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Veröffentlicht am 04.01.2025

Regenschirme, Schmetterlinge und Blut... viel Blut

Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings
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„Red Umbrella Society“ ist mein 2. Buch der Autorin und ich kann eins mit Sicherheit sagen: Caroline Brinkmann kann richtig gut schreiben! Ihre Worte werden geradezu lebendig, besitzen immer eine humorvolle ...

„Red Umbrella Society“ ist mein 2. Buch der Autorin und ich kann eins mit Sicherheit sagen: Caroline Brinkmann kann richtig gut schreiben! Ihre Worte werden geradezu lebendig, besitzen immer eine humorvolle Note und sie kleben meinen Blick geradezu an die Seiten.

In diesem Roman lernt man eine Diebesgruppe kennen, die 3 ½ Musketiere. Skadi, ihr Bruder, sein Freund und ihr Chatbot mit Programmierfehler, den sie liebevoll „Charakter“ nennen. Doch ein Einbruch geht majestätisch schief und plötzlich sind der verhunzte Auftrag ihres Untergrundbosses, eine blutige Leiche und der Pitbull unter den Detektiven ihre neuesten Probleme.

Aus meiner Sicht nehmen Skadi und der Detektiv die größten Rollen im Geschehen ein. Die Diebin Skadi fand ich frech und dreist und richtig trocken sarkastisch. Ihr gewitztes Selbst hat mich schnell für sich vereinnahmt. Zudem ist sie als talentierten Langfinger mit zig kreativen Tarnungen, super spannend als Hauptfigur.

Zum attraktiven Detektiv David, kann ich wenig sicher sagen, außer, dass er wohl attraktiv ist. Ansonsten fand ich ihn eher undurchschaubar, geheimnisvoll und für ein paar Überraschungen gut. Gerade gegenüber einer Kriminellen hat er so seine Bedenken und gibt sich daher natürlich sehr verschlossen. Manchmal fand ich ihn aber auch etwas vorverurteilend, weswegen für mich romantische Elemente weniger nachvollziehbar sind.

Die Beiden begegnen sich immer wieder, da sie im mysteriösen Mordfall rund um einen Red Umbrella Society-Member ermitteln. Skadi, um sich und ihre Musketiere in Unschuld reinzuwaschen, David, um sie zu überführen. Ab hier habe ich einen spannenden Krimi mit Enemies-to-Lovers-Romanze erwartet. Es entwickelte sich jedoch eher zum Fantasy-Thriller mit leicht horrorartigen Elementen. Es wurde blutrünstig, spannend, gruselig. Gefühlt eskalierten die Geschehnisse jedes Kapitel ein bisschen mehr. Ein Pageturner schlechthin. Ich persönlich hätte mich jedoch gerne vorher auf das Gänsehaut verursachende Genre eingestellt. Ich bin zwar ein großer Krimi-Fan, aber für Thriller/Horror selten zu haben. Trotzdem, objektiv gesprochen, lässt sich das Buch schwer aus der Hand legen.

Die Nebencharaktere fand ich etwas blasser mit Ausnahme vom supergenialen und witzigen Chatbot mit seinen schnippischen Kommentaren (meinen Lieblingscharakter des Buches, muss ich nicht mehr benennen oder?) sowie einem Red Umbrella Society-Mitglied. Die Society beherbergt eine spannende Idee, von dem ich in Band 1 gefühlt nun das Grundgerüst kenne. Von Band 2 würde ich mir Details wünschen, die das Konstrukt fertig bauen. Ich denke, das bietet noch einiges an Potenzial.

Vorsicht: Böser Cliffhanger-Gefahr!

Fazit:

Wieder mal ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte. Im Auftakt erwartete mich ein spannender Fantasy-Thriller-Pageturner mit blutigem Ermittlungsverlauf. Skadi ist eine freche Hauptfigur, die einiges auf dem Kasten hat und ein kleiner Probleme-Magnet ist. Die restlichen Charaktere finde ich bisher etwas blass und ich bin mir nicht sicher, ob mich eine Romanze in dem Plot abholen könnte.

Der Plot und der Schreibstil wissen absolut an die Seiten zu fesseln, auch wenn ich gegenüber den Genres im Buch etwas andere Erwartungen hatte. So bin ich mittlerweile ein Fan vom Chatbot, habe eine gruselige Nacht nach dem Lesen mehr auf der Strichliste und bin neugierig, wie die Autorin die Society noch ausführen wird.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

A very risky gamble

Casino Durable - All in with the Devil
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Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es lädt ein in die Welt des exklusiven, luxuriösen Casino Durable. Ein edles Haus mit spektakulärer Innenausstattung und High Society Spielern. Über ...

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es lädt ein in die Welt des exklusiven, luxuriösen Casino Durable. Ein edles Haus mit spektakulärer Innenausstattung und High Society Spielern. Über den Verlauf wird das Casino immer weiter ausgearbeitet. Den Einblick zu den internen Abläufen fand ich sehr spannend: Von Einstellungskriterien bei Mitarbeitern bis hin dazu über, welche Details bei der Herstellung von Chips relevant sind.

Und genau dieses VIP-Casino sucht sich Dawn als Opfer aus, um die Hausbesitzer über den Tisch zu ziehen und um als Betrügerin aufzufliegen. Denn Dawn will eins: Hinter Gitter. Dawn ist eine sehr ungewöhnliche, starke Hauptfigur mit Köpfchen. Ihr mathematisches Talent, aber auch ihre Fähigkeit sich anzupassen, wie ein Chamäleon, machen sie gefährlich.

Ihr Talent erkennen auch die Durable Brüder, denn sie bieten ihr einen Deal an. Keine Polizei und dafür soll sie helfen, andere Betrüger zu erkennen. Das war auch der Part, der mir am meisten Freude bereitet hat an der Geschichte. Ich fand es total spannend zu lesen, welche Details Profi-Betrüger verwenden, um Casinos abzuzocken. Seien es spiegelnde Deko oder nicht gut gewähltes Casino-Personal.

Die sich anbahnende Romanze hat mich ein wenig an Culpa Mia erinnert, was mir persönlich etwas zu überspitztes Drama bietet. Zu Beginn deutet sich eine Haters-to-Lovers-Geschichte an. Der Haters-Teil hat es dabei ziemlich in sich, da sich die Charaktere auf tiefer Ebene verletzen wollen und es auch tun. Mir war es stellenweise zu fies und beleidigend. Bis es zur Haters-plötzlich-Lovers-Geschichte wurde. Ich konnte mich da leider nicht hineinfühlen.

Mit dem männlichen Love Interest bin ich dann leider nicht mehr warm geworden. Abseits von der Romanze war er anderen Menschen gegenüber oft brutal und mir wurde nicht genug kritisch betrachtet, dass das auch problematisch ist. Ich habe mich daher zwischenzeitlich gefragt, ob es in Richtung Dark Romance gehen sollte.

Insgesamt fand ich den Schreibstil gut. Nur hin und wieder gab es ein paar Sprünge in den Szenen, bei denen ich ein paar weitere Wörter zur Beschreibung benötigt hätte. (Bsp. An einer Stelle fliegt eine Faust in Richtung der Hauptfigur… und dann? Traf die Faust? Ging sie daneben? Ist sie verletzt?) Also braucht es vielleicht noch paar mehr Details, damit man genau versteht, was gerade passiert. Zudem bin ich über einige Casino- & Tarot-Metaphern der Hauptfiguren gestolpert, da ich sie nicht immer ganz überrissen habe. Doch die Autorin schreibt mit viel Herz. Es gab definitiv einige Sätze, die ich mir herausgeschrieben habe und die nachklingen.

Fazit:

Ich mochte das alltägliche Casino-Geschehen und die Ermittlungen darin. Insgesamt fand ich den Schreibstil auch sehr schön ausgearbeitet, an manchen Stellen war es mir jedoch zu metaphorisch oder sprunghaft.

Mit der Lovestory wurde es mir zu dramatisch, weshalb mich die Geschichte im Verlauf verloren hat. Wer Culpa Mia-Dramatik und leichten Mafia-Vibes nicht abgeneigt ist, wird hier sicherlich seine Freude haben.

Zitat:

„»Das ist mein Casino und mein Spiel, Dawn.«
»Ein Spiel, das du längst verloren hast, als ich dein Casino betreten habe, Gabriel Durable.«“ – S. 107

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Fantasy-Academy-Einsteigerbuch

Supernatural Academy: Year One (Supernatural Academy 1)
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Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys ...

Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys sind nur ein Ausschnitt aus dem Schulalltag.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich im Geschehen angekommen bin. Den Schreibstil empfand ich ein wenig als holprig. Manchmal zu wenig „Show don’t tell“. Auch mit den Dialogen hatte ich stellenweise so meine Probleme. Zum Beispiel stellt sich ein Charakter vor mit: Namen, wie man den Namen schreibt und dann wie man ihn ausspricht. Ist die Aussprache im Dialog nicht klar?

Letztendlich wird dennoch einiges von der Welt erklärt, die nicht allzu komplex aufgebaut wird. Präsentiert werden ein paar gängige Klischees für das Academy Setting in einer Fantasy-Welt, wodurch es sich als Genre-Einsteigerbuch anbietet. Es gibt eine gefährliche Schulzicke, eine heiße Magier-Clique und ein Kerl davon sieht zu gut aus für diese Welt. Doch Vorsicht: Es ist kein Einsteigerbuch für die jungen Leser. Dafür ist der Spice zu explizit.

Mir persönlich war es stellenweise zu klischeehaft. Für mich darf Fantasy gerne komplexer und origineller sein. Dennoch habe ich die Bezüge zur Atlantis-Mythologie und den starken Fokus auf Wassermagie sehr genossen.

Was mich gestört hat, war der Girl-Hate unter den weiblichen Charakteren. Beleidigungen oder Sätze, wie – sie sieht so gut aus, ich könnte sie dafür hassen, wären wir nicht Freunde – tauchen regelmäßig auf. Dabei ist in der Academy jedes übernatürliche Wesen heiß, sexy und perfekt. Die Beschreibung „perfekt“ in Bezug auf das Aussehen einer Person kommt wirklich unnatürlich oft in dieser Geschichte vor. Könnte eine etwas neidfreiere Zone sein, oder? Wobei ich auch mehr Diversität schön gefunden hätte.

Das hat es mir manchmal schwer gemacht, mit den Charakteren warm zu werden. Auch der Aufbau der zwischenmenschlichen Beziehungen war mir oft zu oberflächlich. Maddison vertraut dieser neuen Welt und den neuen Wesen schnell. Bei der Lovestory explodieren die Funken praktisch ab Sekunde eins. Das dürfte eher etwas für Fast Burn-Liebhaber sein. Für mich hätte es gerne etwas weniger ein intuitives Wohlfühlen oder eine „besondere Verbindung“ sein dürfen.

Fazit:

Du suchst dein Fantasy-Academy-Einsteigerbuch mit ein wenig Spice? Dann könnte das Buch etwas für dich sein. Man sollte aber auch kein Problem mit etwas Zickenkrieg haben.

Ich präferiere komplexere Weltenentwürfe im Fantasy-Genre mit weniger Klischees und mehr originellen Elementen. Ich empfand die Geschichte an vielen Stellen eher zu oberflächlich. Dennoch mochte ich den Alltag in der Supernatural Academy sowie die Bezüge zur Atlantis-Mythologie. Damit habe ich es als Fantasy-Zwischendurch-Lektüre genossen. Aber der Girl Hate hat mich beim Lesen oft gestört, wodurch ich nur schwer mit den Charakteren warm geworden bin.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Ups and Downs

Dark Sigils – Was die Magie verlangt
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Der Einstieg ins Buch wird leicht gestaltet. Der Leser wird begrüßt von einem epischen, dramatischen Schreibstil, der gefühlt bei jedem 2. Satz für Gänsehaut sorgt. Er ist brutal, nichts für schwache Nerven, ...

Der Einstieg ins Buch wird leicht gestaltet. Der Leser wird begrüßt von einem epischen, dramatischen Schreibstil, der gefühlt bei jedem 2. Satz für Gänsehaut sorgt. Er ist brutal, nichts für schwache Nerven, aber auch magisch und bildhaft schön. So werden der Weltenentwurf, aber auch die Lebenssituation der Protagonistin passend untermalt.

In dieser Welt gibt klassische Elemente der Schichtenspaltung. Es gibt die Unteren und Oberen. Die Unteren besitzen wenig Magie, kämpfen und töten für ein Gramm. Während die Oberen scheinbar endlos viel zu besitzen scheinen und die Unteren nach Belieben damit versorgen. Und Ray lebt Unten.

Um Geld zu verdienen, kämpft sie mit Hilfe von Magie in Kampfarenen.

"»Du kämpfst wie jemand, der nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen hat.«"

Die Kämpfe sind brutal und atemlos, lassen den Leser mit fiebern. Gleichzeitig sind die Kämpfe die perfekte Einführung in die Welt, da Ray Magie direkt verwendet und erklärt.

Magische Elemente sind spannend und originell eingebaut. Es gibt Magie zur Defensive oder Offensive. Ray ist im offensiven Bereich Zuhause, lässt Magiemienen erscheinen oder lässt ihre Gegner mit einer Handbewegung erstarren.

Die Magie hier wird unfassbar schön, bildreich und mächtig beschrieben. Aber sie hat nicht nur Sonnenseiten. Magie ist begrenzt verfügbar. Magie ist gefährlich. Magie macht süchtig.

Durch diese Prämissen, schneidet Anna Benning wirklich interessante Themen an. Nicht nur ärmliche Verhältnisse werden gut herübergebracht, sondern auch Verhalten in Abhängigkeit oder wie man durch Notsituationen in Mitglied in Gangs wird (z. B. weil man kein Dach über dem Kopf hat oder sonst den Schutz der anderen Mitglieder verliert) werden aufgegriffen.

- eine Trigger Warnung dazu, wäre vorab jedoch sicherlich nicht verkehrt gewesen -

Das Buch hat also eine komplexe Fantasy-Welt mit vielen Details zur Magie, dessen Nutzung, Auswirkungen sowie unterschiedlichen Schichten. Man kann das hier nicht nebenbei lesen. Konzentration ist hier die Devise. Also genau das, was ich an neuen Fantasy-Welten mag!

Ab dem Einblick in die Welt der Oberen, nahm meine Begeisterung jedoch graduell ab. Es ging erst viel um Charakter- und Weltvorstellung. Doch je länger man liest, desto höher war der Fokus auf der Lovestory (die ich nicht nachvollziehen konnte, insbesondere nicht in dem Tempo).

Der Protagonistin widerfährt von Oberen, deren Welt und auch explizit ein paar der Charaktere viele Ungerechtigkeiten. Für den Leser entsteht damit Story technisch viel Spannung. Mit der Hauptfigur konnte man mitfühlen. Hier hat man sich gemeinsam hilflos, wütend und verloren gefühlt. Vielleicht auch ein wenig ängstlich.

Aus dieser Gefühlswelt einen Wechsel der Emotionen entstehen zu lassen, ist schwierig und benötigt eine Entwicklung und Zeit(!). Die hat mir hier gefehlt. Somit war es mir nur schwer möglich mich in das Zwischenmenschliche, die Bindung zwischen den Charakteren hineinzufühlen. Diese empfand ich als zu oberflächlich ausgearbeitet.

Zudem war mir dann das „Liebe, die nicht sein darf“-Konzept zu über dramatisch und zu viel – sicherlich davon unterstützt, dass ich die Gefühlsentwicklung schon nicht nachvollziehbar fand.

Fazit:

Schade.

Ich wollte das Buch mögen. Es hat vielversprechend begonnen. Die Grundlagen – Schreibstil, Weltenentwurf, Magie-Elemente – sind unfassbar gut ausgearbeitet. Der wachsende Fokus auf die Liebesgeschichte mit einer wenig authentischen Gefühlsentwicklung, hat dem Leseerlebnis für mich jedoch einen Abbruch getan und zähflüssiger gestaltet.

Eine Ausarbeitung der Charakterbindung oder eine Fokusänderung z. B. auf das Abenteuer selbst, würden mir (in den Folgebänden) besser gefallen.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

A bittersweet melody

Unser Lied für immer
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Natalie ist seit zwei Jahren in einem Trott gefangen, einer simplen Routine aus der sie nicht ausbrechen kann. Jeder scheinbare Schritt vorwärts führt am nächsten Tag 3 Schritte zurück. Ihr starker Verlust ...

Natalie ist seit zwei Jahren in einem Trott gefangen, einer simplen Routine aus der sie nicht ausbrechen kann. Jeder scheinbare Schritt vorwärts führt am nächsten Tag 3 Schritte zurück. Ihr starker Verlust hält sie fest im Griff. Lediglich in der Musik findet sie Frieden und ein einsames Klavier am Bahnhof wird zu ihrem Freund. Als plötzlich Klaviernoten auftauchen, die in Verbindung mit ihrem Mann stehen, entzündet sich endlich wieder ein Funken in ihr.

Das Buch „Unser Lied für immer“ ist flüssig geschrieben und weiß auch emotional zu überzeugen. Nach wenigen Seiten hat mein Herz mit der Protagonistin geschmerzt. Man merkt total wie stark die Liebe zwischen Natalie und ihrem Mann war. Es gibt kleine Rückblicke und Beschreibungen darüber, was sie verbunden hat. Die Geschehnisse zu verarbeiten, fällt nicht leicht und so ist sie zwei Jahre später auch weiterhin dabei es zu versuchen. Durch die Routine und die lange Verarbeitungszeit, kommt es natürlich auch zu einigen Wiederholungen in ihren Gedanken und Tätigkeiten. Das fand ich absolut realistisch, aber es führt auch zu ein paar Längen.

Es bleibt ein wenig Leichtigkeit erhalten durch den Humor zwischendurch. Mich hat das Buch immer wieder auch zum Schmunzeln bringen können. Es geht eindeutig in die Richtung Chick Lit mit anrüchigem Touch. Manchmal fand ich es jedoch unpassend mitten in einer trauernden Szene vulgäre Witze einzubauen.

Freunde und Familie stehen Natalie hilfsbereit zur Seite, doch gelingt es ihnen nicht immer geeignet zu unterstützen. Wenn sie Natalie verkuppeln wollen, zieht sie sich nur weiter zurück oder sucht den Kontakt zu neuen Personen. Dabei trifft sie auch auf Einige, die ähnliches durchlebt haben oder einen neuen Blickwinkel mit einbringen können. Darunter hat es mir insbesondere die Verkäuferin in ihrem Stammcafé angetan, die wie eine ruhige, liebevolle Mama für all ihre Gäste ist.

Auch männliche Charaktere kreuzen ihren Weg, hilfsbereit, mit Charme. Doch hatte ich lange keine Ahnung, ob und wo sich eine Liebesgeschichte entwickeln würde. Zum einen war ich mir nie sicher, ob Natalie dafür bereit wäre und zum anderen wurden Freundschaften in der Geschichte großgeschrieben. In Punkto Lovestory konnte mich das Buch also gut überraschen.

Dafür bin ich umso mehr durch den Verlauf rund um den Notenblätter-Plot gestiegen. Einige Elemente haben eindeutig darauf hingedeutet, so dass sicherlich einige Leser dahinterkommen werden. Für mich hätte die Auflösung früher kommen und die Zeit danach noch zwei, drei Seiten mehr erhalten können.

Fazit:

Eine schöne Geschichte für Zwischendurch über die Liebe, Verlustverarbeitung und ganz viel Musik und Humor. Doch fand ich die Witze an manchen Zeitpunkten etwas unpassend.

Insbesondere die Darstellung von Freundschaften zwischen Mann und Frau sowie der Lovestory-Verlauf konnten mich positiv überraschen. Dafür ist der Plot rund um die Notenblätter etwas vorhersehbarer und länger gezogen, als ich es mir gewünscht hätte. Das und die absolut realistischen Gedankenwiederholungen während Natalies Verarbeitung, führen zu kleinen Längen.

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