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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Beklemmend, intensiv, raffiniert

Todesreigen
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Mit Todesreigen liefert Andreas Gruber einen düsteren, vielschichtigen Thriller, der nicht nur durch Spannung überzeugt, sondern vor allem durch seine beklemmende Atmosphäre und die konsequente Auseinandersetzung ...

Mit Todesreigen liefert Andreas Gruber einen düsteren, vielschichtigen Thriller, der nicht nur durch Spannung überzeugt, sondern vor allem durch seine beklemmende Atmosphäre und die konsequente Auseinandersetzung mit Schuld und Vergangenheit.

Der Einstieg ist unmittelbar intensiv: Eine Reihe brutaler Selbstmorde unter BKA-Kollegen wirkt zu inszeniert, um Zufall zu sein. Schnell wird klar, dass hinter den Taten mehr steckt – und genau dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Roman. Was zunächst wie einzelne tragische Ereignisse erscheint, entpuppt sich nach und nach als Teil einer weitreichenden, jahrzehntealten Verschwörung.

Im Zentrum steht Sabine Nemez, die als Kommissarin und Ausbilderin nicht nur analytisch, sondern auch emotional überzeugt. Ihr Misstrauen treibt die Handlung an, ihr Alleingang macht sie verletzlich und gleichzeitig umso glaubwürdiger. Als sie schließlich spurlos verschwindet, kippt die Geschichte endgültig in eine neue, noch bedrohlichere Richtung.

Mit Maarten S. Sneijder betritt eine der prägendsten Figuren der Reihe die Bühne. Widerwillig, distanziert und mit seiner ganz eigenen Moral ausgestattet, sorgt er für eine besondere Dynamik. Gerade seine Weigerung, sich einzumischen, und der spätere Sinneswandel unterstreichen seine Komplexität. Sneijder ist kein klassischer Held – vielmehr ein brillanter Kopf, dessen Vergangenheit und Haltung ihn zu einer ebenso faszinierenden wie schwer greifbaren Figur machen.

Die Stärke des Romans liegt in der Verbindung aus psychologischer Spannung und komplexer Handlung. Die Verschwörung, die sich nach und nach entfaltet, verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Immer wieder stellt sich die Frage, wie weit Schuld zurückreichen kann – und ob sie jemals wirklich vergeht. Dabei gelingt es Gruber, Hinweise zu streuen, ohne die Auflösung zu früh preiszugeben. Einige Entwicklungen lassen sich erahnen, doch die vollständige Wahrheit bleibt bis zum Schluss fesselnd.

Atmosphärisch ist Todesreigen durchgehend dicht und beklemmend. Die inszenierten Selbstmorde, das wachsende Misstrauen innerhalb der Institutionen und das Gefühl, dass niemand wirklich unschuldig ist, erzeugen eine konstante Spannung. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie sehr das System selbst ins Wanken gerät: Vertrauen wird zur Ausnahme, Zweifel zur Regel.

Der Schreibstil ist klar, direkt und zugleich eindringlich. Gruber verzichtet auf unnötige Ausschmückungen und setzt stattdessen auf präzise Szenen, die ihre Wirkung durch Intensität entfalten. Die Handlung bleibt dabei jederzeit nachvollziehbar, ohne an Komplexität zu verlieren.

Fazit:
Todesreigen ist ein packender, düsterer Thriller, der weit über klassische Ermittlungsarbeit hinausgeht. Mit starken Figuren, einer vielschichtigen Verschwörung und einer beklemmenden Atmosphäre gelingt Andreas Gruber eine Geschichte, die nicht nur spannend ist, sondern auch lange nachwirkt. Ein intensiver Roman über Schuld, Wahrheit und die Abgründe hinter scheinbar klaren Fassaden.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Düster, geheimnisvoll, fesselnd

BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie
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Mit „BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie“ erzählt Bianca Iosivoni eine düstere Romantic-Suspense-Geschichte über Misstrauen, verborgene Wahrheiten und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich ...

Mit „BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie“ erzählt Bianca Iosivoni eine düstere Romantic-Suspense-Geschichte über Misstrauen, verborgene Wahrheiten und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns am nächsten stehen.
Schon beim ersten Blick auf MacRaven Manor wird klar: Dieses Setting ist mehr als nur Kulisse. Das abgelegene Anwesen in den schottischen Highlands wirkt wie ein Ort, an dem sich Geheimnisse über Generationen hinweg angesammelt haben. Nebel, alte Mauern und eine spürbare Spannung zwischen den Bewohnern schaffen eine Atmosphäre, die von Anfang an unterschwellig bedrohlich wirkt.
Im Mittelpunkt steht Dahlia, die zur Beerdigung ihres ehemaligen besten Freundes Jake anreist. Offiziell ist er bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Doch Dahlia glaubt nicht an diese Version der Geschichte. Als sie überraschend einen großen Teil seines Vermögens erbt, gerät sie sofort ins Visier der Familie MacRaven, die sie als Eindringling und potenzielle Bedrohung betrachtet. Während sie versucht, Hinweise auf Jakes Tod zu finden, bewegt sie sich immer tiefer in einem Netz aus Misstrauen, Halbwahrheiten und familiären Spannungen.
Dahlia erweist sich dabei als vielschichtige Protagonistin. Sie ist verletzlich, geprägt von der Vergangenheit, aber gleichzeitig entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Gerade diese Mischung aus emotionaler Unsicherheit und innerer Stärke macht sie glaubwürdig und trägt die Geschichte. Ihre Nachforschungen entwickeln sich langsam, aber konstant – jede neue Entdeckung wirft weitere Fragen auf.
Zusätzliche Spannung entsteht durch die komplizierten Beziehungen zu Jakes Zwillingsbruder Evan und dem geheimnisvollen Ayden. Beide Männer wirken auf unterschiedliche Weise undurchsichtig, und Dahlia kann sich nie sicher sein, ob sie Verbündete oder Gegner vor sich hat. Die romantische Dynamik bleibt dabei eng mit der Handlung verwoben und verstärkt das zentrale Thema des Misstrauens.
Ein besonderes Merkmal des Romans ist seine dichte Atmosphäre. Das isolierte Anwesen und die distanzierte, teilweise feindselige Haltung der Familie MacRaven erzeugen ein Gefühl von Enge und Beobachtung. Man spürt ständig, dass hinter den höflichen Fassaden mehr verborgen liegt, als zunächst sichtbar ist.
Die Spannung entsteht dabei weniger durch rasante Action als durch psychologischen Druck. Hinweise, Andeutungen und Perspektivverschiebungen lassen die Wahrheit Stück für Stück greifbarer werden, ohne sie sofort vollständig preiszugeben. Einige Wendungen lassen sich erahnen, andere überraschen und verändern den Blick auf die Figuren noch einmal deutlich.
Fazit:
„BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie“ verbindet düstere Atmosphäre, emotionale Beziehungen und ein zentrales Mordrätsel zu einer fesselnden Romantic-Suspense-Geschichte. Bianca Iosivoni gelingt es, Spannung und Gefühl miteinander zu verknüpfen und eine Welt zu schaffen, in der Vertrauen selten ist und jede Wahrheit ihren Preis hat. Ein atmosphärischer Roman über Geheimnisse, Misstrauen und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Gebrochene Herzen, zweite Chancen

Like Hearts We Heal
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Mit Like Hearts We Heal liefert Ayla Dade einen emotional dichten und absolut würdigen Abschluss der Reihe. Der Roman fühlt sich an wie ein letzter, tiefer Atemzug nach einer langen, intensiven Reise – ...

Mit Like Hearts We Heal liefert Ayla Dade einen emotional dichten und absolut würdigen Abschluss der Reihe. Der Roman fühlt sich an wie ein letzter, tiefer Atemzug nach einer langen, intensiven Reise – voller Schmerz, Sehnsucht und Hoffnung.

Im Zentrum steht Paisley, die leidenschaftliche Eiskunstläuferin, die kurz vor ihrem größten Ziel steht: olympisches Gold. Doch ihr Weg ist alles andere als glatt. Paisley ist eine Protagonistin, die unter ihrer eisernen Selbstbeherrschung eine enorme Verletzlichkeit verbirgt. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr ihre Vergangenheit und der Verlust ihrer großen Liebe Knox sie geprägt haben. Ihr innerer Kampf, ihre Scham, ihre Sehnsucht und ihr Perfektionismus machen sie zu einer der vielschichtigsten Figuren der Reihe.

Knox hingegen überzeugt als ruhiger, loyaler Gegenpol. Trotz der Trennung, trotz der Verletzungen bleibt er jemand, der fest an Paisleys Seite steht, ohne sie zu erdrücken. Seine Geduld, seine behutsame Stärke und seine eigenen Kämpfe verleihen ihm eine Tiefe, die seine Rolle als Love Interest weit über das Gewohnte hinaushebt.

Die Dynamik zwischen den beiden ist im besten Sinne schmerzhaft. Jede Begegnung trägt alte Wunden mit sich, jeder Blick erzählt von all dem, was nie gesagt wurde. Dieses Knistern aus unterdrückter Verbundenheit und tiefsitzender Verletzung ist das Herzstück der Geschichte – und Ayla Dade spielt es mit größter Sensibilität aus.

Besonders stark gelingt die Einbettung des Sports: Eiskunstlaufen ist hier kein hübsches Setting, sondern eine lebendige Kraft, die Paisleys Leben formt. Die Trainingslast, der psychische Druck, die Verletzungsgefahr – all das wird greifbar und emotional spürbar. Der Sport wird zur Bühne, auf der Paisley ihren größten Kampf austrägt: den mit sich selbst.

Was diesen finalen Band so besonders macht, ist die Art, wie das „Healing“ erzählt wird. Die zweite Chance zwischen Paisley und Knox wird nicht romantisiert oder vereinfacht. Vertrauen wird nicht geschenkt, sondern Stück für Stück neu aufgebaut. Beide tragen Verantwortung für den Schmerz der Vergangenheit, beide müssen lernen, sich neu zu begegnen. Dadurch wirkt ihre Entwicklung authentisch, reif und zutiefst berührend.

Die Nebenfiguren runden das Ganze ab, ohne die Haupthandlung zu überladen. Sie sind vertraute Stimmen aus den vorherigen Bänden und geben dem Finale ein warmes, abgeschlossenes Gefühl, ohne dass es sich endgültig anfühlt.

Ayla Dades Stil ist emotional, bildhaft und feinfühlig. Sie erzählt nicht laut, sondern mit leiser Intensität, die tief ins Herz trifft. Besonders die emotionalen Schlüsselstellen brennen sich ein und machen diesen Abschluss zu einem der stärksten der Reihe.

Das Ende ist genau das, was diese Geschichte verdient: heilend, vorsichtig, aber voller Hoffnung. Kein kitschiges Feuerwerk, sondern ein ehrliches, verdientes Wiederfinden zweier Menschen, die gemeinsam gebrochen wurden – und gemeinsam wieder heilen.

Fazit:
Like Hearts We Heal ist ein wunderschöner, tiefgreifender und emotionaler Abschluss der Reihe. Ein Roman über gebrochene Herzen, zweite Chancen und die Kraft, sich wieder zu öffnen. Schmerzhaft, sehnsuchtsvoll, authentisch – und ein perfekter Schlussakkord für Fans von intensiver, reifer Romance.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Herzensangelegenheiten und zweite Chancen

Funkenstille (Sweet Lemon Agency, Band 3)
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Funkenstille von Kyra Groh erzählt eine leise, aber zutiefst berührende Geschichte über Liebe, Verantwortung und zweite Chancen. Amelie hat ihr Herz und ihre Träume zugunsten ihrer kleinen Schwester Lola ...

Funkenstille von Kyra Groh erzählt eine leise, aber zutiefst berührende Geschichte über Liebe, Verantwortung und zweite Chancen. Amelie hat ihr Herz und ihre Träume zugunsten ihrer kleinen Schwester Lola zurückgestellt – ein Opfer, das ihre Stärke und Selbstlosigkeit zeigt, gleichzeitig aber auch ihre Verletzlichkeit offenbart.

Joscha kehrt nach sechs Jahren zurück und bringt all die alten Gefühle wieder an die Oberfläche. Doch ihre Wiedervereinigung ist kein einfacher Weg: Alte Verletzungen, unausgesprochene Worte und die gnadenlose Aufmerksamkeit der Presse stellen beide auf die Probe. Die Dynamik zwischen Amelie und Joscha ist intensiv und glaubwürdig, geprägt von zögerlicher Annäherung, Leidenschaft und leisen Momenten voller Sehnsucht.

Lola fungiert dabei als Herzstück der Geschichte, ein Anker für Amelies Entscheidungen und zugleich ein Spiegel für die Familie, die Liebe in all ihren Facetten verkörpert – romantisch, familiär und selbstlos. Kyra Grohs Schreibstil ist einfühlsam, emotional und direkt, fängt die Gefühle zwischen den Zeilen ein und lässt den Leser tief in die Gedankenwelt der Protagonisten eintauchen.

Besonders gelungen ist die Balance zwischen Liebesgeschichte, Familienbindung und gesellschaftlichem Druck durch Joschas Karriere und die Medien. Das Ende ist ehrlich und verdient, kein übertriebenes Happy End, sondern eine leise, glaubwürdige Auflösung, die Hoffnung und Heilung vermittelt.

Fazit:
Funkenstille ist eine gefühlvolle Second-Chance-Romance über Liebe, Verantwortung und die Kraft, alte Wunden zu heilen. Kyra Groh schafft es, mit feiner Emotionalität und glaubwürdigen Figuren eine Geschichte zu erzählen, die noch lange nachklingt. Ein Roman über Mut, Herz und die leisen Funken, die selbst nach Jahren nicht erloschen sind.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Zwei Welten, ein Herzschlag

Wild Eyes
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Werbung, Rezensionsexemplar

In Wild Eyes von Elsie Silver trifft der Glanz der Musikindustrie auf die stille Weite einer kanadischen Ranch – und daraus entsteht eine zutiefst berührende Liebesgeschichte.
 
Skylar ...

Werbung, Rezensionsexemplar

In Wild Eyes von Elsie Silver trifft der Glanz der Musikindustrie auf die stille Weite einer kanadischen Ranch – und daraus entsteht eine zutiefst berührende Liebesgeschichte.
 
Skylar Stone, gefeierte Sängerin, sucht nach einer Pause vom Rampenlicht Zuflucht auf der Ranch ihrer Familie – und begegnet dort Weston Belmont: still, stark, alleinerziehender Vater mit mehr Tiefe, als es Worte sagen könnten.
 
Was wie ein typisches Romance-Setting klingt, entfaltet sich hier mit viel Feingefühl: kein Kitsch, keine Klischees – stattdessen ehrliche Gefühle, Verletzlichkeit und eine behutsame Annäherung. Die Szenen mit Wests Kindern gehören zu den Highlights – sie bringen nicht nur Wärme, sondern auch Leichtigkeit in die Geschichte.
 
Besonders stark: das Setting. Die Weite der Natur, die Ruhe der Ranch, das entschleunigte Leben – all das spiegelt Skylars Weg zu sich selbst. Auch der Umgang mit Ruhm und öffentlichem Druck wird klug und sensibel dargestellt.
 
Fazit: Wild Eyes ist mehr als nur eine Romance – es ist eine Geschichte über Heilung, Familie und zweite Chancen. Ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang, perfekt für Fans von emotionaler Slow-Burn-Romantik mit ländlichem Flair.

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