Profilbild von SeverusNyssen

SeverusNyssen

Lesejury Star
offline

SeverusNyssen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SeverusNyssen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Zwischen Sternen, Geheimnissen und einer überraschenden Wahrheit

Der Anfang
0

Der erste Band von Erben des Imperiums – Der Anfang bietet einen spannenden Einstieg in eine ungewöhnliche Science-Fiction-Geschichte, die besonders durch ihre besondere Erzählweise auffällt. Das Buch ...

Der erste Band von Erben des Imperiums – Der Anfang bietet einen spannenden Einstieg in eine ungewöhnliche Science-Fiction-Geschichte, die besonders durch ihre besondere Erzählweise auffällt. Das Buch kombiniert klassischen Romantext mit Elementen einer Graphic Novel. Diese Mischung funktioniert erstaunlich gut: Die Illustrationen lockern die Handlung auf, unterstützen die Atmosphäre und helfen dabei, sich die fremde Welt und ihre Figuren besser vorzustellen.



Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Alice und Elias, zwei Geschwister, deren Leben plötzlich komplett auf den Kopf gestellt wird. Nach und nach geraten sie in ein Abenteuer, das viel größer ist, als sie zunächst ahnen. Geheimnisse aus ihrer Familie, rätselhafte Ereignisse und Begegnungen mit außergewöhnlichen Wesen sorgen dafür, dass die Spannung von Anfang an hoch bleibt.



Besonders gelungen ist, wie sich die Geschichte Schritt für Schritt entfaltet. Immer wieder tauchen neue Fragen auf, die die Leserinnen und Leser neugierig machen, ohne sofort alle Antworten zu liefern. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend spannend. Gleichzeitig schafft es das Buch, trotz vieler fremdartiger Begriffe, Orte und Figuren verständlich zu bleiben. Man kann der Geschichte gut folgen und fühlt sich schnell mitten im Geschehen.



Auch die Figuren wirken sympathisch und lebendig. Alice und Elias sind leicht nachzuvollziehen, weil sie mit der ungewöhnlichen Situation genauso überfordert sind wie man es selbst vermutlich wäre. Gerade diese Mischung aus Staunen, Angst und Mut macht ihre Reise interessant.



Ein weiteres Highlight sind die Illustrationen. Sie fangen die Atmosphäre der Geschichte sehr gut ein und geben den verschiedenen Wesen und Schauplätzen ein besonderes Aussehen. Dadurch entsteht eine lebendige Welt, die man sich beim Lesen gut vorstellen kann.



Der erste Band endet außerdem mit einem spannenden Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Insgesamt ist Erben des Imperiums – Der Anfang ein gelungener Auftakt zu einer Science-Fiction-Reihe voller Abenteuer, Geheimnisse und ungewöhnlicher Ideen. Wer Geschichten über fremde Welten, spannende Entdeckungen und mutige junge Figuren mag, wird hier viel Spaß beim Lesen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

Champagner, Charme und ein Hauch Gefahr – Mordermittlungen mit Côte-d’Azur-Flair

Mydworth - Intrigen an der Côte d'Azur
1

Mit Mydworth – Ein Fall für Lord und Lady Mortimer: Intrigen an der Côte d’Azur von Neil Richards und Matthew Costello bin ich wieder einmal komplett in diese wunderbar klassische Krimiwelt abgetaucht. ...

Mit Mydworth – Ein Fall für Lord und Lady Mortimer: Intrigen an der Côte d’Azur von Neil Richards und Matthew Costello bin ich wieder einmal komplett in diese wunderbar klassische Krimiwelt abgetaucht. Kaum gestartet, war ich mittendrin statt nur dabei – und genau das liebe ich an dieser Reihe.

Die Geschichte entwickelt von Anfang an eine richtig schöne Spannung. Besonders gefallen hat mir, wie elegant sich der Fall entfaltet, ohne überhastet zu wirken. Die Mischung aus Urlaubsflair, Intrigen und typisch britischem Ermittlercharme funktioniert für mich einfach hervorragend. Kat und Harry sind mir längst ans Herz gewachsen – ein sympathisches, kluges Duo, dem ich jederzeit gern folge.

Atmosphärisch punktet dieser Band für mich besonders stark. Das Setting an der Côte d’Azur versprüht echtes 1920er-Jahre-Feeling mit Art-déco-Glamour und einem Hauch mondäner Gefahr. Einige Szenen – vor allem im Zug und später im Casino – haben mich richtig gepackt und sorgen für genau die Art von klassischer Krimispannung, die ich mir wünsche. Gleichzeitig blitzt immer wieder Humor auf, was das Ganze sehr unterhaltsam macht.

Ein großes Highlight ist für mich die Sprecherin Julia Tettenborn. Sie liest lebendig, klar und mit viel Gespür für die Figuren. Besonders mochte ich, dass jede wichtige Person eine eigene stimmliche Note bekommt – das macht das Zuhören unglaublich angenehm und immersiv.

Ohne zu spoilern: Wer klassische Cosy-Crime-Vibes, charmante Ermittler und ein stilvolles Setting liebt, wird hier bestens unterhalten. Für mich war es ein rundum spannendes Hörvergnügen, das ich bis zum Schluss genossen habe. Ich freue mich definitiv auf weitere Fälle aus Mydworth!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.03.2026

Mit dem rasenden Reporter mitten hinein in das Berlin der 1920er

Berliner Bohème
0

Die Textsammlung Berliner Bohème von Egon Erwin Kisch* ist ein wunderbar gestaltetes Buch, das den Leser direkt in das pulsierende Berlin der Weimarer Republik versetzt. Durch die gelungene Auswahl an ...

Die Textsammlung Berliner Bohème von Egon Erwin Kisch* ist ein wunderbar gestaltetes Buch, das den Leser direkt in das pulsierende Berlin der Weimarer Republik versetzt. Durch die gelungene Auswahl an Reportagen, Artikeln und Texten entsteht das Gefühl, als würde man selbst durch die Straßen der 1920er-Jahre gehen und das Leben dieser Zeit hautnah erleben.

Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig Kisch schreibt. Beim Sechstagerennen hatte ich tatsächlich das Gefühl, live dabei zu sein – die Spannung, die Atmosphäre, das Publikum – alles wird so anschaulich beschrieben, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Genau hier zeigt sich, warum Kisch als einer der bedeutendsten Reporter seiner Zeit gilt. Seine Texte sind packend, lebendig und niemals langweilig. Da versteht man sofort, warum Menschen damals gerne Zeitung gelesen haben.

Die Sammlung zeichnet gleichzeitig ein eindrucksvolles Gesellschaftsbild des Berlins der Zwanzigerjahre. Man begegnet unterschiedlichen Orten, Menschen und Milieus, die zusammen ein faszinierendes Bild dieser bewegten Zeit ergeben. Besonders gefallen hat mir der Text über das Tanzlokal, der die Stimmung und das Lebensgefühl dieser Jahre wunderbar einfängt. Ganz anders, aber ebenfalls interessant, ist der Abschnitt über das Leichenschauhaus – etwas makaber, aber gerade deshalb ungewöhnlich und eindrucksvoll.

Kischs Schreibstil gefällt mir besonders gut. Er schreibt locker, lebendig und mit einem Blick für Details, die Szenen sofort greifbar machen. Seine Texte erinnern mich stark an die Atmosphäre der Serie Babylon Berlin, die ebenfalls das Berlin der Weimarer Republik so eindrucksvoll darstellt.

Dieses Buch eignet sich sowohl dafür, einen ganzen Abend darin zu lesen, als auch immer wieder einzelne Texte aufzuschlagen und kurz in diese Zeit einzutauchen. Insgesamt eine großartige Sammlung, die zeigt, warum Egon Erwin Kisch als „rasender Reporter“ Literatur- und Journalismusgeschichte geschrieben hat. Ein wirklich tolles Buch mit spannenden Artikeln, das Geschichte lebendig werden lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2026

Rätselhafte Spuren zwischen römischen Gassen – ein atmosphärischer Fall für Commissario Leone

Commissario Leone und die Toten von Rom
0

Mit Commissario Leone und die Toten von Rom gelingt Patrizia Zanni ein spannender und atmosphärischer Kriminalroman, der seine Leser mitten in das geheimnisvolle und zugleich faszinierende Leben der italienischen ...

Mit Commissario Leone und die Toten von Rom gelingt Patrizia Zanni ein spannender und atmosphärischer Kriminalroman, der seine Leser mitten in das geheimnisvolle und zugleich faszinierende Leben der italienischen Hauptstadt führt. Der Fall für Commissario Leone beginnt bereits sehr eindrucksvoll und zieht einen sofort in die Geschichte hinein. Ein Mord sorgt für Unruhe – und schnell wird klar, dass hinter den Ereignissen mehr steckt, als es zunächst scheint.



Besonders gelungen finde ich, wie sich die Handlung Schritt für Schritt entfaltet. Immer wieder tauchen kleine Hinweise und Details auf, die zum Miträtseln einladen, ohne dass zu früh etwas verraten wird. Genau das macht den Reiz dieses Krimis aus: Als Leser versucht man ständig, Zusammenhänge zu erkennen und mögliche Motive zu verstehen, doch die Autorin versteht es sehr gut, die Spannung lange aufrechtzuerhalten.



Auch die Figuren tragen viel zur Atmosphäre bei. Neben den Ermittlern lernt man verschiedene Charaktere kennen, deren Beziehungen und Hintergründe nach und nach deutlicher werden. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, in dem nicht sofort klar ist, wem man wirklich vertrauen kann. Gerade diese Unsicherheit sorgt dafür, dass die Geschichte bis zum Ende fesselnd bleibt.



Ein großes Plus des Romans ist außerdem das Setting. Die Handlung spielt in Rom, und die Stadt wird so lebendig beschrieben, dass man sich beim Lesen fast selbst durch die Straßen und Plätze bewegen kann. Die Autorin streut immer wieder kleine Informationen über Orte und Atmosphäre ein, die sich sehr natürlich in die Geschichte einfügen. Dadurch wirkt das Buch stellenweise fast wie ein literarischer Spaziergang durch Rom – allerdings mit einer gehörigen Portion Spannung.



Besonders gut gefallen hat mir auch, dass sich der Roman Zeit für einen runden Abschluss nimmt. Nach den dramatischen Ereignissen wird im Epilog noch einmal ein ruhigerer Blick auf die Figuren geworfen, was die Geschichte sehr stimmig abrundet und ein schönes Gefühl beim Beenden des Buches hinterlässt.



Insgesamt ist Commissario Leone und die Toten von Rom ein fesselnder Krimi mit einer dichten Atmosphäre, interessanten Figuren und vielen kleinen Details, die das Lesen besonders machen. Auch ohne die vorherigen Bände zu kennen, findet man leicht in die Handlung hinein. Für mich war es eine spannende Reise nach Rom – voller Geheimnisse, überraschender Wendungen und dem Wunsch, bald wieder einen Fall mit Commissario Leone zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2026

Zwischen Trauer und leiser Zuversicht – ein Roman, der nachhallt

Die Hoffnung, die uns trägt
0

Mit Die Hoffnung, die uns trägt gelingt Kerstin Lange ein ruhiger, emotional dichter Roman, der vor allem durch seine leisen Töne wirkt. Die Geschichte spielt in Portugal — ein für mich eher ungewohntes ...

Mit Die Hoffnung, die uns trägt gelingt Kerstin Lange ein ruhiger, emotional dichter Roman, der vor allem durch seine leisen Töne wirkt. Die Geschichte spielt in Portugal — ein für mich eher ungewohntes Setting — und doch findet man sich schnell zurecht. Die Autorin erzählt in einem stetigen, fast wellenartigen Rhythmus, der die Lesenden behutsam durch schwere Themen trägt.



Im Mittelpunkt steht eine Familie, die von Verlust, Trauer und persönlichen Krisen geprägt ist. Besonders eindrücklich zeigt der Roman, wie unterschiedlich Menschen mit Schicksalsschlägen umgehen: Manche zerbrechen fast daran, andere kämpfen sich Schritt für Schritt zurück ins Leben. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Figuren sehr menschlich und glaubwürdig.



Trotz vieler trauriger und belastender Momente bleibt das Buch nicht hoffnungslos. Immer wieder öffnen sich kleine Türen, wenn sich andere schließen. Diese leisen Lichtblicke ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung und machen den Titel absolut passend. Die Autorin versteht es, schwere Themen sensibel zu erzählen, ohne in reines Drama abzurutschen.



Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, dabei aber durchgehend spannend. Besonders berührend sind die zwischenmenschlichen Begegnungen, die zeigen, wie viel Kraft in Freundlichkeit und Zusammenhalt liegen kann. Auch die behutsam eingewobenen historischen und politischen Hintergründe werden verständlich vermittelt, ohne die Geschichte zu überfrachten.



Das Ende fügt sich stimmig in den Ton des Romans ein: emotional, nachdenklich und dennoch von Hoffnung getragen. Wer eine laute, actionreiche Handlung sucht, ist hier falsch — wer jedoch feinfühlige Familiengeschichten mit Tiefgang und Herz mag, wird mit diesem Buch sehr zufrieden sein.



Fazit: Ein stiller, bewegender Roman über Verlust, Durchhaltevermögen und die kleinen Hoffnungslichter im Leben, der noch lange nach dem Lesen nachklingt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere