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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Wenn Brot lebendig wird und Mut leise wächst

Mehl, Magie und Machenschaften
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Mona ist vierzehn, arbeitet in der Bäckerei ihrer Tante und besitzt eine eher ungewöhnliche Form von Magie: Sie kann mit Teig und Brot zaubern. Ihre Fähigkeiten scheinen zunächst unscheinbar, bis eines ...

Mona ist vierzehn, arbeitet in der Bäckerei ihrer Tante und besitzt eine eher ungewöhnliche Form von Magie: Sie kann mit Teig und Brot zaubern. Ihre Fähigkeiten scheinen zunächst unscheinbar, bis eines Tages eine Leiche in der Bäckerei auftaucht und Mona plötzlich ins Visier gerät. Während in der Stadt die Angst vor Magiebegabten wächst und ein mysteriöser Mörder Jagd auf sie macht, muss Mona fliehen und sich in einer zunehmend gefährlichen Lage behaupten. Was als kleine, persönliche Geschichte beginnt, entwickelt sich zu einem größeren Konflikt, in dem ausgerechnet ein Mädchen mit Backmagie eine entscheidende Rolle spielen muss.

Der Roman überrascht auf mehreren Ebenen. Die Grundidee um Magie rund ums Backen wirkt zunächst verspielt, entfaltet aber schnell eine ganz eigene Mischung aus Humor, Kreativität und unterschwelliger Dunkelheit. Vor allem die lebendig gewordenen Backwaren, allen voran der eigenwillige Sauerteigstarter Bob, sorgen für viele unterhaltsame und skurrile Momente. Die Figuren selbst sind liebevoll gezeichnet und bleiben daher gut im Gedächtnis. Mona hebt sich dabei als eher ungewöhnliche Heldin hervor, ist schüchtern, vorsichtig und keineswegs die typische starke Protagonistin. Genau das macht sie glaubwürdig, aber ihr Wachstum ist leise und zurückhaltend, statt heroisch und kraftvoll. Der Schreibstil ist zugänglich, oft humorvoll, gleichzeitig aber auch in der Lage, ernste Themen anzusprechen. Denn trotz aller Leichtigkeit behandelt die Geschichte auch Aspekte wie Angst, Verantwortung und das Versagen von Erwachsenen, die eigentlich schützen sollten. Diese Mischung aus cozy Elementen und düsteren Untertönen funktioniert größtenteils gut, wirkt stellenweise aber etwas unausgewogen. Der Anfang der Geschichte lebt stark von der intimen, fast gemütlichen Atmosphäre, später weitet sich die Handlung jedoch noch in Richtung größerer Konflikte aus. Das fühlt sich nicht immer ganz stimmig an und kann den ursprünglich charmanten Fokus etwas verwässern.

Eine originelle und unterhaltsame Fantasygeschichte, die mit viel Charme, Humor und ungewöhnlicher Magie punktet. Das Buch zeigt schön, dass selbst kleine Talente große Wirkung haben können.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Leise Magie im Alltag

The House Witch 1
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Finlay Ashowan tritt eine Stelle als königlicher Koch an, doch hinter seiner ruhigen Fassade verbirgt sich mehr, als man zunächst ahnt. Als Haushexe nutzt er seine Magie im Verborgenen und bringt nicht ...

Finlay Ashowan tritt eine Stelle als königlicher Koch an, doch hinter seiner ruhigen Fassade verbirgt sich mehr, als man zunächst ahnt. Als Haushexe nutzt er seine Magie im Verborgenen und bringt nicht nur Ordnung in die Schlossküche, sondern beeinflusst auch die Menschen um sich herum auf subtile Weise. Während er versucht, ein unauffälliges Leben zu führen, gerät er zunehmend in die Dynamiken des Hofes, knüpft Beziehungen und sieht sich schließlich auch mit politischen Spannungen und größeren Entwicklungen konfrontiert, die über die Küche hinausgehen.

Diese Geschichte hebt sich deutlich von klassischer Fantasy ab, denn statt auf große Schlachten oder permanente Spannung setzt sie auf eine ruhige, fast schon gemütliche Erzählweise. Der Fokus liegt auf dem Alltag, zwischenmenschlichen Beziehungen und den kleinen magischen Momenten, was eine besonders warme und einladende Atmosphäre schafft. Die Verbindung von Kochen und Magie wirkt dabei originell und verleiht dem Buch einen ganz eigenen Charme. Viele Figuren wachsen einem schnell ans Herz und besonders die Dynamiken innerhalb des Hofes sorgen für lebendige und oft auch humorvolle Szenen. Der Schreibstil ist dabei leicht zugänglich und angenehm zu lesen, wodurch man schnell in die Geschichte eintauchen kann. Allerdings ist das Tempo stellenweise auch sehr gemächlich und einige Passagen wirken in die Länge gezogen. Auch der Humor trifft nicht immer den richtigen Ton. Finlay selbst bleibt anfangs etwas distanziert, was den Zugang zu ihm erschwert, er entwickelt aber im Verlauf mehr Tiefe, auch wenn nicht alle Facetten seiner Persönlichkeit vollständig überzeugen. Das Ende fühlt sich zudem eher offen an und lässt ein wenig den Abschluss vermissen. Hier deutet sich klar eine Fortsetzung an.

Ein ruhiger, charmanter Auftakt, der weniger durch seine Handlung als durch die Atmosphäre überzeugt und eine schöne entschleunigte, gefühlvolle Geschichte bietet, auch wenn man dafür kleinere Längen in Kauf nehmen muss.

Veröffentlicht am 18.03.2026

Zwischen zwei Welten und uralten Legenden

Der Tengu von Tokio
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Leo fühlt sich weder in Deutschland noch mit seinen japanischen Wurzeln wirklich zuhause. Als er nach Tokio reist, um dort Zeit zu verbringen, wird er nicht nur mit seiner Herkunft konfrontiert, sondern ...

Leo fühlt sich weder in Deutschland noch mit seinen japanischen Wurzeln wirklich zuhause. Als er nach Tokio reist, um dort Zeit zu verbringen, wird er nicht nur mit seiner Herkunft konfrontiert, sondern auch mit einer Welt, die er nie für möglich gehalten hätte. Zwischen moderner Großstadt und alten Traditionen stößt er auf geheimnisvolle Ereignisse rund um einen Tengu, ein Wesen aus der japanischen Mythologie. Gemeinsam mit neuen Bekanntschaften gerät Leo in ein Abenteuer, das ihn zwingt, sich nicht nur äußeren Gefahren, sondern auch sich selbst zu stellen.

Der Tengu von Tokio verbindet Urban Fantasy mit kultureller Tiefe und schafft damit einen atmosphärischen Auftaktand. Vor allem die dichte Darstellung Tokios kann dabei überzeugen. Neben bekannten Eindrücken werden auch viele kleine Alltagsdetails eingeflochten, die die Stadt lebendig wirken lassen. Die Einbindung der japanischen Mythologie gelingt dabei zudem sehr stimmig. Klassische Yōkai wie Tengu, aber auch weniger bekannte Wesen, sorgen für eine spannende und abwechslungsreiche Fantasy-Ebene, die neugierig macht und sich gut in die reale Welt einfügt. Im Zentrum steht jedoch Leos persönliche Entwicklung. Seine innere Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen wird nachvollziehbar dargestellt und verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz ziehen sich spürbar durch die Handlung. Der Schreibstil von Nicolas Mueller ist dabei flüssig und zugänglich, wodurch sich das Buch angenehm lesen lässt. Der Einstieg braucht etwas Zeit, entwickelt dann aber eine gute Spannung und ein mitreißendes Tempo. Kleinere Schwächen zeigen sich in der Ausarbeitung der äußeren Konflikte, die teilweise etwas folgenlos wirken. Dennoch steht klar die persönliche Reise im Vordergrund, was gut zur Geschichte passt.

Roman ist ein atmosphärischer Mix aus Urban Fantasy, japanischer Mythologie und einer berührenden Geschichte über Identität und Selbstfindung, der besonders für Japanliebhaber viele eindrucksvolle Einblicke und eine spannende Reise zwischen Realität und Legende bietet. Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 18.03.2026

Zwischen Elite, Intrigen und gefährlicher Nähe

Evil Elite – Der Kodex der Ehre
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Frankie, Adoptivtochter eines mächtigen Mafia-Bosses, erhält einen brisanten Auftrag, der sie nach Fort Rock führt, eine abgeschottete Elite-Schule, in der die Kinder der gefährlichsten Familien auf ihre ...

Frankie, Adoptivtochter eines mächtigen Mafia-Bosses, erhält einen brisanten Auftrag, der sie nach Fort Rock führt, eine abgeschottete Elite-Schule, in der die Kinder der gefährlichsten Familien auf ihre Zukunft vorbereitet werden. Dort trifft sie auf Hector Olmeda, der eigentlich ihr Ziel ist. Doch inmitten von Machtspielen, Geheimnissen und undurchsichtigen Allianzen wird schnell klar, dass in Fort Rock nichts so einfach ist, wie es scheint und Gefühle eine gefährliche Schwäche sein können.

Der Roman lebt weniger von einer durchgehend actionreichen Handlung, als vielmehr von seiner dichten Atmosphäre und den komplexen Dynamiken innerhalb der Elite-Schule. Das Setting rund um Fort Rock ist dabei das große Highlight: düster, abgeschottet und geprägt von Macht, Kontrolle und Intrigen. Der Einstieg fällt zunächst etwas schwer, doch sobald man in dieser Welt angekommen ist, entfaltet sich eine Geschichte, die vor allem durch zwischenmenschliche Spannungen und Geheimnisse gezeichnet ist. Der eigentliche Auftrag tritt dabei zeitweise in den Hintergrund, während Beziehungen, Misstrauen und verdeckte Absichten stärker in den Fokus rücken. Frankie selbst ist eine vielschichtige Protagonistin, deren Entwicklung im Verlauf der Geschichte spürbar ist, auch wenn es etwas dauert, bis eine echte Nähe zu ihr entsteht. Hector bleibt lange ein Rätsel, was ihn gleichzeitig faszinierend und schwer greifbar macht. wDie Liebesgeschichte setzt klar auf Slow Burn und lebt von verbotener Anziehung und unterschwelliger Spannung. Statt großer romantischer Gesten stehen hier psychologische Spiele und emotionale Unsicherheiten im Vordergrund.

Der Kodex der Ehre ist eine düstere Dark-Academia-Geschichte mit Fokus auf Intrigen, Machtstrukturen und komplizierte Beziehungen, die mit ihrer atmosphärischen, eher charaktergetriebenen Story mit Slow Burn Romance gut unterhalten kann.

Veröffentlicht am 16.03.2026

Feurige Visionen

Dream of Fire and Storm (Band 1) – Funkenflug
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Die Kartenzeichnerin Viroel führt ein ruhiges Leben, bis sie plötzlich von rätselhaften Visionen heimgesucht wird, in denen Feuer und Zerstörung eine zentrale Rolle spielen. Auf der Suche nach Antworten ...

Die Kartenzeichnerin Viroel führt ein ruhiges Leben, bis sie plötzlich von rätselhaften Visionen heimgesucht wird, in denen Feuer und Zerstörung eine zentrale Rolle spielen. Auf der Suche nach Antworten reist sie zum Tempel der Feuergöttin, doch dort hält man sie für eine neue Prophetin und will sie nicht mehr gehen lassen. Auf der Flucht rettet Viroel einen Schiffbrüchigen aus dem Meer. Der gerettete Aran schwört, an ihrer Seite zu bleiben, bis er seine Schuld beglichen hat und gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Reise, die sie quer über den Kontinent führt, während Viroels Visionen immer deutlicher zeigen, dass eine Katastrophe bevorsteht.

Funkenflug ist der Auftakt der Dream of Fire and Storm Reihe und entführt seine Leser in eine faszinierende Fantasywelt, die von unterschiedlichen Kulturen, Göttern und Landschaften geprägt ist. Vor allem die Atmosphäre der Geschichte wirkt dabei intensiv und stellenweise fast rau, so als würde sich das harte Leben der Figuren direkt in der Sprache widerspiegeln. Viroel ist dabei zudem keine klassische Heldin, sondern eher eine stille, nachdenkliche Figur. Ihre Unsicherheit und ihre Zweifel machen sie zwar glaubwürdig, sorgen aber auch dafür, dass es etwas Zeit braucht, um eine stärkere Verbindung zu ihr aufzubauen. Ähnlich verhält es sich mit Aran, der zunächst ebenfalls eher zurückhaltend wirkt. Mit fortschreitender Handlung entwickelt sich jedoch eine interessante Dynamik zwischen den beiden. Ihre Beziehung wächst dabei langsam und wirkt dadurch angenehm glaubwürdig. Der Schreibstil von Rebekka Pax ist passend bildhaft und sorgfältig formuliert. Die ausführlichen Beschreibungen erschaffen eine dichte Welt, können aber gelegentlich auch das Tempo der Handlung etwas bremsen. Gerade im Mittelteil wirkt die Geschichte stellenweise daher etwas gemächlich. Dennoch sorgen unerwartete Wendungen und die wachsende Bedrohung durch Viroels Visionen immer wieder für spannende Momente, die neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte machen.

Ein atmosphärischer Fantasyauftakt mit einer ungewöhnlichen Welt, einer ruhigen, intensiven Erzählweise und einer langsam wachsenden Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Auch wenn die Geschichte stellenweise etwas Zeit braucht, um richtig Fahrt aufzunehmen, überzeugt sie mit starken Bildern und einer spannenden Grundidee und macht so mehr als neugierig auf die Fortsetzung.