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Veröffentlicht am 27.03.2026

Toll!

Solange ein Streichholz brennt
0

SOLANGE EIN STREICHHOLZ BRENNT
Christian Huber
ET: 26.03.26

"Wie entgleitet ein Leben?" (S.61)
Bohm lebt auf der Straße – mit kaum mehr als einem Rucksack, seinem Schnitzmesser, einem ungeöffneten Brief ...

SOLANGE EIN STREICHHOLZ BRENNT
Christian Huber
ET: 26.03.26

"Wie entgleitet ein Leben?" (S.61)
Bohm lebt auf der Straße – mit kaum mehr als einem Rucksack, seinem Schnitzmesser, einem ungeöffneten Brief und Fox, einem zugelaufenen Hund, der sich entschieden hat, zu bleiben.
Sein Alltag ist rau: Misstrauen, Kälte und der ständige Kampf ums Nötigste prägen sein Leben. Selbst der Schlafsack ist ihm inzwischen verloren gegangen. Die überfüllten Notunterkünfte meidet er, nur die Ausgabestellen, an denen es Essen gibt, sucht er regelmäßig auf.

Alina Alev ist Journalistin. Zumindest auf dem Papier. Warum sie diesen Weg eingeschlagen hat, kann sie selbst kaum beantworten. Vielleicht war da die Hoffnung, an frühere Erfolge anzuknüpfen – doch ihre letzten Recherchen für die RTI verhallten ohne Echo. Statt der erwarteten Kündigung erhält sie jedoch einen neuen Auftrag:
Gemeinsam mit dem gefeierten Nachwuchsreporter Jakob soll sie das Leben auf der Straße dokumentieren. Eine Spurensuche – und die Frage, wie ein Leben aus der Bahn geraten kann.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Diese Geschichte entfaltet eine ungeheure Sogwirkung und geht unter die Haut.

Christian Hubers Sprache ist eindringlich und klar zugleich, und in der Hörbuchfassung tragen die Stimmen von Maria Wördemann und Robert Stadlober die Erzählung mit großer Intensität. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel: Beide Protagonisten erzählen als Ich-Erzähler, wodurch ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar erfahrbar werden.
Der Epilog hat mich schließlich tief berührt – wenn die beiden Stimmen aufeinandertreffen und in einen direkten Dialog treten, entsteht ein Moment, der lange nachhallt.

Fazit:
Ein eindringliches, bewegendes Werk, das nachwirkt. Unbedingt lesen oder hören.
5/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2026

Toll!

Solange ein Streichholz brennt
0

SOLANGE EIN STREICHHOLZ BRENNT
Christian Huber
ET: 26.03.26

"Wie entgleitet ein Leben?" (S.61)
Bohm lebt auf der Straße – mit kaum mehr als einem Rucksack, seinem Schnitzmesser, einem ungeöffneten Brief ...

SOLANGE EIN STREICHHOLZ BRENNT
Christian Huber
ET: 26.03.26

"Wie entgleitet ein Leben?" (S.61)
Bohm lebt auf der Straße – mit kaum mehr als einem Rucksack, seinem Schnitzmesser, einem ungeöffneten Brief und Fox, einem zugelaufenen Hund, der sich entschieden hat, zu bleiben.
Sein Alltag ist rau: Misstrauen, Kälte und der ständige Kampf ums Nötigste prägen sein Leben. Selbst der Schlafsack ist ihm inzwischen verloren gegangen. Die überfüllten Notunterkünfte meidet er, nur die Ausgabestellen, an denen es Essen gibt, sucht er regelmäßig auf.

Alina Alev ist Journalistin. Zumindest auf dem Papier. Warum sie diesen Weg eingeschlagen hat, kann sie selbst kaum beantworten. Vielleicht war da die Hoffnung, an frühere Erfolge anzuknüpfen – doch ihre letzten Recherchen für die RTI verhallten ohne Echo. Statt der erwarteten Kündigung erhält sie jedoch einen neuen Auftrag:
Gemeinsam mit dem gefeierten Nachwuchsreporter Jakob soll sie das Leben auf der Straße dokumentieren. Eine Spurensuche – und die Frage, wie ein Leben aus der Bahn geraten kann.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Diese Geschichte entfaltet eine ungeheure Sogwirkung und geht unter die Haut.

Christian Hubers Sprache ist eindringlich und klar zugleich, und in der Hörbuchfassung tragen die Stimmen von Maria Wördemann und Robert Stadlober die Erzählung mit großer Intensität. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel: Beide Protagonisten erzählen als Ich-Erzähler, wodurch ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar erfahrbar werden.
Der Epilog hat mich schließlich tief berührt – wenn die beiden Stimmen aufeinandertreffen und in einen direkten Dialog treten, entsteht ein Moment, der lange nachhallt.

Fazit:
Ein eindringliches, bewegendes Werk, das nachwirkt. Unbedingt lesen oder hören.
5/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

So eindringlich ...

Stunden wie Tage
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STUNDEN WIE TAGE
Shelly Kupferberg
ET: 25.03.26

Berlin in den 1940er-Jahren: Die junge Martha bewirbt sich bei den jüdischen Berkowitz-Brüdern als Hausbesorgerin in ihrem Mehrfamilienhaus in Schöneberg. ...

STUNDEN WIE TAGE
Shelly Kupferberg
ET: 25.03.26

Berlin in den 1940er-Jahren: Die junge Martha bewirbt sich bei den jüdischen Berkowitz-Brüdern als Hausbesorgerin in ihrem Mehrfamilienhaus in Schöneberg. Sie gilt als fleißig, sittsam, sparsam und loyal. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Miete einzusammeln, sich um kleinere Reparaturen zu kümmern, das Treppenhaus zu pflegen und darauf zu achten, dass sich die Mieter an die Regeln des Hauses halten.

Schon bald lernt Martha den Postzusteller Willy kennen und verliebt sich in sein ruhiges, gutmütiges Wesen. Gemeinsam leben sie in der kleinen Dienstwohnung des Hauses in Schöneberg. Der Wunsch nach einem eigenen Kind bleibt jedoch unerfüllt.

Umso mehr freut sich Martha über die Besuche von Liane, der adoptierten Tochter von Henry Berkowitz, dem jüngeren der beiden Brüder. Henry bringt das Mädchen häufig zu den Hausbegehungen mit, und zwischen Martha und Liane entsteht schnell eine enge Verbindung. Bald besucht Liane Martha und Willy regelmäßig, und das Mädchen wird zu einem wichtigen Teil ihres Lebens.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zieht sich die Schlinge jedoch immer enger um die Familie Berkowitz. Der ältere Bruder erkennt früh die Gefahr und emigriert nach London. Henry hingegen will die Zeichen der Zeit lange nicht wahrhaben. Seine Frau Katharina, die bereits einmal aus Russland fliehen musste, weigert sich, noch einmal alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben in einem fremden Land zu beginnen. Während Henry vor einer folgenschweren Entscheidung steht, verliebt sich Liane – und erkennt viel zu spät, dass sie sich mitten im Umfeld einer Widerstandsgruppe bewegt.

Shelly Kupferberg gelingt es eindrucksvoll, Fiktion und historische Fakten miteinander zu verweben. Auf diese Weise arbeitet sie erneut ein wichtiges Stück Zeitgeschichte literarisch auf. Besonders der ruhige Beginn der Geschichte hat mir sehr gefallen. Zwar entfaltet sich die Handlung zunächst langsam, doch genau dadurch entsteht ein sehr lebendiges Bild des damaligen Alltags. Die vielen alten deutschen Begriffe und Formulierungen verleihen dem Text zusätzlich Authentizität – eine sprachliche Atmosphäre, die heute kaum noch zu finden ist und die ich sehr gern gelesen habe. Im weiteren Verlauf nimmt die Geschichte jedoch enorme Fahrt auf, und die zunehmende Bedrohung ist beim Lesen deutlich spürbar. Ich konnte diese beklemmende Atmosphäre sehr gut nachempfinden.

Fazit:
Ein eindringlicher Roman über Menschen und Schicksale, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen – und zugleich eine bewegende Geschichte über Mut und Widerstand in dunklen Zeiten. Eine klare Leseempfehlung.
5/5

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  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein außergewöhnliches Buch!

Ein Hund namens Katze
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EIN HUND NAMENS KATZE
Tomi Konlio
ET: 13.03.26

Katze ist ein Mischling. Sein Vater war ein streunender Lapphund und seine Mutter ein Border Collie.

Warum ein Hund Katze heißt, fragt ihr euch jetzt? ...

EIN HUND NAMENS KATZE
Tomi Konlio
ET: 13.03.26

Katze ist ein Mischling. Sein Vater war ein streunender Lapphund und seine Mutter ein Border Collie.

Warum ein Hund Katze heißt, fragt ihr euch jetzt? Das ist eine gute Frage. Katzes Mutter war der Meinung, dass Katzen unabhängig sind – und genau diese Unabhängigkeit bräuchte er für sein Leben.

Doch als seine Mutter eigene Wege ging, blieb davon nichts übrig. Keine Unabhängigkeit – nur Einsamkeit. Kein Tier wollte seine Freundschaft, weder Elche noch Vögel.
Und so macht er sich allein auf den Weg, von der finnischen Provinz bis in die große Stadt Helsinki. Dort gibt es Häuser in allen Größen und Formen – aber keinen Platz für ihn. Katze ist schüchtern, unsicher, traut sich nichts zu. Und die feinen Hunde, die mit ihren ebenso feinen Frauchen spazieren gehen, wollen auch nichts mit ihm zu tun haben.

Dann trifft er auf einen Mann, der mitten in einem Park schläft. Ungepflegt, müde – und irgendwie genauso verloren wie Katze selbst. Sein Name ist Marder.

Aber wisst ihr was? An dieser Stelle höre ich auf, von dieser besonderen Begegnung zu erzählen. Denn genau das solltet ihr selbst entdecken …

Dieses Buch lässt mich ein wenig gespalten zurück. Auf der einen Seite finde ich das Thema unglaublich wichtig und sehr einfühlsam umgesetzt. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob ich mein 6-jähriges Kind schon mit einem Leben auf der Straße und Alkoholismus konfrontieren möchte – vielleicht ist es noch zu früh?
Aber dann denke ich mir: Besteht das Leben nur aus den schönen Dingen? Und wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, Kindern auch die anderen Seiten zu zeigen?

Gerade deshalb ist dieses Buch so wertvoll. Es zeigt Anderssein, Einsamkeit und Ausgrenzung – aber eben auch Mut und die leise Hoffnung auf Freundschaft.

„Und ich bin Marder“, sagte er. „Ein Mensch namens Marder. Obdachloser, Penner, Suffkopp oder Alki.“

Fazit:
Ein berührendes Buch über Ausgrenzung, Mut, Freundschaft und Anderssein. Ein Buch, das nachhallt – und viele Fragen stellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein bezauberndes Buch!

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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HERWIG & ELSIE - Wo ist der Große Zauberer?
Ute Krause
ET: 25.02.26
Huch, was ist denn hier los? Hase Herwig ist gerade aufgewacht und im Haus ist es ungewohnt still. Kein Schnarchen vom Zauberer Hokus ...

HERWIG & ELSIE - Wo ist der Große Zauberer?
Ute Krause
ET: 25.02.26
Huch, was ist denn hier los? Hase Herwig ist gerade aufgewacht und im Haus ist es ungewohnt still. Kein Schnarchen vom Zauberer Hokus van Pokus ist zu hören – das gab es noch nie! Schon seit vielen Jahren arbeitet Herwig mit ihm zusammen, wird in den Hut hinein- und wieder herausgezaubert, und langweilig wurde es dabei nie.

Doch heute ist alles anders: Hokus ist verschwunden. Nur sein Zauberbuch, der Zauberstab und ein Brief sind noch da. Was soll Herwig jetzt ohne seinen Freund tun?

Vielleicht sollte er einfach versuchen, ihn selbst herbeizuzaubern? Der Gedanke lässt seine Schnurrhaare zittern – schließlich hat er noch nie gezaubert! Nach langem Zögern fasst er sich ein Herz. Mutig probiert er es aus, und plötzlich erfüllt eine riesige Staubwolke das Zimmer. Doch statt Hokus erscheint etwas ganz anderes: Mit lautem Poltern steht plötzlich ein großes Ungetüm mit riesigen Ohren und einem langen Nasenschlauch mitten im Wohnzimmer!

Vorsichtig wagt sich Herwig aus dem Hut. Schnell stellt sich heraus: Das vermeintliche Ungetüm ist die Elefantendame Elsie, die ebenfalls auf der Suche nach ihrem besten Freund ist, der an einen Zoo verkauft wurde.

Welche Abenteuer Herwig und Elsie auf ihrer gemeinsamen Reise erleben und ob sie ihre Freunde wiederfinden, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Ein wunderbar liebevolles Buch über Freundschaft, Mut und eine Prise Zauberei. Im Mittelpunkt steht der kleine Hase Herwig, der zunächst ein echter Angsthase ist, im Laufe der Geschichte jedoch über sich hinauswächst und seine Komfortzone verlässt.

Die dreizehn Kapitel eignen sich perfekt als Gute-Nacht-Geschichten für Kinder ab 5 Jahren. Wir haben das Buch sehr gerne gelesen und uns besonders an den liebevollen Illustrationen erfreut.

Fazit:
Ein bezauberndes Kinderbuch, das Mut macht und das Herz berührt. Ganz klare Leseempfehlung von uns.
5/5

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