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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Keine leichte Kost

Das Buch Anderswo
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Gleich vorweg: Dieses Buch ist keine leichte Kost, es ist speziell und auf seine Weise anspruchsvoll. Ich würde sagen, dass es sich genau um die Sorte Geschichte handelt, die man von einem Keanu Reeves ...

Gleich vorweg: Dieses Buch ist keine leichte Kost, es ist speziell und auf seine Weise anspruchsvoll. Ich würde sagen, dass es sich genau um die Sorte Geschichte handelt, die man von einem Keanu Reeves in Kombination mit einem China Miéville erwartet, ein mehr als interessantes Autoren-Paar!

Worum geht es? Einen unsterblichen Krieger, der selbst nicht weiß, woher er diese einzigartige Fähigkeit hat und zutiefst darunter leidet. Unverwundbar und unzerstörbar wie er ist, sehnt er sich umso mehr nach dem Tod. Die geheime Einheit des US-Militärs, für die er arbeitet, soll sein Geheimnis lösen, doch schneller als ihm lieb ist, muss der Krieger erkennen, dass er sich in einem intriganten Ringen mächtiger Kräfte verstrickt hat.

Der Schreibstil ist komplex, teilweise geradezu poetisch und manchmal einfach nur verwirrend. Eine Reihe von Sprechern und Sprecherinnen bringt nicht nur Leben in die Handlung, es wird durch die vielen Personen auch deutlich komplizierter. Mir hat dennoch die Atmosphäre sehr gefallen, die Stimmen machen einen tollen Job. Wir bekommen es mit roher Brutalität zu tun, mit Tiefsinnigkeit und der Ausweglosigkeit mancher Traumata. Ein Hörbuch, das man nicht mal eben zwischendurch hört. Es benötigt Aufmerksamkeit und ein geradezu philosophisches Verständnis.

Veröffentlicht am 24.03.2026

Humorvoll, aber auch tiefgründig

Great Big Beautiful Life
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Zwei Autoren, ein Auftrag. Die fröhliche Alice Scott und der Grumpy Hayden Anderson konkurrieren um das Verfassen der Biografie der berühmten Margaret Ives. Beide dürfen sich im Hause der alten Dame bei ...

Zwei Autoren, ein Auftrag. Die fröhliche Alice Scott und der Grumpy Hayden Anderson konkurrieren um das Verfassen der Biografie der berühmten Margaret Ives. Beide dürfen sich im Hause der alten Dame bei einem Probemonat beweisen und kommen sich unweigerlich viel näher als erwartet …

Ich würde sagen, „Great Big Beautiful Life“ ist ein typischer Emily-Henry-Roman, der alles enthält, für das man die Autorin kennt und liebt. Obwohl ich ganz klar sagen muss, dass sich diesmal die lustigen Momente mit den ernsten, traurigen bzw. tiefgründigen die Waage hielten. Zwar trifft der Humor nicht immer meinen Geschmack, aber die Story konnte mich dennoch gut abholen, was vor allem dem tollen Schreibstil von Emily Henry zu verdanken ist.

Insgesamt mag ich an der Geschichte die trotz ernster Themen präsente Leichtigkeit und die emotionale Tiefe, denn nicht nur die Romance um Alice und Hayden bekommt ihre Bühne, auch der Nebenschauplatz, bei dem es um Margaret geht, bekommt seine verdiente Aufmerksamkeit. Insgesamt war die Story nicht ganz neu, aber liebenswert erzählt, wodurch ich angenehme Lesestunden verbrachte.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Sport, Eis und Romantik

Match on Ice
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Romy ist professionelle Eiskunstläuferin. Die Liebesbeziehung zu ihrem Sport- und Wettkampfpartner Dan liegt in Scherben und zu allem Überfluss spielen die verhassten Eishockeyspieler den Eiskunstläufern ...

Romy ist professionelle Eiskunstläuferin. Die Liebesbeziehung zu ihrem Sport- und Wettkampfpartner Dan liegt in Scherben und zu allem Überfluss spielen die verhassten Eishockeyspieler den Eiskunstläufern einen Streich mit Folgen: Dröhnende Musik lässt Romy während des Trainings schwer stürzen, sie verletzt sich am Kopf und hat fortan Angst, ihre waghalsigen Sprünge aufs Eis zu bringen.
Jack, der Captain des Eishockey-Teams, wird daraufhin dazu verdonnert, in der Frühe allein mit ihr zu trainieren. Die anfängliche Abneigung wandelt sich in Zuneigung, doch dann wird Jack eines unsportlichen Vergehens beschuldigt …

Allie Wells Schreibstil gefällt mir sehr, die Geschichte lässt sich leicht und flüssig lesen. Ich hätte mir lediglich gewünscht, dass sie die Worte „Dann wiederum“ nur halb so oft verwendet hätte. Ich empfand dies nach einer Weile als etwas störend.

Die Handlung ist sehr ruhig, der Fokus liegt auf der zart aufkeimenden Liebe zwischen Romy und Jack. Der Leser erfährt viele Informationen über Eiskunstlauf und Eishockey, für mich ein ganz neues Setting, aber durchaus interessant. Ich hätte mir zum Ende hin allerdings eine (oder auch mehrere) unvorhergesehene Wendungen gewünscht, da ich bereits früh ahnte, wie der „Showdown“ aussehen würde. Ein bißchen mehr Spannung und Leidenschaft hätten dem Roman nicht geschadet.

Allie Well: Bitte schreib weiter, du hast einen tollen Stil, aber trau dem Leser unbedingt mehr zu ;)

Veröffentlicht am 12.12.2025

Über Freundschaft, Verlust und die Heilsamkeit der Natur

Where have the Stars gone
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Saga hatte einen Plan, sie hatte einen besten Freund, der diesen Plan teilte: Als Musiker in Amerika groß rauskommen. Doch Ingvi stirbt bei einer Rettungsaktion und Saga ist plötzlich auf sich gestellt. ...

Saga hatte einen Plan, sie hatte einen besten Freund, der diesen Plan teilte: Als Musiker in Amerika groß rauskommen. Doch Ingvi stirbt bei einer Rettungsaktion und Saga ist plötzlich auf sich gestellt. Alle Träume scheinen verloren. Um wieder zu sich selbst zu finden, besucht sie ihre Freunde in den isländischen Bergen, die dort als Betreuer für Camper und Wanderer jobben. Die Abgeschiedenheit gibt ihr Zeit zum Nachdenken.
Unter den Campern befindet sich ein junger, geheimnisvoller Musiker, der Sagas Interesse weckt. Die beiden freunden sich an, teilen ihren Schmerz, doch Tyler muss zurück zu seiner Band nach Amerika und Saga steht plötzlich vor der größten Entscheidung ihres Lebens …

Dies ist der erste Roman vor Isländischer Kulisse, den ich gelesen habe und ich habe Paiges Beschreibungen der rauen und mystischen Landschaft sehr genossen. Man spürt beim Lesen, das sie alles mit eigenen Augen gesehen hat und die Liebe für das Land und seine Leute sind deutlich spürbar.
Auch Sagas Verzweiflung und Trauer über ihren Verlust hat die Autorin gut herausgearbeitet. Es fällt Saga verständlicherweise schwer, sich auf Nähe einzulassen und Tyler konfrontiert sie schon bald mit erneutem Verlust.

Saga war mir sympathisch. Die Geschichte lebt von den Emotionen, die Handlung ist eher langsam und undramatisch. Der Roman wird aus Sagas Ich-Perspektive erzählt. Man ist als Leser also nah an ihren Gedanken und Gefühlen.

Tyler blieb mir vergleichsweise fremd. Er wirkt undurchsichtig und nicht wirklich greifbar. Das soll zum Teil wohl auch so sein, aber es hat mich gestört, dass er überhaupt nicht aus sich herauskommt. Nicht kämpft, nicht laut sagt, was er will. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass er bei mir einen unmännlichen und eher schwachen Eindruck hinterlassen hat. Da hätte ich mir mehr Einsatz und Willenskraft gewünscht. Die beiden sollen immerhin schon über zwanzig sein. Aufgrund ihres Verhaltens hätte ich sie locker darunter geschätzt.

Insgesamt eine schöne, eher langsame New bzw. Young Adult - Love Story. Ich bin überhaupt kein „Rockstar-Liebe“-Fan und war froh, dass dieser Teil in der Geschichte relativ kurz kam. Ich habe sie gerne gelesen und mochte wie bereits erwähnt die wunderschöne Natur, in die sie eingebettet ist. Die Geschichte ist wie eine Wanderung, die Sagas Schritten zurück zu sich selbst und ihren Wünschen folgt.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Spannender, dystopischer Sci-Fi-Thriller

Genuine Conspiracy
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Der dystopische Thriller „Genuine Conspiracy“ von Tobias Miller bildet den zweiten Teil einer Dilogie. Er kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden, da die nötigen Informationen zum Verständnis der ...

Der dystopische Thriller „Genuine Conspiracy“ von Tobias Miller bildet den zweiten Teil einer Dilogie. Er kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden, da die nötigen Informationen zum Verständnis der gesamten Handlung im Text zu finden sind. Es ist dennoch ratsam, die beiden Teile nacheinander zu lesen.Erzählt wird aus verschiedenen personalen Perspektiven, die nach und nach miteinander verknüpft werden.Tom und Elaine sind von Atlanta nach Nashville geflüchtet. Sie haben dafür gesorgt, dass die Wahrheit über das „Wundermittel“ Genuine ans Licht kommt, das durch ein grausames Verfahren gewonnen wird. Doch schnell wird klar, dass niemand an einer Aufklärung und der Verfolgung der Schuldigen interessiert ist. Am wenigsten der Guvnor. Ein Teufel, wie er im Buche steht. Tom und Elaine geben alles, um ihn zur Strecke zu bringen und geraten dabei selbst ins Fadenkreuz skrupelloser Mächte.Sci-Fi ist nicht gerade mein typisches Lese-Genre, aber ich fand es spannend in die Geschichte einzutauchen. Millers Schreibstil ist flüssig und eingängig, konnte mich jedoch nicht immer zu 100% abholen. Ich hätte mir zudem ein bißchen mehr Love-Story und mehr menschliche, emotionale Interaktion gewünscht, damit die Charaktere plastischer und greifbarer sind. Die Geschichte ist dennoch gut gelungen und bietet einen interessanten und unterhaltsamen Ausflug in eine düstere Zukunftswelt.