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Veröffentlicht am 12.05.2026

Schöne Geschichte

Heimkehr nach Morioka
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Mio ist 17 Jahre alt und wird in der Schule gehänselt. In der Beziehung zu ihren Eltern läuft es auch nicht gut. Da beschließt sie, in den Heimatort ihres Vaters zu reisen, wo noch ihr Großvater lebt. ...

Mio ist 17 Jahre alt und wird in der Schule gehänselt. In der Beziehung zu ihren Eltern läuft es auch nicht gut. Da beschließt sie, in den Heimatort ihres Vaters zu reisen, wo noch ihr Großvater lebt. Sie kennt ihn bisher nicht, hat aber von ihm zur Geburt ein wunderschönes und wärmendes Tuch bekommen, selbstgewebt in seiner Textilmanufaktur. Wir erfahren nun, wie es Mio dort, in Morioka, ergeht, wie sie allmählich zur Ruhe kommt und ihr Selbstvertrauen wieder findet. Die Geschichte ist teils aus der Perspektive von Mio, teils aus der von ihrem Vater Hiroshi erzählt. Ich konnte mich in beide Personen sehr gut hineinfühlen. Ich kam selber beim Lesen des Buches und bei den Beschreibungen des Färbens, Spinnens, Webens der Schafwolle zur Ruhe. Obwohl ich sonst eher eine ungeduldige Leserin bin, mochte ich den ruhigen Verlauf des Buches wirklich sehr.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Eine Schnapsidee?

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Wer hat nicht schon mal davon geträumt, alles hinzuschmeissen, sich ein renovierungsbedürftiges Haus auf dem Land zu kaufen und dieses wieder herzurichten und einen Selbstversorgergarten anzulegen? Sophie ...

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, alles hinzuschmeissen, sich ein renovierungsbedürftiges Haus auf dem Land zu kaufen und dieses wieder herzurichten und einen Selbstversorgergarten anzulegen? Sophie setzt diesen Traum in die Tat um oder versucht es zumindest. Bisher hat sie immer funktioniert, sehr gut sogar, und die Erwartungen ihrer Mitmenschen zu deren vollsten Zufriedenheit erfüllt. Aber was will sie eigentlich selber?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat mich richtig gepackt. Der Schreibstil ist locker und ein bisschen ironisch.
Kurz, als Sophies früherer Schwarm zu Besuch kommt, hatte ich Angst, dass das nun ein Liebesroman wird, in dem beide dann Null komma nichts das Häuschen zu einem wahren Schmuckkästlein umbauen und bis an ihr Lebensende glücklich darin wohnen. Aber es kommt anders.
Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist das Cover: Die großen, weißen Buchstaben, die zudem oben und unten abgeschnitten wirken, ersticken das ohnehin etwas langweilige Bild.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Luftratten

Tom Tauber – Ratte der Lüfte
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"Tom Tauber - Ratte der Lüfte" ist ein großformatiges Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren. Es geht um eine kleine Stadttaube, die von einer Rattenfamilie großgezogen wird. Irgendwann merkt sie, dass sie ...

"Tom Tauber - Ratte der Lüfte" ist ein großformatiges Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren. Es geht um eine kleine Stadttaube, die von einer Rattenfamilie großgezogen wird. Irgendwann merkt sie, dass sie anders ist als die Ratten, vom Aussehen und vom Verhalten her. Sie wagt sich in die fremde oberirdische Welt der Stadt.
Die Story ist spannend für Kinder. Ich habe sie unserer Fünfjährigen vorgelesen. Sie empfand gleich Sympathie sowohl für die Rattenfamily als auch für Tom und seine neue Freundin, eine Stadttaube. Ich finde es wichtig, dass diese beiden Tierarten mehr Anerkennung erfahren. Am Schluss des Buches gibt es noch auf zwei Seiten sachliche Informationen zu Stadttauben.
Die Illustrationen, die einen großen Teil auf jeder Seite einnehmen, finde ich sehr schön. Die Tiere sind nicht ganz naturalistisch dargestellt, sondern ein bisschen vermenschlicht und verniedlicht, was ich aber gut finde. Es gibt viel auf den Bildern zu sehen.
Ein schönes Buch, das uns Tiere näherbringt!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Frauenschicksale

Das Tränenhaus. Roman
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Anfang des 20. Jahrhunderts: Cornelie ist schwanger und hat keinerlei Rückhalt von Familie oder Partner. Im Gegenteil: Sie muss ihre Schwangerschaft sogar geheim halten, denn ein nichteheliches Kind ist ...

Anfang des 20. Jahrhunderts: Cornelie ist schwanger und hat keinerlei Rückhalt von Familie oder Partner. Im Gegenteil: Sie muss ihre Schwangerschaft sogar geheim halten, denn ein nichteheliches Kind ist eine Schande. So geht sie in ein Geburtshaus auf dem Land, das von allen Bewohnerinnen "das Tränenhaus" genannt wird. Dort bestimmt die boshafte Wirtin und Hebamme über die Frauen. Cornelie ist privilegiert, weil sie gebildet und nicht ganz arm ist, aber trotzdem hat sie zu kämpfen. Und zusammenzuhalten und gemeinsam zu kämpfen, das lohnt sich.
Ich fand es sehr erschreckend, welches Schicksal ungewollt schwanger gewordene Frauen hatten. Zum Glück ist es inzwischen einfacher, wenn auch noch immer kein Kinderspiel, wie ich aus eigener Erfahrung als alleinerziehende Mutter weiß.
Ich fand das Buch spannend und habe mit Cornelie und ihren Leidensgenossinnen mitgelitten.
Auf den ersten Seiten hatte ich etwas Probleme mit der altmodischen, ein bisschen schwülstigen Sprache. Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt.
Tipp: Das Nachwort wirklich erst nach dem Roman lesen, denn es enthält Spoiler.
Ich finde es gut, Klassiker neu aufzulegen. Die Umstände haben sich wohl geändert, aber die Gefühle der Menschen sind die gleichen geblieben.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Vielversprechender Titel

Unser Haus mit Rutsche
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Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in ...

Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in den Tigris. Aber man ahnt es schon, dass es wohl nicht dazu kommt. In Laylas Kindheit wohnt die Familie in Saarbrücken. Der Vater ist aus dem Irak. Er ist neben der Icherzählerin Layla die Hauptperson in dem Buch. Er ist viele Jahre lang derjenige, der Lebenslust und Hoffnung in die Familie bringt. Die Mutter dagegen, die aus einer vornehmen französischen Familie stammt, ist kühl und kontrolliert. Layla erzählt von ihrem Heranwachsen in dieser ziemlich chaotischen Familie. Dazwischen kommen Kapitel, in denen sie von ihrem gegenwärtigen Leben als Erwachsene erzählt und überlegt, wie es wohl dazu kam, dass sie in einer deprimierenden Situation feststeckt.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist locker und witzig. Besonders gefielen mir die Erinnerungen Laylas an ihre frühe Kindheit mit den phantasievollen Spielen ihres Vaters und an die angespannten Familienbesuche bei der französischen Grossmutter. Gar nicht mochte ich es, wenn sie über ihre Suizidgedanken schreibt.
Ich fragte mich immer wieder, wieviel vom tatsächlichen Leben der Schauspielerin und Schriftstellerin Safia Al Bagdadi in dem Roman steckt.
Eine "Lehre" oder "Moral" konnte ich jetzt nicht aus dem Buch ziehen, höchstens, dass ich ein bisschen erfahren habe, wie es sein kann, in oder zwischen verschiedenen Kulturen zu leben.

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