreiung. Kein Pageturner, aber ein Buch, das nachwirkt.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Magisch, nachdenklich und voller Fantasie

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach kein Ende nehmen zu wollen. Alles wirkt grau und ein bisschen trostlos – und genau so fühlt sich auch Flora Brimble. Zu ihrem 13. Geburtstag kauft ...

Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach kein Ende nehmen zu wollen. Alles wirkt grau und ein bisschen trostlos – und genau so fühlt sich auch Flora Brimble. Zu ihrem 13. Geburtstag kauft sie sich eine besondere Tinte, und damit nimmt eine Reihe seltsamer Ereignisse ihren Lauf. Auf ihrer Suche nach dem Frühling trifft sie die unterschiedlichsten Kreaturen und viele Abenteuer entstehen.

Sprachlich schlägt Marcus Raffel eher leise, stimmungsvolle Töne an. Die Atmosphäre ist oft ein wenig melancholisch, und viele Passagen sind fast schon poetisch formuliert. Manche Kapitel wirken wie kleine, verwunschene Märchen. Dazwischen sorgen Floras ungewöhnliche Weggefährten immer wieder für ein paar lockerere Momente. Besonders das redselige Eichhörnchen und der etwas kauzige Kobold bringen gelegentlich Humor hinein – auch wenn die Geschichte insgesamt eher nachdenklich bleibt.

Inhaltlich geht es dabei sehr fantasievoll zu. Figuren verschwinden in Wandteppichen, springen in Brunnen, die einfach auf dem Boden stehen, und landen in einer Welt voller skurriler Einfälle.

Die Illustrationen von Maximilian Meinzold fügen sich wunderbar in die märchenhafte Stimmung ein. Zusammen mit dem Farbschnitt wird das Buch damit auch äußerlich zu einem echten Schmuckstück.

Fazit: Eine magische, fantasievolle Geschichte für ältere Kinder.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Zurückgespultes Leben

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Der Roman „You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Josie Lloyd und Emlyn Rees ist eine romantische Komödie mit Tiefgang, die mich überraschend emotional abgeholt hat – und deshalb von mir verdiente 4 ...

Der Roman „You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Josie Lloyd und Emlyn Rees ist eine romantische Komödie mit Tiefgang, die mich überraschend emotional abgeholt hat – und deshalb von mir verdiente 4 Sterne bekommt.

Die Grundidee mit der Zeitreise hat mich sofort neugierig gemacht: Was würden wir in der Vergangenheit verändern, um heute glücklicher zu sein? Würden kleine Änderungen zu einem anderen Leben führen?

Als Adam und Jules sich kennenlernen ist es für beide die große Liebe. Doch 35 Jahre später sieht die Realität anders aus: Alltagstrott, Kinder, Jobs, Verpflichtungen haben die damaligen Glücksgefühle abflauen lassen.

Mithilfe eines alten Kassettenrecorders gelingt es ihnen nach einem heftigen Streit, in die Anfangszeit ihrer Beziehung zurückzureisen. Hier ist es ihnen sogar möglich, die Vergangenheit zu ändern, was natürlich Folgen hat.

Die Szenen aus dem Familienalltag haben sich für mich sehr authentisch angefühlt – mit all den kleinen Spannungen, unausgesprochenen Erwartungen und dieser leisen Sehnsucht nach dem Gefühl von damals. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Dadurch bekommt man ein rundes Bild von ihrer Beziehung und versteht beide Seiten.

Natürlich ist das Zeitreise-Element ein bisschen verspielt und sorgt für einige turbulente Momente, vor allem als Gegenwart und Vergangenheit zunehmend durcheinandergeraten. Aber gerade diese Mischung aus Romantik, Humor und einer Prise Chaos macht den Charme des Buches aus.

Was mich am meisten berührt hat: die Erkenntnis, wie schnell Zeit vergeht. Dass wir oft erst im Rückblick verstehen, wie glücklich wir eigentlich waren. Und dass man manche Momente nicht konservieren oder wiederholen kann – egal wie sehr man es sich wünscht.

Der Roman ist stellenweise sehr bewegend und mit einer schönen Botschaft über zweite Chancen – nicht nur in der Liebe, sondern auch im Blick auf das eigene Leben.

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