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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme.

Der kleine Dünenkiosk auf Sylt
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Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur ...

Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur eine formale Aufgabe, denn die Beziehung zur Mutter war stets distanziert.
Auf der Insel verändert sich ihr Vorhaben. Der Camper wird zum Ausgangspunkt für Fragen nach einer Vergangenheit, die Lina kaum kennt.
Am kleinen Dünenkiosk trifft sie auf Manni, der ihrer Mutter offenbar näherstand, als sie wusste. Der Imbiss ist ein wichtiger Treffpunkt, steht jedoch wegen Konflikten mit den Behörden vor dem Aus. Lina bringt sich ein, sorgt mit ihren Kochideen für frischen Schwung und wird mehr und mehr Teil des Insellebens.
Während sie sich auf neue Begegnungen einlässt und Spuren ihrer Familiengeschichte folgt, gerät ihr ursprünglicher Plan in den Hintergrund. Auch Lars spielt dabei eine Rolle und bringt ihr Gefühlsleben in Bewegung.

Mein Leseeindruck:
Ich war unheimlich gern mit Lina auf Sylt unterwegs und habe jede Seite genossen. Die Autorin hat eine Geschichte geschaffen, die für mich von Anfang bis Ende vollkommen stimmig war. Ich bin sofort eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil mich die Ereignisse durchgehend gefesselt haben.

Besonders begeistert hat mich die Atmosphäre. Die Nordsee ist so lebendig eingefangen, dass ich das besondere Flair der Insel beim Lesen spüren konnte. Die Weite, das Licht und die raue Schönheit verleihen der Geschichte eine ganz eigene Tiefe.
Auch emotional hat mich das Buch sehr berührt. Es fühlt sich warm und nahbar an, fast wie eine wohlige Umarmung. Und ich glaube, so viel kann ich sagen: Hier fliegen nicht nur Schmetterlinge, sie drehen auch ihre ganz eigenen Loopings.

Für mich ist dieses Buch eine rundum gelungene Lektüre, die mich abgeholt, festgehalten und mit einem richtig guten Gefühl zurückgelassen hat. Ganz große Klasse.

Fazit:
5/5 ⭐️ Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme. Und das ist für mich eine absolute Leseempfehlung, die ich sehr gerne an euch weitergebe.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

Der Fährmann
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Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes ...

Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst.

Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen.

Mein Leseeindruck:
Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat.

Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen. Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss.

Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Packender Thriller!

Die Tiefe: Verblendet
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Darum geht es:
Mehrere parallel verlaufende Ermittlungen stellen die Polizei vor große Herausforderungen. Zwar gelingt dem Team um Tom Engelhardt ein Fahndungserfolg, doch ein besonders grausamer Fall ...

Darum geht es:
Mehrere parallel verlaufende Ermittlungen stellen die Polizei vor große Herausforderungen. Zwar gelingt dem Team um Tom Engelhardt ein Fahndungserfolg, doch ein besonders grausamer Fall bleibt weiterhin ungelöst. Auch Mascha Krieger und ihr Bruder kommen in einem Mordfall kaum voran und stoßen auf immer neue Unklarheiten.
Erst ein weiterer Todesfall, der zunächst wie ein Suizid erscheint, bringt Bewegung in die festgefahrenen Untersuchungen. Auffällige Parallelen zwischen verschiedenen Ereignissen lassen erkennen, dass die Fälle möglicherweise miteinander verknüpft sind. Schritt für Schritt verdichten sich die Hinweise und lenken die Ermittlungen in eine neue Richtung.

Mein Leseeindruck:
Für mich war dieser Thriller von Karen Sander unglaublich rasant und fesselnd. Ich hatte beim Lesen durchgehend das Gefühl, dass die Spannung kaum nachlässt. Besonders die kurzen Kapitel, die wechselnden Perspektiven und die unterschiedlichen Schauplätze haben für mich ein hohes Tempo erzeugt. Gleichzeitig schafft die Autorin eine richtig düstere, teilweise sogar schaurige Atmosphäre, die mich total in den Bann gezogen hat.
Als zweiter Band der dritten Reihe rund um Tom Engelhardt und Mascha Krieger hat mich das Buch vor allem mit seinen überraschenden Wendungen überzeugt. Immer wieder gab es Momente, in denen neue Erkenntnisse alles, was ich vorher gedacht habe, komplett infrage gestellt haben. Genau das hat es für mich so spannend gemacht.

Am Ende war ich ehrlich gesagt einfach nur froh und dankbar, dass der nächste Band schon bald erscheint. Der Cliffhanger ist nämlich wirklich heftig und hat mich ziemlich sprachlos zurückgelassen. Ich freue mich riesig, dass der dritte Band „Die Tiefe: Verloren“ bereits am 15.05.2026 erscheint.

Fazit:
5/5 ⭐️ Für mich ein absolut packender Thriller, der von Anfang bis Ende fesselt, mit einer düsteren Atmosphäre, überraschenden Wendungen und einem Cliffhanger, der süchtig macht. Für Fans von spannungsgeladenen Krimis ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Hallt noch lange im Herzen nach!

Pina fällt aus
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Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation ...

Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation gebracht. Dadurch entsteht eine Lücke, die unmittelbar spürbar ist.

Der 20-jährige Leo lebt in festen Mustern und orientiert sich an wiederkehrenden Abläufen. Diese Struktur prägt seinen Alltag und bestimmt, wie er sich in seiner Umgebung bewegt. Für die Menschen, seinen Nachbarn bleibt sein Verhalten zunächst schwer einzuordnen, da es nicht ihren eigenen Gewohnheiten entspricht.

Durch Pinas Ausfall verändert sich die Situation für alle Beteiligten. Die Nachbarn sehen sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die zuvor klar geregelt war. Der bisherige Abstand wird dadurch infrage gestellt und es entstehen neue Berührungspunkte im gemeinsamen Alltag.

Mein Leseeindruck:
Letztes Jahr gehörte „Ava liebt noch“ zu meinen absoluten Jahreshighlights und auch mit #pinafälltaus muss sich Vera Zischke überhaupt nicht verstecken. Ganz im Gegenteil: Dieser Roman ist eine Wucht.

Die Autorin kann einfach schreiben. Ihre Worte sind wie ein leiser Sturm, sanft und doch voller Kraft, und sie hinterlassen etwas, das lange nachhallt. Sie schreibt nicht einfach, sie fühlt, und genau das spürt man in jeder einzelnen Zeile. Zwischen ihren Sätzen entsteht eine Nähe, die fast greifbar ist. Man liest nicht nur, man erlebt. Es ist, als würde sie mit ihren Worten eine eigene Welt erschaffen, in der man sich vollkommen verliert.

Beim Lesen habe ich mir tatsächlich gewünscht, ich wäre selbst Teil dieser besonderen Hausgemeinschaft, am liebsten wäre ich der vierte Vogel für Leo gewesen. Die etwas skurrilen Bewohner der Hansastraße 22 sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, und ich bin mir sicher, dass ich sie so schnell nicht vergessen werde. Mehr als einmal ist mir beim Lesen das Herz schwer geworden.

Der Roman greift dabei tiefgründige Themen auf: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Verantwortung, Nächstenliebe, Behinderung und Inklusion. All das wird auf eine Weise erzählt, die berührt und lange nachklingt.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein Roman, der leise beginnt, tief berührt und noch lange im Herzen nachhallt.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Highlight!

Alt genug
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Darum geht es:
Die Autorin Ildikó von Kürthy beschreibt in diesem Buch das Ankommen bei sich selbst im Laufe des Älterwerdens. Mit wachsender Lebenserfahrung entsteht die Fähigkeit, klarer zu sehen, ehrlicher ...

Darum geht es:
Die Autorin Ildikó von Kürthy beschreibt in diesem Buch das Ankommen bei sich selbst im Laufe des Älterwerdens. Mit wachsender Lebenserfahrung entsteht die Fähigkeit, klarer zu sehen, ehrlicher zu fühlen und bewusster zu handeln. Äußere Erwartungen und alte Gewohnheiten verlieren an Bedeutung, während Selbstakzeptanz und innere Freiheit stärker werden. Die Lebensmitte erscheint als eine Phase, in der Gegensätze gleichzeitig bestehen können, etwa Verletzlichkeit und Stärke, Zweifel und Gelassenheit sowie Abschied und Neubeginn. Daraus entwickelt sich ein ruhiger und tröstlicher Blick auf das eigene Leben und die Erkenntnis, mit den eigenen Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein.

Mein Leseeindruck:
Ich hatte zunächst ein wenig Respekt davor, dieses Buch zu beginnen. Ich war unsicher, ob es meinen Geschmack treffen würde und ob der Humor der Autorin mich wirklich erreichen kann. Doch all diese Zweifel haben sich bereits nach wenigen Seiten vollständig aufgelöst. Ich habe das Buch von Anfang an geliebt. „Alt genug“ ist ein kluges, ehrliches und zugleich humorvolles Buch. Es ist offen, selbstkritisch, mutig, aufrichtig und voller Stärke. Die Liste ließe sich mühelos noch weiter fortsetzen, denn dieses Buch vereint so viele Facetten, dass man es kaum auf wenige Worte reduzieren kann.
Besonders eindrücklich ist, dass diese Geschichte eine sehr persönliche Geschichte der Autorin ist. Gerade diese Offenheit und Nähe machen das Buch so glaubwürdig und berührend.

Beim Lesen habe ich mich unzählige Male wiedergefunden. Ich habe so oft zustimmend genickt, dass ich es am Ende tatsächlich im Nacken gespürt habe. Gleichzeitig musste ich immer wieder herzlich lachen. Es war eine große Freude, dieses Buch zu lesen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr ich mich in den Gedanken der Autorin wiedererkenne. Auch ich bin inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem ich für mich selbst einstehe, meine Bedürfnisse ernst nehme und Entscheidungen treffe, die mir guttun. Wenn ich müde bin, gehe ich. Wenn ich etwas tun möchte, dann tue ich es, auch allein.

Das Buch von Ildikó von Kürthy ist für mich weit mehr als nur eine Geschichte für Frauen in der Lebensmitte. Es ist ein Buch für alle Menschen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Jeder kann daraus etwas für sich mitnehmen.

Für mich ist dieses Buch ganz klar ein Jahreshighlight.

Fazit:
5/5 ⭐️ Jahreshighlight. Ein ehrliches, kluges und zutiefst persönliches Buch, das lange nachhallt.

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