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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2026

Überbordende Fortsetzung, leider mit Längen

Helden
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Wo im ersten Teil „Tod und Teufel“ eine Stadt, nämlich Köln, die Kulisse war, ist es in diesem 2. Band, man könnte sagen die Welt. Der Hauptcharakter Jacop, einst Dieb und Herumtreiber, ist nun Kaufmannslehrling. ...

Wo im ersten Teil „Tod und Teufel“ eine Stadt, nämlich Köln, die Kulisse war, ist es in diesem 2. Band, man könnte sagen die Welt. Der Hauptcharakter Jacop, einst Dieb und Herumtreiber, ist nun Kaufmannslehrling. Was sich für Jacop so ehrbar anfühlt, bringt ihn aber ein weiteres Mal in Bedrängnis. Denn auf seiner Reise zu einem bedeutenden Handelszentrum jener Zeit, meint es das Schicksal mal wieder alles andere als gut mit ihm. Unverschuldet in eine Situation geraten, wird Jacop plötzlich von seiner Vergangenheit eingeholt, bekommt es mit schottischen Söldner zu tun und muss sich zu allem Übel auch noch gegen eine Schrecken verbreitende Hexe behaupten. Und so wie Jacop von einem atemraubenden Abenteuer in nächste driftet, so mitreißend ist diese Reise, durch das sich verändernde Mittelalter von 1263 für den Leser.

Dabei thematisiert der Autor zahlreiche Veränderungen, die in dieser Epoche in Gang gesetzt wurden und auch unser heutiges Leben noch immer maßgeblich bestimmen. Diese Aneinanderreihung von Geschichte und Geschichten, wird durch Cliffhanger immer wieder unterbrochen, die Perspektive verändert sich daraufhin und so schafft es der Autor, dass der Erzählschwung nicht abebbt und man als Leser immer weiter in die fulminante Geschichte hineingezogen wird. Allerdings hat aber auch dieser Roman, und das ist bei dem Umfang leider auch nicht verwunderlich, so einige Längen. Wenn der Autor z. B. in der „englischen Buchpassage“ zu weit schweifend über Dynastien und Intrigen im englischen Königshaus schwadroniert, kommt der Fluss der Geschichte schon arg ins Stocken. Dieses hier groß gedachte, globale Abenteuer des „kleinen“ Jacop fand ich teilweise zu überladen und auch zu wild, ungestüm und überbordend.

Fazit: Auch wenn mir nicht alles an diesem Folgeband gefallen hat, war er doch eine unterhaltsame und interessante Fortführung des ersten Serienteils.

Veröffentlicht am 29.10.2025

Ein Poirot-Krimi fast ohne Hercule

Nikotin – Eine Tragödie in drei Akten
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n diesem Poirot-Krimi ist besagter Namensgeber allerdings nur sporadisch anzutreffen, Und zwar im ersten Abschnitt als der Mord geschieht und dann erst wieder zur Auflösung am Ende des Buches. Im Mittelteil ...




n diesem Poirot-Krimi ist besagter Namensgeber allerdings nur sporadisch anzutreffen, Und zwar im ersten Abschnitt als der Mord geschieht und dann erst wieder zur Auflösung am Ende des Buches. Im Mittelteil sind diesmal andere Ermittler zu Gange, nämlich Sir Charles, Mr. Satterthwaite und Egg Lytton Gore, was ich für meinen Teil schade fand. Mir fehlte hier eindeutig die Poirot-Präsenz. Wie immer gibt es auch hier wieder eine Vielzahl an Motiven und Tätern, und man muss schon sehr aufmerksam die Geschichte verfolgen um auf den Täter/die Täterin zu kommen.

Das naturgemäß die drei o.g. „Ermittler“ auf der falschen Spur sind erfahren sie und der eventuell bis dahin noch unwissende Leser dann mit Wiedererscheinen Hercule Poirots. In gewohnt überzeugender Manier kann er den Tathergang, das Motiv und den Täter/die Täterin benennen.

Fazit: Es ist wie immer ein Krimi nach altbewährtem Muster, auch wenn Hercule diesmal nicht durchgängig in Aktion tritt. Doch gerade das ist mein Kritikpunkt. Deshalb gibt es von mir auch nur 3 von 5 Sternen.


Veröffentlicht am 18.10.2025

lebendig, unterhaltsam

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Der Klappentext umreißt den Inhalt des Buches sehr gut. Als Leser taucht man in das Leben der Angelika Moser ein und begleitet sie über einen langen Zeitraum bei ihrem Leben, Lieben und Arbeiten. Und ...




Der Klappentext umreißt den Inhalt des Buches sehr gut. Als Leser taucht man in das Leben der Angelika Moser ein und begleitet sie über einen langen Zeitraum bei ihrem Leben, Lieben und Arbeiten. Und jenes Arbeiten in einem renommierten Hotel soll letztlich auch ihr Verderben werden. Denn einmal angefangen mit den „kleinen“ abrechnungstechnischen Manipulationen findet Angelika dadurch zwar ihr Auskommen, aber nicht ihr Glück.

Auch wenn man von Beginn an weiß wie die Geschichte der Angelika Moser enden wird, so ist man doch irgendwie gespannt/neugierig wie es so weit kommen konnte. Mit sprachlichem Witz und viel „Wiener Schmäh“ sowie einer lebendigen Atmosphäre durch die Beschreibungen des Hotels oder des Moser'schen Umfelds, behandelt die Autorin hier Themen wie: weibliche Selbstbestimmung, Ehrgeiz den sozialen Aufstieg zu meistern aber auch die Suche nach der großen Liebe. Die Figuren, denen Angelika hier begegnet und die einen Teil ihres Lebens ob Gut oder Schlecht bestimmen, sind zwar menschlich dargestellt haben aber aus meiner Sicht nicht alle Tiefe, so dass sie bei mir teils keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Der Roman punktet definitiv durch seine Erzählkunst. Als Nichtösterreicher kann man jedoch Probleme mit den landestypischen Redewendungen und Floskeln haben, was den Lesefluss durchaus ins Stocken bringen kann.

Kurzum: „Fabula Rasa“ ist ein eindringlicher, lebendiger Gesellschaftsroman, der zu unterhalten vermag.


Veröffentlicht am 25.09.2025

Kurz und knapp...

Die blaue Geranie
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...deshalb aber nicht weniger spannend.

Die Geschichte ist nach altbewährtem Muster gestrickt. Es gibt einen Todesfall, eine Gesellschaft bei der jeder Verdächtig ist, außer selbstredend Jane Marple. ...




...deshalb aber nicht weniger spannend.

Die Geschichte ist nach altbewährtem Muster gestrickt. Es gibt einen Todesfall, eine Gesellschaft bei der jeder Verdächtig ist, außer selbstredend Jane Marple. Nun heißt es den merkwürdigen Fall genau unter die Lupe zu nehmen, um dem Geheimnis über Täter und Motiv auf die Spur zu kommen. Jane mit all ihren Kenntnissen über Land und Leute fällt es nicht schwer Stück für Stück das Puzzle zusammenzusetzen.

Fazit: Ein verworrener Fall, interessante Charaktere und eine charmante und pfiffige alte Lady, die den Fall löst, ergeben wieder einen unterhaltsamen Rätselkrimi, den ich hiermit gern weiterempfehle.


Veröffentlicht am 25.09.2025

Hatte mir mehr versprochen

Ferien mit Agatha Christie
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In dieser Kurzkrimisammlung gibt es ein wiederlesen mit den bekannten Ermittlern Agatha Christies aus zahlreichen Einsätzen: Miss Marple, Hercule Poirot, Parker Pyne, dem Duo Tuppence und Tommie, aber ...



In dieser Kurzkrimisammlung gibt es ein wiederlesen mit den bekannten Ermittlern Agatha Christies aus zahlreichen Einsätzen: Miss Marple, Hercule Poirot, Parker Pyne, dem Duo Tuppence und Tommie, aber auch unbekannte Hauptprotagonisten dürfen hier zum Ermittler werden.

Es ist eine unterhaltsame Sammlung, die angenehme Lesestunden bietet, aber der so typische Charme den ich bei anderen Christie-Krimis so ansprechend fand, fehlte mir hier bei den kurzen Geschichten.

Fazit: Keine schlechte Unterhaltung als sommerliche Freizeitlektüre bietet dieses Buch durchaus , aber ich hatte mir mehr versprochen.