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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Leider nicht ganz mein Geschmack...

Tödliche Nachlese
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Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren ...

Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren eine Mordserie gestoppt haben...?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Autor sehr sympathisch zu sein scheint - er hat einen Instagram Account, auf dem er die Schauplätze des Romans zeigt. Ich wohne in der Gegend, was die Lektüre auf jeden Fall sehr nett gemacht hat - wenn man den IKEA kennt, in dem Tobias mit seiner Tochter einen Schrank kaufen geht z.B.

Auch gab es zu dem Buch einen Aufkleber für Wein dazu mit dem Cover des Buches, eine sehr süße Idee!

Die Geschichte selbst jedoch ist leider nicht ganz nach meinem Geschmack. Für mich war der Schreibstil schwer zu lesen, da es viele Wiederholungen gab und inflationär mit dem Ausrufungszeichen umgegangen wird. Auch die Spannung kam bei mir nicht wirklich auf. Es gibt ein paar Wendungen, aber ich habe nie wirklich gefühlt, dass die Spannung anzieht und das ist für mich bei einem Krimi auf jeden Fall ein Muss, was hier leider fehlte. Auch ist Tödliche Nachlese der zweite Band einer Reihe. Auf die Vorgeschichte wird oft Bezug genommen, mir fehlte jedoch leider das Hintergrundwissen, was vermutlich ebenfalls dazu beigetragen hat, dass die Figuren und der Plot mich nicht abholen konnten.

Alles in allem vergebe ich 3 Sterne für eine Lektüre, die mich persönlich leider nicht begeistern konnte, die aber auf jeden Fall einen atmosphärischen Flair hat für mich als Ortskundige.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Rätselhafte, verwobene Familiengeschichte

Die Stimmen der Nacht
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Die Stimmen der Nacht erzählt die Geschichte von Margaret und Benjamin, die sich in den 1960er Jahren in Lagos ineinander verlieben und eine Tochter miteinander bekommen. Ihre Geschichte ist allerdings ...

Die Stimmen der Nacht erzählt die Geschichte von Margaret und Benjamin, die sich in den 1960er Jahren in Lagos ineinander verlieben und eine Tochter miteinander bekommen. Ihre Geschichte ist allerdings durch ihre nigerianischen Vorfahren bereits lange vorher miteinander verwoben.

Margaret kämpft mit den Geistern ihrer Ahnen - und Benjamin hält dies nicht aus und verlässt sie und ihr gemeinsames Kind.

Jahre später treffen Margaret und Ben und ihre Tochter und deren Familie wieder aufeinander, dort, wo ihrer aller Wurzeln liegen.

Die Geschichte wechselt kapitelweise in den Zeiten und Orten hin und her - zwischen 1905, den 1960er und 1970ern und 2005, zwischen Umumilo, Atlanta, London und Lagos. Obwohl die Sprache klar und gut lesbar ist, habe ich mit dem Verständnis des Textes meine Probleme gehabt. Mir war bis zum Schluss bei vielen Strängen und Themen nicht ganz klar, was jetzt wirklich geschehen ist, was Einbildung oder Krankheit und wer zu wem gehört und wem was geschehen ist.

Das hat mir die Lektüre leider dann doch zu sehr verkompliziert, als dass ich eine eindeutige Leseempfehlung geben kann.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Sachbuch über inspirierende Frau

Die Elemente der Marie Curie
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Marie Curie ist wirklich eine faszinierende Frau gewesen. Die Elemente der Marie Curie nähert sich ihr einerseits anhand der Biographie der Person Marie Curie an, verbindet dies jedoch mit weiteren wichtigen ...

Marie Curie ist wirklich eine faszinierende Frau gewesen. Die Elemente der Marie Curie nähert sich ihr einerseits anhand der Biographie der Person Marie Curie an, verbindet dies jedoch mit weiteren wichtigen Frauenfiguren in deren Leben. Diese haben teilweise mit ihr und durch sie ebenfalls eine Karriere als Wissenschaftlerin gemacht, Elemente entdeckt und auch Preise gewonnen. Ich wusste beispielsweise bisher noch nicht, dass Maries erste Tochter Irene ebenfalls gemeinsam mit ihrem Ehemann einen Nobelpreis gewonnen hat!

Für mich war das Buch einerseits spannend, vor allem die biographischen Hintergründe und Personen in Maries Leben. Die 30 Kapitel sind jeweils einer Person "gewidmet", die exemplarisch für ein Element steht, das ebenfalls erwähnt wird. Allerdings geht das Kapitel dann meist doch nicht so sehr auf die Person auf, andere erscheinen deutlich häufiger, vor allem natürlich Maries Kinder und Geschwister.

Zudem haben mich die vielen wissenschaftlichen Stellen doch sehr gelangweilt und streckenweise habe ich den Text nur überflogen, weil er mir viel zu theoretisch war und ich damit nichts anfangen konnte.

Wer ein echtes Interesse an Physik und Chemie hat und nicht nur an der Biographie Marie Curies, wird hier sicher mehr Freude am Lesen haben als ich. Daher eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Überfrachtet, konstruiert und sehr schwer lesbar

Das Ende vom Lied
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Eigentlich klang "Das Ende vom Lied" nach einem spannenden Coming of Age Roman im Jahr 1969 in Westberlin. Aber die Geschichte des bis zum Schluss für den Lesenden namenlos bleibenden Ich-Erzählers ist ...

Eigentlich klang "Das Ende vom Lied" nach einem spannenden Coming of Age Roman im Jahr 1969 in Westberlin. Aber die Geschichte des bis zum Schluss für den Lesenden namenlos bleibenden Ich-Erzählers ist leider sehr verworren erzählt. Es wird über seine Familiensituation geschrieben mit dem kriegsversehrten Vater, der schwangeren und vielleicht depressiven Mutter, dem Bruder, der ein Internat besucht. Sein Schulwechsel auf das Gymnasium und das Leben in den Straßen wird thematisiert, ebenso wie seine erste Verliebtheit in Alina, die mit dem gewalttätigen "Körschi" zusammen ist.

Mir fehlte bei der Geschichte, in die ich bis zum Schluss immer nur schwer rein fand, ein roter Faden und der Bezug zu allem und allen. Weder konnte ich die Personen wirklich fühlen, noch die Orte und Gedanken. Zeiten und Orte springen hin und her, Sichtweisen wechseln, Stränge werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt und vieles bewusst im Dunkeln gelassen. Der Stil, der bereits von Beginn an nur schwer lesbar ist, wird gegen Ende nochmal schlimmer, weil der Autor aus mir unbegreiflichen Gründen streckenweise in Gedichtform wechselt.

Auch gibt es für meinen Geschmack zu viele unnötige Gewaltszenen und Stellen, die ich ehrlicherweise einfach nicht verstehen konnte.
Das einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, war der Schlussteil mit dem Vater-Sohn-Gespräch und die kursiv gesetzten Stellen jeweils an den Anfängen der 3 Buchteile, in denen die Zeit und das, was damals politisch und gesellschaftlich Brisanz hatte, gut zusammengefasst wurde. Daher gebe ich auch drei statt 2 Sterne.
Ich bleibe dennoch etwas ratlos zurück und kann das Buch leider wirklich nur sehr, sehr eingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Faserland trifft auf Girl, interrupted, nichts wirklich Neues

Es war nicht anders möglich
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Martina Reimers ist 35 Jahre alt, arbeitslos (und nicht -suchend), lebt in Berlin und treibt seit dem Tod ihres Vaters ziellos durch ihr "Leben".
Der schmale Debütroman ist in 2 Teile gegliedert, die ...

Martina Reimers ist 35 Jahre alt, arbeitslos (und nicht -suchend), lebt in Berlin und treibt seit dem Tod ihres Vaters ziellos durch ihr "Leben".
Der schmale Debütroman ist in 2 Teile gegliedert, die inhaltlich stark an die beiden im Rezensionstitel genannten Werke erinnert.
Im ersten Teil begleiten wir Martina durch die Nächte in Berlin in Eckkneipen und dunkle Straßen und vor allem durch ihre manchmal recht wirren Gedanken. Sie trinkt und raucht und nimmt Koks - und das Ende des ersten Teils ist ehrlich gesagt, extrem widerlich.
Nachdem man den Klimax der Ekelhaftigkeit überstanden hat, wird man damit belohnt, den zweiten Teil des Buches zu lesen. Hier folgen wir Martina in das Irrenhaus, in das sie wohl eingeliefert wurde - und ihre nochmal wirreren Gedanken, die mich dann am Ende des Buches auch leider etwas ratlos zurück gelassen haben.
Der Stil des Buches ist leider ebenfalls nicht gut lesbar. Die Ich-Erzählerin Martina nutzt leider ständig seltsame Wortschöpfungen wie "jemensch", die sich immerhin grammatikalisch korrekt verwendet, und natürlich gendert sie, wobei das nicht ganz so schlimm stört.
Ich konnte zu der Protagonistin keine Bindung aufbauen und die Autorin hat es leider bei mir auch nicht geschafft, dass mich die teilweise durchaus heftigen Schicksale der Figur und einiger Nebenfiguren zu Mitgefühl verleitet haben. Die hauptsächlich vorherrschenden Gefühle beim Lesen des Romans waren bei mir das Gefühl, dass ich nichts Neues lese, was zu Langeweile und Ungeduld geführt hat und ein paar Stellen, an denen ich angeekelt war, sowie am Ende vor allem Ratlosigkeit.
Leider nur eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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