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Veröffentlicht am 20.03.2026

Krimi im Stil von Barnaby

Mord & Breakfast
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Melody Moss hat gerade ihren Job in London als Journalistin verloren, als sie unverhofft das Bed & Breakfast von ihrer Tante Mabel in Schottland erbt. Ihre Tante ist angeblich von der Terrasse ihres auf ...

Melody Moss hat gerade ihren Job in London als Journalistin verloren, als sie unverhofft das Bed & Breakfast von ihrer Tante Mabel in Schottland erbt. Ihre Tante ist angeblich von der Terrasse ihres auf einer Steilküste liegenden B&B gestürzt. Melody fährt nach Seagull Bay und muß feststellen, daß dort niemand über den Tod ihrer Tante trauert und findet Dokumente, die deutlich zeigen, warum die Dorfbewohner eigentlich froh über Mabels Tod sind und der vermeintliche Unfall wohl doch Mord war!

"Mord & Breakfast" ist der sehr gelungene Auftakt einer neuen Serie von Anne Gordon. Ich fühlte mich hier direkt wie in einer Folge von "Inspector Barnaby". Die dörfliche Kulisse mit einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft, typisch schottischen Spezialitäten - all dies sorgte für eine Atmosphäre, in der man sich als Leser wohl fühlt. Melody und ihr Freund Dean aus Kindertagen waren mir sofort sympathisch. Melodys Bedenken, ob sie der Aufgabe des Erbes gewachsen ist, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ein weiteres Highlight ist die Englische Bulldogge Cheddar, die mit ihrer liebenswerten Art sofort einen Platz in meinem Herzen gefunden hat. Anne Gordon hat diesen englischen Krimi auf wohltuend moderne Art geschrieben, so daß man nicht den typisch trockenen Krimi vor sich hat. Hier finden sich sogar ein paar sehr humorvolle Szenen. Für Spannung ist hier ebenfalls gesorgt, Denn man kann das ganze Dorf verdächtigen. Ich hatte sehr viel Lesespaß mit diesem Krimi - der mir viel zu kurz vorkam!

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Miss Marple aus Hamburg

Frau Helbing und der Casanova aus Winterhude
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Frau Helbing hat von ihrer Freundin Heide einen Schnupperkurs Wassergymnastik zu Weihnachten bekommen. Frau Helbing hat mächtig Spaß daran, einzig Wolfgang Hoyer stört die Gemeinschaft. Denn er hat nichts ...

Frau Helbing hat von ihrer Freundin Heide einen Schnupperkurs Wassergymnastik zu Weihnachten bekommen. Frau Helbing hat mächtig Spaß daran, einzig Wolfgang Hoyer stört die Gemeinschaft. Denn er hat nichts anderes zu tun, als den alleinstehenden Damen nachzustellen. Als die Schauspielerin Olga Suditzky tot in ihrer Wohnung gefunden wird, kommt der Verdacht auf, er hätte sie für seine neue Liaison aus dem Weg geräumt. Schon steckt Frau Helbing in ihrer neuesten Mordermittlung!

"Frau Helbing und der Casanova aus Winterhude" ist ein absolut gelungener Krimi von Eberhard Michaely. Frau Helbing ist eine urige Hamburger Seniorin, die weiß, was sie will, vor nichts zurückschreckt und sich die Butter nicht vom Brot nehmen läßt. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich hatte streckenweise richtig Angst um sie. Dieser Krimi besticht durch seine Authentizität, die nicht nur auf die Charaktere bezogen ist, sondern auch auf die Handlungsorte. Man ist mitten in Hamburg und erlebt diesen spannenden Fall, in dem es vor Verdächtigen nur so wimmelt. Am Ende erlebt man eine für Frau Helbing höchst gefährliche Überraschung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt an der Seite von Frau Helbing und würde sie gern noch öfter begleiten.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Düster, atmosphärisch und richtig spannend

Moorland. Die Zwillinge
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Kommissarin Malia Gold ist nach 15 Jahren in ihre Heimat Moorbach zurückgekehrt. Kaum dort angekommen, wird sie mit einem mysteriösen Fall konfrontiert. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana wollten für ...

Kommissarin Malia Gold ist nach 15 Jahren in ihre Heimat Moorbach zurückgekehrt. Kaum dort angekommen, wird sie mit einem mysteriösen Fall konfrontiert. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana wollten für ihren erfolgreichen TikTok - Kanal "Moormaid" im nebligen Moor ein neues Video drehen und kehren nicht mehr zurück. Als kurz darauf auf diesem Kanal brutale Bilder der gefolterten Zwillinge auftauchen, beginnt Malia mit Hochdruck zu ermitteln. Sie sieht sich einer verschworenen Dorfgemeinschaft gegenüber, die durch Lügen und Geheimnisse zusammengehalten wird. Und auch Malia sieht sich mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familie konfrontiert.

"Moorland - Die Zwillinge" ist der vielversprechende Auftakt einer neuen Serie von Andreas Winkelmann. Ihm ist es gelungen, mich bereits mit dem ersten Satz voll an das Buch zu fesseln. Geschickt spielt er mit den Geheimnissen, die ein Moor umgibt, seiner Gefährlichkeit und vor allem seiner unheimlichen Atmosphäre. Seine Beschreibungen vom im Nebel versinkenden Moor sind so intensiv, daß sich automatisch eine Gänsehaut bildet. Dabei räumt er gleichzeitig mit kursierendem Irrglauben auf und stellt diesen richtig, so daß man hier nebenbei auch etwas lernt. Die Charaktere sind hier so geheimnisvoll wie das Moor selbst. Jeder Dorfbewohner scheint etwas zu vertuschen, jeder klagt jeden eines Verbrechens an und auch Malias Mutter hütet ein Geheimnis um ihren Mann, welches hier nicht aufgeklärt wird und somit schon Spannung auf den zweiten Teil erzeugt wird. Andreas Winkelmann überzeugt auch in diesem Krimi durch eine fesselnde Handlung und einen gut lesbaren Schreibstil, so daß man hier nur so durch die Seiten fliegt. Ich hatte mit diesem Buch unheimlich tolle, spannungsgeladene Lesestunden und empfehle es gern weiter!

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Die Geschichte regt zum Nachdenken an

Ruf der Wellen
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Am Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel ...

Am Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel versuchen, den Deich zu erhalten, sonst wird Borkum von der tosenden See vernichtet. Doch sie bemühen sich vergeblich. Grete wird für sich und ihre Familie kämpfen müssen, denn ein hartes Leben steht ihnen bevor.

Im Jahr 2025 schreibt die Geologin Helen an ihrer Doktorarbeit über die Wanderung der ostfriesischen Inseln. Dafür reist sie nach Borkum. Bei der stürmischen Überfahrt lernt sie Julia kennen. Die Frauen werden schnell gute Freundinnen und Julia zeigt Helen die schönsten Punkte der Insel. Von Julias Bruder Carl erfährt sie nach und nach die Geschichte seiner Familie und Helen erkennt, was es wirklich heißt, auf Borkum zu leben.

Anna Jessens Roman "Ruf der Wellen" ist der Auftakt einer neuen Familiensaga. Gleichzeitig ist dieser Roman eine Chronik der Nordseeinsel Borkum. Man erfährt viel über das Leben der Inselbewohner in den Jahren ab 1855. Die Abhängigkeit von den Gezeiten und vom Wetter war damals beängstigend und ist heute noch fast genauso. Eine zweite Geschichte beschreibt, wie die Menschen auf Borkum in der heutigen Zeit mit dem Klimawandel fertig werden müssen. Sie sehen die Gefahr für die Inseln, können aber nichts dagegen tun. Sie müssen damit leben, daß einige kleine Inseln bald ganz verschwinden werden. Anna Jessen führt das den Lesern sehr eindringlich vor Augen und bringt sie damit zum nachdenken. Man kann erahnen, daß beide Geschichten miteinander verbunden sind. Das erhöht nochmal die Neugierde auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Hat mich positiv überrascht

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Natalie Olsen und ihre Freundin Caro haben ausgelassen in einem Club gefeiert, als Caro mit einem gutaussehenden Mann verschwindet. Als sie am nächsten Morgen im Koma liegt, tappt die Polizei im Dunkeln, ...

Natalie Olsen und ihre Freundin Caro haben ausgelassen in einem Club gefeiert, als Caro mit einem gutaussehenden Mann verschwindet. Als sie am nächsten Morgen im Koma liegt, tappt die Polizei im Dunkeln, Natalie jedoch will den Mann finden, der Schuld an allem ist. Sie entdeckt den Mann auf dem Cover eines Magazins, es handelt sich um den erfolgreichen Unternehmer Geoffrey Rosenberg. Natalie nimmt einen Job in dessen Villa an, um ihm eine Falle zu stellen. Aber sitzt sie nicht schon längst in seiner Falle?

Iliana Xander hat mich mit "Der Boss" positiv überrascht. Geschrieben aus Natalies Perspektive kann man sich absolut gut in sie hineinversetzen. Auch wenn sie manchmal etwas naiv erscheint, kann man sich ihrem Wesen nicht entziehen und empfindet einfach nur Sympathien für sie. Sie handelt mutig, ohne groß über die Gefahren nachzudenken. Unterbrochen wird die Handlung durch Kapitel aus der Perspektive eines Unbekannten, was natürlich den Spannungsbogen immer höher schnellen läßt, da man beide Perspektiven gebannt verfolgt und wissen will, wie es weitergeht. Iliana Xander hat hier nicht nur dafür gesorgt, daß man mit Natalie eine interessante Charaktere hat, auch ihre restlichen Charaktere nehmen den Leser gefangen. Jeder einzelne steht für sich, ist einzigartig. Nicht alle mag man spontan, einige muß man erst näher kennenlernen und bei manchen springt der Funke gar nicht über, da ihr Verhalten zu abstrus erscheint. Dies macht jedoch Sinn und am Ende fügt sich alles zusammen und man wird überrascht. Die Autorin schreibt sehr flüssig und leicht lesbar, so daß man dieses Buch sehr schnell lesen kann. Dieses Lesetempo wird natürlich noch durch die hohe Spannung gefördert. Ich war von diesem Thriller wirklich positiv überrascht!

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