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Veröffentlicht am 07.04.2026

Wer in der Zukunft lebt, verpasst die Gegenwart

Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt
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Rahul ist Rikscha-Fahrer in Neu Delhi. Doch er ist viel mehr, denn er möchte, dass seine Fahrgäste glücklicher gehen, als sie kamen. Für jeden hat er ein kleines Geschenk beim Abschied. Auf den Fahrten ...

Rahul ist Rikscha-Fahrer in Neu Delhi. Doch er ist viel mehr, denn er möchte, dass seine Fahrgäste glücklicher gehen, als sie kamen. Für jeden hat er ein kleines Geschenk beim Abschied. Auf den Fahrten erfährt er viel über seine Fahrgäste, aber auch über sich selbst. Und umgekehrt ist das genauso.

Es ist einfach wunderschön, wie die kleinen Episoden mit den Fahrgästen wie Du und ich so viel Weisheit vermitteln. Weisheit über das Leben, die innere Einstellung, Zufriedenheit, Glück, Liebe und all die Dinge, die man so leicht übersieht und vergisst. Nach einer Fahrt mit Rahul ist man glücklich, erleichtert, bereichert und irgendwie ein bisschen ein besserer Mensch.

Sehr bewegend und stimmig finde ich Rahuls Erlebnisse, als es ihm selbst gar nicht gut geht und viel für ihn auf dem Spiel steht. Das geht ans Herz, übermittelt aber eine wichtige Botschaft. Ja, vermutlich muss man sich öffnen wollen, um diese auch zu verstehen und Rahuls ganze Geschichte ohne böse Gedanken annehmen zu können.

Die Zeichnungen, Illustrationen sind zauberhaft und passen perfekt zu den Texten. Ich hatte das Gefühl, jedes einzelne der Geschenke selbst bekommen zu haben. Ich fühlte mich fast überladen, aber jetzt sind sie in meinem eigenen Koffer der kleinen Schätze und warten auf neue Besitzer. Vielleicht finde ich sie ebenso intuitiv, wie Rahul sie fand.

Die Sätze in großer Schrift möchte man sich auf Kärtchen schreiben und jeden Tag eines davon zur Motivation aufstellen. Das macht das Buch zu einem Kunstwerk, das die Seele streichelt, sensibilisiert, die Augen öffnet und tatsächlich glücklicher macht. So großartig! Auch zum Verschenken ideal. Ein echtes Kleinod. Ganz klar, es bekommt von mir die vollen fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Humorvoll und trotzdem auch spannend!

Mallekatz
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Kommissar Steinböck nimmt sich drei Monate Auszeit auf Mallorca, der ursprünglichen Heimat von der Katze Frau Merkel. Prompt findet die Katz im Nachbar-Bungalow eine Leiche. Der YouTuber hat eine Kugel ...

Kommissar Steinböck nimmt sich drei Monate Auszeit auf Mallorca, der ursprünglichen Heimat von der Katze Frau Merkel. Prompt findet die Katz im Nachbar-Bungalow eine Leiche. Der YouTuber hat eine Kugel im Kopf! Der diensthabende Comisario bittet Steinböck um Amtshilfe. Aus ists mit der Ruhe! Und weil es selten bei einer Leiche bleibt und Steinböcks Team ganz einfach das beste der Welt ist, lässt er Huong und Ilona einfliegen. Gemeinsam werden sie auch diesen Fall lösen, das ist ja mal so sicher, wie die Butterbrezen oder Croissants!

Hach, es ist immer wieder so herrlich, auf die bekannten Protagonisten und auch die in jedem neuen Band neu dazukommenden Figuren zu treffen. Sofort ist man wieder drin, auch wenn schon wieder ein Jahr vergangen ist! Und diesmal ist es quasi das Jubiläum, denn dies ist der 10. Fall für Steinböck und sein Team!

Die Figuren entwickeln sich kontinuierlich weiter, aber nicht zu ruckartig, sondern schön hübsch gemütlich. Die Personen, die die Katz verstehen können, werden immer mehr und das hat sehr köstliche Nebeneffekte! Die Story entwickelt sich fast von allein. Damit kann man zwar fast schon mit der einen oder anderen Wendung rechnen, das nimmt aber kein bisschen den Spaß am Lesen.

Panizza hat ein ganz besonders schlimmes Thema, bei dem ein ähnlich gelagerter Fall durch die Presse ging, aufgegriffen. Er hat die Figuren etwas anders handeln lassen und die schrecklichen Ereignisse nicht zu ausführlich beschrieben. Das in einem an sich humorvollen Krimi unterzubringen, ist meiner Meinung nach sehr schwer und große Kunst.

Für mich ist Mallekatz nicht zuletzt deshalb ein ganz besonders empfehlenswerter Krimi. Ich gebe die vollen fünf Sterne und warte wieder gebannt auf den nächsten Band dieser außergewöhnlichen Reihe, die mir sehr ans Herz gewachsen ist.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Die Suche nach dem Manuskript und der Wahrheit

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Nach einer Party zum Erscheinen seines neuen Romans ist der Schriftsteller Marceau Miller verschwunden. Seine Frau Sarah sucht ihn vergeblich. Dann wird er tot am Fuß einer Felswand gefunden. Alle, auch ...

Nach einer Party zum Erscheinen seines neuen Romans ist der Schriftsteller Marceau Miller verschwunden. Seine Frau Sarah sucht ihn vergeblich. Dann wird er tot am Fuß einer Felswand gefunden. Alle, auch die Polizei, glauben an einen Unfall, da Marceau immer ohne Sicherung kletterte. Doch Sarah spürt, dass mehr dahinter steckt und macht sich auf eigene Spurensuche, denn auch das Manuskript seines letzten Buches ist verschwunden und scheint der Schlüssel zu allem zu sein. Dabei findet sie Dinge heraus, die alles Bisherige infrage stellen.

Dieser Spannungsroman ist clever aufgebaut. Nicht nur, dass der mutmaßliche Autor dieses Buches der Autor des Buches im Roman ist, sondern auch die Erzählstränge. Immer wieder kommt Marceau selbst zu Wort. So erfährt man Dinge, die bisher verdeckt und geheim waren, wird dennoch noch mehr auf die Folter gespannt und an die Story gefesselt. Den zweiten Strang erzählt seine Frau Sarah, sodass man mit ihr fühlt und empfindet, sie auf der Suche begleitet und ihre Gedanken teilt. Was so nach und nach herauskommt, ist beängstigend. Sarah kann sich nichts und niemand mehr sicher sein. Ihre komplette Existenz ist bedroht. Sie weiß nicht mehr, wem sie tatsächlich vertrauen kann. Jede weitere Entdeckung lässt sie mehr verzweifeln. Mit dem Knall am Ende hätte niemand gerechnet.

Die Figuren sind klar und lebhaft gezeichnet. Man kann sie sich prima vorstellen. Ob sympathisch oder nicht, sie alle sind stimmig und realistisch dargestellt. Die Handlung ist ebenfalls logisch und realistisch, wenn auch an einigen Stellen natürlich nicht gerade alltäglich. Die Wendungen sind klug und sehr überraschend. Sie führen die Geschichte immer wieder in neue Richtungen und lassen am Ende mit offenem Mund staunend zurück. Sehr unterhaltsam, spannend und fesselnd!

Ich mag es sehr, wenn zwei Sprecher eingesetzt werden, wenn es zwei Erzählstränge gibt. Noch dazu machen Marlen Ulonska und Johannes Quester ihren Job mehr als nur gut. Sie passen zu den Figuren und der Story wie Faust auf Auge. Ich habe mich von ihnen problemlos ans Setting entführen lassen können und bin in die Geschichte komplett eingetaucht. Für diese großartige Unterhaltung durch Autor und Sprecher gebe ich gern die vollen fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Freiheit kann auch ein Gefängnis sein

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lales Start ins Leben ist schon unglücklich, denn da ihre Mutter drogenabhängig ist, hat sie direkt nach der Geburt einen Entzug. Sie landet im Heim, bei Pflegeeltern, in einer WG, Drogen sind immer ein ...

Lales Start ins Leben ist schon unglücklich, denn da ihre Mutter drogenabhängig ist, hat sie direkt nach der Geburt einen Entzug. Sie landet im Heim, bei Pflegeeltern, in einer WG, Drogen sind immer ein Teil ihres Umfelds. Sie weiß, dass andere Kinder ein völlig anderes Leben führen und versucht, einfach nur zu überleben. Dabei geht sie durch jede Menge schlimme Zeiten und Phasen.

Es gibt hier massig Themen, die triggern. Ist es tatsächlich autobiografisch? Ich weiß es nicht. Das spielt für mich aber auch keine wirkliche Rolle. Die Erzählkunst ist gigantisch, die Direktheit beängstigend, die Ehrlichkeit erschreckend. Und genau das bewirkt, dass man mit Lale durch die Jahre geht und an ihrer Seite sein möchte, ihr helfen möchte, ihr alles Gute wünscht, Glück, Liebe, ein echtes Zuhause.

Der Erzählstil ist etwas gewöhnungsbedürftig durch die durchgehende Gegenwartsform. Alles passiert jetzt. Lale, die in den 1980ern aufwächst, blickt nur sporadisch zurück, gar nicht nach vorne, lebt im Augenblick, erzählt fast emotionslos. Und das, obwohl so viele Gefühle in ihr stecken. Es ist jedoch ein gutes Bild dafür, wie wenige von ihren Gefühlen erwidert werden, wie viele ihrer Gefühle aber immer wieder verletzt werden. So unbequem das Stilmittel ist, so gut funktioniert es auch.

Die Story ist schwer, oft belastend, aber erstaunlicher Weise unfassbar bereichernd. Wohl fühlt man sich nicht beim Hören, obwohl Aileen Wrozyna eine echt tolle Sprechstimme hat und sie auch gekonnt einsetzt. Trotzdem hab ich keine Minute bereut. Sterne abziehen wäre unfair, denn gerade diese schweren Geschichten haben viel zu sagen und passen ins wahre Leben. Ob nun autobiographisch angehaucht oder nicht, ich gebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Nudeln mal ganz schnell, mal etwas aufwendiger

Pasta Pronto
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Hier merkt man bei jedem einzelnen Rezept, dass Mateo Zielonka zurecht The Pasta Man ist. Die Liebe zur Nudel ist nicht zu übersehen! Sehr schön finde ich von daher, dass die Rezepte in den meisten Fällen ...

Hier merkt man bei jedem einzelnen Rezept, dass Mateo Zielonka zurecht The Pasta Man ist. Die Liebe zur Nudel ist nicht zu übersehen! Sehr schön finde ich von daher, dass die Rezepte in den meisten Fällen für frische, wie auch getrocknete Pasta ausgelegt sind. Bei wenigen Ausnahmen ist dies nicht der Fall. Das sind die Rezepte, die einfach besser mit getrockneter Pasta gelingen, weil deren Bissfestigkeit besser passt.

Bevor es an die eigentlichen Rezepte geht, bekommt man eine Reihe toller Informationen über Pasta allgemein, wie man sie richtig und perfekt kocht, den idealen Pasta-Vorrats-Schrank, Küchengeräte. Dann folgten die Rezepte zum klassischen Pastateig, reichhaltigen Eierteig, glutenfreiem Eierteig, veganem Semmola-Teig; das richtige Ausrollen und das Formen. Mateo beschränkt sich hier auf wenige Formen, doch das sind genug, um in die Materie hineinzufinden.

Die nun folgenden Rezepte sind unterteilt in die Kapitel Pronto, Pronto!; Pronto!; Nicht ganz so Pronto; Burrata, Gemüse und mehr. Vor jedem Kapitel ist ein kleiner, einführender Text. Auch den Rezepten sind einige Zeilen vorangestellt. Ich mag das gern. Anschließend findet man klassisch die Anzahl der Portionen und die Zutaten sowie die Zubereitungsschritte. Die Anweisungen sind klar und verständlich formuliert, trotz der knappen Worte. Zu jedem Rezept bekommt man ein ansprechendes Foto. Das ist mir immer besonders wichtig, da ich dazu neige, Rezepte ohne Foto zu ignorieren. Ich lasse mich gern bildlich inspirieren. Wer Wert auf Nährwertangaben legt, wird hier enttäuscht. Mich persönlich stört das nicht. Bei einigen Rezepten sind noch Hinweise zu finden, wie sie vegetarisch oder vegan werden können. Teilweise werden etwas ausgefallenere Zutaten verwendet, doch sind diese nicht allzu schwer im Handel zu finden.

Insgesamt begeistert mich dieses Buch total! Es macht nicht nur Lust darauf, Pasta selbst zu machen, es liefert auch gut erklärte Rezepte und Anleitungen für den Pastateig. Die Saucenrezepte sind mal weniger, mal mehr aufwendig, eben wie die Kapitel es versprechen. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass dies gerade mein liebstes Pasta-Buch ist. Besonders die Wodkasoße ohne Wodka ist der Hit! Die Rezepte sind alltagstauglich und auch von weniger Geübten zu schaffen. Für mich ist dies ein 5-Sterne-Buch!

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