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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Auszeit in Wilsgrave

Ein Zuhause im Frühling
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Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten ...

Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat. Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.

Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.

Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!

Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Fünf Freunde - eine Suche

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit ...

Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche und begegnet dabei Marc, der etwas ganz Neues in ihm auslöst.

Frei - Bester Anfang ist eine Coming-of-Age-Story von Sarah Welk für Jugendliche ab 12 Jahren und ist der dritte Band der Reihe, kann jedoch auch unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden. Dieses Mal nehmen wir die Sicht von Koray ein, der mit seiner Mutter wieder zurück in Rottloch bei seiner Oma ist, nachdem die Influencer-Karriere seiner Mutter Knall auf Fall gescheitert ist. Dieses Scheitern war für mich ein kleiner Knackpunkt, denn sonderlich realistisch ist er nicht. Ein gehackter Account ist für eine große Influencerin sicherlich problematisch, allerdings hat sie auch schnell einen großen Teil ihrer Community wieder an Bord, davon konnte man hier nicht sprechen. Außerdem ärgern mich Fehler, wenn man Dinge aus dem ‚wahren Leben‘ einbaut, wer bei ‚Wer wird Millionär?‘ die falsche Antwort auf die 200€-Frage einloggt, der geht am Ende nicht mit 200€ nach Hause.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir jedoch das Innenleben Korays, der unglaublich reflektiert und gegenüber seiner Mutter extrem reif ist. Die Beziehung der beiden hat mich einige Nerven gekostet, weil der 15-jährige ständig den reiferen Part eingenommen hat und die Chiara von Arken/Karin Ark einfach unfassbar unselbstständig ist. Außerdem gefiel mir die sich anbahnende Beziehung zu Marc gut und auch wie Karin an dieser Stelle reagiert hat. Die Clique hat mir ganz gut gefallen, nur Nico fiel an einigen Stellen doch etwas ab.

Was mich erneut gestört hat, war die häufige Verwendung von „der/die“ anstatt „er/sie“, generell ist das Buch sprachlich eher in einer Sprache verfasst, die sich vermutlich als typisch Jugendlich verorten lässt und in diesem Ausmaß dann doch nicht authentisch wirkt. Aus diesen Gründen ist der Band für mich leider schwächer als der Erste, auch wenn mir vor allem Korays Innenwelt, sein Charakter und der Humor gut gefallen haben, dennoch gab es auch einige Kritikpunkte.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Zwischen den Tagen

Marie und die Woche ohne Donnerstag
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Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen ...

Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen und mit dem sie zwischen den Tagen wechseln kann. Wie praktisch, wenn man immer wieder den Besuch auf dem Rummel und das Lieblingsessen essen kann, doch dann fällt Marie auf, dass sie in dieser Woche feststeckt. Kann sie dafür sorgen, dass sich die Zeit wieder weiterdreht?

Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel ist ein magisches Abenteuer, das ziemlich ruhig daherkommt, aber eine unheimlich schöne Botschaft hat. Marie findet die außergewöhnlichen, magischen T-Shirts und kann durch sie zwischen den Wochentagen hin- und herwechseln, doch irgendwann verliert sie auch an den schönsten Dingen die Lust, weil diese ihre Besonderheit verloren haben. Durch Mut kann sie sich aus der Tristesse befreien und in eine neue Woche wechseln, doch dafür muss sie zum unbeliebten Zahnarzt.

Die Botschaft, dass auch unschöne Dinge wie der Besuch eines Zahnarztes dazu gehören, finde ich super. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass schöne Erlebnisse auch irgendwann ihren Zauber verlieren könnten, wenn man sie ‚zu oft‘ erlebt. Marie vermittelt dadurch, dass man den Moment genießen muss und durch Mut belohnt wird. Und auch Tage mit unliebsamen Terminen sind nicht automatisch schlechte Tage, sie können dennoch schöne Momente erschaffen.

Die Geschichte kommt jedoch sehr ruhig rüber, durch den ständigen Wechsel zwischen den Tagen wirkt sie gleichzeitig zwangsläufig an einigen Stellen repetitiv, was etwas die Spannung und das Tempo herausnimmt und der Geschichte eher ruhige Töne mitgibt. Das Ende lässt erahnen, was im nächsten Band passieren könnte und obwohl die Idee wirklich toll war, weiß ich nicht, ob sie ein zweites Mal auf diese Weise funktionieren kann. Aber vielleicht ist genau das die große Überraschung für des nächsten Bands.

Veröffentlicht am 26.02.2026

Die Evers

House of Blight
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Edira Brillwyn besitzt die besondere Threadmender-Gabe, viele Jahre konnte sie ihr Geheimnis bewahren, doch dann traf ein Schicksalsschlag sie, der ihr Handeln dringend benötigte. Kaum hat sie ihre Gabe ...

Edira Brillwyn besitzt die besondere Threadmender-Gabe, viele Jahre konnte sie ihr Geheimnis bewahren, doch dann traf ein Schicksalsschlag sie, der ihr Handeln dringend benötigte. Kaum hat sie ihre Gabe eingesetzt, wird die mächtige Familie Fernglove auf sie aufmerksam und das Oberhaupt Orin bietet ihr ein verlockendes Angebot an.

Auf dem Anwesen der Familie gerät Edira nicht nur beim Kampf gegen die Seuche in Gefahr, auch die Familienangehörigen und andere Evers werden auf die Threadmenderin aufmerksam und wollen Ediras Gabe zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Wem kann Edira vertrauen und ist es ihr möglich, die Seuche zu bekämpfen?

House of Blight von Maxym M. Martineau ist der Auftakt einer Reihe um die Threadmenderin Edira Brillwyn. Der Einstieg war für mich etwas zäh, was vor allem am Klappentext des Buches liegt, der mir schon zu viel vorweg nimmt und gute 50 Seiten spoilert. Doch dann zog das Tempo und die Spannung an.

Die Amtosphäre ist düster und an jeder Ecke erwartet man einen neuen Intriganten, der Edira das Leben schwermachen möchte. Martineau beschreibt die Szenarien sehr detailliert und erschafft so eine Welt, die man sich sehr gut vorstellen kann. Wenige actionreiche Szenen waren für meinen Geschmack, gerade im Vergleich, dann etwas zu schnell abgehandelt, dennoch gefielen mir vor allem diese, denn sie boten auch Überraschungen.

Edira als Protagonistin war mir etwas zu unrund dargestellt. Einerseits hegt sie von Beginn an große Zweifel an den Evers, andererseits wirkt sie dann ihnen gegenüber doch meistens eher naiv und ihr Handeln entspricht nicht immer ihrem Denken. Dennoch ist sie über weite Strecke eine Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen und deren Last, aufgrund ihrer eigene Gabe, man verstehen kann.

Das Ende hat mich positiv überrascht, viele aufkommende Fragen werden beantwortet und nehmen dennoch absolut keine Vorfreude auf den nächsten Band. Im Gegenteil, durch spannende Nebenfiguren ist die Lust auf den nächsten Band besonders groß! Ein toller Auftakt mit kleinen Schwächen.

Veröffentlicht am 03.02.2026

The Housemaid

Wenn sie wüsste
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Millie hat eine schwere Vergangenheit und deswegen kaum Chancen ins Arbeitsleben zu finden, umso glücklicher und überraschter ist sie, als Nina ihr eine Stelle als Haushaltshilfe anbietet. Millie bekommt ...

Millie hat eine schwere Vergangenheit und deswegen kaum Chancen ins Arbeitsleben zu finden, umso glücklicher und überraschter ist sie, als Nina ihr eine Stelle als Haushaltshilfe anbietet. Millie bekommt zukünftig nicht nur ein sicheres Gehalt, sondern auch Kost und Logis sind inklusive. Niemals hätte Millie damit gerechnet, dass ihr größter Albtraum beginnen würde, sobald sie in das Haus einziehen würde. Nina verwüstet täglich das Haus und unterstellt Millie allerlei Dinge. Auch die Tochter behandelt sie ohne jeglichen Respekt, nur Andrew behandelt Millie durchweg gut und schon bald scheint Nina eifersüchtig auf Millie zu sein. Doch aus welchem Grund hat Nina Millie eingestellt, warum will sie ihr das Leben zur Hölle machen?

Wenn sie wüsste von Freida McFadden ist der erste Teil der ‚The Housemaid‘-Buchreihe. Im Gegensatz zu den anderen Büchern der Autorin, die ich bisher gelesen habe, fand ich das Buch in weiten Teilen eher als sehr ruhig und vorhersehbar, zeitweise fand ich die Erzählungen aus den Gründen auch etwas langatmig und dennoch gab es immer wieder Mal spannende Phasen und für mich ein sehr gutes Ende, das über die Auflösung hinausgeht und das Buch für meinen Geschmack nochmal stark aufwerten konnte.