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Veröffentlicht am 27.04.2026

Verbrannte Welt

Ins fahle Herz des Sommers
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Ich habe einige Romane von Andreas Eschbach gelesen bzw. gehört, zuletzt „Die Abschaffung des Todes“ ebenfalls gelesen von Matthias Koeberlin. Ins fahle Herz des Sommers kommt für mich mit etwas über 5 ...

Ich habe einige Romane von Andreas Eschbach gelesen bzw. gehört, zuletzt „Die Abschaffung des Todes“ ebenfalls gelesen von Matthias Koeberlin. Ins fahle Herz des Sommers kommt für mich mit etwas über 5 Stunden Laufzeit wie eine Kurzgeschichte daher.

Dystopien gehören zu meinen liebsten Genres, und „Ins fahle Herz des Sommers“ entfaltet trotz seiner Kürze eine eindrucksvolle Atmosphäre: Europa ist durch die Klimaerwärmung unbewohnbar geworden, parallel dazu greift eine rätselhafte Seuche um sich. Fausto, der den rechtzeitigen Aufbruch aus welchen Gründen auch immer verpasst hat, lebt in einem kleinen, verlassenen französischen Dorf mit einer alten Dame und einem Pfarrer als Nachbarn. Nur in Vollmondnächten wagt er sich mit seinem Fahrrad hinaus, um in den Häusern nach Werkzeugen und Lebensmitteln zu suchen.

Eine Tages taucht eine junge Frau auf, die der Hitze auf unerklärliche Weise trotzt. Fausto verliebt sich natürlich in sie, mit all den Konsequenzen, die eine solche Welt bereithält.

Die Geschichte zieht einen richtig hinein und schafft eine tolle Stimmung, das Ende ist zwar stimmig, kommt für mich aber trotzdem plötzlich – fast so, als würde sie genau dann aufhören, wenn man sich noch ein bisschen mehr davon wünscht.

Für alle die Geschichten in einem dystopischen Setting mögen ist dieses Hörbuch eine klare Empfehlung – zumal Matthias Koeberlin wie immer großartig liest.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Tokio und seine Schattenseiten

Tokyo
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Tokyo von Tokuro Nukui ist ein Roman, der atmosphärisch dicht beginnt und mit einer spannenden Grundidee lockt: Eine Reihe von Kindsmorden erschüttert die Stadt, und ein Ermittler versucht verzweifelt, ...

Tokyo von Tokuro Nukui ist ein Roman, der atmosphärisch dicht beginnt und mit einer spannenden Grundidee lockt: Eine Reihe von Kindsmorden erschüttert die Stadt, und ein Ermittler versucht verzweifelt, den Täter zu finden.

Zum einen begleiten wir anfangs einen namen- und alterslosen Mann, der in der drückenden Hitze Tokios ziellos durch die Straßen streift und verzweifelt nach einem Sinn in seinem Leben sucht. Tag für Tag treibt ihn seine innere Leere weiter, bis hin zu dem Gedanken, seinem Leben ein Ende zu setzen. Im Verlauf der Geschichte schließt er sich einer Religionsgemeinschaft an, getrieben von dem sehnsüchtigen Wunsch, die Leere in seinem Herzen zu füllen. Auslöser dafür ist eine kurze Begegnung mit einer jungen Frau, die ihn auf der Straße anspricht. Ihre Worte – und die Bitte, für sein Glück beten zu dürfen – hinterlassen einen tiefen Eindruck in ihm.
Parallel dazu verfolgt der zweite Erzählstrang die Machtstrukturen innerhalb der Polizeipräfektur von Tokio. Dort herrscht eine strikte Trennung zwischen Karrierebeamten und regulären Polizisten, ein Graben, der sich in täglichen Reibereien, Missgunst und Neid zeigt.
Kommissar Saeki, selbst ein Karrierebeamter, leitet die Ermittlungen zum Verschwinden zweier Mädchen. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto deutlicher spürt er, wie die Spannungen an ihm zerren und jede Zusammenarbeit zu einem mühsamen Balanceakt wird.
Die düstere Stimmung Tokios, die psychologische Schwere und die langsame Enthüllung der Hintergründe erzeugen anfangs für mich einen starken Sog.
Allerdings verliert die Geschichte dann im Mittelteil etwas an Tempo. Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm, aber er packt mich nicht immer. An manchen Stellen wirkt er fast zu sachlich, gerade wenn es eigentlich um sehr emotionale Momente geht. Da hätte ich mir etwas mehr Wärme oder Tiefe gewünscht, um wirklich mitzufühlen.
Das Ende bzw. die Auflösung habe ich tatsächlich nicht kommen sehen .
Insgesamt ist Tokyo ein Roman mit starken Momenten und einer guten Grundidee, die mich aber nicht durchgehend überzeugt hat.
Insgesamt hatte ich mir vom Buch einfach mehr erhofft. Der ganze Handlungsstrang rund um die Religionsgemeinschaften war mir irgendwann zu viel und hat mich eher aus der Geschichte herausgerissen. Dafür kam mir die eigentliche Ermittlungsarbeit deutlich zu kurz, obwohl gerade das für mich der spannendere Teil gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Zwischen Menschen und Moor

Moorland. Die Zwillinge
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In Moorland verschwinden mehrere Menschen im Moor, und die Ermittler versuchen herauszufinden, was dahintersteckt. Dabei geht es nicht nur um den Fall selbst, sondern auch um die Spannungen zwischen den ...

In Moorland verschwinden mehrere Menschen im Moor, und die Ermittler versuchen herauszufinden, was dahintersteckt. Dabei geht es nicht nur um den Fall selbst, sondern auch um die Spannungen zwischen den Beteiligten. Die Hauptfiguren arbeiten zwar zusammen, doch alte Konflikte, unausgesprochene Vorwürfe und persönliche Verletzungen stehen immer wieder zwischen ihnen. Man spürt, dass sie einander brauchen, sich aber nicht immer vertrauen. Während sie im Moor nach Antworten suchen, geraten sie emotional an ihre Grenzen. Die bedrückende Landschaft verstärkt das, was ohnehin schon zwischen ihnen schwelt: Unsicherheiten, Schuldgefühle, unausgesprochene Nähe. Dadurch wirkt die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch sehr menschlich. Am Ende bleibt das Gefühl, dass das Moor nicht das Einzige ist, das Menschen verschlucken kann – manchmal tun das auch ihre eigenen Geheimnisse.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Wenn alles zerfällt

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
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„Untergang“ ist ein Thriller, der einen sofort packt – der aber auch einiges an Aufmerksamkeit verlangt.
Steffen Jacobsen verbindet die Tragödie der Estonia mit einer fiktiven Verschwörung, die so glaubwürdig ...

„Untergang“ ist ein Thriller, der einen sofort packt – der aber auch einiges an Aufmerksamkeit verlangt.
Steffen Jacobsen verbindet die Tragödie der Estonia mit einer fiktiven Verschwörung, die so glaubwürdig wirkt, dass man sich stellenweise fragt, wo die Realität endet und die Fiktion beginnt. Die Geschichte ist spannend, düster und detailreich – genau das macht sie so fesselnd, aber eben auch anspruchsvoll.
Als Hörbuch ist „Untergang“ nichts für nebenbei. Beim Putzen oder Kochen bin ich schnell ausgestiegen, da man wirklich konzentriert bleiben muss, um den Überblick zu behalten. Verliert man kurz den Faden, fällt es schwer, wieder hineinzufinden.
Zusätzlich erschwert wird das Zuhören durch die vielen dänischen und schwedischen Namen. Sie klingen oft ähnlich und sind nicht leicht zu merken, sodass es eine Weile dauert, bis man die Figuren sicher auseinanderhalten kann. Das nimmt der Handlung gelegentlich etwas Tempo, auch wenn die Spannung insgesamt hoch bleibt.
Ich kannte zuvor kein Buch mit dem Ermittlerduo Jensen und Sander, bin aber dennoch ganz gut in die Geschichte hineingekommen. Nur die Dynamik zwischen den beiden blieb für mich etwas schwer greifbar – auch, weil sie in diesem Band größtenteils getrennt ermitteln und ihre Handlungsstränge eher parallel verlaufen.

Wer Geschichten liebt, die Spannung mit realem historischem Hintergrund verbinden, taucht hier in ein intensives und stimmungsvolles Hörerlebnis ein.“
Wer dagegen eine leichte Geschichte für zwischendurch sucht, sollte eher zu einem anderen Titel greifen.
Daher vergebe ich gute vier von fünf Sternen⭐️⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Dystopischer Jugendroman

Happy Head
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Josh Silver gelingt mit Happy Head ein Jugendthriller, der mich relativ schnell gepackt hat. Die Idee eines Programms, das angeblich das Wohlbefinden junger Menschen steigern soll, kippt schnell ins Bedrohliche ...

Josh Silver gelingt mit Happy Head ein Jugendthriller, der mich relativ schnell gepackt hat. Die Idee eines Programms, das angeblich das Wohlbefinden junger Menschen steigern soll, kippt schnell ins Bedrohliche und entwickelt eine Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht.Im Mittelpunkt steht der 17‑jährige Sebastian, man spürt seine Unsicherheit, seinen Wunsch dazuzugehören und eine Angst, die sich immer weiter in ihm festsetzt. Das Camp wirkt auf den ersten Blick modern und gut organisiert, doch es zeigt sich, dass etwas nicht stimmt.Die gestellten Aufgaben werden immer absurder und gefährlicher, und spätestens in der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf.Auch stellt der Roman wichtige Fragen wie z.B. Was bedeutet Glück eigentlich? Wer entscheidet darüber? Und was passiert, wenn junge Menschen in ein System geraten, das vorgibt, Antworten zu haben, aber nur Kontrolle ausüben will?Auch optisch überzeugt das Buch – das Design passt für mich perfekt zur Stimmung.

Der Schluss endet mit einem fiesen Cliffhanger, der klar macht, dass Sebs Geschichte noch lange nicht vorbei ist. Und nach diesem Finale möchte ich gern wissen, wie es weitergeht.

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