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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Als wäre man selbst Rechtsmedizinerin

Mit kalter Hand
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Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen ...

Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen Tsokos erwartet, wie ich ihn kenne und wurde nicht enttäuscht. Trotzdem ist die Yao-Reihe anders. Das Buch ist gespickt mit rechtsmedizinischen, pathologischen und kriminalistischen Fachbegriffen, man fühlt sich regelrecht als wäre man Teil des Sektions- bzw. Ermittlungsteams, welches aus dem Gesehenen und Geschehenen seine Schlüsse zieht.

Inhaltlich wurden hier drei Fälle aufgegriffen, wobei der Hauptfall, in diesem Buch der Fund einer zerstückelten Leiche, den Fokus auf sich hat. Die anderen Fälle sind aber nicht minder spannend und tragen dazu bei, dass man sich eben in den Alltag der Protagonistin vollends mitgenommen fühlt. Trotz das man frühzeitig darüber im bilde ist, wer der Täter ist, tut dies der Spannung in dem Buch keinen Abbruch, weil es eher darum geht, wie die Kollegen ihn an Hand ihrer fundierten Arbeit aufspüren.

Das einzig negative was ich an dem Buch fand, das es häufige Wiederholungen gab. Wiederholungen in dem Sinne, dass es erst festgestellt wurde und bei der Auswertung bzw. weiteren Ermittlung, dann nochmal ein Kund getan wurde, um entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Ich würde dieses Buch trotzdem uneingeschränkt weiterempfehlen, wer Romane schätzt, die sachlich und fachlich gut recherchiert sind.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Gedanken wie ein Skalpell

Furye
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Namen und Orte sind egal, es geht einzig um die Geschichte einer Frau die sich selbst Alec nennt und wie der Sommer in dem sie 17 war, ihr Leben bis in die Gegenwart, wahrscheinlich bis in die Zukunft ...

Namen und Orte sind egal, es geht einzig um die Geschichte einer Frau die sich selbst Alec nennt und wie der Sommer in dem sie 17 war, ihr Leben bis in die Gegenwart, wahrscheinlich bis in die Zukunft prägt.
Dieses Buch ist nicht laut, es sind stille Gedanken, präzise wie ein Skalpell, nicht Rücksicht nehmend, einfach wie sie sind. Die Art und Weise wie Rubik das Erwachsen werden in zwei Zeitsträngen darstellt, welche sich trotz des langen Zeitfensters dazwischen alle Teile ineinanderfügen, ist faszinierend. Ich musste das Buch von Zeit zu Zeit ruhen lassen, nicht weil es langweilig war, sondern sich das gelesene erst setzen musste. Es ist definitiv kein Roman der Rubrik "Lesen-ohne-Nachzudenken", es ist auch nicht einmal so, das die Geschichte wunderschön ist, genaugenommen folgt auf das Schöne immer auch etwas Hässliches und zeigt beide Seiten der Medaille des Lebens. Trotzdem finde ich, ist es ein Sommerroman, schon allein wegen der beschriebenen Örtlichkeit und weil sich der Roman eben auch im Sommer abspielt und vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich, weil er als Winterlektüre zu melancholisch ist, man würde Gefahr laufen sich dieser hinzugeben.
Alles in Allem eine sehr lesenswerte Lektüre, die anders daherkommt, wie Vieles was auf dem Markt ist.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Meer, Magie & Märtyrer

Die Seehexen von Positano
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Mari und Haven, zwei starke Frauen, getrennt durch 200 Jahre Geschichte, eine Geschichte die sich an einem wundervollen und magischen Ort am Meer vereint – Positano an der Amalfiküste. Mari eine strenghe ...

Mari und Haven, zwei starke Frauen, getrennt durch 200 Jahre Geschichte, eine Geschichte die sich an einem wundervollen und magischen Ort am Meer vereint – Positano an der Amalfiküste. Mari eine strenghe ist mit dem Meer auf eine Weise verbunden die über hunderte, tausende Jahre weitergegeben wurde und doch hadert sie mit dem Meer und dem Leid welches es ihr schon mehrfach zugefügt hat. Haven hat ebenfalls Leid erfahren, durch die raue Naturgewalt, aber schöpft hieraus Kraft und verliert ihre Liebe zum Meer und Tauchen nicht, im Gegenteil.

Der Roman knüpft eine Zeitbrücke zwischen den beiden Frauen und ihrem Leben, lässt den Erzählstrang nebeneinander her fließen und bringt so Stück für Stück Details ans Licht, die den Weg der Zukunft beeinflussen. Der Schreibstil ist sehr harmonisch und fließt regelrecht dahin, was es sehr angenehm macht das Buch zu lesen. Einiges kann man während des Lesens zwar schon erahnen, was das Buch nicht zu einem klassischen Pageturner macht und trotzdem gelingt es der Autorin mit kleinen Feinheiten die Gedanken zu komplettieren. Ein Buch das man in den nächsten Urlaub am Meer mitnehmen und während man Wellenrauschen im Ohr hat, lesen sollte.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Mentale Satzlabyrinthe

Die Enthusiasten
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Shandy, so wird der Ich-Erzählende Vince Bär genannt. Ein Literaturliebhaber, mit weitem Abstand ein Groupie von Laurence Sterne und den neun Bücher des Tristram Shandy, daher der Spitzname. Aufgewachsen ...

Shandy, so wird der Ich-Erzählende Vince Bär genannt. Ein Literaturliebhaber, mit weitem Abstand ein Groupie von Laurence Sterne und den neun Bücher des Tristram Shandy, daher der Spitzname. Aufgewachsen in einer Bücherverrückten Familie, daher rührt wohl seine Leidenschaft, in einem Haus welches buchstäblich von den Büchern darin getragen wird.

Auf der jährlichen Reise nach Coxwold zum Todestag seines liebsten Schriftstellers, den 250. Todestag diesmal, beginnt das monologische Gedankenspiel des Romans. Shandy erzählt von Gegenwart, von Vergangenheit, Zukunft, von Wirklichkeit und Unwirklichkeit, die er sich selber ausmalt. Alles in einem Geflecht aus Sätzen und Gedankensprüngen, die wie ein bunter zu strickender Schal wirken, wo auf kurz über lang, eine Farbe die andere ablöst, ein Gedanke den nächsten strickt, um am Ende alle Fäden zusammenlaufen.

Markus Orths hat mit diesem Werk eine verbale Explosion geschaffen. Es war anfangs schwierig, den Gedanken des Erzählers zu folgen. Irgendwann gibt man sich dem Wechselspiel hin und wartet, diese teils skurrilen Sätze mit ihrem Inhalt lesend, ab wohin die mentale Reise führt. Literarisch hat Orths hier etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen, auch wenn ich mich mit dem Inhalt erst im letzten Drittel anfreunden konnte, haben mich die Sätze, die Metaphern, der Schreibstil fasziniert zurückgelassen. Am Ende muss sich jeder Leser selbst die Frage beantworten, was Literatur und das damit verbundene Schreiben und Lesen für ihn ist.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Die andere Liz Moore

Der andere Arthur
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Inhalt: Zwei Außenseiter wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein schwerst überwichtiger gut situierter Professor a.D. und ein armer sportlicher High School Schüler. Beide sind sie auf ihre eigene ...

Inhalt: Zwei Außenseiter wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein schwerst überwichtiger gut situierter Professor a.D. und ein armer sportlicher High School Schüler. Beide sind sie auf ihre eigene Weise der Einsamkeit des Lebens ausgesetzt, Arthur, der sich seit 10 Jahren nicht aus dem Haus bewegt hat und somit das Alleine sein Tag für Tag umarmt und sich davon umhüllen lässt. Kel, der täglich zur Schule geht, trainiert und doch tief in sich alleine ist mit seinem Leben, von dem er niemanden erzählt mit dem er sich umgibt und die Menschen die davon wissen, mit denen umgibt er sich nicht mehr. Beide verbindet nicht nur die Einsamkeit …

Eindruck: Ich bin wahrscheinlich nicht die einzige Person, die diesen Roman auf Grund des erfolgreichen Vorgängers gelesen hat oder noch lesen will. Hier präsentiert sich Liz Moore als andere Autorin. Dieses Werk hat in Art, Aufbau und Inhalt nichts mit ihrem Bestseller gemein. Trotzdem versinkt man Stück für Stück in den Protagonisten und ihrem Leben als Underdogs. Hierfür hat Liz Moore definitiv ein schriftstellerisches Händchen, den Außenseitern der Gesellschaft eine Stimme, ein Inneres, einen Charakter zu verleihen, mit denen man mitfühlt, mit denen man sich immer weiter auseinandersetzen will. Deshalb ließt man weiter und weiter und weiter. Bis man mit einem Ende konfrontiert ist, welches gefühlt alles offen läßt, man sich fragt ob es das jetzt wirklich gewesen sein soll, bis man merkt, wie man mit einem positiven hoffnungsvollen Gefühl zurückbleibt, das jetzt alles gut ist, alles gut wird. Und genau das, hat sie bereits bei dem vorherigen Roman geleistet.

Resümee: Es dauerte eine Weile ehe ich in dem Buch wirklich gedanklich eingetaucht war. Es war wie eine Fahrt auf einer langsam immer stärker abfallenden Straße, bis sie so steil war, dass man als Leser auf den Moment wartet, das sich alles überschlägt und plötzlich ist das Buch vorbei. Hätte ich diesen Roamn vor „Der Gott des Waldes“ gelesen, wüsste ich nicht, ob ich so schnell wieder ein Buch von Liz Moore lesen würde. Da dies definitiv keines meiner Jahreshighlights wird. Jetzt nach dem zweiten Titel, werde ich definitiv trotzdem ein weiteres Werk von ihr lesen. Man wird bei ihr überrascht, man weiß nicht was einen erwartet und das macht es spannend.

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