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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2021

Gute Fortsetzung der Tom-Babylon-Reihe

Zimmer 19 (Tom-Babylon-Serie 2)
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Die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller hat die Hauptrolle in einem Snuff-Film, der während der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale gezeigt wird. Ist dieser Film nur Fiktion oder zeigt er die pure ...

Die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller hat die Hauptrolle in einem Snuff-Film, der während der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale gezeigt wird. Ist dieser Film nur Fiktion oder zeigt er die pure Realität? Tom Babylon und Sita Johanns nehmen die Ermittlungen auf und führ die Psychologin beginnt eine Reise in die Vergangenheit, bei der sich alles um die Zahl 19 dreht.

Mit Zimmer 19 veröffentlich der Autor Marc Raabe den ersten Teil vom Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns.

Marc Raabes Schreibstil ist angenehm zu lesen und bringt einen sehr schnell mitten ins Geschehen. Dabei wechselt der Thriller die Zeitebenen und berichtet, neben den aktuellen Fällen, auch genauer über Sita Johanns Vergangenheit und den (möglichen) Zusammenhängen zum aktuellen Fall.

Durch Zeitangaben und verschieden Schreibarten, die Vergangenheit ist kursiv gedruckt, wird dem Leser nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell die Zeit klar und der Wechsel bietet keinerlei Probleme.

Tom Babylon arbeitet beim LKA Berlin und vermisst seine kleine Schwester Viola seit vielen Jahren. Die Geburt seines Sohnes scheint die Suche unterbrochen zu haben, doch so ganz los wird er seine kleine Schwester dennoch nicht. Babylon ist mir in diesem Teil zwar sympathischer geworden, aber einige Aspekte sind für mich weiterhin (noch) nicht nachvollziehbar.
Die Psychologin Dr. Sita Johanns steht in diesem Teil deutlich stärker im Fokus, auch die Rückblenden handeln von ihr, sodass man endlich mehr von ihr erfahren kann. Ihre Vergangenheit und ihren Charakter finde ich deutlich stimmiger und interessanter als Tom Babylons.

Den Fall fand ich interessant, auch wenn die Auflösung für mich keinen Überraschungsfaktor hatte und dennoch ist Marc Raabe mit diesem Teil eine gute Fortsetzung gelungen. Einziger Kritikpunkt ist für mich, :spoiler: dass Tom Babylon und Dr. Sita Johanns Vergangenheit nah beinander liegt. Zufälle gibt es, klar und dennoch ist mir das für eine Stadt wie Berlin doch ein Zufall zu viel.:spoiler:

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Packende Fortsetzung mit wenigen Schwächen!

Racheherbst
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Walter Pulaski ermittelt im Fall einer toten Frau in Leipzig. Die Spur führt ihn über Prag, nach Passau und schlussendlich nach Wien. Dort trifft er mit Evelyn Meyers auf eine alte Bekannte.

Racheherbst ...

Walter Pulaski ermittelt im Fall einer toten Frau in Leipzig. Die Spur führt ihn über Prag, nach Passau und schlussendlich nach Wien. Dort trifft er mit Evelyn Meyers auf eine alte Bekannte.

Racheherbst ist der zweite Teil um Evelyn Meyers und Walter Pulaski. Nach drei Jahren führt sie ein gemeinsamer Fall wieder zusammen. Die Teile können unabhängig voneinander gelesen werden, da kein Erzählstrang aufeinander aufbaut. Ebenso ist ihre Vorgeschichte für diese Geschichte nicht relevant, sodass der Vorgänger nur mal nebenbei erwähnt wird.

Evelyn Meyers ist eine junge Anwältin, die sich vor drei Jahren selbstständig gemacht. Sie lebt mit ihrem Freund Patrick, der Privatdektektiv ist, und den Katzen Bonnie und Clyde in Wien.

Walter Pulaski ist Mitte 50 und alleinerziehender Vater. Seine Position im LKA hat er nach dem Tod seiner Frau aufgegeben und arbeitet nun bei der Kripo. Da er von seinen ehemaligen Kollegen nicht viel hält, nimmt er den Fall der toten Frau in Leipzig selbst in die Hand.

Andreas Grubers Schreibstil lässt einen sofort in die Handlung eintauchen und mit den kurzen Kapitel sorgt er dafür, dass man förmlich durch seine Bücher fliegt. Die Mordserie empfand ich zudem als extrem spannend; auch wenn der Täter für mich in diesem Fall relativ schnell klar war und mich das Ende nicht überraschen konnte.
Ich empfand es auch als einen Zufall zuviel, dass auch hier eine Frau erscheint, die Pulaski an seine verstorbene Frau erinnert.

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Veröffentlicht am 29.04.2021

Die Nacht der Acht - ein gruseliges Lesevergnügen

Die Nacht der Acht
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Die Acht treffen sich für eine Nacht des Gruselns. Auf den Anwesen von Quentins Eltern wollen die acht Freunde eine Nacht unter einem ganz speziellen Motto verbringen: Wer sich erschreckt, der trinkt und ...

Die Acht treffen sich für eine Nacht des Gruselns. Auf den Anwesen von Quentins Eltern wollen die acht Freunde eine Nacht unter einem ganz speziellen Motto verbringen: Wer sich erschreckt, der trinkt und alle haben sich für diesen Abend etwas Besonderes ausgedacht.
Die Streiche beginnen, der Alkoholpegel steigt, die mysteriösen Vorfälle werden mehr und plötzlich verschwindet einer nach dem anderen.

Die Nacht der Acht ist ein Jugendthriller von Philip Le Roy.

Das Buch hatte mich mit der ersten Seite direkt in Bann gezogen. Der Schreibstil des Autors ist mit knappen Sätzen und kurzen Dialogen darauf ausgelegt, dass das Tempo sehr hoch ist. Die Charaktere der Jugendlichen bleiben knapp und sind nicht tiefgründig gestaltet. Das führte dazu, dass ich mich nicht wirklich in die Figuren hineinversetzen konnte. Durch Le Roys Schreibstil habe ich mich hingegen als unsichtbares 9. Mitglied gefühlt und konnte mir gut vorstellen, dass ich mitten im Geschehen bin. Mich hat die Geschichte damit an die Zeiten als Kind erinnert als man sich gegenseitig Gruselgeschichten erzählt hat und das flaue Gefühl im Magen immer größer wurde. So lassen sich die knapp 300 Seiten innerhalb von wenigen Stunden lesen.

Den Spannungsbogen hält Le Roy durch die verschiedenen Streiche und das stetige Abhandenkommen der Freunde weit oben. Das abgelegene Haus, die paranormalen Geschichten der Gegend und das Unwetter sorgen dafür, dass das Gruselfeeling auch den Leser erreicht.

Die Geschichte wird erfahrene Leser wenig überraschen, für Jugendliche und Neulinge im Gebiet des Thrillers gibt es hier aber bestimmt die ein oder andere spannende Wendung. Der Fokus des Buches liegt auf jeden Fall auf dem Gruselaspekt und dieser wird gut durchgezogen!

Ich persönlich finde die Art der Auflösung in weiten Teilen gut. Ein kleiner Aspekt der Auflösung, sowie manche unrunden Stellen führen zu einem Stern weniger und dennoch kann ich es jedem empfehlen, der Lust darauf hat sich wieder wie früher zu fühlen und sich ein paar Schreckensmomente abholen möchte!

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Auszeit in Wilsgrave

Ein Zuhause im Frühling
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Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten ...

Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat. Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.

Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.

Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!

Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Fünf Freunde - eine Suche

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit ...

Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche und begegnet dabei Marc, der etwas ganz Neues in ihm auslöst.

Frei - Bester Anfang ist eine Coming-of-Age-Story von Sarah Welk für Jugendliche ab 12 Jahren und ist der dritte Band der Reihe, kann jedoch auch unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden. Dieses Mal nehmen wir die Sicht von Koray ein, der mit seiner Mutter wieder zurück in Rottloch bei seiner Oma ist, nachdem die Influencer-Karriere seiner Mutter Knall auf Fall gescheitert ist. Dieses Scheitern war für mich ein kleiner Knackpunkt, denn sonderlich realistisch ist er nicht. Ein gehackter Account ist für eine große Influencerin sicherlich problematisch, allerdings hat sie auch schnell einen großen Teil ihrer Community wieder an Bord, davon konnte man hier nicht sprechen. Außerdem ärgern mich Fehler, wenn man Dinge aus dem ‚wahren Leben‘ einbaut, wer bei ‚Wer wird Millionär?‘ die falsche Antwort auf die 200€-Frage einloggt, der geht am Ende nicht mit 200€ nach Hause.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir jedoch das Innenleben Korays, der unglaublich reflektiert und gegenüber seiner Mutter extrem reif ist. Die Beziehung der beiden hat mich einige Nerven gekostet, weil der 15-jährige ständig den reiferen Part eingenommen hat und die Chiara von Arken/Karin Ark einfach unfassbar unselbstständig ist. Außerdem gefiel mir die sich anbahnende Beziehung zu Marc gut und auch wie Karin an dieser Stelle reagiert hat. Die Clique hat mir ganz gut gefallen, nur Nico fiel an einigen Stellen doch etwas ab.

Was mich erneut gestört hat, war die häufige Verwendung von „der/die“ anstatt „er/sie“, generell ist das Buch sprachlich eher in einer Sprache verfasst, die sich vermutlich als typisch Jugendlich verorten lässt und in diesem Ausmaß dann doch nicht authentisch wirkt. Aus diesen Gründen ist der Band für mich leider schwächer als der Erste, auch wenn mir vor allem Korays Innenwelt, sein Charakter und der Humor gut gefallen haben, dennoch gab es auch einige Kritikpunkte.